Yukon River

Yukon River – der Fluss der geplatzten Träume vom Gold

Nebel und Nebelschwaden an den Flussufern des Yukon River treten häufig auf
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So groß wie ein Daumen soll er gewesen sein – jener legendäre Goldklumpen, der im Jahr 1896 am Yukon River gefunden wurde und einen Rausch auslöste. Die Gier nach dem Edelmetall lockte über vierzigtausend Abenteurer in die eisigen Welten Alaskas, und nicht wenige von ihnen bezahlten die Suche nach dem imaginären Yukon-River-Gold mit ihrem Leben. Aber noch immer löst der Name dieses Flusses eine Sehnsucht nach der Weite eines wilden Landes im amerikanischen Norden aus.

Lage, Geografie und Flusslauf

Der Yukon River ist ein 3.190 km langer Fluss, der in der kanadischen Provinz British Columbia entspringt und im US-Bundesstaat Alaska in das Beringmeer mündet.

  • Länge: 3.190 km
  • Quelle: Marsh Lake
  • Quellhöhe: 645 m
  • Mündung: Flussdelta an der Nordwestküste Alaskas (Beringmeer)
  • Mündungshöhe: 0 m
  • Abfluss: 6.430 m³/s
  • Durchflossene Seen: Lake Laberge

Am „Geburtssee“ des Flusses schlug ein Meteorit ein

Der Yukon River entspringt in der kanadischen Provinz British Columbia, durchfließt danach das nach diesem Fluss benannte Territorium Yukon und mündet am Ende im amerikanischen Bundesstaat Alaska im eiskalten Beringmeer. Im malerischen Tagish See, der im Jahr 2000 Schlagzeilen machte, weil dort ein zweihundert Tonnen schwerer Meteorit auf dessen Eisfläche krachte, beginnt die Reise des Yukon River über 3.120 Kilometer.

Es ist eine Reise durch eine Wunderwelt der Schöpfung mit kurzen Sommern und langen Wintern. Der Yukon River durchfließt das Herz Alaskas und ist die Lebensader für Menschen, die sich den Herausforderungen einer herben Natur stellen.

Geschichte des Yukon River

Kamen die ersten Einwanderer über eine Landbrücke?

Es ist zwar nicht erwiesen, woher die ersten Menschen kamen, die den amerikanischen Kontinent betraten, doch etliche Anthropologen sind davon überzeugt, dass das Tal des Yukon und damit die eisige Pforte Nordamerikas der wichtigste aller Einwanderungs-Wege war.

Wenn dem so ist, dann kamen die Vorfahren der heutigen Ureinwohner über eine Landenge, die einst Alaska mit Sibirien verband. „Yu-kun-ah“ nannte man den Strom aus dem McNeil-Quellgebiet in den Pelly Mountains, was mit „Großer Fluss“ zu übersetzen ist.

Eine Region, in der sich das Auge schon mal verlaufen kann

Grizzly Bären USA Nationalparks
Auch Grizzlybären leben in der Region des Yukon Rivers

Kaum ein anderer Fluss der Vereinigten Staaten steht in einem so hohen Maße für Wildnis und Abenteuer wie der Yukon River. Er durchquert über weite Strecken menschenleere Regionen und endlose Weiten. Es sind Gegenden, in denen nicht die Menschen die eigentlichen Gebieter sind. Vielmehr ist die Region unter anderem geprägt von den zahlreichen dort noch immer lebenden Grizzlybären, Elchen und Weißkopfadlern.

Dies ist das Eldorado für jene, die das Ungewöhnliche suchen, der Zivilisation den Rücken kehren, sich als Jäger und Fischer verdingen oder noch immer nach den Spuren des einstigen Goldrausches fahnden. Hier, am Yukon River, kann sich schon mal das Auge des Besuchers aus einer anderen Welt verlaufen, weil es nicht auf Hindernisse trifft.

Auf den Spuren des legendären Schriftstellers Jack London

Der amerikanische Schriftsteller Jack London, der eigentlich auf den Namen John Griffith Chaney getauft wurde, hat diese Region in Alaska trefflich beschrieben. Er war einer von jenen Glücksrittern, die während des Goldrausches am Klondike sechshundert Kilometer auf dem Yukon River zurücklegten und sich über den gefährlichen Chilkoot Pass schleppten, um bei Dawson einen Claim abzustecken.

Die Abenteuer am Yukon und die erbarmungslosen Bedingungen in einer schmucklosen Hütte veränderten sein Leben. Gold fand er nicht, doch er fand viele Worte, um seine Romanhelden zum Leben zu erwecken.

Dawson City – Stadt der Verdammten und doch kein gottloses Nest

Die Geschichte des Yukon River ist die der Goldwäscher vor über hundert Jahren. Dawson City, an der Mündung des Klondike River in den Yukon, galt für viele Zeitgenossen als Stadt der Verdammten und war doch alles andere als ein gottloses Nest.

Daran erinnert die anglikanische Kirche St. Pauls, die im Stil der amerikanischen Carpenter-Gotik, also aus Holz, errichtet wurde. Es war das Geld der erfolgreichen Goldgräber, mit denen dieser Bau finanziert wurde. Heute ist die Kirche ein spiritueller Ort für die Menschen, die dort leben. Zuweilen schaut auch jemand aus einem nahegelegenen Indianer-Resort vorbei. „First Nations“ nennt man nicht nur hier die Ureinwohner Amerikas.

Aktivitäten und Sehenswertes

Eine sechshundert Kilometer lange Paddeltour ab Whitehorse

Der Abschnitt des Yukon River zwischen Whitehorse und Dawson City ist mittlerweile für den Tourismus von großer Bedeutung. Wer mit dem Kanu unterwegs ist, der kann sich an einer malerischen Landschaft zu beiden Uferseiten erfreuen. Wer sich traut, eine solche sechshundert Kilometer lange Paddeltour zu unternehmen, sollte sich in Begleitung erfahrener Menschen befinden und über eine gute Fitness verfügen.

Durchhaltevermögen ist dabei gefragt, doch diese Tugend ist den meisten Bewohnern am Yukon River sowieso heilig. Auch wenn die Vergangenheit mit den unzähligen geplatzten Träumen der Goldgräber lange Schatten wirft, so hat der Fluss die Magie von einst nicht verloren. Der Yukon River erfreut sich im Tourismus einer steigenden Beliebtheit.

Der erste Glücksritter starb als ein wohlhabender Mann

Die Glücksritter früherer Jahre begaben sich früher an Bord eines Dampfers bis zu den Häfen von Dyea oder Skagway, um dann den strapaziösen Fußmarsch zum Bennett Lake anzutreten. Dies ist der Grenzbereich zwischen Kanada und den USA.

Damals wurden nur jene Gruppen über den Chilkoot Pass gelassen, die mindestens eine Tonne Proviant und Ausrüstung mit sich führten. Alle folgten den Spuren eines gewissen George Carmack, der als erster am Ufer des Yukon Gold fand und als wohlhabender Mann im kanadischen Vancouver starb. Heute sind die wenigen übrig gebliebenen Goldwaschanlagen automatischer Natur.

Im Kanu durch die Wildnis und das Lagerfeuer am Abend

Uferböschung am Yukon River
Uferböschung am Yukon River

Wenn die Paddel auf dem Yukon River ins Wasser gleiten und damit die Stille dieser grandiosen Natur unterbrechen, liegt zuweilen der harzige Duft der Pinienwälder in der Luft. Auf diesem Fluss passt sich jeder den Gegebenheiten an, schärft seine Sinne und hält Ausschau nach den wilden Tieren an den Ufern oder berauscht sich an den donnernden Wasserfällen.

Dies ist die Welt der Trapper und Einsiedler, und wer bei einer der angebotenen abenteuerlichen Kanu-Touren vor seinem Zelt am knisternden Lagerfeuer sitzt, der wird vermutlich umweht vom alten Geist der Pioniere. Noch immer sind die Pfade in den dichten Wäldern, wo in den Nächten die Wölfe heulen, unbefestigt und zuweilen lässt sich dort eine Bärenfamilie sehen. Denen sollte man mit Weit- und Vorsicht begegnen.

Vorbei an rostigen Raddampfern und morschen Hütten der Jäger

Diese Landschaft am Yukon River ist wie geschaffen für Menschen, die das Weite suchen und die bereit sind, für einige Zeit der Zivilisation „ade“ zu sagen. Die Touren führen vorbei an rostigen Raddampfern, den Relikten aus der Zeit der Goldgräber, und an morschen Hütten früherer Jäger. Wer nicht in einem Zelt in der Wildnis übernachten möchte, bedient sich der Unterkünfte in den Camps der Big Salmon Village oder in Hootalingua an der Mündung des Teslin in den Yukon River.

Yukon, Teslin River
Yukon, Teslin River

Die Anbieter von Touren auf dem Großen Fluss weisen darauf hin, dass diese sich sowohl für Kanu-Neulinge als auch für erfahrene Wassersportler eignen. Allerdings ist man stromabwärts jeden Tag fünf bis sechs Stunden unterwegs. Während der Pausen ist die Mitarbeit der Passagiere ausdrücklich erwünscht. Dazu zählen auch die Essenszubereitung und das Sammeln von Feuerholz…

Eine Reise auf dem River durch Wildnis und Geschichte

Der Yukon River windet sich durch eine faszinierende Natur – 900 Meilen in Kanada und 1.400 Meilen im Bundesstaat Alaska. Dies ist eine Route durch Wildnis und Geschichte. Wer sich keine Zeit für eine Kanutour nehmen möchte oder wem diese zu anstrengend ist, der kann sich auch in ein Wasserflugzeug begeben.

Die Landung erfolgt dann entweder auf dem Fluss oder auf einem der vielen stillen Seen der Region. Fairbanks ist die größte Stadt im Yukon River Becken. Hier mündet der Tanana River in den Yukon. Er wird von den Gletschern der Alaska Range gespeist. Fairbanks wurde im Jahr 1902 von den Goldgräbern gegründet, verfügt über einen Internationalen Airport und mehrere sehenswerte Museen.

Flora und Fauna

Im Winter sinkt das Thermometer auf minus 31 Grad Celsius

In den warmen und kurzen Sommern freuen sich die Menschen am Unterlauf des Yukon Rivers über ein subarktisches Klima. Doch je weiter die Besucher den Quellen des Flusses entgegenfahren, verändern sich die Wetterbedingungen. Während der langen und dunklen Monate des Winters durchqueren sehr kalte Luftmassen aus Sibirien und aus der Arktis die Regionen am Yukon.

Die durchschnittlichen Temperaturen im Januar liegen in Dawson City bei minus 31 Grad Celsius und in Whitehorse bei minus 21 Grad Celsius. Die obere Baumgrenze am Fluss zieht sich bis in Höhen von 1.350 Metern, und die größten Baumbestände gibt es am Alaska Highway im Liard River Valley im südöstlichen Yukon.

Whitehorse Fishway – die längste Fischtreppe der Welt

In den Tälern sind häufig neben Bären auch Karibu, Hirsche, Elche und Bergziegen anzutreffen. Noch immer gibt es dort Pelzjäger, die mit Fallen Jagd auf Nerz, Wiesel, Luchs, Marder und Fuchs machen. Die Gewässer Alaskas sind reich an Fischen, und der Yukon River ist einer der bedeutendsten Lachszuchtflüsse der Welt.

Alljährlich kehren dort die mächtigen Chinook-Lachse zu ihren Laichplätzen in den Nebenarmen zurück. Der Whitehorse Fishway wurde neben dem Whitehorse-Damm gebaut und ist mit 366 Metern die längste hölzerne Fischtreppe auf dem Globus. Dabei wird den Lachsen Hilfestellung auf ihrem Weg flussaufwärts geleistet. Im Sommer können Besucher die interessante Lachswanderung durch ein Fenster beobachten.

Häufige Fragen und Antworten

Wie tief ist der Yukon River?

Die Wassertiefe liegt bei maximal fünfzig Metern.

Wie lang ist der Yukon River?

Der Fluss ist 3.190 Kilometer lang.

Wo ist die Quelle des Yukon River?

Der Yukon River entspringt im westlichen Kanada in den Coast Mountains und ist der Abfluss des Tagish Lake.

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