Snake River

Snake River – ein schöner Name und ein Missverständnis

Snake River
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Der Yellowstone Nationalpark ist eine Welt voller Wunder. Eine geradezu majestätische Landschaft mit geothermalen Aktivitäten, die die Besucher aus aller Welt staunen lässt. Lewis und Clark, zwei Forscher, die im Auftrage des amerikanischen Präsidenten einen Weg zur Westküste erkundeten, waren angesichts dieser Meisterleistung der Natur sprachlos. Zu den Attraktionen dieses Nationalparks zählt der Snake River, der in diesem einzigartigen Ökosystem im Two Ocean Plateau am Phelps Pass seine Kinderstube hat. Er zählt nicht zu den bekanntesten Flüssen der Vereinigten Staaten, obwohl er mit einer erhabenen Schönheit gesegnet ist.

Lage, Geografie und Flusslauf

Der Snake River ist ein 1.735 km Nebenfluss des Columbia River, der durch die Bundesstaaten Wyoming, Idaho, Oregon und Washington fließt.

  • Länge: 1.735 km
  • Quelle: Yellowstone Nationalpark, Rocky Mountains, Wyoming
  • Quellhöhe: 2723 m
  • Mündung: Columbia River
  • Mündungshöhe: 104 m
  • Abfluss:  1.614 m³/s
  • Schiffbar: Bis Lewiston
  • Städte: Homedale

Ein langer Weg durch Canyons und aufgestaute Seen

An der kontinentalen Wasserscheide der USA liegt das Quellgebiet des Snake River in einer Höhe von etwa 2.700 Metern. Während in seiner Nachbarschaft einige Bäche nach Westen fließen und irgendwann im Pazifik münden, bewegt sich der Snake River zunächst in Richtung Wyoming und damit nach Süden.

Der Grand Teton Nationalpark in Wyoming
Der Grand Teton Nationalpark in Wyoming

Auf seinem Weg passiert der Fluss den Grand-Teton-Nationalpark, rauscht durch die enge Schlucht des Snake River Canyons und erreicht die Snake River Plain, eine durch vulkanische Aktivitäten geprägte Ebene im Bundesstaat Idaho. Danach bildet der Snake River einige Stauseen, wird durch Talsperren gebremst und mündet nach genau 1.735 Kilometern bei der kleinen Stadt Pasco im Bundesstaat Washington in den Columbia River.

Geschichte des Snake River

Die falsche Interpretation eines indianischen Symbols

Geologen und Wissenschaftler rätseln bis heute darüber, ob der Name des Snake Rivers auf ein Missverständnis beruht. Es waren wohl die Indianer vom Stamm der Shoshone, die einst über ein riesiges Jagdgebiet am Rande der Rocky Mountains herrschten und die ihren Fluss in ihrer Gebärdensprache durch ein s-förmiges Zeichen symbolisierten.

Als die ersten Siedler aus Europa diese Region erreichten, interpretierten sie dieses „S“ als Schlange. Daraus entstand der Snake River. Doch die Ureinwohner verstanden unter dem „S“ offenbar nicht Schlangen sondern die Lachse im Fluss und damit eine ihrer Lebensgrundlagen.

Am Snake River endete die Geschichte der Indianer

Vier amerikanische Bundesstaaten berührt der Snake River auf seinem Weg vom Yellowstone Nationalpark bis zur Mündung in den Columbia River: Wyoming, Idaho, Oregon und Washington. Dies sind ausnahmslos Regionen, die zu den traditionellen Jagdrevieren der Ureinwohner zählten, die hier bereits vor mehr als 11.000 Jahren ansässig waren.

In den Kämpfen gegen die mit ihren Waffen übermächtigen Ankömmlinge aus Europa endete vor drei Jahrhunderten die Geschichte der Indianer am Snake River. Entscheidend für die Vertreibung war für die Siedler der sogenannte „Oregon Trail“ und damit die Passage in den Westen. Der Snake River entpuppte sich in dieser Zeit als ein wichtiger Verkehrsweg, denn auf ihm verkehrten sehr bald Dampfschiffe mit landwirtschaftlichen und industriellen Waren.

Der Weg der Lachse zu den Laichplätzen war versperrt

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das ursprüngliche Erscheinungsbild dieses Flusses. Dessen Verlauf wurde korrigiert, und seine Kraft durch Dämme gebündelt. Mit den Indianern verschwanden im Snake River einige Zeit auch die Lachse, deren Wege zu den Laichplätzen ihrer jungen Jahre nunmehr versperrt waren.

Inzwischen haben Naturschutz-Organisatoren bei den Behörden den Bau von Rückbau-Maßnahmen zum Wohl der bedrohten Kreaturen durchgesetzt. Das Vorkommen an Lachsen hat sich deshalb im Snake River einigermaßen erholt. Die insgesamt fünfzehn Staudämme des Flusses dienen unter anderem der Energie- und Wasserversorgung der Bevölkerung in den Städten am Ufer des Snake River.

Aktivitäten und Sehenswertes

Eindrucksvolle Wasserfälle: „Niagara of the West“

Über eine lange Periode der Geschichte nahm sich der Snake River Zeit, um sich sein Bett in den Bergen zu graben. Entstanden sind dabei Canyons, die zu den eindrucksvollsten in den Vereinigten Staaten gehören. Allen voran die Shoshone Falls östlich der Ortschaft Twin Falls, wo der Fluss über eine dreihundert Meter breite Felskante rund 65 Meter in die Tiefe stürzt. Die Amerikaner haben dieses Naturwunder des Snake River „Niagara of the West“ getauft.

Shoshone Falls, "Niagara of the West"
Shoshone Falls, „Niagara of the West“

Unterhalb der Wasserfälle gab es im Jahr 1869 einen aufsehenerregenden Fund von Edelmetallen. Der Goldrausch hielt zwar nicht sehr lange an, doch bei den Gebietsansprüchen zwischen den Schürfern kam es zu Auseinandersetzungen zwischen englischen und chinesischen Glücksrittern. Wer den Shoshone Falls einen Besuch abstatten möchte, sollte im Frühjahr kommen, wenn die Schneeschmelze den Wasserzufluss erhöht.

Der Heart Lake – stiller See in der Form eines Herzens

Einer der schönsten und romantischten Seen im Bereich des Snake River ist der stille Heart Lake, aus dem der Fluss unter anderem seine Wassersubstanz bezieht. Er liegt in der Wasserscheide des Snake River und wurde im Jahr 1871 nach einem früheren Jäger benannt.

Rafting auf dem Snake River
Rafting auf dem Snake River

Der Name bezieht sich aber auch auf die Form des Sees, der sich den Besuchern dieser abgelegenen Region wie ein Herz präsentiert. An den Ufern des Flusses finden Wanderer zahlreiche Wege vor der Kulisse eines eindrucksvollen Bergpanoramas. Der Snake River eignet sich in wenigen Passagen auch zu einem abenteuerlichen Rafting und zum Fliegenfischen.

Flora und Fauna

Bärenfamilien am Ufer auf der Jagd nach Lachsen

Fischadler und Wanderfalken begleiten die Wanderer auf ihren Wegen am Rande des Snake River und ziehen still in großen Höhen ihre Bahnen. Ornithologen zählten dort bis zu dreihundert verschiedene Vogelarten.

Auf den üppigen Weiden grasen Elche, Bergziegen und Hirsche, und häufig treffen Besucher auf Biber und deren Burgen sowie auf Flussottern und Murmeltiere. Bei einer Bootstour auf dem mal wilden und dann wieder zahmen Wasser des Snake Rivers sind zuweilen an den Uferzonen auch Bärenfamilien bei ihren Jagden nach Lachsen zu beobachten.

Häufige Fragen und Antworten

Wie tief ist der Snake River?

Die tiefste Stelle erreicht der Fluss im Hells Canyon, der mit 2410 Metern zu den tiefsten Schluchten der Welt zählt.

Wie lang ist der Snake River?

Von der Quelle bis zur Mündung in den Columbia River legt der Fluss eine Strecke von 1.735 Kilometern zurück.

Wo liegt die Quelle des Snake River?

Der Snake River entspringt im Yellowstone Nationalpark an den Hängen der Rocky Mountains.

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