Hispanics in den USA

Eine Bevölkerungsgruppe in den USA

Hispanics in den USA
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In den USA gibt es zahlreiche Bevölkerungsgruppen, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Mitunter teilen sich diese Bevölkerungsgruppen in Untergruppen. Die Hispanics sind eine solche Bevölkerungsgruppe, auch Ethnie genannt.

Die Hispanics sprechen spanisch und haben größtenteils ihre Wurzeln in Mexiko. Einige von ihnen stammen jedoch auch aus anderen spanischsprachigen Ländern wie der Dominikanischen Republik oder Kolumbien. Die meisten von ihnen leben in Kalifornien, doch auch in anderen südlichen oder südwestlichen US-Bundesstaaten sind viele dieser Ethnie angesiedelt.

Viele dieser Menschen verfügen nur über geringe Englischkenntnisse und arbeiten daher nur in unterbezahlten Jobs. Allerdings sind sie die altersmäßig jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in den USA.

Was bedeutet Hispanic?

In den 1970er Jahren prägte die Regierung der United States den Begriff „Hispanics“. Er umfasst alle Amerikaner, die in den spanischsprachigen Ländern Südamerikas geboren wurden oder die ihre Wurzeln in Spanien bzw. in einer früheren spanischen Kolonie haben. Dazu gehört eine Vielzahl an Ländern und ethnischen Gruppen mit umfangreichen sozialen, kulturellen und emotionalen Erfahrungen.

Die Hautfarbe spielt bei der Zuordnung zur demografischen Ethnie der Hispanics keine Rolle. Weiße, die nicht den Hispanics angehören, werden als Anglos oder White People bezeichnet. Dazu können beispielsweise Italo-Amerikaner oder Deutsch-Amerikaner gehören.

Nach Ansicht des United States Census Bureau gelten die Hispanics als eigenständige Rasse. Der Begriff „Rasse“ gilt als soziale Definition und soll keine biologische, genetische oder anthropologische Definition darstellen.

Je nach individueller Herkunft verstehen sich die Hispanics als Mexiko-Amerikaner, Kubano-Amerikaner, Puerto Ricaner, jedoch weniger als Mitglieder einer größeren Vökergruppe der Hispanics oder Latinos.

Die Vorstellung, dass die Hispanics als jüngste Einwanderergruppe nach Amerika gekommen sind, ist falsch. Diese falsche Vorstellung wird durch die verstärkte Aufmerksamkeit der Medien genährt, nachdem das Census Bureau die Ergebnisse der Volkszählung von 1980 bekanntgab.

Laut der damaligen Volkszählung sollten die Hispanics schon bald die größte Gruppe unter den Minderheiten werden. Schon damals waren sie die am schnellsten wachsende Volksgruppe. Die lange Geschichte der Hispanics in den USA wurde nicht beachtet, während Wachstum mit Einwanderung gleichgesetzt wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Hispanic und Latino?

Unterschied zwischen Hispanic und Latino
Unterschied zwischen Hispanic und Latino

Häufig wird der Begriff Latino gleichbedeutend mit Hispanic verwendet, doch handelt es sich dabei nicht um Synonyme. Als Latino im wissenschaftlichen Sinne werden nur Hispanics bezeichnet, bei denen es sich um Einwanderer aus Mittel- und Südamerika handelt.

Spanische Einwanderer aus Europa und deren Nachfahren werden wissenschaflich gesehen nicht als Latinos bezeichnet. Sie gelten als Hispanics, aber nicht als Latinos.

Als Latinos werden auch Einwanderer bezeichnet, die aus Brasilien stammen. Da sie nicht spanisch, sondern portugiesisch sprechen, sind sie keine Hispanics. Die Hispanics haben zumeist spanische Familiennamen.

Nicht alle Zuwanderer aus Lateinamerika sind Hispanics. Ihre Herkunft kann auch deutsch, italienisch, irisch oder arabisch sein. Ein spanischer Familienname muss nicht unbedingt ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu den Hispanics sein. Auch Einwanderer aus Guam und den Philippinen haben spanische Familiennamen, doch sind sie keine Hispanics.

Die Begriffe Hispanic und Latino werden ethnienübergreifend verwendet, um die Einwohner der USA mit ihren ethnischen Hintergründen zu beschreiben und zusammenzufassen. Das Census Bureau verwendet zumeist den Begriff Hispanics, während das Pew Research Center die Begriffe Latino und Hispanic oft synonym verwendet.

Einige Einwohner der USA, aber auch außenstehende Betrachter haben scharfe Abgrenzungen zwischen den Begriffen Hispanic und Latino getroffen. Sie bezeichnen diejenigen als Hispanics, die aus Spanien oder spanischsprachigen Ländern in Latin America stammen. Brasilien ist davon ausgeschlossen.

Als Latinos werden Menschen bezeichnet, die ihren Ursprung in Lateinamerika haben, unabhängig von ihrer Sprache. Auch Brasilianer, deren Muttersprache Portugiesisch ist, gehören dazu, während diejenigen, die aus Spanien kommen, nicht dazuzählen.

Die Begriffe Latino und Hispanic sind zwar weit verbreitet, doch werden sie von der damit bezeichneten Gemeinschaft zumeist nicht akzeptiert. Umfragen des Pew Research Center zeigen die Vorliebe dieser Menschen für andere Begriffe.

Von den Hispanics beschreiben sich 50 Prozent am häufigsten mit dem Herkunftsland ihrer Familie. Die Begriffe Latino oder Hispanic werden von 23 Prozent verwendet. Weitere 23 Prozent bezeichnen sich meistens als Amerikaner oder Americans.

Untergruppen

Die Bevölkerungsgruppe der Hispanics unterteilt sich in mehrere Untergruppen:

  • Mexikanische Amerikaner, Mexican Americans, die sich auch Mexicanos, Chicanos, Hispanos oder Spanish Americans nennen. Sie bilden den größten Teil der Gruppe der Hispanics
  • Puerto Ricans machen den zweitgrößten Teil der Gruppe aus und werden auch Boricuas genannt. Sie leben vorwiegend in New York und haben den Status von US-Bürgern, da sich Puerto Rico im Staatsgebiet der USA befindet.
  • Dominikaner werden auch Dominicanos genannt und haben ihren Ursprung in der Dominikanischen Republik. Leben sie in den USA, bezeichnen sie sich selbst als Dominicanyorks.
  • Kubaner werden auch Cubanos genannt und haben größtenteils den Status von Flüchtlingen
  • Als Californio oder Tejano werden US-Bürger bezeichnet, deren Vorfahren bereits vor der Annexion von Kalifornien und Texas aufgrund des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges in den USA lebten und nicht eingewandert sind.

Zu den Hispanics zählen auch Einwanderer aus allen anderen lateinamerikanischen Ländern mit Spanisch als Hauptsprache. Einwanderer aus mittel- und südamerikanischen Ländern, deren Hauptsprache nicht Spanisch ist, werden nicht als Hispanics bezeichnet.

Mexican Americans

Als größte Untergruppe der Hispanics sind die Mexican Americans über das gesamte Gebiet der USA verteilt. Der größte Teil von ihnen lebt jedoch im Südwesten der USA. Die meisten von ihnen leben in Städten, doch sind sie zumeist in den sogenannten Barrios, den spanischsprachigen Vierteln, unter sich.

Ungefähr 20 Prozent der Mexican Americans leben in Armut und sind in niederen Jobs beschäftigt. Da sie kaum englisch sprechen, haben sie nur einen geringen Bildungsstand und schlechte Jobchancen. Einige von ihnen haben sich gegen die dominierende englischsprachige Kultur widersetzt und wollen ihre eigene kulturelle Identität bewahren.

Schon lange ist die illegale Einwanderung von Arbeitern aus Mexiko ein Problem. In der Hoffnung auf Sicherheit und eine bessere Zukunft wandern viele illegal in die USA ein. Viele dieser Mexikaner werden von den Behörden zurückgeschickt, doch versuchen sie immer wieder, illegal einzuwandern.

Illegale Einwanderer, die bereit sind, Jobs anzunehmen, die US-Amerikaner nicht annehmen würden, können für geringere Löhne als die Amerikaner beschäftigt werden. Das führt zu verschiedenen politischen und sozialen Problemen für die Amerikaner.

Puerto Ricans

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Puerto Ricans US-amerikanische Staatsbürger. Seitdem gehört Puerto Rico zu den USA und ist selbstverwaltet. Da Puerto Rico eine arme Insel ist, siedelten viele Bewohner auf das US-amerikanische Festland über, um unter besseren Bedingungen zu leben.

Die Puerto Ricans leben zumeist in New York City, doch die Hälfte von ihnen lebt unterhalb der Armutsgrenze. Infolge dessen gingen viele Puerto Ricans wieder zurück auf ihre Insel, da sie sich dort ein besseres Leben erhofften.

Kubaner

Nachdem Fidel Castro 1959 an die Macht kam, verließ mehr als eine halbe Million Kubaner ihr Land. Anders als andere Hispanics siedelten sich die meisten von ihnen in Florida an. Diese frühen kubanischen Amerikaner haben sich gut etabliert. Viele von ihnen waren in ähnlichen Positionen wie denen, die sie in Kuba verlassen haben.

In den 1980er Jahren kam eine zweite Welle von Kubanern in die USA, doch stammten sie aus ärmeren Verhältnissen. Anders als ihre Vorgänger waren sie mit anderen Gemeinschaften der Hispanics in den USA auf Augenhöhe. Bei beiden Gruppen handelt es sich zumeist um politische Flüchtlinge.

Geschichte

Geschichte der Hispanics
Geschichte der Hispanics

Die Hispanics haben in den USA eine lange Geschichte. Wie lange die Geschichte tatsächlich zurückreicht, kann nicht gesagt werden. Im Laufe der Geschichte der USA wanderten viele Mexikaner in die USA ein, die auch heute noch die größte Gruppe der Hispanics darstellen. Auch aus anderen spanischsprachigen Ländern in Lateinamerika wanderten im Laufe der Zeit viele Menschen in die USA ein.

Der Begriff Hispanics wurde zwar schon vor Jahrhunderten geprägt, doch besitzt er aufgrund der Vermischung der verschiedenen Ethnien keine Trennschärfe.

Schon im 16. Jahrhundert kamen die erste Spanier nach Santa Fe, das 1610 Sitz des Gouverneurs der Provinz Nuevo Méjico des Vizekönigreiches Neuspanien wurde. Noch älter ist St. Augustine, das heutige Florida, das 1565 von spanischen Siedlern gegründet wurde.

Genauere Angaben über die Hispanics und deren Entwicklung gibt es erst seit den 1950er Jahren. Damals lebten in den USA ungefähr 4 Millionen Hispanics. In den 1970er Jahren gab es schon 9 Millionen Hispanics, während es 1980 schon 15 Millionen waren. Schätzungen zufolge sollen 2050 schon 25 Prozent der Einwohner der USA Hispanics sein.

Kultur und Politik

Die Kultur der Hispanics in den USA ist eng mit ihrer Geschichte verbunden. In den 1980er Jahren, als die Zahl der Hispanics bereits größer wurde, stieg deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Seit 2003 stellen sie die größte demografische Minderheit in den USA dar. In einigen Teilen im Südwesten der USA stellten sie zu dieser Zeit bereits die Mehrheit dar. Sie sind vor allem in den Bundesstaaten Kalifornien und New Mexico stark vertreten. Aufgrund ihrer starken politischen Mobilisierung bilden sie eine relativ einheitliche Gruppe.

Verschiedene Faktoren begünstigen den Einfluss der Hispanics:

  • steigendes Wählerpotential, da die Bevölkerungsgruppe schneller als andere Bevölkerungsgruppen wächst
  • hoher Bevölkerungsanteil der Hispanics in den sogenannten Swing States, in denen keine der beiden großen Parteien eine strukturelle Mehrheit hat, und daher Einfluss auf das Wahlergebnis
  • großer Einfluss auf den Ausgang der Wahlen, da Hispanics vor allem in den großen Staaten mit einem hohen Anteil von Wahlmännern leben.

Da der politische Einfluss der Hispanics aufgrund dieser Faktoren verstärkt wird, sind sie die politisch am meisten umworbene Minderheit.

Bill Richardson war bislang der einzige Hispanic als Gouverneur in den USA. Er ist Mitglied der Demokratischen Partei und war in New Mexico aktiv. Er bewarb sich 2008 als aussichtsreicher Kandidat um die Kandidatur zur Präsidentschaft.

Eine Flagge mit drei Kreuzen wird in den USA als Symbol der Hispanics benutzt. Sie ist das Symbol der drei Karavellen von Christoph Kolumbus, mit denen er nach Amerika segelte. Die untergehende Sonne hinter dem mittleren Kreuz steht für die Neue Welt. Bei der Panamerikanischen Konferenz 1933 in Montevideo wurde diese Flagge erstmals verwendet.

Das Repräsentantenhaus stimmte im Juli 2020 für die Einrichtung eines Nationalmuseums, um die Kultur der Hispanics zu würdigen.

Häufige Fragen und Antworten

Welche Länder gehören zu Hispanic?

Zu Hispanic gehören Spanien und die spanischsprachigen Länder in Lateinamerika.

Was ist ein Hispanic?

Als Hispanic werden Einwohner der USA bezeichnet, die aus Spanien oder einem spanischsprachigen lateinamerikanischen Land eingewandert sind oder Vorfahren aus diesen Ländern haben.

Sind Spanier Latino?

Spanier sind keine Latinos, da sie nicht aus Lateinamerika stammmen. Spanier in den USA gehören zu den Hispanics.

Wann ist man ein Latino?

Latinos sind die Menschen, die aus den lateinamerikanischen Ländern in die USA eingewandert sind oder Vorfahren aus diesen Ländern haben. Das können spanischsprachige Menschen, aber auch die portugiesisch sprechenden Brasilianer sein.

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