South Dakota

South Dakota: Mount Rushmore State

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South Dakota ist nicht weniger imposant wie sein Gegenstück North Dakota. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Tourismus der größte Wirtschaftszweig dieses Bundesstaates ist. Aufgrund der ländlichen Prägung ist die Landwirtschaft eine weitere wichtige Einkommensquelle.

Zahlreiche National Parks, State Parks und Panoramastraßen bieten gute Möglichkeiten, Land und Leute kennenzulernen. An vielen Orten scheint die Zeit stillzustehen, denn der Wilde Westen und die Kultur der indianischen Ureinwohner sind an vielen Orten deutlich erkennbar.

South Dakota: Fakten

  • Fläche: 199.731 qkm
  • Einwohner: 814.180
  • Abkürzung: SD
  • Hauptstadt: Pierre
  • Ortszeit: UTC -6
  • Spitzname: The Mount Rushmore State

Karte von South Dakota

South Dakota Karte
Karte von South Dakota | © nationalmap.gov

South Dakota – eine Zeitreise in den Wilden Westen

South Dakota grenzt an North Dakota, Minnesota, Iowa, Nebraska, Wyoming und Montana. Im Westen befinden sich die Black Hills und östlich von diesen die Badlands. Im Osten ist das Coteau de Prairies angesiedelt, eine Hochebene inmitten der flachen Prärie. Sioux Fall mit 153.000 Einwohnern ist die größte Stadt des Bundesstaates.

Wie North Dakota ist auch der südliche Gegenpart nur dünn besiedelt. Alle weiteren Städte sind für amerikanische Verhältnisse klein, denn hier leben nicht mehr als 10.000 bis 25.000 Einwohner. Die einzige weitere größere Stadt ist Rapid City mit 68.000 Einwohnern. Metropolregionen mit einer modern geprägten Wirtschaft findet man in South Dakota daher nicht. Was die Wirtschaftsstärke angeht, ist South Dakota jedoch eindeutig ärmer als North Dakota, obwohl beide Staaten landwirtschaftlich geprägt sind.

Rodeo Cowboy
Rodeo ist die beliebteste Sportart in South Dakota

Bedingt durch die ländliche Prägung sowie die Kultur und Bräuche aus den letzten Jahrhunderten ist Rodeo die beliebteste Sportart in diesem Bundesstaat. Viel besucht ist das Corn Palace Stampede Rodeo in Mitchell.

Viele kleinere Orte, aber auch größere Städte vermitteln mit diversen Museen, Einrichtungen und historischen Stätten Wissen über die Geschichte des Wilden Westens und der indianischen Kultur. Der berühmte Indianerhäuptling Crazy Horse wird mit einer eigenen Bergskulptur am Crazy Horse Memorial gewürdigt.

Auch General George Custer kommt in Sachen Ehrung nicht zu kurz. Nach ihm wurde der Custer State Park benannt, in dem zahlreiche für diese Region typische Tiere wie Bisons, Dickhornschafe, Bergziegen und Antilopen leben.

Die Gastfreundschaft der Region ist bekannt und jeder ist in großen und kleinen Orten herzlich willkommen. In Deadwood erleben die Besucher ein lebendiges Pioniererbe. Rapid City bietet erlesenes und außergewöhnliches Kunsthandwerk der Ureinwohner, von dem sich das eine oder andere Stück sicherlich auch gut in dem eigenen Heim macht.

Luftbild vom Mount Rushmore National Memorial
Luftbild vom Mount Rushmore National Memorial

Sioux Falls lädt in schicken Boutiquen ein zum Geldausgeben ein. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist jedoch Mount Rushmore, das die in die Felsformation geschlagenen Gesichter von vier Präsidenten zeigt.

Die Geschichte South Dakotas: eine enge Verbindung mit der Indianerkultur

Vor der Teilung in zwei Bundesstaaten war dieser Landstrich das Dakota-Territorium. 1889 wurden North und South Dakota als 39. und 40. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Der 29. Dezember 1890 war ein schicksalhafter Tag in der Geschichte der Indianer, die zu diesem Zeitpunkt durch die weißen Siedler bereits größtenteils in Reservate zurückgedrängt worden waren.

An diesem Tag wurden einige der letzten Indianer, die sich der restriktiven Politik der weißen Regierung nicht unterordnen wollten, von der US-Kavallerie in der Schlacht bei Wounded Knee regelrecht massakriert. Mehr als 300 Männer, Frauen und Kinder der Minneconjou-Lakota-Sioux-Indianer fielen diesem Massaker zum Opfer.

Wie in North Dakota ist auch in South Dakota die Indianerkultur recht stark vertreten. Es gibt zahlreiche Indianergemeinden und Organisationen, die sich für die Interessen dieser Ureinwohner einsetzen.

Sioux Indianer historisch
Die Indianerkultur ist in South Dakota historisch bedingt nach wie vor stark vertreten

Eine bekannte indianische Widerstandsorganisation ist das American Indian Movement. Vertreter dieser Organisation riefen 1973 zusammen mit den indianischen Einwohnern des Pine Ridge Reservats eine unabhängige Nation der Oglala-Indianer an der historischen Stätte der Schlacht um Wounded Knee aus.

Die indianischen Einwohner hatten allen Grund, verärgert zu sein, denn nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern auch noch im 20. Jahrhundert wurden sie mehrfach zwangsumgesiedelt und somit selbst aus den Reservaten vertrieben, in die sie nur 100 Jahre zuvor gegen ihren Willen gedrängt worden waren.

1944 mussten die Indianer wiederholt umziehen, als Staudämme entlang des Missouri errichtet wurden. Das bisschen Land, das den Indianern geblieben war, verschwand unter mehreren Stauseen.

Betroffene Stämme sind die Cheyenne River Sioux, die Standing Rock Sioux, die Crow Creek Sioux, die Yankton Sioux sowie die Lower Brule Sioux. 1963 wurde ein Reservat durch die Wassermassen des Big Bend Staudamm überflutet. Die hier lebenden Crow Creek Sioux mussten in die Gegend um die Hauptstadt Pierre umziehen. Sie verloren nicht nur ihr Land, sondern auch ihre Immobilien, denn viele Indianer waren mittlerweile aufgrund der geringen Möglichkeiten sesshaft geworden und bewohnten feste Häuser.

Seit vielen Jahren sind die Indianer dazu übergegangen, die Regierung auf Ausgleichsentschädigungen zu verklagen. Diese Vorgehensweise betrifft jedoch nicht nur South Dakota, sondern auch andere Bundesstaaten, in denen noch größere Indianerpopulationen leben.

Die Ureinwohner klagten jedoch nicht nur auf Entschädigungen aufgrund von Land- und Immobilienverlust, sondern auch auf eine Beteiligung an den Tourismuseinnahmen. In South Dakota waren einige Indianerstämme mit ihren Klagen recht erfolgreich und erhielten Entschädigungszahlungen zwischen 27,5 und 290 Millionen Dollar.

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1781) und im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) spielte South Dakota wie sein nördliches Gegenstück keine Rolle. Beide Dakotas gehörten nicht zu den Gründerstaaten der amerikanischen Nation. Der Bürgerkrieg spielte sich hauptsächlich in den südlichen Bundesstaaten und in den Staaten entlang der Ostküste ab.

Kontinentales Klima sorgt für ausgeprägte Jahreszeiten

Geografisch wird dieser Bundesstaat durch den Mississippi geteilt. Die beiden Landesteile liegen nicht nur in zwei unterschiedlichen Zeitzonen, sondern auch in unterschiedlichen Klimazonen. Westlich des Flusses befindet sich die ausgedehnte, niederschlagsarme Prärielandschaft. Im Osten ist das Land aufgrund vermehrten Niederschlags fruchtbar und daher ideal geeignet für den landwirtschaftlichen Anbau von Mais und Getreide.

Da South Dakota ein Binnenstaat ohne den Einfluss größerer Wassermassen mit einem mäßigenden Einfluss ist, ist das Klima kontinental mit großen Temperaturunterschieden im Sommer und Winter.

Klimatabelle

 Temperatur °CNiederschlagrelative
Feuchte
Sonne
Jahr15,21,141364607,6
max. Ømin. ØmmTageh/Tag
Jan0,2-12,7113645,1
Feb3-9,7163656,2
Mär6,8-6,1265647,3
Apr13,90,1507598,1
Mai20,16,1668618,6
Jun25,511,4839629,6
Jul30,314,85475610,9
Aug29,813,93765310,2
Sep24,18265548,5
Okt17,32,3214547,2
Nov8,2-5134625,2
Dez3-9,6113654,7

Aktuelles Wetter

South Dakota - 17 November

Klarer Himmel

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Hinweis: Für die hier zur Verfügung gestellten Klima und Wetterdaten kann USA-Info.net keine Gewähr geben.

Bevölkerungsentwicklung in South Dakota: ein dünn besiedeltes Land

Auch hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung kommt den indianischen Ureinwohnern eine wesentlich größere Bedeutung zu als in anderen Bundesstaaten. Es gibt sieben hier ansässige Indianerstämme, die jeder ein eigenes Reservat von der Regierung zugewiesen bekommen haben.

Mit 8,5 Prozent stellen die Indianer einen vergleichsweise großen Anteil an der Bevölkerung. Daher besitzen die sie große Gebiete außerhalb der Reservate, die als “off reservation trust land“ bezeichnet werden. Nach Alaska und New Mexiko hat South Dakota den dritthöchsten Anteil dieser amerikanischen Ureinwohner.

87,7 Prozent der Einwohner sind weiße Amerikaner, wozu auch die Hispanics zählen. Mit 1,2 Prozent sind Afroamerikaner eher in geringer Anzahl vertreten. Minderheiten stellen ferner Asiaten, die Einwohner der Pazifikinseln und gemischte Ethnien. Insgesamt leben hier etwas mehr als 814.000 Einwohner, die sich größtenteils auf die für amerikanische Verhältnisse kleinen Städte konzentrieren.

Seit 1910 ist die Bevölkerung nicht mehr deutlich gewachsen. Damals lebten 583.888 Menschen in South Dakota. Zwischendurch gab es auch Negativwachstum. Lediglich in der Zeit zwischen 1870 und 1910 konnte sich dieser Landstrich über ein positives Bevölkerungswachstum freuen. Die Zuzugsraten bewegten sich zwischen 15,2 und 734,5 Prozent.

Diese steigende Einwohneranzahl ist wie auch in anderen Bundesstaaten der Zeit der Staatengründung zu verdanken, als aus dem Dakota-Territorium zwei souveräne Bundesstaaten wurden, in denen sich die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen deutlich verbesserten. Seit 1920 fallen die Zuzugsraten eher bescheiden aus. Die Werte bewegten sich beständig teilweise weit unter zehn Prozent.

Aufgrund der ländlichen und landwirtschaftlichen Prägung gilt die Bevölkerung als überwiegend konservativ und als Wähler der Republikaner. Diese Tatsache ist auch der engen Verstrickung wischen der Regionalregierung und dem wichtigen Wirtschaftszweig der Landwirtschaft zu verdanken, die legislative Zuschüsse erhält. Allerdings ist auch eine Spaltung der politischen Interessen zu beobachten, denn South Dakota stellte bereits mehrfach demokratische Abgeordnete für den Kongress.

Unvergessliche Sehenswürdigkeiten

Mount Rushmore Memorial

Mount Rushmore National Memorial
Mount Rushmore National Memorial

Diese Sehenswürdigkeit gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen in den USA. Hier im einsamen Südwesten Süd Dakotas in den Black Hills schauen vier Gesichter ehemaliger Präsidenten scheinbar mahnend und etwas streng auf die Besucher herab. Diese faszinierende Bergskulptur zeigt die Gesichter von George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt.

Rund um das Bergmonument befindet sich ein Besucherpark, der nicht nur die vielseitige Geschichte Amerikas feiert, sondern auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt.

Badlands National Park

Badlands National Park
Badlands National Park

Wer einen aktiven Urlaubstag verbringen möchte, sollte den Badlands National Park besuchen. In der grasbewachsenen Felslandschaft befinden sich mehr als 30 Millionen Jahre alte Fossilienbetten. Die Mischgrasprärie beheimatet eine artenreiche Flora und Fauna, sodass in informativer Tag garantiert ist.

Custer State Park

Custer State Park
Custer State Park

Dieser nach General George Custer benannte Staatspark bietet komfortable Lodges als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Bergketten. Hier muss allerdings niemand professioneller Bergsteiger sein, denn es gibt zahlreiche asphaltierte Straßen, die mitten durch Bisonherden führen. Eine Erkundungstour mit dem Auto bietet die Möglichkeit, diesen weitläufigen Landstrich ohne physische Anstrengungen kennenzulernen.

Deadwood City

Deadwood City in South Dakota
Deadwood City in South Dakota

South Dakota ist eine Zeitreise in den Wilden Westen. Wer immer schon mal eine historische Goldgräber- und Westernstadt sehen wollte, ist in Deadwood City am richtigen Ort. Die gut erhaltene und mehrfach restaurierte Westernstadt bietet neben Einkaufsmöglichkeiten auch Restaurants und Cafés.

Die letzte Ruhestätte von Calamity Jane befindet sich in dieser historischen Stadt. In Saloon No. 10 wird an das berühmte Pokerspiel erinnert, bei dem der nicht minder berühmte Wild Bill Hickok durch einen Revolverschuss seinem Gegner Jack McCall zum Opfer fiel.

Spearfish Canyon

Wasserfall im Spearfish Canyon in South Dakota
Wasserfall im Spearfish Canyon in South Dakota

Wer die Landschaft South Dakotas ganz gemütlich erkunden möchte, bucht eine gemächliche Fahrt durch den Spearfish Canyon. 35 Kilometer geht es über den Spearfish Canyon Byway, der eine Höhendifferenz von 610 Metern überwindet.

Crazy Horse Memorial

Crazy Horse Memorial
Crazy Horse Memorial in South Dakota

Der berühmte Indianerhäuptling ist fester Bestandteil der Geschichte South Dakotas. Der Oglala-Krieger war mit seinem Stamm der Sioux-Indianer in diesem Bundesstaat zuhause, bevor die weißen Siedler ihnen das Land wegnahmen. Das Crazy Horse Memorial ehrt diese Einwohner South Dakotas und zeigt den Krieger in Form einer großen Statue auf einem Pferd sitzend.

Wind Cave National Park

Wind Cave National Park
Wind Cave National Park

In diesem Nationalpark befindet sich eines der längsten Höhlensysteme weltweit. Beim Betreten hören Besucher ein Pfeifen, das durch den entweichenden Wind entsteht. Mitunter taucht die Sonne diese Höhle in warmes Licht, sodass der Eindruck von goldenen Felswänden entsteht.

Im Nationalpark fühlen sich zahlreiche Wildtiere wie Präriehunde, Bisons und Wapitis wohl. Auch die Pflanzenwelt ist hier recht artenreich.

Lewis & Clark Recreation Area

Dieses beliebte Erholungsgebiet erinnert an die mutigen Abenteurer und Forscher Lewis und Clark, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Regierungsauftrag hatten, den noch unerschlossenen Westen der USA zu erkunden.

Ein Stausee am Missouri River, Hütten, Campingplätze, Wanderwege und Sandstrände sorgen für ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm.

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