Arkansas River

Ein Strom mal wild und mal zahm: Der Arkansas River

Arkansas River in Colorado
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Dieser Fluss beflügelte über Jahrhunderte die Phantasien seiner Entdecker und wohl auch der Menschen, die an seinen Ufern lebten. Arkansas River – es ist der Strom der vielen Namen. Als der Spanische Konquistador Francisco Vasquez de Coronado 1541 dort auf indianische Stämme traf, taufte er den Fluss auf den Namen Rio San Pedro und San Pablo.

Spätere Expeditionen sprachen dann vom Rio Grande de San Francisco und vom Rio de Napeste, doch als Franzosen diese Region zu Füßen der Rocky Mountains bereisten, wurde aus Riviere des Arkansa schließlich der Arkansas River. Nach dem Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien bildete das Gebiet im Westen des 100. Meridians nach dem Jahr 1819 die Grenze der USA.

Lage, Geografie und Flusslauf

Der Arkanas River ist ein 2.364 km langer Nebenfluss des Mississippi, der durch die Bundesstaaten Colorado, Kansas, Oklahoma und Arkansas fließt.

  • Länge: 2.364 km
  • Quelle: Rocky Mountains in 4.260 m Höhe
  • Mündung: Mississippi River in 33 m Höhe
  • Abfluss: 1.147 m³/s
  • Schiffbar: 1.046 km (bis zur Verdrigismündung nähe Tulsa)
  • Großstädte: Little Rock, Pueblo, Tulsa, Wichita

Die Indianer sprachen vom „Wasser der blauen Erde“

Für die spanischen Eroberer war der Arkansas River einst eine willkommene Gelegenheit, mit ihren flachen Kielbooten weit ins Innere der Neuen Welt vorzudringen. Die Quelle des Flusses befindet sich in den Gebieten der hochgelegenen Sawatch Range, einer Gebirgskette der Rocky Mountains, in einer Höhe von 4.260 Metern. Die indianischen Ureinwohner sprachen dort vom „Wasser der blauen Erde“.

Genau 1.460 Meilen fließt der Arkansas River durch die Bundesstaaten Colorado, Kansas, Oklahoma und Arkansas und mündet schließlich bei der Stadt Napoleon im Desha County in den Mississippi. Auf seinem Weg nach Osten und Südosten präsentiert er sich einige Male in den schwindelerregend tiefen Schluchten von seiner wilden Seite, und dann ist er auch mal wieder „zahm“.

Arkansas River von Stout's Point
Arkansas River von Stout’s Point, Arkansas

Eine Hängebrücke über der „Königlichen Schlucht“

Unweit der ehemaligen Goldgräber-Siedlung von Canon City, einer Kleinstadt, die wegen ihrer zwölf Gefängnisse im Volksmund die Bezeichnung „Prison Capital“ bekam, erreicht der Arkansas River auf seiner langen Reise einen dramatischen Höhepunkt.

Royal Gorge Bridge Park
Die Royal Gorge Bridge

Die „Königliche Schlucht“ ist ein beliebtes Ausflugsziel der Amerikaner, denn hier spannt sich eine der höchsten Hängebrücken der Welt über den Canyon. Die Royal Gorge Bridge ist das Herzstück des gleichnamigen Freizeitparks. Die Indianer vom Stamm der Ute nutzten die Enge dieser Schlucht wegen des dort herrschenden milden Klimas häufiger für ihre Quartiere im Winter.

Überschwemmungen nach starken Regenfällen

Schon früh wurde das Wasser des Arkansas River für die Landwirtschaft zu beiden Seiten des Flusslaufes genutzt. Allerdings kam es zu allen Zeiten nach starken Regenfällen zu Überschwemmungen der fruchtbaren Ebenen. Seine wichtigsten Zuflüsse erhält der Arkansas River dort, wo er den Bundesstaat Oklahoma erreicht. Cimarron, Salzgabel, Grand und Verdigris heißen diese kleineren Flüsse.

Landwirtschaft am Arkansas River
Landwirtschaft am Arkansas River

Die wichtigsten Uferstädte des sechstlängsten Stroms der Vereinigten Staaten sind Pueblo, Colorado, Wichita, Tulsa, Fort Smith und Little Rock. Nach der Hochebene der Great Plains erreicht der Fluss sein ruhiges „Bett“. Und dies vor allem dank der Talsperre des „John Matin Reservoirs“. Bei Tulsa ist der Arkansas River hingegen wieder ein mächtiger Strom.

Geschichte des Arkansas River

Die Expedition eines französischen Jesuiten-Paters

Über Jahrhunderte waren die Uferzonen des Arkansas River die Heimat verschiedener indianischer Völker. Der Name „Arkansas“ geht nach Ansicht von Historikern auf den französischen Jesuiten-Pater Jacques Marquette zurück, der im Jahr 1673 im Auftrage der Krone im Rahmen einer Expedition nach den Quellen des Mississippi fahndete.

Erst hundertfünfzig Jahre später war der oft ungezähmte Arkansas River über weite Strecken schiffbar. Mit der Gründung von Fort Smith standen Boote zur Verfügung, die größere Lasten befördern konnten. Fortan nahmen die Transporte von Fellen aller Art auf dem Fluss zu. Aber auch landwirtschaftliche Produkte wie Reis, Mais, Bohnen, Erdnüsse und Ginseng wurden in den Luken der Schiffe verstaut.

Erinnerungen an eine Schlacht im amerikanischen Bürgerkrieg

Die legendäre „Komet“ war am 31. März 1920 das erste Dampfschiff, das den Arkansas River befuhr. Es legte unter anderem in Arkansas Post, knapp hundert Kilometer vor der Mündung des Flusses in den Mississippi, an. Diese Stelle war für Franzosen, Spanier und Amerikaner in ihren diversen kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder von strategischer Bedeutung.

Heute werden am Arkansas Post National Memorial Gedenkfeiern abgehalten, weil hier im amerikanischen Bürgerkrieg ein wichtiger Sieg der Union gegen die konföderierten Truppen des Südens stattfand. Seit dem Jahr 1960 wird die Stätte auf einer Halbinsel des Arkansas River als nationales historisches Wahrzeichen ausgewiesen.

Flora und Fauna

Heute sind zahlreiche Zonen am Arkansas River vielbesuchte Anziehungspunkte für Erholungssuchende und Wanderer. Der River Trail gibt dort intensive Einblicke in die reichhaltige Flora und Fauna. Er führt in einer Schleife und einem Rundkurs von der Clinton Presidential Bridge zur Big Dam Bridge, der längsten Fußgängerbrücke der Vereinigten Staaten. Der Trail ist etwa 34 Kilometer lang.

Gänse im Arkansas River
Der Arkansas River ist Heimat vieler Vogelarten

Die üppigen Feuchtgebiete sind seit jeher Heimat und Brutstätte zahlreicher Vogelarten. Wildblumen säumen die Wanderwege, die sich neben dem Schienenbett der Little Rock & Western Railway befinden. Little Rock ist die einzige Stadt der USA, in der sich fünf Fußgängerbrücken über ein schiffbares Gewässer befinden.

Aktivitäten und Sehenswertes

Ein Sport für Jung und Alt: Fliegenfischen nach Forellen

Im Quellgebiet des Arkansas Rivers haben es Angler insbesondere auf die dort anzutreffenden Greenback-Cutthroat-Forellen abgesehen. Diese Region in Zentral-Colorado wird seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als eines der besten Forellenbäche in den Vereinigten Staaten gepriesen. Anglergeschäfte häufen sich deshalb überall zwischen Leadville und Pueblo, wo das Fliegenfischen ein Sport für alle Altersklassen ist.

Die Colorado Division of Wildlife gibt regelmäßig Auskunft über die Chancen für Angler an den Ufern des Flusses. Allerdings kam es Ende 2010 dort zu einem großen Fischsterben, weil Fluten des Flusses durch Abwässer vergiftet waren.

Rafting in der wilden Natur der engen Canyons

Sehr viel mehr Mut als beim Angeln bringen jene Sportler auf, die sich für das Abenteuer des Raftings auf den wilden Fluten des Flusses begeistern können. Dabei unterscheiden die Organisatoren zwischen eher milden „Family Floats“, den lustigen „Combo Trips“ und den „Class V Trips“, die den Könnern vorbehalten sind. Die Natur zeigt sich bei diesem Nervenkitzel in den Canyons von seiner temperamentvollsten Seite.

Numbers/Narrows, Browns Canyon, Upper Bighorn Sheep Canyon, Lower Bighorn Sheep Canyon und Royal Gorge sind die Kennzeichnungen für die fünf wichtigsten Punkte, die im Wilderness Aware Rafting Office in Buena Vista zu buchen sind.

Ein lange vernachlässigtes Juwel: River Valley

Schon seit geraumer Zeit hat das Arkansas River Valley seine „Unschuld“ verloren. Das Tal ist mehr als ein lange vernachlässigtes Juwel an den Ufern des Stroms. Wer es ruhiger beim Rafting angehen möchte, der belässt es bei einer gemächlichen Bootstour des sogenannten „Milk-Run“-Abschnitts. Allen Leistungskategorien stehen erfahrene Flussführer zur Seite, und die Sicherheitsausrüstung wird gestellt.

Nach dem sportlichen Gaudi auf dem Fluss folgt ein köstliches Abendessen im typischen Rocky-Mountain-Stil inmitten einer einzigartigen und naturbelassenen Umgebung. Wer auf dem Arkansas River auch noch genügend Muße hat, um die Uferzonen zu genießen, der erblickt dort zuweilen Hirsche oder Dickhornschafe.

Ist das Rätsel der „verlorenen Stadt“ gelöst?

Eine „verlorene Stadt“ stellt die Historiker und Archäologen noch immer vor einem gigantischen Rätsel. Etzanoa, in Blickweite des Arkansas River, war zwischen 1450 und 1700 eine eindrucksvolle Metropole. Bis zu 20.000 Menschen sollen hier gelebt haben, als der spanische Eroberer Francisco Vasquez de Coronado das Zentrum von Kansas erreichte.

Die Indianer vom Volk der Wichita waren bekannt für ihre geraden Linien, die sie sich auf ihre Körper und Gesichter tätowierten. Ihnen wurde eine für damalige Zeiten außergewöhnlich hohe Kultur nachgesagt. Die spanischen Eroberer fanden hier zwar kein Gold aber sie schwärmten nach ihrer Heimkehr von der blühenden Stadt Etzanoa. Inzwischen ist man sich nach Ausgrabungen sicher, die Grundmauern der „Lost City“ bei Arkansas City gefunden zu haben.

In dieser Region wurde amerikanische Geschichte geschrieben

Vor und nach der Epoche der Wichita-Indianer war der Arkansas River eine Region, in der amerikanische Geschichte geschrieben wurde. Mit seinem ausgedehnten System von Schleusen und Dämmen ist der Strom wichtig für den kommerziellen Verkehr auf Schiffen.

Lastkähne auf dem Arkansas River
Lastkähne auf dem Arkansas River

Im Laufe der Zeit veränderte der Fluss allerdings sein Aussehen durch Begradigungen und durch künstliche Stauseen. Doch bis heute zählen seine Uferzonen zu den Kornkammern der Vereinigten Staaten. Und für die Freunde der Outdoor-Aktivitäten bieten sich hier unzählige Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten.

Häufige Fragen und Antworten

Wie wird „Arkansas River“ ausgesprochen?

Die meisten Amerikaner sprechen von „Are-can-saw“, wenn sie den Arkansas River meinen.

Wie lang ist der Arkansas River?

Von der Quelle in den Rocky Mountains bis zur Mündung in den Mississippi legt der Fluss genau 1.460 Meilen zurück.

Wo entspringt der Arkansas River?

Die Quellen liegen in einer Höhe von 4.260 Metern im Bereich der Sawatch Range in den Rocky Mountains.

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