Wer war Zachary Taylor?

Ein Kriegsheld und ein früher Tod als Präsident

Zachary Taylor
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„Hör auf zu jammern und trink Deinen Whisky…“ Es war die raue Sprache des Soldaten, die zu Zachary Taylor ebenso gehörte wie dessen ausgeprägtes Pflichtbewusstsein. Vor allem aber waren es die Siege auf den Schlachtfeldern, die diesen Mann zu einem amerikanischen Helden werden ließen. Die Menschen seines Landes schauten zu Zachary Taylor auf, denn der hatte in diversen Kriegen des frühen 19. Jahrhunderts sein militärisches Talent bewiesen und in der blutigen Auseinandersetzung des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges eine Armee ins Feld geführt. Oft schaute Taylor dem Verderben ins Auge, doch die Ironie seines ganz persönlichen Schicksals wollte es, dass er nicht als Soldat gestorben ist sondern als Präsident der Vereinigten Staaten. Als seine Ärzte ihm an einem frühen Tag im Juli des Jahres 1850 mitteilten, dass er lebensbedrohlich erkrankt sei, sagte er zu seiner Frau: „Ich habe immer meine Pflicht getan – nun bin ich bereit, zu sterben. Mein einziges bedauern sind die Freunde, die ich verlassen muss.“

Steckbrief: Zachary Taylor

  • Zachary Taylor, by possibly Maguire of New Orleansderivative work: Beao [Public domain]
    Zachary Taylor, by possibly Maguire of New Orleansderivative work: Beao [Public domain]
    Name: Zachary Taylor
  • Geburtsdatum: 24. November 1784
  • Geburtsort: Barboursville, Orange County, Virginia
  • Ehepartnerin: Margaret Taylor (verh. 1810–1850)
  • Kinder: Sarah Knox Taylor, Mary Elizabeth Bliss, Ann Mackall, Richard Taylor, Margaret Smith
  • Eltern: Richard Taylor, Sarah Dabney Taylor
  • Sternzeichen: Schütze
  • Sterbedatum: 9. Juli 1850
  • Sterbeort: Washington D.C.

Kindheit und Jugend

Das Leben im Grenzland und das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein

Sein Weg als Armeeoffizier an diversen amerikanischen Außenposten war Zachary Taylor keineswegs in die Wiege gelegt, denn er wuchs in der Obhut einer wohlhabenden Familie auf einer Farm im Grenzland von Kentucky auf. „Frontier“ nannten die Menschen im sogenannten „Wilden Westen“ der Vereinigten Staaten jene Region, die über Jahrhunderte das Territorium der indianischen Urbevölkerung war. Das Leben der weißen Siedler westlich des Mississippi war im 19. Jahrhundert sehr oft der Kampf ums nackte Dasein. Unter dem Frontiererlebnis verstanden die meisten Amerikaner das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein. Wer im Land zwischen den beiden Ozeanen nicht nur überleben wollte sondern auch nach dem ganz persönlichen Erfolg trachtete, der benötigte neben einem harten Kern auch den Willen, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen. Historiker sehen darin einen der Grundpfeiler des amerikanischen Gesellschaftssystems und der Demokratie.

Nach der Tätigkeit als Offizier wurden den Taylors Land geschenkt

„Montebello“ nannten die Taylors ihre Plantage im Orange County in Virginia. Dort kam Zachary am 24. November 1784 als drittgeborener Sohn unter insgesamt neun überlebenden Kindern zur Welt. Sein Vater Richard diente während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges als Offizier in der Kontinentalarmee und war zwischenzeitlich auch Abgeordneter in der Virginia General Assembly. Gemeinsam mit seiner Frau Sarah Dabney Taylor war der Farmer stolz auf die Tradition seiner Familie, die seit eineinhalb Jahrhunderten in Amerika lebte. Ihren Wohlstand verdankten die Taylors nicht allein ihrem Fleiß sondern auch einer größeren Landschenkung. Für seine Tätigkeit als Offizier erhielt Richard Taylor Grund und Boden unweit von Louisville in Kentucky. Zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes Zachary weilte Richard Taylor in Louisville, um sich dort um den Aufbau seiner Farm zu kümmern. Seine erste Plantage in der Tidewater-Region gab er auf, weil die jahrelange Ernte von Tabak dort den Boden ausgelaugt hatte. Nach sieben Monaten holte Richard Taylor seine Familie im August 1785 nach. Dort, auf der 160 Hektar großen Plantage „Springfield“ sah er erstmals seinen Sohn Zachary.

Ausbildung und Studium

Der Umzug in ein Backsteinhaus und eine unleserliche Handschrift

Es waren unruhige Zeiten, denn die europäischen Siedler in der Umgebung von Louisville sahen sich ständigen Angriffen der Indianer ausgesetzt. In den Augen der Weißen waren die Indianer „Wilde“, denen man die eigene Kultur und Religion aufzwingen sollte. Doch bis zum legendären Sieg von Anthony Wayne in der Schlacht von Fallen Timbers im Jahr 1794 waren die Siedler ständig auf Hut. Zachary Taylor wuchs in diesem Geiste auf und sah in seinem Vater ein Vorbild. Der hatte allerdings nur eine mäßige Bildung genossen, und obwohl er Friedensrichter und Abgeordneter war und als Boden-Spekulant erstaunliche Erfolge verbuchte, wurde ihm erst spät Lesen und Schreiben beigebracht. Doch die Bildung seiner Kinder lag dem Patron der Familie am Herzen. Nachdem die Taylors zunächst eine Hütte im Wald bezogen hatten, zogen sie mit steigendem Wohlstand in ein ansehnliches Backsteinhaus. Vater Richard Taylor besaß in diesen Jahren 26 Sklaven. Sein Sohn Zachary wurde von seiner Mutter Sarah Dabney unterrichtet, doch seine Handschrift blieb weitgehend unleserlich. Auch noch zu dem Zeitpunkt, als er das Amt des amerikanischen Präsidenten bekleidete.

Die erste Aufgabe bei der Army: Rekrutierung von Freiwilligen

Als sein ältester Bruder William im Februar 1807 zum Artillerieoffizier befördert wurde, stand für den nunmehr knapp 23-jährigen Zachary Taylor fest, dass auch er eine militärische Karriere anstreben wollte. Als er sich bei der United States Army bewarb, kam ihm der Umstand entgegen, dass die Amerikaner wegen der akuten Kriegsgefahr mit Großbritannien ihr Kontinent an Soldaten stark erhöhten. Taylor erhielt ein Offizierspatent und verpflichtete sich für fünf Jahre. Später diente er als Oberleutnant im 7. Infanterieregiment unter dem Kommando von William Russell. Es war seine erste Aufgabe, Freiwillige in Washington und in Kentucky anzuwerben. Als er eine Kompanie rekrutiert hatte, verstärkte er mit seinen jungen Soldaten die Truppen von Brigadegeneral James Wilkinson in New Orleans. Im Jahr 1808 erhielt Taylor den Auftrag, die Garnison in Fort Pickering im heutigen Memphis zu befehligen. In der sumpfigen Region von Terre aux Boeufs erkrankte er an Gelbfieber und wurde auf Heimaturlaub geschickt, um sich zu erholen.

Ehe und Nachkommen

Das Hochzeitsgeschenk des Schwiegervaters: 130 Hektar Land

Während der Zeit seiner Genesung begegnete Zachary Taylor seiner späteren Frau Margaret Mackall Smith. Alle in ihrer Familie nannten diese nur „Peggy“. Sie stammte aus Calvert County in Maryland und war eine streng gläubige Episkopalistin. Den jungen Oberleutnant lernte „Peggy“ kennen, als sie ihre Schwester besuchte. Als die beiden heirateten, schenkte „Peggys“ Vater dem Jung-Ehemann als Hochzeitsgabe 130 Hektar Land. Nach ihrer Trauung am 21. Juni 1810 blieb Taylors Frau noch einige Zeit auf der Farm und gebar dort ihre erste Tochter, namens Ann. Im Laufe ihrer Ehe schenkte sie noch fünf weiteren Kindern das Leben, von denen vier das Alter von Erwachsenen erreichten. Zachary Taylor war inzwischen zu seiner Einheit zurückgekehrt und zum Hauptmann befördert. Die Kriegsgefahr mit Großbritannien war mittlerweile abgeebbt, doch Taylor erhielt den Befehl, sich ins Indiana-Territorium zu begeben. Dort sollten seine Truppen die Siedler gegen Überfälle der Indianer schützen. Taylor erhielt das Kommando über Fort Knox am Wabash River.

Militärische Laufbahn

Der charismatische Häuptling Tecumseh vom Stamm der Shawnee

Zachary Taylor, by James Lambdin, [Public domain]
Zachary Taylor als General, by James Lambdin [Public domain]
Das Fort, auf einem Hügel über dem Fluss gelegen, war seit jeher von strategisch wichtiger Bedeutung. Im Jahr 1803 hatte die Bundesregierung zweihundert amerikanische Dollar genehmigt, um die Palisaden der in die Jahre gekommenen Anlage zu verstärken. Fort Knox hatte einen zweifelhaften Ruf, seitdem ein gewisser Captain Thorton Posei dort seinen Stellvertreter erschossen hatte. Zachary Taylor übernahm die Aufgabe, dort die militärische Disziplin herzustellen – was ihm offensichtlich gelang. Im Juni 1812 erklärte der amtierende amerikanische Präsident James Madison dem Vereinigten Königreich den Krieg. Ausschlaggebend dafür war die Überzeugung der Administration, dass Großbritannien die Indianer gegen die Vereinigten Staaten aufstachelte. Es waren vor allem die Indianer vom Stamm der Shawnee, die sich um ihren charismatischen Häuptling Tecumseh scharten und mit ihm davon träumten, den weißen Siedlern den Garaus zu machen. In der Schlacht am Wabash River hatte Tecumseh im Jahr 1791 den größten aller indianischen Kriege gegen die Amerikaner gewonnen.

Eine Würdigung durch den Präsidenten und die Beförderung zum Major

Unter einem ungünstigen Stern stand für Taylor der Marsch seiner Rekruten zum am Ostufer des Wabash Rivers gelegenen Fort Harrison. Seine Soldaten litten unter diversen Krankheiten. Mit einer stark dezimierten Truppe sah sich Taylor einer Übermacht der Indianer gegenüber. Als diese sich mit einer weißen Flagge dem Stützpunkt näherten, ahnte Taylor, dass es sich dabei um eine Falle handelte. Gegen Mitternacht setzten die Indianer eine hölzerne Hütte im Fort in Brand, doch Taylor gelang es mit seinen Soldaten, alle Attacken abzuwehren. Seine Umsicht sprach sich bis ins Weiße Haus herum, und Präsident Madison würdigte Taylors Einsatz mit der Beförderung zum Major im Brevet-Rang. Im Indiana-Territorium wurde damit auch der Vormarsch der Briten mit ihren verbündeten indianischen Kämpfern gestoppt. Im Spätherbst des Jahres 1812 kehrte Taylor nach einem Heimaturlaub zurück und erreichte mit seiner Familie Fort Knox. Dort kam seine zweite Tochter Sarah zur Welt.

Auf seiner Farm holte Taylor schon bald die Langeweile ein

Der Krieg gegen die Briten und gegen die Indianer verlagerte sich im Laufe der Zeit immer mehr ins obere Tal des Mississippi. Dort befehligte General Benjamin Howard die Truppen und erhielt die Unterstützung durch Zachary Taylor. Als Howard schwer erkrankte, übertrug er Taylor das Oberkommando. Mit dem Frieden von Gent endete am 1. März 1815 der Krieg, und Taylor quittierte seinen Dienst bei der Army. Doch auf seiner Farm und im Kreis seiner Familie holte ihn schon bald die Langeweile ein. Und so sagte er „ja“, als ihm am 17. Mai 1816 die Position eines Majors im 3. Infanterieregiment angeboten wurde. Nach der Geburt seiner Tochter Octavia übernahm er in Detroit seinen Job, um im darauffolgenden Frühjahr das Kommando über Fort Howard am Fox River zu übernehmen. Diese Gegend wurde insbesondere von französischen Siedlern bewohnt, und die Festung war ursprünglich errichtet worden, um die Indianer der Umgebung einzuschüchtern. Mit den Spitzen der amerikanischen Politik kam Taylor erstmals in Berührung, als er dem neuen Präsidenten James Monroe und General Andrew Jackson bei einem Frühstück gegenübersaß.

Die Gefangennahme des legendären Häuptlings Black Hawks

In den darauffolgenden Jahren wurde Taylors Regiment in die Nähe des Stammesgebiets der Choctaw-Indianer verlegt. Seine Familie hatte inzwischen Unterschlupf bei der Schwester seiner Frau in St. Francisville in Louisiana gefunden, wo alle an Malaria erkrankten. Die beiden jüngsten Töchter von Zachary Taylor überstanden diese Infektion nicht. Für den Berufssoldaten folgten Stationen als Garnisonskommandant in New Orleans, ehe er im Mai 1832 in Fort Armstrong die Nachfolge des verstorbenen Oberst Morgan als Kommandant des 1. Infanterieregiments antrat. Und wieder war es ein Krieg gegen die Indianer, die Taylors militärischen Einsatz erforderte. Weiße Siedler hatten das Territorium der Sauk und Winnebago erreicht, und die Indianer wehrte sich unter der Leitung des legendären Häuptlings Black Hawks. Der wurde schließlich am westlichen Ufer des Mississippi nach einer für die Indianer verlorenen Schlacht gefangen genommen.

Die Tragödie der Sarah Taylor während ihrer Hochzeitsreise

Vor dem Hintergrund der Kriege gegen die Indianer gab es eine Liebesbeziehung zwischen Taylors Tochter Sarah und seinem Adjutanten Davis. Der Vater lehnte eine Hochzeit rigoros ab, weil er keinem seiner weiblichen Familienmitglieder eine Ehe mit einem Offizier zumuten wollte. Zachary Taylor hatte am eigenen Leibe erfahren, wie sehr der Job eines Soldaten das Leben erschwerte. Doch Sarah ließ sich von ihrem Entschluss, den militärischen Begleiter ihres Vaters zu heiraten, nicht abbringen. Die Hochzeit fand im Hause einer Tante der Braut statt, und Taylor gab seine ablehnende Haltung auf. Doch während der Hochzeitsreise am Ufer des Mississippi erkrankten die Jungverheirateten an Malaria. Sarah starb am 15. September 1835 – es war eine Tragödie, die Zachary Taylor kaum verkraftete. Er stürzte sich in seine Aufgaben und steuerten auf den sogenannten Zweiten Seminolenkrieg zu. Nach dem Ende der blutigen Auseinandersetzungen diente Taylor im Fort Gibson, das wegen seiner Bedingungen bei den Soldaten wenig beliebt war und im Indianer-Territorium lag. Die von ihren Weidegründen vertriebenen Indianer wurden bis dort deportiert. Unter Taylors Kommando entstanden die Forts Scott und Washita.

Der Aufstieg zum nationalen Helden im Krieg gegen die Mexikaner

Während seines Heimaturlaubs verkaufte Zachary Taylor drei seiner Plantagen in Mississippi und Louisiana und erwarb die achthundert Hektar große Plantage „Cypress Grove“ in der Nähe von Natchez. Es befanden sich nun achtzig Sklaven im Familienbesitz. Taylor hatte sich inzwischen den Ruf eines Helden der Indianerkriege erworben. Gleichzeitig ließ er aber auch sein Verständnis für die Notlage der indianischen Bevölkerung durchblicken. Als Soldat bewunderte er deren Taktik im Guerillakrieg. Zu einer nationalen Berühmtheit wurde Taylor schließlich im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg zwischen 1846 und 1848. Mit seiner Artillerie besiegte er bei Palo Alto die zahlenmäßig größeren mexikanischen Streitkräfte. Zu einer vorentscheidenden Schlacht kam es unter der Führung von Taylor in Monterrey, wo die mexikanischen Verteidiger der eigentlich als uneinnehmbar geltenden Stadt schwere Verluste hinnehmen mussten. „Old Zack“ nannten die Amerikaner ihren im Krieg erfolgreichen Helden, und er wurde bereits mit George Washington und Andrew Jackson verglichen.

Politischer Aufstieg

Der bekennende Nationalist und das Werben eines „Königsmachers“

Die Legenden um Zachary Taylor nahmen kein Ende, und an den Lagerfeuern erzählte man sich die Geschichten von diesem Mann auf seinem geliebten Pferd „Old Whitey“. Die Historiker der Vereinigten Staaten sind sich nicht einig, wann sich der Held der Schlachten zur Präsidentschaftskandidatur entschloss. Tatsache ist, dass sich Taylor zunächst als Soldat und weniger als Politiker verstand. Der Kongressabgeordnete Alexander Hamilton Stephens soll der erste gewesen sein, der versuchte, Taylor für die Kandidatur zu gewinnen. Doch es gab auch Gegner, denn so mancher im Norden der Vereinigten Staaten konnte sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, einen Sklavenhalter im Weißen Haus zu wissen. Dann gab es da aber auch Taylors alten Weggefährten und Freund, den Senator John J. Crittenden aus Kentucky, der den Ruf hatte, innerhalb der Whigs-Party eine Art Königsmacher zu sein. Als dieser Taylor als einen „Kandidaten des Volkes“ vorschlug, gab der Umworbene zu bedenken, er selbst habe in seinem Leben noch nie gewählt.

Ein Mann „ohne Rücksicht auf Prinzipien und Glaubensbekenntnisse“

Als der Nominierungs-Konvent der Whigs für die Präsidentenwahl des Jahres 1848 bevorstand, legte Zachary Taylor seine zunächst ablehnende Haltung und seine persönlichen Zweifel allmählich zu den Akten. Zur Frage der Sklaverei deutete er an, dass er im Falle seiner Wahl als Präsident der Vereinigten Staaten die Sklaverei verbieten wolle. Das rief vor allem die Vertreter der Südstaaten auf den Plan. Die einflussreichen Repräsentanten der Whigs wussten, dass Taylor über eine sehr starke nationale Anziehungskraft als Kriegsheld verfügte. Für sie war dieser Kandidat ein Mann „ohne Rücksicht auf Prinzipien und Glaubensbekenntnisse“. Seine Sympathisanten führten in seinem Namen daraufhin einen heftigen Wahlkampf. Kurioserweise hielt sich Taylor selbst zurück. Wohl wissend, dass ihm trotz seiner militärischen Erfolge eigentlich das Wissen und die Erfahrung fehlten, um das höchste Amt im Staate ausfüllen zu können.

Präsidentschaft (1849 – 1850)

Zum ersten Mal regierte ein Berufssoldat im Weißen Haus

Präsidentenporträt von Zachary Taylor im Weißen Haus, by White House [Public domain]
Präsidentenporträt von Zachary Taylor im Weißen Haus, by White House [Public domain]
Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika wählten die Menschen des Landes ihren Präsidenten am gleichen Tag. Am 7. November 1847 gaben 72,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Taylors Konkurrenten waren Senator Lewis Cass, der Senator aus Michigan und der Ex-Präsident Martin van Buren. Letztlich waren es die Schlüsselstaaten New York und Pennsylvania, die Zachary Taylor die Mehrheit im Wahlmännerkollegium sicherten. Erstmals regierte im Weißen Haus ein Berufssoldat. Bis zum 31. Januar 1849 blieb Taylor im aktiven Dienst – wohl auch deshalb, um sich den Sold als Generalmajor zu verdienen. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt ließ Zachary Taylor keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich keinesfalls den Whig-Prinzipien beugen werde. Er wollte nicht eine Marionette der Parteiführer im Kongress sein. Vielmehr verstand er die Position des ersten Mannes im Staate so, als stünde er über die Parteien und über deren Politik. Allerdings erntete er Gegenwind, als er sich weiterhin rustikal gebärdete. So, als kämpfe er noch immer gegen die Indianer.

Die Sklavenfrage drohte die Partei der Whigs zu spalten

Taylors Frau Margaret hatte während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges ein Gelübde abgelegt. Danach wollte sie alle größeren Gesellschaften meiden, wenn ihr Mann heil aus dem Krieg heimkehren würde. Nach dem Einzug ihres Mannes ins Weiße Haus mied sie dann die Öffentlichkeit. Für sie erfüllte ihre Tochter Mary Elizabeth mit ihrem Mann William Wallace Smith, der als Privatsekretär dem Präsidenten zur Seite stand, die Aufgaben einer „First Lady“. Während seiner Amtszeit verlor Zachary Taylor immer mehr den Rückhalt bei den Wählern des Südens. Die Sklavenfrage drohte die Partei der Whigs zu spalten, und einige Vertreter des Südens drohten mit einer Sezession. Und Taylor drohte seinerseits, er werde den geltenden Gesetzen treu bleiben und notfalls selbst eine Armee zur Durchsetzung des Rechts anführen. Dass es in der Sklavenfrage schließlich im Jahr 1850 zu einem Kompromiss kam, sollte Zachary Taylor nicht mehr erleben.

Lebensende

Die Einweihung des Washington Monuments und der Tod Taylors

Am frühen Nachmittag des 4. Juli 1850, dem amerikanischen Nationalfeiertag, war Zachary Taylor Augenzeuge der Grundsteinlegung des Washington Monuments, einem weißen Turm aus Marmor in der Form eines ägyptischen Obelisken. Ursprünglich sollte dieser bereits zum hundertsten Geburtstag von George Washington errichtet werden. Doch es gab eine Finanzierungslücke, die erst gestoppt werden konnte, als die Freimaurerloge die erforderlichen Mittel auftrieb. Taylor wohnte der Zeremonie bei hohen Temperaturen bei und harrte unter der Sonne zwei Stunden lang ungeschützt aus. Danach kehrte er zu Fuß ins Weiße Haus zurück und nahm eisgekühlte Mich, Wasser und größere Mengen Kirschen zu sich. Dabei ignorierte er offenbar die Warnungen der Behörden, die wegen der mangelnden Hygiene des Trinkwassers den Ausbruch einer Cholera-Epidemie befürchteten. Taylor erkrankte an einer schweren Gastroenteritis, worauf ihn ein Militärarzt mit Opium und Kalomel behandelte. Doch der Zustand des amerikanischen Präsidenten verschlechterte sich zusehends. Am Abend des 9. Juli verlor er das Bewusstsein und starb. Gleichzeitig unterbrach der Kongress seine laufende Sitzung. Am nächsten Tag wurde Vizepräsident Millard Fillmore als 13. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Ehrungen und Denkmäler

Hunderttausend Amerikaner begleiteten den Trauerzug

Haus, indem Zachary Taylor aufwuchs, by Bedford at English Wikipedia [Public domain]
Gegner und Freunde des gestorbenen Präsidenten waren in der Trauer um einen außergewöhnlichen Menschen und Soldaten vereint. Nach der Aufbahrung im East Room des Weißen Hauses wurden die sterblichen Überreste des Zachary Taylor auf dem Congressional Cemetery in der Hauptstadt beigesetzt. Hunderttausend Amerikaner begleiteten den Trauerzug sowie den Leichenwagen, der von acht weißen Pferden gezogen wurde. Alle militärischen Einrichtungen der Umgebung schossen Salut. „Old Whitey“, das legendäre Pferd des Kriegshelden, begleitete den Trauerzug mit den verkehrt in die Steigbügel gesteckten Stiefeln Taylors. Wenige Wochen später wurde der Leichnam nach Kentucky überführt und am 4. November 1850 in ein Mausoleum auf dem Familienfriedhof umgebettet. Da es über ein Jahrhundert lang Gerüchte gab, Taylor sei vergiftet worden, kam es 1991 zu einer Exhumierung. Eine Untersuchung ergab, dass der Präsident eines natürlichen Todes starb. Taylors Präsidentschaft war zu kurz, um Wesentliches zu bewirken. Das Haus, in dem er aufwuchs, erhielt den Status einer National Historic Landmark und der Vulkan Mount Taylor in New Mexico trägt seit 1849 seinen Namen.

Häufige Fragen und Antworten

Was war die Todesursache von Zachary Taylor?

Er starb offenbar an den Folgen einer Gastroenteritis.

Wo wurde Zachary Taylor geboren?

In Barboursville in Virginia.

Wann ist Zachary Taylor gestorben?

Am 9. Juli 1850 in Washington.

Wie groß war Zachary Taylor?

Er hatte eine Körpergröße von 173 Zentimetern.

Wann wurde Zachary Taylor geboren?

Am 24. November 1784.

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