West Virginia

West Virginia – The Mountain State

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West Virginia wird auch als Mountain State, Bergstaat, bezeichnet. Das Staatsmotto lautet „Bergleute sind immer frei“. Diese wunderschöne Bergwelt besang schon der bekannte Sänger John Denver in seinem weltweit berühmten Lied „Country Roads“. Dieses Lied besagt, dass die Himmel immer blau und die Flüsse in dieser Bergwelt immer klar sind.

West Virginia: Fakten

  • Fläche: 62.755 qkm
  • Einwohner: 1.831.102
  • Abkürzung: WV
  • Hauptstadt: Charleston
  • Ortszeit: UTC -5
  • Spitzname: The Mountain State

Geografische Lage: ein durch Berge und Wald geprägter Staat

Mehr als 65 Prozent des Staatsgebietes sind bewaldet. Im Osten befindet sich das vegetationsarme Hochland der Dolly Sods Wilderness, im Norden der beliebte Landstrich Blackwater Falls, im Süden das waldreiche Canaan Valley.

Wald in West Virginia
65 Prozent von West Virginia sind bewaldet

Im Westen ist West Virginia von den Appalachen eingegrenzt, im Osten bildet der Fluss Ohio die natürliche Grenze. Nachbarstaaten sind neben Virginia Kentucky, Ohio, Pennsylvania und Maryland.

Obwohl West Virginia als Bergstaat bezeichnet wird, gibt es durchaus Bundesstaaten mit höheren Bergerhebungen, denn hier ist der höchste Punkt, der Spruce Knob in den Allegheny Mountains, gerade einmal 1.481 Meter hoch. In diesem Gebirge befindet sich das Quellgebiet des Potomac River.

Straße in Charleston, West Virginia
Straße in Charleston, West Virginia

Große Teile West Virginias stehen unter Naturschutz und so findet man hier die größten geschützten Gebiete in der Nähe der Ostküste, denn diese ist mit wenigen Autostunden gar nicht so weit entfernt. Mit 51.000 Einwohnern ist Charleston die Hauptstadt. Diese ist jedoch nicht mit der gleichnamigen großen Hafenstadt in South Carolina zu verwechseln.

Da West Virginia von der Fläche eher klein, jedoch zum großen Teil bewaldet ist, gibt es hier nur wenige größere Städte von Bedeutung wie Pakersburg, Wheeling, Morgantown und Huntington. Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass West Virginia nichts zu bieten hat. Ganz im Gegenteil, dieser Landstrich ist besonders reizvoll, da er nicht so überlaufen ist wie andere, für Feriengäste attraktive Urlaubsziele in einigen anderen Bundesstaaten.

In West Virginia haben Besucher die Möglichkeit, einen aktiven Urlaub in einer vielseitigen Landschaft fernab von jedem Touristentrubel zu verbringen. Outdoor-Aktivitäten wie Angeln, Golfen, Mountainbiking, Wildwasser-Rafting, Kanufahren, Klettern und Campen sind nur einige der zahlreichen Möglichkeit zur Freizeit- und Urlaubsgestaltung.

Wer kann, sollte diesen Bundesstaat im September besuchen, denn zu dieser Zeit ist Indian Summer, der das Laub in den schönsten Farben leuchten lässt.

Karte von West Virginia

West Virginia Karte
Karte von West Virginia | © nationalmap.gov

Eine außergewöhnliche geschichtliche Entwicklung

Bis zum Ausbruch des Sezessionskrieges (1861 bis 1865), der zwischen den Nord- und den Südstaaten aufgrund der ungeklärten Sklavenfrage geführt wurde, gehörte West Virginia zu Virginia. Während die Südstaaten die Sklavenhaltung vehement verteidigten, wollten die Nordstaaten unter Präsident Abraham Lincoln selbige abschaffen.

Die aristokratisch geprägten Südstaaten waren im Gegensatz zu den modernen und industriell geprägten Nordstaaten vergleichsweise rückständig, weil sie hauptsächlich auf die Landwirtschaft und auf diesem Gebiet wiederum vorzugsweise auf die Anpflanzung und den Export von Baumwolle vertrauten.

Um ihre Gewinnmargen aufrechtzuerhalten, waren die Plantagenbesitzer zwingend auf die billige Arbeit der Sklaven angewiesen. Mit der Abschaffung dieses Systems würde dieses Geschäftsmodell und damit eine ganze Gesellschaft infrage gestellt und wahrscheinlich nicht mehr funktionieren. Warum sollte man ein gewinnträchtiges und seit langer Zeit etabliertes System ändern? In dieser Frage waren sich die Einwohner Virginias jedoch alles andere als einig.

Während die ärmeren Farmer sich keine Sklavenhaltung leisten konnten und sich daher in dieser politischen Frage eher zurückhielten, hatten die reichen Plantagenbesitzer und Sklavenbesitzer naturgemäß ein großes Interesse daran, dieses System aufrechtzuerhalten.

Kurz nach Ausbruch des Bürgerkrieges trennte sich Virginia von der Staatenunion. Am 27. April 1861 trennten sich wiederum die westlichen Countys Virginias von ihrem Mutterstaat und gründeten den neuen Bundesstaat West Virginia in der Stadt Alexandria. Aufgrund dieser Lossagung hatte der Bundesstaat West Virginia nun zwei Parlamente. Das Parlament von Virginia beschloss den Anschluss an die Konföderation, das Parlament West Virginias trat der Nordstaatunion bei.

Abraham Lincoln im Porträt
Abraham Lincoln im Porträt

Eigentlich erlaubt die amerikanische Verfassung eine derartige Lossagung eines einzelnen Landesteils von dem jeweiligen Mutterstaat nicht, es sei denn, der entsprechende Staat erteilt seine Zustimmung. Diese zustimmende Erklärung erfolgte am 13. Mai 1862. Auch Präsident Lincoln hatte seine Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit dieser Lossagung, aus kriegsstrategischen Gründen schenkte er diesen Bedenken jedoch keine weitere Aufmerksamkeit, denn schließlich hatte man jetzt einen Verbündeten mehr.

Entsprechend frequentiert war das Gebiet West Virginias während des Sezessionskrieges, denn hier fanden mehrere Schlachten zwischen den Anhängern der Südstaaten und der Nordstaaten statt. 1870 bestätigte der Oberste Gerichtshof die Lossagung West Virginias von Virginia und erkannte diesen Landesteil als eigenständigen Bundesstaat an.

Großer wirtschaftlicher Erfolg war diesem kleinen Bundesstaat jedoch nicht beschieden, denn er war schon immer vom Bergbau abhängig. Allerdings importierte die Regierung schon damals Kohle zu günstigeren Preisen aus dem Ausland. Daher stagnierte der Bergbau und viele Einwohner, die keine Arbeit mehr in diesem einst erfolgreichen Wirtschaftszweig fanden, zogen weg.

Bergbaudorf in West Virginia
Bergbaudorf in West Virginia

Die Einwohner, die trotz dieser negativen Entwicklung geblieben sind, bezeichnen ihren Staat mit viel Selbstironie als Irland der USA. Diese Aussage spielt auf die Auswanderungswelle Irlands in die USA Mitte des 19. Jahrhunderts an, als diese grüne Insel dieselbe nachteilige Entwicklung wie West Virginia im Zuge einer großen Wirtschaftskrise und Hungerwelle erlebte.

Im Süden entwickelte sich das Prinzip der Company Town, mit dem die Arbeiter zwar entlohnt wurden, für Unterkunft und Verpflegung jedoch selbst aufkommen mussten, die einen großen Teil des Lohnes beanspruchten.

Die Arbeitgeber waren wenig sozial eingestellt und senkten die Löhne, sodass die Arbeiter einen noch größeren Anteil für Verpflegung und Unterkunft ausgegeben mussten und sich so verschuldeten, bis sie bald nur noch arbeiteten, um für ihre Schulden aufzukommen.

Diese verzweifelte Lage beinhaltete soziale Sprengkraft und schon bald kam es zu heftigen, als Mine Wars bezeichneten Arbeitskämpfen. Diese arteten so weit aus, dass Soldaten eingreifen mussten, um die Aufstände niederzukämpfen. Aufgrund dieser nachteiligen Entwicklung gehört West Virginia zu den ärmsten Bundesstaaten der USA.

Klima von West Virginia

In West Virginia herrscht überwiegend kontinentales Klima mit kühlen Wintern und warmen Sommern. Bedingt durch die Höhenunterschiede sind die regionalen Klimaschwankungen beträchtlich. Im Sommer sind starke Gewitter, manchmal mit Sturzbächen, keine Seltenheit. Orkane und Tornados treten eher selten auf.

Im Winter erreichen die Temperaturen selten den Gefrierpunkt. Von Dezember bis Februar bewegen sich die Temperaturen leicht unter der Null-Grad-Marke. Die Sommer sind warm, aber angenehm mit Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad.

Klimatabelle

 Temperatur °CNiederschlagrelative
Feuchte
max. Ømin. Ømm
Jan7,2-2,250,470
Feb8,3-2,250,267
Mär12,7164,262
Apr18,86,655,258
Mai24,411,773,770
Jun27,716,168,573
Jul29,417,785,674
Aug28,317,250,875
Sep26,113,943,075
Okt207,737,372
Nov12,72,245,767
Dez7,7-1,752,272

Aktuelles Wetter

West Virginia - 17 November
-1° -4°

Klarer Himmel

-4°

  • Mo

  • Di

  • Mi

  • Do

Hinweis: Für die hier zur Verfügung gestellten Klima und Wetterdaten kann USA-Info.net keine Gewähr geben.

Eine weniger günstige Bevölkerungsentwicklung in West Virginia

West Virginia ist stark gewerkschaftlich geprägt und stellt daher überwiegend demokratische Senatoren, Gouverneure und Repräsentanten. Weit mehr als fünfzig Prozent der Staatseinnahmen werden durch den Tourismussektor realisiert.

West Virginia ist noch immer zum großen Teil vom Bergbau abhängig, der jedoch nicht mehr so einträchtig ist wie zu Beginn des Industriezeitalters. Den Anschluss an die Moderne wie andere Nachbarschaften mit innovativer Industrie hat West Virginia lange nicht geschafft. Daher war das Bevölkerungswachstum hier im Vergleich zu anderen Bundesstaaten bedeutend geringer.

Positiv war der Zuzug in der Zeit zwischen 1800 und 1900, die Werte bewegten sich zwischen 17 und 41 Prozent. In diesen 100 Jahren wuchs die Bevölkerung von 78.500 auf 958.800 Einwohner. Bis 1940 zog es weitere Menschen in diese ländliche Gegend, allerdings nur noch 10 bis 27 Prozent. Ab 1950 verringerten sich die Zuzugsraten regelmäßig, in manchen Jahren wurden sogar Negativwerte, also eine Verringerung der Bevölkerungsanzahl, erreicht. Diese Werte erreichten bis zu -7,2 Prozent.

Diese Tatsache ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass junge, gut gebildete Menschen wegziehen. West Virginia ist einer der Bundesstaaten mit dem geringsten Anteil an Akademikern und Einwohnern mit einer höheren Bildung. Gleichzeitig verzeichnet West Virginia den geringsten Anteil an Einwohnern, die zu Hause eine andere Sprache als die Amtssprache Englisch sprechen.

Weiße Amerikaner deutscher, italienischer, irischer und englischer Abstammung sind neben Amerikanern ohne ausländische Wurzeln hier heimisch.

Sehenswürdigkeiten, die kein Besucher verpassen sollte

Harpers Ferry National Historic Park

Wer sich für den Amerikanischen Bürgerkrieg interessiert, ist in West Virginia am richtigen Ort, denn dieser Staat hat seine diesbezügliche Vergangenheit bewahrt und zahlreiche historische Stätten und Baudenkmäler errichtet, die Teil des Civil War Trails sind.

Harpers Ferry
In Harpers Ferry bekommt man einen Einblick in den Sezessionskrieg

Harpers Ferry National Historic Park erinnert an den militanten Sklavengegner John Brown, der 1859 in Harpers Ferry ein Waffenlager überfiel. 18 Gefolgsleute unterstützten ihn in diesem Vorhaben, dem jedoch kein Erfolg beschieden war. John Brown wurde entdeckt, verhaftet und später gehängt.

New Gorge River and National Park

Durch eine beeindruckende Schlucht schlängelt sich der New Gorge River, dessen Stromschnellen bei Rafting-Fans sehr beliebt sind. Über diese Schlucht verläuft die zweithöchste Stahlbrücke der Welt.

New Gorge River in West Virginia
New Gorge River: Schlucht und Eisenbahnbrücke

Diese Rundbogenbrücke wird vierspurig befahren und so beeindruckend, dass sie einmal im Jahr für Fußgänger und Extremsportler freigegeben wird. Wer mehr über diesen beeindruckenden Landstrich erfahren möchte, besucht das Canyon Rim Center nördlich von Beckley.

Oglebay Resort

Der 600 Hektar große Stadtpark ist ein ideales Ausflugsziel für Familien, da hier nicht nur Picknick im Grünen veranstaltet werden kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv die Zeit zu vertreiben, zum Beispiel im Zoo, im Gartencenter oder im Museum. Wissenschaftliche Vorführungen bilden ein interessantes Rahmenprogramm. Verschiedene Sportmöglichkeiten sorgen für zusätzliche Zerstreuung.

Beckley Exhibition Coal Mine

Eine interessante Möglichkeit, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen, denn hier führen ehemalige Bergleute durch das mittlerweile stillgelegte Kohlebergwerk während einer bequemen Fahrt in nachgebildeten Mienenwagen.

Organ Cave

Der Organ Cave ist ein Teilgebiet eines großen Systems von Kalksteinhöhlen. Der Name ist Programm, denn eine der Steinformationen weist die Form einer Orgel auf.

Lost World Caverns

Besucher haben tatsächlich den Eindruck, in einer faszinierenden, verlorenen Welt abseits jeder Zivilisation zu sein, denn hier beherrschen Wasserfälle, Stalagmiten und bizarre Steinformationen das Bild.

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