Ulysses S. Grant

Das Leben von Ulysses S. Grant

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Eine der bedeutendsten Rollen im Bürgerkrieg der Vereinigten Staaten von Amerika wurde Ulysses S. Grant zu teil. Der spätere 18. US-Präsident war Oberbefehlshaber des US-Heeres der Nordstaaten und somit wesentlich an deren Sieg beteiligt. Bis zu seiner Wahl behielt er seine Position, welche zuvor nur zwei Personen ebenfalls innehatte.

Steckbrief: Ulysses S. Grant

Ulysses S. Grant Portrait
Portrait vom 18. Präsidenten der Vereinigten Staaten Ulysses S. Grant
  • Name: Ulysses S. Grant
  • Geboren: 27. April 1822
  • Geburtsort: Point Pleasant, Ohio, Vereinigte Staaten
  • Gestorben: 23.07.1885
  • Sterbeort: Wilton, New York, Vereinigte Staaten
  • Vollständiger Name: Hiram Ulyssess Grant
  • Rang: General of the Army
  • Amtszeit als Präsident: 04. März 1869 – 4. März 1877

 

 

Wie groß war Ulysses S. Grant?

Ulysses S. Grant erreichte eine Körpergröße von 1,73 Meter.

Seine Kindheit, Jugend und Ausbildung

Ulysses S. Grant wurde als Hiram Ulysses Grant am 23. Juli 1885 als Sohn von Jesse Grant und dessen Frau Hannah in Point Pleasant in Ohio geboren.

Wann wurde Ulysses S. Grant geboren?

Ulysses Simpson Grant wurde am 27. April 1885 geboren.

Geburtshaus von Ulysses S. Grant
Geburtshaus von Ulysses S. Grant, Photo by Greg Hume at en.wikipedia [CC BY 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.5)]
Da seine Mutter den Mädchennamen Simpson besaß, erhielt Grant den Doppelnamen Simpson Grant. Sein Nachname wird hierbei grundsätzlich abgekürzt. Sein Vater war Gerber und Sattler, wodurch er durch seine Tätigkeit zu bescheidenem Wohlstand gelangte.

Grant arbeitete gelegentlich als Kind in der väterlichen Gerberei mit. Während dieser Zeit äußere er seinen starken Unmut gegenüber der Tätigkeit an seinen Vater. Dennoch sorgte die Arbeit dafür, dass der junge Grant bereits als Kind ein besonderes Geschick im Reiten sowie im generellen Umgang mit Pferden entwickelte.

Wo wurde Ulysses S. Grant geboren?

Ulysses S. Grant wurde in Point Pleasant im Bundesstaat Ohio geboren.

Seine militärische Karriere begann Grant im Alter von 17 Jahren. Seine Eltern äußersten den Wunsch, dass er als Kadett an die US-Militärakademie in West Point gehen solle. Bei der Anmeldung an der Akademie geschah allerdings ein Fehler mit seinem Namen, wodurch er aus Versehen als Ulysses S. Grant angemeldet wurde. Obwohl ihm der Fehler auffiel, ließ er ihn nicht korrigieren und war seit diesem Zeitpunkt unter dem Namen bekannt. Grant bestritt sogar in späteren Jahren, dass die Abkürzung „S.“ für den Geburtsnamen seiner Mutter stand. Erst einige Jahre vor seinem Tod ließ er sich offiziell auf „Ulysses Simpson“ taufen, wodurch das Initial nun für seinen zweiten Vornamen stand.

1843 graduierte er an der Militärakademie. Während seiner Ausbildung zeigte er seine Stärken im Zeichnen und Bereich der mathematischen Studien. Nach seinem Abschluss hoffte Grant dadurch, als Dozent arbeiten zu können. Jedoch wurde er ins Heer versetzt. Beim Heer hätte ihm aufgrund seines Talents mit Pferden einer der begehrten Plätze bei der Kavallerie zugesprochen werden können. Doch auch diesen Platz erhielt er nicht. Er wurde in das 4. Infanterie-Regiment der Jefferson Barracks südlich von St. Louis versetzt.

Seine frühe militärische Karriere

Zwischen 1846 und 1848 war Grant offiziell im Kampfeinsatz. Als junger Leutnant kämpfte er im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Aufgrund seiner Tapferkeit wurde er sogar zweimal erwähnt. Als Folge erhielt er den Rang eines Quartiermeisters, sodass er nun verantwortlich für das Transport- und Lieferungswesens seines gesamten Regiments in Mexiko war. Durch die Position des Quartiermeisters erhielt er wertvolle Erfahrung in der Kriegslogistik.

Obwohl Grant im Krieg persönliche wie militärische Erfolge verzeichnen konnte, sah er selbst nichts Ruhmvolles in ihm. Er trauerte um seine gefallenen Kameraden und betrachtete jene Probleme, welche der Krieg hinterließ. Dennoch bewunderte er Zachary Taylor und seine Armeeführung, welche sehr ruhig und zuversichtlich war.

Noch während seiner Zeit beim US-Militär heiratete Ulysses S. Grant. Seine Auserwählte war Julia Boggs Dent. Die Hochzeit fand am 22. August 1848 statt. Gemeinsam hatte das Paar vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. Seine Kinder Frederick Dent, Ulysses Simpson Junior, Ellen Wrenshall und Jesse Root wurden zwischen 1850 und 1858 geboren.

Ulysses S. Grant Präsident
Portrait von President Ulysses S. Grant.

Seine Teilnahme als Soldat im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg brachte Grant den Titel des Hauptmanns ein. In seinen Memoiren bezeichnete er den Krieg als den ungerechtesten seiner Art, welcher von einem starken Staat gegen einen schwachen geführt wurde. Nach Ende des Kriegs wurde Grant in das Territorium in Oregon und danach nach Kalifornien versetzt. Seine Familie musste er in dieser Zeit zurücklassen, was ihm sehr zu schaffen machte. Als Folge kamen Gerüchte auf, dass Grand sogar Alkoholiker sei.

1854 verließ er eigenständig das US-Heer. Sein Austritt dürfte jedoch nicht ganz freiwillig gewesen sein, da ihm ein Kriegsverbrechen aufgrund seines Alkoholismus angedroht wurde. Nach seiner Militärkarriere begann Grant, als Landvermesser, Grundstücksmakler und Farmer zu arbeiten. Seine Tätigkeiten ging er für sieben Jahre in St. Louis nach, wobei er nur wenig erfolgreich war. Mit 1860 begann Grant, mit seinem Vater und seinen Brüdern in Galena in deren Lederhandlung zu arbeiten.

Seine Rolle im Bürgerkrieg

Mit 12. April 1861 brach schließlich der Bürgerkrieg in den USA aus. Grant beschloss, seine Militärkarriere erneut auszuüben und bewarb sich daraufhin als Offizier. Er kämpfte für die Armee der Nordstaaten. Richard Yates, der Gouverneur von Illinois, gab ihm das Kommando über das 21. Illinois-Infanterieregiment, welches sich aus Freiwilligen zusammensetzte. Am 7. August 1861 folgte Grants Ernennung zum Brigadegeneral der Freiwilligentruppe.

Grant bewies in seiner Rolle als Brigadegeneral militärisches Geschick, wodurch er schnell erste Erfolge verzeichnen konnte. Im nördlichen Tennessee gelang ihm die Einnahme der Stadt Paducah in Kentucky. Die Stadt galt als wichtiger Punkt, da sie an der Mündung des Tennessee zum Ohio lag. Ebenfalls konnte er General Leonidas Polk in Belmont am 7. November 1861 schlagen. Seine Militärerfolge sorgten dafür, dass Grant zum Generalmajor befördert wurde.

Im weiteren Verlauf des Sezessionskrieges kam Grants Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation auf. Die „unconditional surrender“ brachte er zunächst erstmals gegenüber dem Kommandanten von Fort Donelson auf. Später sollte die Aussage sein Spitzname werden. Obwohl seine Kampfführung kritisiert wurde und auch sein Alkoholismus zur Sprache kam, sah Präsident Abraham Lincoln davon ab, Grant aus der Armee zu entlassen. Somit blieb er weiterhin Oberbefehlshaber der Tennessee-Armee.

Mit Herbst 1862 beschloss Grant, mit der Tennessee-Armee auf Vicksburg in Mississippi vorzurücken. Vicksburg war der noch einzige verbleibende Ort im Bundesstaat, welcher von den Südstaaten gehalten wurde. Am 4. Juli 1863 gelang es ihm schließlich, die hartnäckige und sehr lange Belagerung zu seinen Gunsten zu beenden. Die Südstaaten-Garnison kapitulierte bei der Schlacht um Vicksburg. Diese ging gemeinsam mit der Schlacht um Gettysburg als der Wendepunkt des Bürgerkriegs in den Geschichtsverlauf ein.

Die General Ordner No. 11 wurde durch Grant am 17. Dezember 1862 erlassen. Diese befahl allen Juden in Tennessee, Mississippi und Kentucky, binnen 24 Stunden die Bundesstaaten zu verlassen. Damals verbreitete sich der Verdacht, die Juden stünden auf der Seite der Südstaaten und würden sich beim Schmuggel mit ihnen beteiligen. Grant versuchte bereits vor dem Befehl, die Juden aus jenen Gebieten zu vertreiben, welche er mit seinen Truppen besetzte.

Die Juden ließen den Befehl jedoch nicht über sich ergehen. Sie schickten eine Gesandtschaft nach Washington, welche von Präsident Lincoln empfangen wurde. Am 7. Januar 1963 erhielt Grant die Anweisung des Präsidenten, seinen Befehl umgehend zurückzunehmen. Die öffentliche Meinung über Grants antisemitische Ansicht blieb trotz Erklärungsversuche seinerseits dennoch weiterhin erhalten.

Im Herbst 1863 folge Grants Ernennung zum Oberbefehlshaber der Unionsstreitkräfte. Diese wurden von den Südstaatlern in Chattanooga belagert. Grant schaffte es, den Belagerungsring erfolgreich zu durchbrechen. Als Folge ereignete sich die Schlacht von Chattanooga, bei welcher die konföderierte Tennessee-Armee von den Unionsstreitkräften in die Flucht geschlagen wurde. Die Bundesstaaten Kentucky und Tennessee galten von diesem Zeitpunkt an als gesichert. Der gesamte Südosten des Sezessionsgebietes sowie Georgia, welche von den Konföderierten beherrscht wurden, waren zudem merklich durch den Norden bedroht.

Seine Erfolge in der Schlacht von Chattanooga brachten Grant den Rang eines Generalleutnants ein. Nur George Washington sowie Winfield Scoot kamen bis dato ebenso in diese Ehre. Mit 17. April 1864 wurde Grant sogar zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Dadurch musste er sein Kommando im Westen abgeben.

Ulysses S. Grant im Januar 1864
Ulysses S. Grant im Januar 1864

In Virginia bewies Grant seine Hartnäckigkeit am Schlachtfeld. Während seine Vorgänger entweder die Schlachten verloren hatten oder zum Rückzug gezwungen wurden, schaffte er militärische Erfolge. Er entschied, andauernde Kämpfe zu führen und dadurch die Konföderierten in eine dauernde Defensivposition zu zwingen. Die von General Robert E. Lee, dem Oberbefehlshaber der Südstaatenarmee, angewandte Offensive war somit nicht mehr ausführbar.

Obwohl Grant mehrere Schlachten gewann, führte er eine sehr verlustreiche Strategie. Aus diesem Grund erhielt er in den eigenen Reihen die Bezeichnung „Schlächter“. Im Sommer 1864 schaffte er es dennoch, zunehmend militärisch Erfolge vorzuweisen. Er überschritt den Rapidan, verlor dabei aber 44.000 Männer. Auf Lees Seite waren lediglich 25.000 Gefallene zu verzeichnen. Nach der Schlacht in der Wilderness ordnete Grant einen Frontalangriff in der Schlacht von Cold Harbor an. Die Konföderierten verstecken sich in Schützengrabensystemen und sahen den Angriff als Mord an ihnen an. Dennoch war der Angriff als die erste „moderne Schlacht“ zu verstehen. Die Kriegsführung wurde später im Ersten Weltkrieg ebenfalls angewendet.

Grant wollte die Schlacht weiter schlagen. Doch seine Kommandierenden Generale weigerten sich, eine erneute Angriffswelle zu starten. Dadurch war er gezwungen, die Schlacht abzubrechen. Nach der Schlacht von Cold Harbor wollte Grant nach Richmond vorstoßen. Der direkte Weg war ihm jedoch nicht möglich, wodurch er die lange Belagerung von Petersburg ausführen musste. Petersburg war eine strategisch wichtige Stadt, welche südlich von Richmond lang.

Anfang April 1865 gelang es Grant schließlich, die Verteidigungslinie der Konföderierten an mehreren Stellen zu durchstoßen. Mit diesem Vorgehen brach nun die Verteidigung der Nord-Virginia-Armee endgültig zusammen, welche sich seit neun Monaten halten konnte. Die Armee rund um Lee musste sich daraufhin aus Petersburg zurückziehen. Wenige Tage nach der Besetzung von Petersburg musste Richmond ebenso evakuiert werden. Lees Truppen waren dadurch gezwungen, nach Westen zu marschieren. Dort wurden sie von der Unions-Kavallerie, welche von Grants engem Vertrauten und späterem Oberbefehlshaber Philip Sheridan angeführt wurden, eingeholt.

Lee gab sich dennoch nicht einer Niederlage hin. Er plante eine Vereinigung seiner Nord-Virginia-Armee mit den restlichen Männern der konföderierten Westarmee. Die Vereinigung sollte die Fortsetzung des Krieges ermöglichen. Das Vorhaben wurde allerdings durch die Potomac-Armee zunichtegemacht. Am 9. April 1865 gelang es Grant schließlich, dass General Lee mit seiner Nord-Virginia-Armee bei Appomattox Court Hous in Virginia die Kapitulation akzeptierte. Als Folge erhielt Grant am 25. Juli 1866 durch den Kongress den Rang des General of the Army of the United States. Der Rang wurde für ihn neu geschaffen. Grant blieb bis zu seiner Präsidentschaftskandidatur in dieser Position.

Seine Präsidentschaft

Grant galt trotz seiner Kriegsführung und der Verluste auf der Seite der Nordstaaten als ruhmreicher Kriegsheld. Auch die Südstaaten achteten ihn, da er General Lee trotz der Feindschaft ehrenhaft behandelte. Aus diesem Grund wurde er am 20. Mai 1868 in Chicago während der Convention der Republikanischen Partei als Präsidentschaftskandidat der Republikaner aufgestellt. Hierbei war keine nennenswerte Opposition vertreten. Der von Grant geführte Wahlkampf besaß das Motto „Let us have peace“. Das Motto prägte Grant selbst in jenem Brief, mit welchen er die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten akzeptierte. Die Demokratische Partei hingegen stellte Horatio Seymour auf.

Wahlplakat der Republikaner 1868
Wahlplakat der Republikaner 1868, M.B. Brown & Co. New York [Public domain]
Am Wahltag wurden insgesamt 5.715.082 Stimmen abgegeben, wobei Grant eine deutliche Mehrheit von ihnen erhielt. Somit gewann er die Präsidentschaftswahl und wurde offiziell zum 18. Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt. Auch in der Wiederwahl konnte er seine Position verteidigen, wodurch er vom 4. März 1869 bis einschließlich 4. März 1877 Präsident der USA war. Sein erster Vizepräsident während seiner ersten Amtszeit von 1869 bis 1873 war Schuyler Colfax. Als die zweite Wahl stattfand, wurde dieser gegen Henry Wilson als Vizepräsident ausgetauscht. Als Wilson im November 1875 verstarb, regierte Grant für den Rest seiner zweiten Amtsperiode allein. Dass kein neuer Vizepräsident gewählt oder ernannt wurde, hing damit zusammen, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine rechtliche Grundlage vorhanden war, welche eine nachträgliche Ernennung ermöglichte.

Präsident Ulysses S. Grant im Weißen Haus, 1869
Präsident Ulysses S. Grant im Weißen Haus, 1869, Mathew Brady [Public domain]
Während seiner Präsidentschaft musste Grant vermehrt mit Korruptionsskandalen kämpfen, welche bis dato ein unbekanntes Ausmaß annahmen. Sie reichten sogar bis in sein persönliches Umfeld, wobei Grant selbst keine Korruption unterstellt wurde. Vor allem traten der Steuerskandal um den Whiskey Ring, Steuer- und Korruptionsskandale in den Rängen seiner Minister und Goldspekulationen auf. Während manche Beschuldigten von ihrem Amt zurücktraten, mussten bei anderen Beteiligten wiederum Untersuchungen wegen des Verdachts auf Korruption eingeleitet werden. Grant verspürte gegenüber seinen Ministern jedoch eine extreme Loyalität. Aus diesem Grund scheute er, die Beschuldigten bei einer ineffektiven Amtsführung oder bei einer tatsächlichen Korruption zu entlassen.

Grants erste Amtszeit ging vorüber, während er in der Bevölkerung hohes Ansehen genoss. Die Republikanische Partei war aber aufgrund seiner Politik zwiegespalten. Ein Teil von ihnen war derartig enttäuscht, wodurch sie sich abspalteten und die Liberal Republican Party ins Leben riefen. Mit Horace Greeley als Spitzenkandidat trat die Partei beim Präsidentschaftswahlkampf 1872 an. Die neue Partei wurde sogar von der Demokratischen Partei unterstützt. Die Liberal Republican Party verfolgte dabei das Ziel, die bundesstaatlichen Interventionen sowie die Reconstruction in den Südstaaten zu beenden. Da sich die Demokraten der Wahlliste der neuen Partei anschloss, stellte sie selbst keinen eigenen Kandidaten bei der Wahl auf.

Greeley jedoch entpuppte sich als wenig begabter Wahlkämpfer. Seine Forderungen sowie seine Vergangenheit zum Bürgerkrieg sorgten dafür, dass er im Gegensatz zu Grant wenig Popularität aus der Bevölkerung erfuhr. Somit verlor Greeley die Wahl und Grant siegte mit 286 von 352 Wahlmännerstimmen, wodurch rund 56 Prozent der abgegebenen Stimmen für ihn waren. Der Wahltag sorgte zugleich für eine klare Mehrheit für die Republikanische Partei im Senat wie Repräsentantenhaus.

Da zu Grants Amtszeit eine dritte Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten nicht gesetzlich verboten war, hätte er sich erneut zur Wahl aufstellen lassen können. Dennoch verzichtete er 1875 in einem Brief an die Öffentlichkeit, sich noch einmal der Kandidatur zu stellen. Die Affären in seinem Kabinett sorgten zugleich, dass sein Ansehen innerhalb seiner Partei geschädigt war. Somit gab es in seiner eigenen Partei keine Mehrheit mehr für ihn.

Seine Politik

Grants Präsidentschaft stand unter der Herausforderung der Reconstruction, der Kriegsgefahr durch die Virginius-Krise, der gefährlichen Zuspitzung der Alabamafrage sowie der wirtschaftlichen Folgen des Gründerkrachs im Jahr 1873. Als er deshalb sein Kabinett ernannte, bemühte er sich, als Präsident über den Parteien stehend aufzutreten. Dies verärgerte allerdings die republikanischen Führer, da diese fest mit einem Ministerposten gerechnet hatten. Die führenden Personen der republikanischen Partei wurden aber bei der Kabinettsernennung nicht berücksichtigt. In seinem Kabinett zeigte sich deshalb eine hohe Personalfluktuation, wobei er mit Hamilton Fisch als Minister außenpolitische Erfolge verzeichnen konnte.

In seiner Innenpolitik orientierte sich Grant an seinem Vorgänger Lincoln. Er verfolgte eine Politik der Aussöhnung mit dem Süden. 1870 schaffte er es schließlich, den 15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten erfolgreich durch den Kongress zu bringen. Der

Zusatzartikel garantierte allen ehemaligen Sklaven nicht nur die vollen Bürger-, sondern ebenso die vollen Wahlrechte. Dennoch lehnte der Mehrheit der weißen Bevölkerung im Norden wie im Süden den Zusatzartikel ab.

Mit April 1871 trat durch Grant der Enforcement Act of 1871, ebenfalls unter Ku Klux Klan Act bekannt, in Kraft. Durch den Akt hatte Grant das Recht, das Kriegsrecht in Bundesstaaten zu verhängen und den Habeas Corpus auszusetzen. Während seiner Präsidentschaft kam es vermehrt zu gewaltsamen Übergriffen auf die schwarze Bevölkerung der Südstaaten. Obwohl er das Recht hatte, machte Grant nicht bei jedem Übergriff von ihm Gebrauch.

Zugleich kündigte er bereits in seiner Antrittsrede einen Kurswechsel in der Indianerpolitik an. Die Indianer sollten in geschützten Reservaten leben, dort an die Lebensweise der Weißen herangeführt und dadurch zur Landwirtschaft ermutigt werden. Das Bureau of Indian Affairs wurde folglich durch Grant mit Ely Samuel Parker, einem Brigadegeneral und zugleich einem Seneca-Indianer, besetzt. Parker galt dadurch als erster Ureinwohner in dieser Position.

Sein Nachleben

Da er nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit auf eine erneute Kandidatur verzichtete, beschloss Grant, gemeinsam mit seiner Frau durch die Welt zu reisen. Während seiner zweijährigen Weltreise besuchte er unter anderem Japan und Europa. Dennoch wollte er erneut bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 1880 als Kandidat für die Republikanische Partei antreten. Jedoch scheiterte er, da an seiner Stelle James A. Garfield nominiert wurde.

Was waren Ulysses S. Grants Erfolge?

Er galt als Kriegsheld des Sezessionskriegs in den USA. Zugleich plante er die Reconstruction der Südstaaten.

Grant versuchte stattdessen, in der Investmentbranche Fuß zu fassen. Dies scheiterte aber aufgrund eines betrügerischen Partners. Als Folge ging Grant Bankrott. Der berühmte Autor Mark Twain ermutigte ihn schließlich, seine Memoiren zu schreiben. Diese schloss er eine Woche vor seinem Tod ab. Seine Memoiren wurden ein großer Publikumserfolg, wodurch die Familie Grant eine finanzielle Sicherheit erlangte.

Ulysses S. Grant Statue
Ulysses S. Grant Statue im Grand Park.

Grant verstarb am 23. Juli 1885 in Wilton im Bundesstaat New York. Die Todesursache war Kehlkopfkrebs, möglicherweise durch seinen Zigarettenkonsum von 20 Stück pro Tag verursacht. Grant und seine Frau wurden im Grant’s Tomb, dem größten Mausoleum in Nordamerika, in New York City beigesetzt. Zu seinen Ehren wurden unter anderem Stiftungen, Denkmäler und Parks nach ihm benannt. Bis heute ziert sein Porträt die 50-Dollar-Banknote in den USA.

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