Rocky Mountains

Rocky Mountains: Ein einzigartiges Naturparadies

Rocky Mountains
0

Die Rocky Mountains sind das vielleicht bekannteste Gebirge in den USA. Sie sind ein einzigartiges Naturparadies mit einer atemberaubenden Landschaft. Diejenigen, die entspannen möchten und Ruhe lieben, kommen ebenso auf ihre Kosten wie Aktivurlauber.

In diesem Gebirge befinden sich gleich mehrere Nationalparks der USA und Kanadas. Naturfreunde, die Landschaftsformationen, Tiere und Pflanzen lieben, werden begeistert sein.

Das Faltengebirge wird mit „Felsige Berge“ übersetzt. Es erstreckt sich im Westen der USA und Kanadas über eine Länge von ungefähr 5.000 Kilometern.

Die Gebirgskette ist noch länger. Die Rocky Mountains sind der nördliche Teil der Kordilleren, die bis zum Feuerland reichen und sich über den südamerikanischen Kontinent erstrecken.

Luftbild der Rocky Mountains
Luftbild der Rocky Mountains

Die Entstehung der Rocky Mountains

Mit einem Alter von mehr als 30 Millionen Jahren sind die Rocky Mountains ein noch recht junges Gebirge. Sie sind die gewaltigste Bergkette in Nordamerika.

Die Alpen sind deutlich kleiner als die Rocky Mountains, doch geologisch sind diese beiden Gebirge eng miteinander verwandt. Lediglich Vulkane sind in den Alpen nicht vorhanden.

Am Standort der Gebirgskette befand sich vor 600 bis 700 Millionen Jahren ein riesiges Gebirge. Es wurde in den folgenden 400 Millionen Jahren fast vollständig abgetragen.

Wann genau die Entstehungsgeschichte der Rocky Mountains begann, kann nicht gesagt werden. Im Tertiär oder in der Kreidezeit, vor etwa 120 Millionen Jahren, wölbte sich die Erdoberfläche auf und faltete sich.

Die Ursache für die Aufwölbung und Faltung der Erdoberfläche war die Pazifische Platte. Unter enormem Druck schob sie sich unter die Nordamerikanische Platte.

Danach kam die Eiszeit. Sie ließ riesige Gletscherplatten zurück. Die Columbia Icefields sind das größte Eisfeld südlich des Polarkreises. Sie erstrecken sich über eine Fläche von 325 Quadratkilometern und befinden sich im kanadischen Banff-Nationalpark.

Columbia Icefields im kanadischen Banff Nationalpark
Columbia Icefields im kanadischen Banff Nationalpark

Der Zeitabschnitt, in dem die Rocky Mountains entstanden, wird von Geologen als laramische Orogenese bezeichnet. Dieser Zeitabschnitt begann vor etwa 70 Millionen Jahren und endete vor 30 bis 40 Millionen Jahren.

Die Berge der Rocky Mountains waren einst so hoch wie der Himalaya. Durch die Streckung von Teilen Nordwestamerikas wurden Krustenteile im Südwesten stark gedehnt. So entstanden Hochebenen, Täler und Gebirgsketten. Das Große Becken und die benachbarten Regionen stammen aus dieser Zeit.

In der Zeit zwischen Pleistozän und Holozän vor 70.000 bis 11.000 Jahren waren die meisten Teile der Rocky Mountains vergletschert.

Zumeist bestehen die Rocky Mountains aus metamorphem und magmatischem Gestein. Geologen fanden auch jüngeres Sedimentgestein an den Rändern im Süden. Aus dem Tertiär ist teilweise vulkanologes Gestein vorhanden.

Die Erdkruste ist vor allem im Yellowstone Nationalpark stark ausgedünnt. Da sie magmatisch durchsetzt ist, befinden sich dort viele vulkanische Objekte, zu denen heiße Quellen und Geysire gehören.

Geysir in Aspen, Colorado
Geysir in Aspen, Colorado

Die Rocky Mountains waren in der Eiszeit größtenteils vergletschert. Der Bestand der heute noch vorhandenen Eisfelder ist aufgrund der Klimaerwärmung stark gefährdet.

Zwischen den Gletschern der Rocky Mountains und dem Laurentidischen Eisfeld öffnete sich gegen Ende der letzten großen Eiszeit ein eisfreier Korridor. Er wurde als möglicher Wanderweg für die Menschen in den amerikanischen Kontinent betrachtet. Vielleicht machte er eine Besiedlung dieses Gebiets möglich.

Besiedlung und Eisenbahn

Als sich die Gletscher in den Rocky Mountains immer weiter zurückzogen, siedelten sich verschiedene Indianerstämme in dem Gebiet an. Apachen, Arapaho, Absarokee, Blackfoot, Bannock, Lakota, Flathead, Ute, Shoshone und Cheyenne sind nur einige davon.

Etwa um 1720 kamen die ersten weißen Fallensteller, Mineraliensucher und Jäger in dieses Gebiet. Die Rocky Mountains galten schon bald als üppiges Pelzgebiet. Die verschiedenen Pelzkompanien kämpften um die Vorherrschaft in den Bergen.

Alexander McKenzie überquerte 1793 als erster Weißer die Rocky Mountains. Er gehörte zur Hudson’s Bay Company.

Erste wissenschaftliche Daten über die Gebirgskette wurden während der Expedition von Lewis und Clark zwischen 1804 und 1806 gesammelt. Diese Expedition legte den Grundstein für die Eroberung des nordamerikanischen Westens.

Karte der Lewis und Clark Expedition
Karte der Lewis und Clark Expedition – 14. Mai 1804 bis 23. September 1806 | Maximilian Dörrbecker (Chumwa) / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Jedediah Smith erkannte mit dem South Pass 1824 einen Weg durch die Rocky Mountains, der auch mit Lastenkarawanen und Planwagen befahrbar war. Von da an waren Händler und Siedlerströme bei der Besiedlung dieses Gebiets nicht mehr aufzuhalten.

In Colorado wurde 1858 zum ersten Mal Gold gefunden. Dieser Fund löste den größten Goldrausch der Geschichte aus.

Als immer mehr Weiße als Schatzsucher in das Gebiet kamen, wurden die Indianer in die Reservate verdrängt. Die Goldsucher entzogen den Indianern ihre Lebensgrundlage. Sie vernichteten riesige Büffelherden.

Erste Gebiete werden unter Schutz gestellt

Der Yellowstone-Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Welt. Er wurde am 1. März 1872 gegründet. Fortan wurden weitere Gebiete der Rocky Mountains unter Schutz gestellt.

Camps und Zeltstädte der Abenteurer wurden im Laufe der Zeit zu Dörfern und Städten.

Um den Osten von Nordamerika mit der Pazifikküste zu verbinden, wurde eine Eisenbahnlinie errichtet. Sie hatte für die Erschließung des Westens der USA eine wichtige Bedeutung.

Diese Eisenbahnlinie ist heute der Canadian Pacific Railway. Er ist zu einem Luxuszug für Touristen geworden. Dieses teure Vergnügen kann sich nicht jeder leisten. Die Eisenbahn ist heute nicht mehr das einzige Verkehrsmittel auf dem Gebiet der Rocky Mountains.

Zug der Canadian Pacific Railway
Canadian Pacific Railway

Straßen wurden errichtet, darunter der US-Highway 93. Er führt von Wickenburg in der Nähe von Phoenix in Arizona über Passstraßen nach British Columbia in den kanadischen Teil der Rocky Mountains. So kann das Gebiet auch bequem mit dem Auto befahren werden.

Berghöhen in den Rocky Mountains

Die Berge der Rocky Mountains erheben sich ungefähr 2.000 bis 3.000 Meter über dem Meeresspiegel. Die höchsten Gipfel befinden sich im Norden.

Der Glacier Nationalpark liegt nahe der Grenze zu Kanada, im US-Bundesstaat Montana.

In den Rocky Mountains befanden sich Mitte des 19. Jahrhunderts noch ungefähr 150 Gletscher. Eine Vielzahl davon fiel dem Klimawandel zum Opfer.

Heute sind gerade noch 27 Gletscher davon vorhanden. Nach Aussagen von Fachleuten sollen bis 2030 alle Gletscher verschwunden sein.

Rocky Mountains in Colorado
Rocky Mountains in Colorado

Der höchste Berg in den Rocky Mountains ist der Mount Elbert. Er ist 4.401 Meter hoch und befindet sich im US-Bundesstaat Colorado.

Die Rocky Mountains haben jedoch noch eine ganze Reihe anderer Gipfel, die mehr als 4.000 Meter hoch sind:

  • Grays Peak, 4.349 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Quandary Peak, 4.348 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Mount Lincoln, 4.348 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Torreys Peak, 4.339 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Mount Evans, 4.335 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Mount Cameron, 4.335 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Mount Democrat, 4.310 Meter, Bundesstaat Colorado
  • Mount Bierstadt, 4.282 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Grizzly Peak, 4.064 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • The Keyhole of Longs Peak, 4.025 Meter hoch, Bundesstaat Colorado
  • Wheeler Peak, 4.012 Meter hoch, Bundesstaat New Mexico

Die höchsten Berggipfel der Rocky Mountains befinden sich also im Bundesstaat Colorado. Auch in Arizona liegen mit dem 3.829 Meter hohen Humphreys Peak und dem 3.160 Meter hohen Kendrick Peak einige beeindruckende Berggipfel.

Der Medicine Bow Peak ist 3.639 Meter hoch und befindet sich im US-Bundesstaat Alberta.

Auch in Kanada haben die Rocky Mountains einige hohe Berge zu bieten. Der höchste Gipfel der kanadischen Rocky Mountains ist der 3.747 Meter hohe Mount Columbia, gefolgt vom 3.544 Meter hohen Mount Temple.

Die Rocky Mountains und der Klimawandel

Der Klimawandel geht auch an den Rocky Mountains nicht vorbei. Er macht sich mit dem Abschmelzen der Gletscher bemerkbar.

Das Klima in den Rocky Mountains

Der Himmel ist in den Rocky Mountains zumeist bedeckt. Dort herrschen Durchschnittstemperaturen von 6 Grad Celsius. Der Juli ist mit ungefähr 28 Grad Celsius der wärmste Monat. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich -14 Grad Celsius.

Die kalten, nassen Winter bringen Schneeschichten von einer Dicke von fünf bis sechs Metern. Im Norden können sie sogar 15 bis 18 Meter dick sein.

An der Pazifikküste fallen überdurchschnittlich viele Niederschläge. Der Westwind vom Pazifik schiebt die Wolken heran, die sich über den Rocky Mountains stauen und Regen bringen.

Nicht überall in den Rocky Mountains ist es nass. Da die Wolken über den Bergen abregnen, ist es in den Great Plains, die sich an die Rocky Mountains anschließen, trocken.

Great Plains
Die Great Plains liegen östlich der Rocky Mountains. Hier ist es zumeist trocken.

Die Sommer sind in den Rocky Mountains zumeist warm und trocken. Gewitter im Juli und August führen häufig zu Waldbränden. Wochenlange Schönwetter-Perioden können die Besucher im Gebiet um Yellowstone begeistern.

Da die Rocky Mountains den Alpen ähneln, ist es kein Wunder, dass dort auch Föhn herrschen kann. Er wird als Chinook bezeichnet und tritt als warmer Fallwind in den Rocky Mountains an deren Ostseite auf.

Im Winter kann der Chinook Temperaturanstiege von 20 bis 25 Grad bringen. Eine 30 Zentimeter dicke Schneedecke kann durch den Chinook innerhalb von 30 Tagen vollständig abschmelzen.

Die Folgen des Klimawandels für die Rocky Mountains

Der globale Klimawandel ist die größte Bedrohung für die Rocky Mountains. Die Erwärmung der Erdatmosphäre führt zum Abschmelzen der Gletscher sowie zum Austrocknen von Flüssen und Seen.

Schneebedeckte Rocky Mountains
Die (noch) schneebedeckten Rocky Mountains drohen Opfer des Klimawandels zu werden

Die wärmeren Winter bieten für verschiedene Schädlinge wie den Borkenkäfer ideale Bedingungen. Da sich diese Schädlinge explosionsartig vermehren, zerstören sie die Wälder. Inzwischen sind schon 50 Prozent der Waldflächen in den Rocky Mountains von der Borkenkäferplage betroffen.

Die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Klimaerwärmung auf das Naturparadies können Klimaexperten noch nicht einschätzen. Neben den Alpen und dem Himalaya-Gebirge gehören die Rocky Mountains nach einer Studie der Vereinten Nationen zu den meistbedrohten Bergregionen weltweit.

Sollen die beeindruckenden Berge der Rocky Mountains mit ihrer beeindruckenden Flora und Fauna auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben, kommt es auf schnelles Umdenken an.

Ein Umdenken ist auch beim Tourismus gefragt

Sanfter Tourismus ist wichtig, wenn die Rocky Mountains in ihrer Ursprünglichkeit erhalten bleiben sollen.

Da die für den Wintersport verfügbare Fläche noch relativ klein ist, stellt der Skitourismus keine unmittelbare Gefahr für die Rocky Mountains dar.

Eine Gefahr könnte auf Dauer das Heliskiing sein, das seit den 1970er Jahren beliebt ist. Hubschrauber bringen die Wintersportler auf einsame Gipfel, von denen aus sie die unberührte Wildnis durchqueren. Das schädigt das empfindliche Ökosystem der Rocky Mountains.

Neben dem Klimawandel schädigt auch der Abbau von Bodenschätzen das Ökosystem der Rocky Mountains. Durch den intensiven Abbau gelangen Verunreinigungen in die Gewässer und den Boden.

Flüsse, die in den Rocky Mountains entspringen

Das Wasser der Rocky Mountains kommt von den Bergen. Regenfälle können zum Ansteigen des Wasserspiegels in den Flüssen führen. Durch die Rocky Mountains verläuft die nordamerikanische Wasserscheide.

Zahlreiche große Flüsse entspringen den Rocky Mountains und münden im Pazifik, im Atlantik oder im Atlantischen Eismeer.

Der Triple Divide Peak im Glacier Nationalpark im Bundesstaat Montana ist der Wasserscheidepunkt der Rocky Mountains. Er ist 2.444 Meter hoch. Die Niederschläge fließen von dort in alle drei Meere ab.

Gleich 14 bedeutende Flüsse entspringen den Rocky Mountains:

  • Athabasca River, 1.231 Kilometer lang, Ursprung in Alberta, Kanada
  • Colorado River, 2.333 Kilometer lang, Ursprung im Rocky Mountains Nationalpark
  • Columbia River, 1.953 Kilometer lang, Ursprung in British Columbia, Kanada
  • Fraser River, 1.375 Kilometer lang, Ursprung in British Columbia, Kanada
  • Kootenay River, 780 Kilometer lang, Nebenfluss des Columbia River in British Columbia, Kanada
  • Liard River, 1.115 Kilometer lang, Nebenfluss des Mackenzie River im Yukon-Gebiet in British Columbia, Kanada
  • Missouri River, 4.087 Kilometer lang, längster Nebenfluss des Mississippi, fließt durch mehrere Bundesstaaten der USA
  • Peace River, 1.521 Kilometer lang, durchfließt die kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta
  • Platte River, 499 Kilometer lang, Nebenfluss des Missouri River im US-Bundesstaat Nebraska
  • Rio Grande, 3.034 Kilometer lang, Ursprung im US-Bundesstaat Colorado
    Saskatchewan River, 547 Kilometer lang, Ursprung in der Provinz Saskatchewan, Kanada
  • Snake River, 1.735 Kilometer lang, Nebenfluss des Columbia River, Ursprung im Yellowstone Nationalpark
  • Yellowstone River, 1.114 Kilometer lang, Nebenfluss des Missouri River, Ursprung im US-Bundesstaat Wyoming
  • Yukon River, 3.185 Kilometer lang, Ursprung in British Columbia, Kanada

Flora und Fauna der Rocky Mountains

Die Rocky Mountains faszinieren mit ihrer artenreichen Flora und Fauna. Sie ziehen viele Naturfreunde in ihren Bann.

Naturparadies mit vielfältiger Pflanzenwelt

Die Pflanzenwelt der Rocky Mountains kann in vier verschiedene Stufen unterteilt werden:

Die unteren beiden Stufen sind durch einen starken Unterwuchs geprägt und verfügen nur über wenige Bäume. Nur selten befinden sich dort dichte Wälder.

Die nächste Stufe liegt auf einer Höhe von 1.500 bis 2.200 Metern. Dort wachsen verschiedene Kiefern- und Wacholderarten. Subalpine Lärchen sind auf einer Höhe von 1.800 bis 2.400 Metern angesiedelt.

Kiefer- und Nadelwälder in den Rocky Mountains
Kiefer- und Nadelwälder in den Rocky Mountains

Auf einer Höhe bis zu 2.700 Metern wachsen Gambel-Eichen und Gelbkiefern.

Mit zunehmender Höhe werden die Baumbestände stärker. Das betrifft vor allem die nördlichen Rocky Mountains in höheren Lagen.

Die stärkeren Niederschläge in den höheren Lagen sorgen dafür, dass in einer Höhe von 2.700 bis 3.200 Metern Douglasien, Amerikanische Espen und Colorado-Tannen wachsen.

Die nächste Stufe erstreckt sich bis an die Baumgrenze. Hier wachsen Nevada- und Grannenkiefern, Blau-, Weiß- und Engelmann-Fichten sowie Felsentannen.

Oberhalb der Baumgrenze beginnt die alpine Tundra. Sie hat ihre Reize mit vielen seltenen Pflanzen. Weidenarten, viele kleinwüchsige Pflanzen, Hahnenfußgewächse, seltene Wildblumen und Dickblattgewächse sind hier angesiedelt.

Die Baumgrenze in den Rocky Mountains liegt höher als in den Alpen. Das ist durch die klimatischen Verhältnisse in den Rocky Mountains bedingt.

Einzigartige Tierwelt der Rocky Mountains

Nicht weniger als die Pflanzenwelt begeistert die Tierwelt, die genauso vielfältig wie das Gebirge selbst ist. Die Rocky Mountains sind Lebensraum für rund 60 Säugetierarten, sechs Amphibienarten, 280 verschiedene Vogelarten sowie eine Vielzahl von Amphibien. Auch viele Fische, Schmetterlinge und andere seltene Insekten leben in den Rocky Mountains.

Die Rocky Mountains sind Heimat von Wölfen, Bisons, Murmeltieren, Grizzlybären, Bibern, Elchen, Koyoten, Schakalen, Dickhornschafen, Vielfraßen und Hörnchen.

Dickhornschafe in den Rocky Mountains
Dickhornschafe in den Rocky Mountains

Auch Berglöwen (Pumas) haben hier ihre Heimat. In freier Wildbahn gilt der Puma schon als fast ausgerottet. In den Rocky Mountains findet er ideale Bedingungen.

Schwarzbär in den Rocky Mountains
Schwarzbär in den Rocky Mountains

Schwarz- und Grizzlybären leben vorrangig in den einsamen Tälern. Der Lebensraum der Bären wurde mittlerweile stark eingeschränkt. Die meisten Bären leben im kanadischen Teil der Rocky Mountains und in den größeren Nationalparks auf dem US-amerikanischen Gebiet der Rocky Mountains.

Etwa seit 1995 können im Yellowstone-Nationalpark wieder Wolfsrudel beobachtet werden. Da das Rotwild keine natürlichen Feinde hatte und sich der Bestand stark vergrößerte, wurden die Wölfe dort angesiedelt.

Hirsche und Rehe nähern sich teilweise auf eine geringe Distanz den Besuchern.

Im ökologischen Gleichgewicht der Rocky Mountains kommt den Wölfen eine Schlüsselrolle zu. Sie verändern das Ökosystem, indem sie den Wildbestand dezimieren. Die Wölfe haben auch für einen Anstieg der Zahl der Biber gesorgt, da sich das Rotwild nicht mehr ungehindert in die Flussniederungen vorwagt und dort die Waldbestände abfrisst.

Kanadagänse
Kanadagänse

Auch die Vogelwelt der Rocky Mountains ist beeindruckend. Hier leben verschiedene Adler, Falken, Eulen, Schneehühner, Schnepfen, Kraniche und Entenarten. Kanadagänse und sogar Pelikane machen in den Rocky Mountains teilweise Station.

Da sich in den Rocky Mountains zahlreiche heiße Quellen befinden, überwintern dort auch Vögel, die sonst weiter südlich ziehen würden.

Der Rocky Mountains Nationalpark

Der Rocky Mountains Nationalpark liegt im US-Bundesstaat Colorado. Er zieht pro Jahr mehr als drei Millionen Besucher an, ist einer der größten Nationalparks in den USA und war einer der ersten Nationalparks der Welt.

Rocky Mountain National Park
Der Rocky Mountain National Park

Der Rocky Mountains Nationalpark ist auch ein Nationalpark der Superlative. Er ist der am höchsten gelegene Nationalpark der USA. Gleich mehrere Berge mit einer Höhe von mehr als 4.000 Metern erheben sich im Rocky Mountains Nationalpark.

Der Rocky Mountains Nationalpark wurde offiziell am 5. September 1915 eröffnet. Für die Eröffnung setzte sich der Naturforscher Enos Mills ein. Der 1922 verstorbene Mills gilt als Vater des Nationalparks.

Auf ihrer Schatzsuche wurden die Goldsucher auf dem Gebiet des Nationalparks enttäuscht. Sie fanden als einzigen Schatz einen Goldklumpen, der 13 Pfund schwer war. Um weiteres Gold zu gewinnen, nutzten die Goldgräber Arsen, Quecksilber und Natriumcyanid. Der Aufwand lohnte sich nicht, da kaum Gold zu finden war. Die Substanzen belasten das Gebiet noch immer, da sie tief in den Boden eindrangen.

Versuche, auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks Landwirtschaft zu betreiben, scheiterten aufgrund der Höhe.

Der Rocky Mountains Nationalpark begeistert mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Auf zahlreichen Wanderwegen durch den Park können Besucher die Flora und Fauna entdecken.

Wanderweg im Rocky Mountains Nationalpark
Wanderweg im Rocky Mountains Nationalpark

Verschiedene Führungen durch den Nationalpark werden angeboten. Die beste Reisezeit ist von Juli bis August. Im Oktober können schon die ersten Schneefälle einsetzen.

Nationalparks der Rocky Mountains

Der Rocky Mountains Nationalpark ist nicht der einzige Nationalpark in den USA. In den USA und in Kanada gibt es in den Rocky Mountains insgesamt mehr als 20 Nationalparks. An dieser Stelle sollen nur die bekanntesten Nationalparks genannt werden.

Yellowstone Nationalpark

Yellowstone National Park
Der Yellowstone ist einer der bekanntesten Nationalparks der USA

Der Yellowstone Nationalpark beeindruckt mit seiner Landschaft, zu der mehr als 10.000 heiße Quellen und 3.000 fauchende Geysire gehören. Es ist der älteste Nationalpark der Welt. In jedem Jahr zieht er mehr als vier Millionen Besucher an.

Der Yellowstone Nationalpark wurde am 1. März 1872 eröffnet. Er ist seit 1976 ein internationales Biosphären-Reservat und gehört seit 1978 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Der Park im US-Bundesstaat Wyoming verfügt über einige hohe Berge und eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Das Wetter ist dort unberechenbar. Im Sommer gibt es dort längere Hitzeperioden, doch kann es auch ziemlich feucht werden.

Old Faithful ist der bekannteste Geysir im Nationalpark. Alle 60 bis 90 Minuten stößt er eine hohe Säule aus heißem Wasser und Dampf aus.

Old Faithful im Yellowstone Nationalpark
Old Faithful im Yellowstone Nationalpark

Der größte Supervulkan auf amerikanischem Gebiet ist der Yellowstone-Vulkan. Er gilt als das Herz des Nationalparks.

Der Nationalpark verfügt über fünf Zonen:

  • Mammoth Country mit Thermalquellen und Kalkterrassen
  • Roosevelt Country mit wenigen Touristen und vielen Wildtieren
  • Canyon Country mit einer 400 Meter tiefen Schlucht
  • Lake Country mit verschiedenen Seen
  • Geysir Country mit den meisten Geysiren und heißen Quellen.

Grand Teton Nationalpark

Der Grand Teton Nationalpark in Wyoming
Der Grand Teton Nationalpark in Wyoming

Der Grand Teton Nationalpark befindet sich im Nordwesten von Wyoming, südlich des Yellostone Nationalparks. Hier befindet sich der 4.197 Meter hohe Grand Teton. Der Nationalpark wird vom Snake River durchflossen.

Der Grand Teton Nationalpark bietet viele Möglichkeiten für Tierbeobachtungen, zum Angeln, für Bootstouren sowie zum Wandern und Bergsteigen.

Quartier für ungefähr 7.500 Wapiti-Hirsche ist das National Elk Refugee.

Glacier Nationalpark

Glacier National Park, Montana
Glacier National Park, Montana

Der Glacier Nationalpark befindet sich im Norden des Bundesstaates Montana an der Grenze zu Kanada. Er hat eine Fläche von 4.100 Quadratkilometern.

Der Nationalpark überzeugt mit zahlreichen Landschaftsformationen, zu denen Gletscher, Prärie, Gipfel, Wälder und Seen gehören.

Badlands Nationalpark

Badlands National Park
Badlands National Park

Der Badlands Nationalpark ist 99.000 Hektar groß und beeindruckt mit einer zerklüfteten Felsenlandschaft.

Der Nationalpark war 1992 Schauplatz für den Film „Der mit dem Wolf tanzt“ mit Kevin Costner in der Hauptrolle.

Durch den Park führt der Highway 240. Er ist von verschiedenen Aussichtspunkten gesäumt.

Black-Canyon-of-the-Gunnison Nationalpark

Black-Canyon-of-the-Gunnison Nationalpark
Black-Canyon-of-the-Gunnison Nationalpark

Der 140 Quadratmeter große Black-Canyon-of-the-Gunnison Nationalpark wird vom Gunnison River durchflossen. Er ist von steil abfallenden, engen Schluchten geprägt.

Die Black Canyons sind die ältesten Felsen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Der Park bietet viele Möglichkeiten zum Klettern, Wandern oder Raften. Auch Tierbeobachten sind möglich. Im Park können Besucher campen.

Great Sand Dunes Nationalpark

Great Sand Dunes Nationalpark
Great Sand Dunes Nationalpark

Der Great Sand Dunes Nationalpark verfügt über die größten Dünen der USA. Der Schutz der Dünen ist das Anliegen dieses Nationalparks im Bundesstaat Colorado. Die Dünen unterliegen ständigen Veränderungen.

Schneebedeckte Berge bilden den Hintergrund für die Dünen. Die Landschaft verzaubert mit klaren Bergseen, Kiefernwäldern und Sümpfen.

Wer möchte, kann im Park auch übernachten, da es dort Ferienwohnungen und Campingplätze gibt.

Banff Nationalpark

Banff Nationalpark in den Rocky Mountains (Kanada)
Banff Nationalpark in den Rocky Mountains (Kanada)

Der Banff Nationalpark befindet sich in Kanada, in der Provinz Alberta. Ureinwohner zeigten den Arbeitern beim Eisenbahnbau eine Höhle mit heißen Quellen, die zum Schutzgebiet erklärt wurde.

Mit 6.641 Quadratkilometern ist der Banff Nationalpark der drittgrößte Nationalpark der Welt. Er begeistert mit türkisblauen Seen, grandiosen Schluchten, einer zauberhaften Bergwelt und Wasserfällen.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Nationalpark gehört der Lake Luise vor der Kulisse des Mount Victoria.

Die Hauptattraktion des Banff Nationalparks sind die Sulphur Hot Springs. Die heißen Schwefelquellen sind für den Badebetrieb nicht mehr geöffnet.

Yoho Nationalpark

Yoho Nationalpark in Kanada
Yoho Nationalpark in Kanada

Der Yoho Nationalpark befindet sich in der kanadischen Provinz British Columbia und hat eine Fläche von mehr als 1.300 Quadratkilometern.

Die vielen Wanderwege und Bergpfade können die Besucher allein oder bei einer Führung erkunden. Der Emerald Lake ist mit seinem eiskalten Gletscherwasser die Hauptattraktion des Parks.

Jasper Nationalpark

Jasper Nationalpark
Jasper Nationalpark

Der Jasper Nationalpark in der kanadischen Provinz Alberta wurde 1907 eröffnet. Er verfügt über acht Gletscher und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Athabasca Gletscher ist am leichtesten zugänglich.

Das Jasper House ist mit den Resten eines Pelzhandelsposten eine weitere Sehenswürdigkeit im Park.

Rocky Mountains für Touristen

Für Touristen bieten die Rocky Mountains zahlreiche Möglichkeiten. Sie sprechen vor allem diejenigen an, die Landschaft erleben oder sportlich aktiv sein wollen.

Für Touristen sind verschiedene Berggipfel interessant:

  • Der Gipfel des 4.301 Meter hohen Pikes Peaks ist über eine Serpentinenstraße mit dem Auto erreichbar. Auf dem Gipfel befinden sich ein Souvenirladen und eine Forschungsanstalt. Auf den Gipfel führt auch eine Zahnradbahn.
  • Als echtes Juwel der Rocky Mountains gilt der Longs Peak. Mit 4.345 Metern zieht der Berg im Bundesstaat Colorado viele passionierte Bergsteiger an.
  • Die höchste Brücke der USA ist die Royal Gorge Bridge, die sich etwa 150 Kilometer von Denver befindet. Sie überquert den Arkansas River in einer Höhe von 291 Metern. Als reine Touristenattraktion ist sie Teil eines Vergnügungsparks und kann zu Fuß überquert werden.
  • Der höchstgelegene Highway in den USA ist die Trail Ridge Road als 77 Meter langer Abschnitt des Highways 34. Auf der Strecke befinden sich verschiedene Aussichtspunkte. Die Strecke ist durch einen beeindruckenden Höhenunterschied geprägt.
  • Zu den schönsten Fernstraßen der Welt gehört der Icefields Parkway. Er führt von Jasper zum Lake Luise und ist 232 Kilometer lang. Die Strecke führt an Gletschern, Eisfeldern und Wasserfällen vorbei. Das beeindruckendste Eisfeld ist das Columbia Eisfeld mit einer Fläche von 325 Quadratkilometern.

Sportliche Aktivitäten in den Rocky Moutains

Sportler kommen in den Rocky Mountains auf ihre Kosten. Die Gebirgskette bietet zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten.

Wandern

In den Nationalparks gibt es zahlreiche Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die sich für geübte, erfahrene Wanderer, aber auch für Anfänger mit einer weniger guten Kondition eignen.

Beliebt sind Wandertouren um die Bergseen Lake Louise, Emerald Lake, Lake Moraine, Fifth Lake, Kinney Lake, Moose Lake oder Maligne Lake. Der Bear Lake ist ein Ausgangspunkt für viele Wanderungen.

Bow Trail am Lake Louise
Bow Trail am Lake Louise

Skifahren

In den Rocky Mountains befinden sich die wichtigsten Skigebiete der USA. Das vielleicht bekannteste Skigebiet ist Aspen. Es befindet sich auf einer Höhe von 2.400 Metern und hat eine Pistenlänge von insgesamt 462 Metern.

Die meisten Skigebiete befinden sich in Colorado. Neben Aspen sind dort auch noch Copper Mountain, Vail, Keystone und Breckenridge vertreten.

Auch in anderen Bundesstaaten in den Rocky Mountains befinden sich beliebte Skigebiete.

Weitere sportliche Aktivitäten

Die Rocky Mountains bieten noch weitere Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten. Sie können mit dem Mountainbike erkundet werden. Wer die Herausforderung liebt, kann klettern oder auf den Flüssen raften.

Auch diejenigen, die schwimmen, reiten oder angeln wollen, finden die passenden Möglichkeiten in den Rocky Mountains.

Häufige Fragen & Antworten zu den Rocky Mountains

Wo genau liegen die Rocky Mountains?

Die Rocky Mountains liegen in Nordamerika, im Westen der USA und Kanada. Sie ziehen sich längs durch den Westen dieser Länder und sind ein Teil der Kordilleren, die sich in Mittel- und Südamerika fortsetzen.

Was für Tiere leben in den Rocky Mountains?

Die Rocky Mountains sind Heimat zahlreicher Vögel wie Adler, Falken, Kraniche, Enten und Eulen. Mehr als 280 Vogelarten leben dort.

In den Rocky Mountains leben auch mehr als 60 Säugetierarten, darunter Elche, Wapiti-Hirsche, Bisons, Bären und Wölfe. Auch Biber, Fischotter und verschiedene Kleinsäuger leben dort.

Weiterhin sind Schlangen, Echsen, Salamander, Fische wie die Forelle sowie viele Insekten in den Rocky Mountains beheimatet.

Wann sind die Rocky Mountains entstanden?

Die Rocky Mountains sind im Tertiär und in der Kreidezeit entstanden. Das Alter der Gebirgskette wird auf 30 bis 40 Millionen Jahre beziffert.

Erhalte Updates direkt auf dein Endgerät, melde dich jetzt an.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.