Appalachen

Grüne Berge, tiefe Täler und die etwas anderen Amerikaner

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Die Appalachen sind ein bewaldetes Mittelgebirge im Osten der USA. Das Gebirge erstreckt sich über eine Länge von 2.400 Kilometern von der Westküste der Insel Neufundland (Kanade) bis in den Norden des Bundesstaates Alabama. Die Appalachen sind ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde und weisen eine markante Geschichte auf.

Die Appalachen im Steckbrief

  • Höhe: 2.037 m
  • Fläche: 1.909.000 km²
  • Lage: Ost-USA, Seeprovinzen in Kanada
  • Koordinaten: 36° N82° W
  • Höchster Gipfel: Mount Mitchel (2.037 m)

Lage und Geografie

Gletscher der Eiszeit modellierten die Berge

Die Gletscher der Eiszeit modellierten die Landschaft der Appalachen und falteten die Gesteinskomplexe des Gebirges. Sie waren ein Teil des Urkontinents Pangäa und bildeten so etwas wie ein Gegenstück zu den nordamerikanischen Kordilleren.

Die Appalachen ziehen sich von Neufundland in südsüdöstlicher Richtung von der Peripherie New Yorks über Pennsylvania, Maryland, West Virginia, Virginia, Kentucky und North Carolina bis nach Alabama und Tennessee. Zwar erreichen die Berge hier nicht die eisigen Höhen der Rocky Mountains, doch dafür sind sie wesentlich besser erschlossen.

Einst erhoben sich die Berge so hoch wie in den Alpen

Alpen, Matternhorn
Alpen, Matternhorn

Kein Gipfel der Appalachen ist höher als der Mount Mitchell in North Carolina. Er misst 2037 Meter und ist das Paradestück der sogenannten „Black Mountains“. Geologen fanden heraus, dass in dieser Region der Appalachen die Erhebungen einst so hoch waren, wie jene der Alpen, doch Wind und Wetter führten zur Erosion und zum Schrumpfen der Berge.

Die Allegheny Mountains bestimmen die Landschaft über mehr als sechshundert Kilometern von Virginia bis Pennsylvania. Auf diesem Gebirgszug dehnen sich weite Wälder aus, die in den Stand von amerikanischen Nationalparks erhoben wurden. Der höchste Berg ist hier der Spruce Knob in West Virginia. Er ist der Mittelpunkt der National Recreation Area.

Klima und Wetter

Eine wichtige Wetterscheide der Region

Die Gebirgskette der Appalachen trennt die Tiefebenen am Atlantik von den Great Plains und ist eine wichtige Wetterscheide der Region. Die kalten Luftmassen aus dem Westen stauen sich an den Gipfeln. Das alpine Klima sorgt an den Nordhängen der Berge im Winter für viel Schnee, doch weite Teile der Appalachen erfreuen sich vieler Sonnenstunden.

Mississippi
Mississippi River

Im östlichen Bereich treffen die Wanderer sogar auf ein subtropisches Klima, das mit seinen warmen und feuchten Luftmassen vom Golf von Mexiko beeinflusst wird. Mit ihren Ausläufern reicht die Gebirgskette bis an den Mississippi heran. Extreme Wetterlagen bescheren einigen Teilen der Appalachen zuweilen schwere Gewitterstürme und auch Tornados, die häufig Verwüstungen nach sich ziehen.

Geschichte der Appalachen

Der Stamm der Apalachee

Sie geben der Nachwelt noch immer Rätsel auf, weil sie im 18. Jahrhundert aus einer Region verschwanden, deren Gebirge sie einst ihren Namen gaben. Die Rede ist von den Apalachee, denen bereits die spanischen Entdecker Amerikas bei ihren frühen Expeditionen begegneten. Sie verständigten sich in einer eigenen Sprache und verfügten über eine erstaunliche Kultur an den Hängen des gewaltigen Gebirgssystems im Osten Nordamerikas.

Geheimnisvolle rituelle Zeremonien der Indianer

Der indianische Stamm der Apalachee baute Bohnen, Mais, Kürbisse und Sonnenblumen, sammelte wilde Erdbeeren und verstand sich als Teil der Fort-Walton-Kultur mit geheimnisvollen rituellen Zeremonien.

Die Appalachen waren die angestammte Heimat der Ureinwohner. Die Berge erstrecken sich über eine Länge von 2.400 Kilometern von den Long Range Mountains an der westlichen Küste Neufundlands bis in den Norden des amerikanischen Bundesstaates Alabama. Die Appalachen sind nach Ansicht der Geologen rund dreihundert Millionen Jahre alt und zählen damit zu den ältesten Gebirgen der Welt.

Appalachen
Appalachen

Die Expedition von Hernando de Soto

Als der spanische Seefahrer und Konquistador Hernando de Soto im Jahr 1539 im Rahmen seiner Expedition und der Suche nach einem imaginären Goldschatz – den er niemals fand – auf die Apalachee traf, hinterließen seine Männer in deren Dörfern eine Spur der Verwüstung.

De Soto besetzte die Apalachee-Stadt Anhaica und verbrachte dort den Winter. Immer wieder kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Indianern. Später gründeten spanische Franziskaner im Gebiet der Apalachee eine Missionsstation.

Der Schauplatz des Apalachee-Massakers

Im Jahr 1704 war dies der Schauplatz des legendären Apalachee Massakers. Die Apalachee waren dabei der Übermacht der Creek- und Yamasee-Indianer hilflos ausgesetzt. Die Überlebenden flohen gen Westen und ließen sich in Alabama nieder.

Heute leben noch dreihundert Nachfahren in Libuse/Louisiana. Der südliche Teil der Berge war das traditionelle Weideland der Cherokee-Indianer, denen man eine hohe Zivilisation aber auch Grausamkeit in ihren Kriegen nachsagte. Als der Staat Georgia das Territorium der Cherokee beanspruchte, wurden die Indianer gegen ihren Willen in ein Reservat in Oklahoma umgesiedelt.

Top Sehenswürdigkeiten in den Appalachen

Mineralquellen, „Scenic Routes“ und Campingplätze

Die Allegheny Mountains zählen zu den beliebtesten Zielen jener Amerikaner, die die Freizeit in einer naturbelassen Umgebung genießen möchten und zu ausgedehnten Wanderungen aufbrechen. Die Wege sind hier gut beschildert und laden auch zu Radtouren ein. In den kühlen Seen finden Angler ihr El Dorado, und die Wälder eignen sich zu Beobachtungen der reichen Vogelwelt.

Die National Recreation Area verfügt über Picknick-Grounds und Campingplätze, und wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann sich per Automobil über die sogenannten „Scenic Routes“ bewegen. Die Mineralquellen der Gegend waren schon im 18. Jahrhundert die Ziele wohlhabender Besucher.

Eine Straße zu Zeiten der „Great Depression“

Blue Ridge Parkway
Blue Ridge Parkway

Geschichtsträchtig ist in den Blue Ridge Mountains der Appalachen der Blue Ridge Parkway. Als der erste Spatenstich zu dieser Autoroute am 11. September 1935 erfolgte, sollte dies ein Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit während der „Great Depression“ sein. Die Straße umfasste 45 Bauabschnitte und wurde erst nach Jahrzehnten der Bestimmung übergeben.

Im Zweiten Weltkrieg fehlte es vor allem an finanziellen Zuwendungen, weil der Kongress sie verweigerte. Erst 1987 waren die Arbeiten am Parkway abgeschlossen. Heute beginnt die Route am Rockfish Gap in Virginia, führt durch den Shenandoah Nationalpark, windet sich über 755 Kilometer südwärts und endet in der Indianer-Reservation der Cherokee. John Denver setzte der Straße mit dem Lied „Take Me Home, Country Roads“ ein musikalisches Denkmal. Außerdem wurden hier Episoden der Fernsehserie „The Waltons“ gedreht.

„Shalonage“ – für die Indianer der Ort des blauen Nebels

Blick auf den Great Smoky Mountains Nationalpark
Blick auf den Great Smoky Mountains Nationalpark

Wer für außergewöhnliche Stimmungen schwärmt, der kommt im 2.100 Quadratkilometer umfassenden Great Smoky Mountains Nationalpark in den Bundesstaaten North Carolina und Tennessee immer dann auf seine Kosten, wenn sich der Nebel als grau-blauer Schleier in den frühen Morgenstunden aus den Tälern erhebt.

Die Indianer vom Stamm der Cherokee hatten dafür einen romantischen Namen gefunden: „Shalonage – Ort des blauen Nebels“. Rund acht Millionen Gäste werden hier Jahr für Jahr gezählt. Der Nationalpark ist damit der meistbesuchte in den Vereinigten Staaten.

Die Ausblicke sind grandios, und wer noch nie einen Schwarzbären in freier Wildbahn gesehen hat, der sollte sich zum Cade Cove begeben. Nach einer Übernachtung in einem der luxuriösen Mountain Cabins beginnt das Abenteuer dann schon vor der Haustür.

Die Heimat der Country-Legende Dolly Parton

In der sympathischen Kleinstadt Sevierville am Rande des Great Smoky Mountains Nationalparks, die vom US-Highway 441 berührt wird, erblickte die Country-Legende Dolly Rebecca Parton einst das Licht der Welt. Vor dem Sevier County Courthouse, wo das National Register of Historic Places untergebracht ist, blickt Dolly als Bronzefigur auf das geschäftige Treiben zu ihren Füßen.

Einst war dieser Ort ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aller Art. Heute gibt es hier ein Automuseum, ein Messermuseum und ein Luftfahrtmuseum. Vor allem aber ist Sevierville der Ausgangspunkt für Ausflüge im nahen Nationalpark.

Den Bigfoot hat bisher niemand gesehen

Motivbild Bigfoot
Motivbild Bigfoot

Grüne Wälder, hohe Berge und einsame Landschaften – das sind die Bilder, die die Appalachen kennzeichnen. Viele Legenden ranken sich um diese Gegend, doch den vielzitierte Riesenaffen Bigfoot, der angeblich als Mythos durch diese Gegend streift, hat noch niemand gesehen. Er soll immerhin drei Meter hoch und stark behaart sein und zudem einen üblen Geruch verströmen.

Wenn in den Wäldern der Appalachen die Phantasien der Einwohner Flügel bekommen, entstehen immer mal wieder neue Sichtungen des Bigfoot. Und im übrigen berichteten bereits Indianer Mitte des 19. Jahrhunderts von diesem Unwesen…

Wasserfälle an den Berghängen des Nationalparks

Auch im Shenandoah Nationalpark am südlichen Rand der Appalachen ist das riesige Fabelwesen nicht mehr als die Gestalt einer Legendenbildung. Achthundert Quadratkilometer groß ist dieser Park in dem zahlreiche Wasserfälle von den Berghängen stürzen. Der sogenannte Skyline Drive führt hier über 170 Kilometer über die Höhen des Parks.

Wanderer treffen hin und wieder auf ihren Wegen auf Weißwedelhirsche, Waschbären, Luchse, Rot- und Graufüchse. Nur selten lassen sich in den Eichenwäldern Schwarzbären blicken.  Vor zehntausend Jahren kamen erstmals Menschen in diese Gegend. Der 1935 gegründete Park war ehemals „nur für Weiße“ zugängig.

Anspruchsvoller Trail an den Ufern eines Gebirgsbachs

Wer sich den Anforderungen auf dem Buck Ridge Trail stellen möchte, sollte eine gute Kondition mitbringen, denn diese Wanderung im Central District des Shenandoah Nationalparks hat einige Tücken und ist mit steilen Wegen gespickt. Allerdings führt der Rundweg nur über etwa sechs Meilen.

Der Einstiegspunkt für den Trail befindet sich gegenüber des Büros im Pine Grove Park. In der Kombination mit dem angrenzenden Buck Hollow ist dies eine interessante Tagestour. Es geht fast immer entlang eines der typischen Gebirgsbäche der Appalachen. Bei starken Regenfällen oder zur Zeit der Schneeschmelze ist der Buck Ridge Trail allerdings nicht zu empfehlen. Ein Stück folgt die Route dem Appalachian Trail, einem Fernwanderweg über 3.500 Kilometer.appalachian-trail-pochuck-creek

Prinzessin Sophia Charlotte als Namensgeberin

Dem früheren Präsidenten Thomas Jefferson verdankt die Universität of Virginia in Charlottesville ihr Bestehen. Wenn nicht gerade Semesterferien sind bevölkern rund 20.000 Studenten den hübschen Ort in Sichtweite der Bergwälder der Appalachen.

Parade des Ku-Klux-Klans 1928 in Washington, D.C.
Parade des Ku-Klux-Klans 1928 in Washington, D.C. | Copyright: Wikimedia Commons [Public Domain]
Die Stadt wurde benannt nach Prinzessin Sophia Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Sie war die Gemahlin von König Georg III. von Großbritannien. Charlottesville erfreut sich eines ganz besonderen Rufs, denn der Ort erhielt wegen seiner hohen Lebensqualität und des angenehmen Klimas den Status „best place of live“. Allerdings fiel im Jahr 2017 ein Schatten auf Charlottesville, als Anhänger des Ku-Klux-Klans Krawalle entfachten, bei denen es Tote und Verletzte gab.

Eine Schneise auf dem Pfad der Indianer

Hafen Baltimore, heute
Hafen Baltimore, heute

In den Gründungsjahren der Vereinigten Staaten gingen zahlreiche Einwanderer im Hafen von Baltimore an Land. Um die fruchtbaren Ebenen im Innern ihrer neuen Heimat zu erreichen und schließlich auch die Passage auf dem Ohio, mussten sie die Appalachen überwinden.

Fast alle Neuankömmlinge nutzten im 18. und 19. Jahrhundert für ihre Route den Cumberland Pass, der sich in einer Höhe von knapp fünfhundert Metern über dem Meeresspiegel befindet. Dies war ein Teil der „Wilderness Road“, einem historischen Pfad der Indianer.

Daniel Boone, der Sohn eines Quäkers, jagte in den Appalachen und stellte dort vor allem Bibern nach. Er war einer der ersten, die sich von den Blue Ridge Mountains bis zu den östlichen Allegheny Mountains vorwagten. Im Jahr 1775 erhielt er den Auftrag, mit dreißig Holzfällern eine Schneise auf dem Cumberland Pass zu schlagen, um den Siedlern den Weg nach Kentucky zu erleichtern. Bei diesen Arbeiten wurde Boones Truppe mehrfach von Indianern überfallen.

Fruchtbare Böden und eine interessante unterirdische Welt

Zwischen dem westlichen Teil Virginias und dem Osten von West Virginia befindet sich eine der landschaftlichen Perlen der Appalachen – das Shenandoah Valley. Dieses Tal entstand im Laufe der Jahrtausende durch die Kraft des gleichnamigen Flusses. Die günstigen klimatischen Bedingungen verdankt Shenandoah Valley den Blue Ridge Mountains, an denen sich die kühlen Winde erwärmen.

Shenandoah Valley
Shenandoah Valley

Sehr früh wurde dieses Gebiet durch Europäer besiedelt, denn die dortigen Böden waren schon immer sehr fruchtbar. Den Touristen, die dieses romantische Tal aufsuchen, stehen in der Umgebung etliche Höhlen zur Besichtigung offen. Es handelt sich dabei um einige der größten Höhlensysteme der USA. Skyline Caverns bei Front Royal und Luray Caverns präsentieren eine interessante unterirdische Welt.

Helen – Bergstadt mit einem bayerischen Anstrich

In den klaren Seen der Appalachen spiegeln sich deren Gipfel. Auch das trägt zur Attraktivität dieser reizvollen nordamerikanischen Region bei. Aber auch die kleinen Bergstädte sind farbige Tupfer in den waldreichen Gebieten.

Der kleine Ort Helen am Chattahoochee River ist längst zu einer Touristenattraktion geworden. Dies war ehemals eine heilige Stätte der Indianer vom Stamm der Cherokee, die hier ihre Zeremonien auf einem Hügel abhielten. Doch dann fanden die Siedler in der Umgebung Gold und die Geschichte Helens nahm vorübergehend einen anderen Verlauf.

Helen, Alpemdorf
Stadt Helen, Alpendorf

Als die „Glücksritter“ die Region verließen, drohte Helen zu einer „Geisterstadt“ zu verkommen. Doch dann erhielten dort die Häuser einen typisch bayerischen Look und der Ort mauserte sich zu einem Anziehungspunkt für Touristen. Die feiern dort unter anderem „Bavarian Nights of Summer“…

Die Goldschürfer am Ufer des Chestatee-Rivers

Zu den viel besuchten Bergdörfern der Appalachen zählt aber auch Dahlonega. Dieser Ort gab sich einen hübschen Beinamen: „The Heart of Georgia Wine Country“. Im Jahr 1828 lösten dort die Funde von Edelmetall einen regelrechten Goldrausch aus. Dahlonega erinnert mit seinem Namen an diese Zeiten, denn „Talonega“ ist das indianische Wort für Gold.

Noch immer sind die Jahre, die der Stadt zum Wohlstand verhalfen, präsent, denn die frühere Münzanstalt ziert heute ein goldenes Dach. Hin und wieder findet man an den Ufern des Chestatee-Rivers geringe Mengen Gold, und wer dort schürfen möchte, kann dies vor der „Crisson Gold Mine“ oder der „Consolidated Gold Mine“ tun. Zwischen 1831 und 1861 wurden in Dahlonega Goldmünzen geprägt. Inzwischen kommen aber vor allem Weinkenner in diese Stadt.

Prähistorische Gebäude der ersten amerikanischen Siedler

Der historische Bereich der kleinen Gemeinde Sautee Nacoochee am Fuße der Appalachen im White County ist traditionell Anziehungspunkt für zahlreiche amerikanische Touristen. Der „Sautee Valley Historic District“ erhielt im Jahr 1986 Einzug ins National Register of Historic Places und ist unter anderem von architektonischer und landwirtschaftlicher Bedeutung.

Einige der prähistorischen Gebäude stammen aus der Zeit der ersten Siedler. Eine historische Markierung in Sautee Nacoochee besagt, dass der spanische Seefahrer Hernando de Soto den Ort im Jahr 1540 besuchte.

Ein Hotspot in der Gewinnung von Steinkohle

Kleinbauern und Holzfäller bevölkerten über Jahrhunderte die Region in den Wäldern der Appalachen. Bevor die Highways diese Gebiete erschlossen, waren die Menschen dort vom Rest der Welt so gut wie abgeschnitten. Aber dies war über einen langen Zeitraum auch ein Hotspot in der Gewinnung von Steinkohle.

Etliche Bergrücken wurden gesprengt und abgetragen. Im Tagebau wurde die Steinkohle gewonnen. Dadurch veränderte sich das Bild dieser Landschaft, die in der Geschichte der amerikanischen Besiedelung eine so große Rolle spielt. Doch als die Gruben immer unwirtschaftlicher wurden, zogen die großen Unternehmen ab und ließen arme Bergleute zurück. Die ausgebeutete Region blieb unterentwickelt.

Hotspot des „Moonshinings“ während der Prohibition

Während der Prohibition florierte in den Tälern der Appalachen die in diesen Jahren illegale Herstellung von alkoholischen Getränken. Auf geheimen Pfaden gelangte das Hochprozentige zu den Kneipen des Landes.

„Moonshining“ lautete das Codewort für die Schwarzbrennerei in den Hinterhöfen. In der eigentlich agrarorientierten Region veränderte die Prohibition die wirtschaftlichen Schwerpunkte, und sehr oft kam es zu Auseinandersetzungen mit den Behörden.

Präsident John F. Kennedy (rechts stehend) mit Vizepräsident Lyndon B. Johnson
Präsident John F. Kennedy (rechts stehend) mit Vizepräsident Lyndon B. Johnson, Frank Muto [Public domain]
Zwar rief der frühere amerikanische Präsident John F. Kennedy in späteren Jahren eine Kommission ins Leben, die den vernachlässigten Gebieten der Appalachen auf die Beine helfen sollte, doch erst der aufkeimende Tourismus brachte den Dörfern und ihren Einwohnern einen gewissen Aufschwung.

In den Vorgärten weht die Flagge der Konföderation

Der Boom mit der Kohle ist längst vorbei, und auch die Landwirtschaft hat nicht mehr den „goldenen Boden“ der früheren Jahre. Beschaulich geht es zu in den vielen entlegenen Dörfern zwischen der Ostküste Amerikas und dessen Mittlerem Westen.

Hier und da gewinnen die Besucher den Eindruck, in den Appalachen sei die Zeit irgendwann einmal stehen geblieben. Die Pfarrer der zahlreichen Baptistengemeinden fordern ihre Anhänger zu einem gottgefälligen Leben auf und häufiger weht in den Vorgärten der kleinen Häuser die Flagge der Konföderation.

Vor manchem Rathaus erhebt sich ein Denkmal für die gefallenen Soldaten der Südstaaten, und 150 Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges ist dessen Ausgang offenbar für viele Menschen am Fuße der Berge noch immer so etwas wie eine niemals verheilende Wunde.

Amerikas Witze über die „Hinterwäldler“ und „Landeier“

„Hillbilly“ ist ein Wort, das sich in der Sprache der Menschen in den Vereinigten Staaten einen festen Platz erobert hat. „Hillbilly“ bedeutet so viel wie „Hinterwäldler“ oder „Landei“. Vielerorts raunt man sich die Witze über die Einwohner der Appalachen zu, denn die gelten für so manchen als ungebildet.

Ihrem Klischee zufolge sind die Menschen aus den Bergen ärmliche Bewohner von Blockhütten an denen der wirtschaftliche Fortschritt des Landes vorbeigezogen ist. Dies alles hat mit der Realität allerdings sehr wenig zu tun, und wenn die Bewohner der so gescholtenen Gegend Amerikas vom „Geist der Appalachen“ sprechen, dann meinen sie ihre eigene und für sie typische Kultur. Und nicht wenige von ihnen sind stolz darauf, ein wenig anders zu sein als die meisten Amerikaner.

Häufige Fragen und Antworten

Wo sind die Appalachen?

Bei den Appalachen handelt es sich um eine Gebirgskette, die sich jenseits des Atlantiks erhebt.

Welche Rohstoffe werden in den Appalachen abgebaut?

Einst wurde dort Gold geschürft, dann sorgte der Abbau von Steinkohle für einen gewissen Wohlstand. Heute sind diese Quellen weitgehend versiegt.

Wie sind die Appalachen entstanden?

Das Kettengebirge ist erdgeschichtlich älter als der Atlantik. Die Eiszeit formte die Berge und die Landschaft.

Wie alt sind die Appalachen?

Geologen schätzen das Alter der Appalachen auf rund dreihundert Millionen Jahre.

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