Faszination American Football: die Begeisterung für die NFL

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Wenn in den USA die NFL-Saison beginnt, dann ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los. Kaum jemand kann sich diesem Spektakel entziehen, überall in Fernsehen, Radio und Internet laufen die einzelnen Duelle rauf und runter. Ja, vom American Football geht eine gewaltige Faszination aus, zumindest für alle, die jenseits des Atlantiks geboren sind.

Die umsatzstärkste Profiliga der Welt

Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Die NFL ist die wohl bekannteste American-Football-Liga der USA. In voller Länge nennt sie sich National Football League und verzeichnete allein im Jahr 2016 volle 13 Milliarden Dollar Umsatz. Damit ist sie ohne Frage die umsatzstärkste Sport-Profiliga dieses Erdballs, ein Titel, den die NFL Jahr für Jahr erfolgreich verteidigt.

Heftige Konkurrenzkämpfe bis zum Schluss

Die New England Patriots sind die derzeit amtierenden Meister, sie warfen die Los Angeles Rams im Super Bowl LIII mit einem souveränen 13:3 vom Platz. Aktuell befindet sich die NFL wieder in der sogenannten Regular Season, also der regulären Saison.

Bekanntlich teilt sich hier das Feld in die AFC und die NFC auf. Die NFC wird auch in dieser Saison vom „Rekordmeister“ New England Patriots angeführt. Einer der Verfolger sind die Kansas City Chiefs, die am nächsten Spieltag gegen die Denver Broncos antreten.

Aufgrund ihrer Erfahrungen aus der vorherigen Saison können die Fans getrost davon ausgehen, dass die Kansas City Chiefs ihre Verfolgerrolle weiter festigen werden. Ohne heftige Konkurrenzkämpfe geht keine NFL-Saison vorüber, und selbst die stärksten Teams können noch im letzten Moment vom Thron geworfen werden.

Von der Preseason bis zum Super Bowl

Die Preseason vor der eigentlichen Hauptsaison besteht ausschließlich aus Testspielen, die nicht nur die Vorfreude, sondern auch den erbitterten Ehrgeiz anheizen. Die nachfolgende Regular Season zieht sich insgesamt über 17 Wochen, während dieser Phase bringt jede der 32 Mannschaften 16 Spiele hinter sich.

In den Play-offs geht es danach um den Meistertitel, zu diesem Zeitpunkt sind nur noch 12 Mannschaften übrig, die jeweils zur Hälfte aus der AFC und der NFC stammen. Wenn dann endlich sowohl der AFC- als auch der NFC-Meister feststeht, folgt zum krönenden Abschluss das knallharte Finale: der allseits bekannte Super Bowl.

Seit einiger Zeit fällt das alles entscheidende Duell auf den ersten Sonntag des Februars, die größten Fans nehmen sich zu diesem Anlass frei. Spätestens in den letzten 10 Minuten sitzt kein Zuschauer mehr auf seinem Platz, alle reißt es auf die Füße, während das Adrenalin in Schüben durch den Körper pumpt.

Ein aufregendes Spiel ganz ohne Ruhephasen

So etwas wie Ruhephasen gibt es in einem Footballspiel nicht. Von dem Moment an, wenn der Ball ins Spiel kommt, lassen sich die beiden Teams auf dem Platz nicht mehr in Frieden, sie tänzeln nicht umeinander herum oder verlieren sich in rein defensiven Taktikaktionen. In der NFL ist dauerhafte Action angesagt, die Zuschauer dürfen allein in den Werbepausen Atem schöpfen.

Niemand kann sich schon vor Saisonende zum Meister küren, wie es zum Beispiel im deutschen Fußball der Fall ist. Zum Super Bowl heißt es: Alles oder nichts! Der Gewinner nennt sich nicht ganz unbescheiden „World Champion“, das ist für die sportbegeisterten Amerikaner ganz selbstverständlich.

Plötzliche Wendungen sind immer möglich

Ebenso wie der schlussendliche Meister im Football nicht vorhersagbar ist, lässt sich auch der Schlussstand eines einzelnen Spiels kaum prognostizieren. Manchmal führt ein Team haushoch und scheint uneinholbar – und dann passiert es doch: Der Gegner rafft sich auf und lässt dem vermeintlichen Sieger keine Luft mehr, bis er plötzlich selbst als Gewinner vom Platz geht.

Im Super Bowl LI holten die New England Patriots einen 3:28-Rückstand auf und zeigten den Atlanta Falcons schließlich mit einem 34:28, was eine Harke ist. Beim Fußball sind Wendungen dieses Kalibers extrem selten, doch im American Football gibt es sie immer wieder. Von aufkeimender Langeweile kann da wirklich keine Rede sein, eher steht das Publikum ständig unter Strom, ganz so, wie die Mannschaften auf dem Feld.

100 Kilo schwere Kerle krachen gegeneinander

Dass es im Football hart zur Sache geht, ist jedem klar, der auch nur einmal in ein Spiel hineingeschnuppert hat. Gegen diese spektakuläre Action wirkt Fußball beinahe so harmlos wie Synchronschwimmen. 100 Kilo schwere Kerle krachen gegeneinander, wirbeln manchmal sogar durch die Luft und fallen zu Boden wie ein gefällter Baum. Das geht nicht immer glimpflich vonstatten, die durchschnittliche Football-Karriere fällt deswegen relativ kurz aus.

Für viele Europäer mag das alles ein wenig zu brutal sein, aber die Amerikaner sehen in diesen Duellen den ultimativen Testosteronflash. Doch auch die Artistik kommt nicht zu kurz, denn trotz ihrer muskelbepackten Körper weisen die Spieler eine erstaunliche Wendigkeit auf. Das alles macht jede Spielrunde zu einem wahren Orchester für die Augen, allerdings eher aus der Richtung Heavy Metal als klassisches Geigenkonzert.

Football echte KerleDumme Gewaltorgie? Keineswegs!

Härte und Kraft sind allerdings nicht die einzigen Begleiter auf dem Spielfeld. Auch an Denkvermögen darf es den Profis nicht mangeln, denn American Football ist sehr vielschichtig und komplex. Jedem Team steht eine Unmenge von Spielzügen zur Auswahl, um die Schwachstellen der Konkurrenz so gut es geht auszunutzen und die eigenen Stärken in Touchdowns zu verwandeln. Also bitte keine Vorurteile, denn die NFL wird sie problemlos wiederlegen!

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