James Madison

James Madison: Aufklärer und Vater der amerikanischen Verfassung

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In der Zeit von 1809 bis 1817 war James Madison der vierte Präsident der USA. Wie seine Vorgänger George Washington, John Adams und Thomas Jefferson gehörte auch er zu den Gründungsvätern der damals noch jungen und weitgehend unerschlossenen Vereinigten Staaten von Amerika.

Während Thomas Jefferson als Urheber der Unabhängigkeitserklärung gilt, kam James Madison eine wichtige Rolle hinsichtlich der Formulierung der Verfassung und der Bill of Rights, der ersten zehn Zusatzartikel der Verfassung zu. Unter seinem Vorgänger Thomas Jefferson diente er als Außenminister. In diese Zeit fiel der Kauf der Kolonie Louisiana, die einen großen Landgewinn einbrachte und die Entwicklung der jungen Nation vorantrieb.

James Madison
Steckbrief: James Madison by John Vanderlyn [Public domain]

Steckbrief: James Madison

  • Name: James Madison
  • Geburtsdatum: 16. März 1751
  • Geburtsort: King George County, Virginia, USA
  • Beruf: Politiker
  • Eltern: Nelly Conway Madison, James Madison Sr. (Oberst, Pflanzer, Politiker)
  • Ehefrau: Dolley Madison
  • Kinder: John Payne Todd
  • Todesdatum: Dienstag, 28. Juni 1836
  • Sterbeort: Montpelier, Virginia, USA
  • Grabstätte: Madison Family Cemetery, Madison’s Montpelier Estate, Montpelier Station, Virginia, USA
  • Sternzeichen: Fische

Wie Thomas Jefferson war auch James Madison ein überdurchschnittlich gebildeter Mann, der durch zahlreiche politische Schriften positiv auffiel und mit diesen Dokumenten einen umfangreichen politischen Nachlass für die Nachwelt hinterließ. Zu diesen politischen Schriften gehören die Federalist Papers, eine Dokumentensammlung die aus 85 Essays und Artikeln besteht. Mitautor war Alexander Hamilton.

Ein interessantes geschichtliches Detail am Rande: Alexander Hamilton war der erste Finanzminister der USA im Kabinett des ersten Präsidenten George Washington. Mit Thomas Jefferson trug er eine jahrelange parteipolitische Fehde aus, an der auch James Madison beteiligt war.

Während Jefferson und Madison zwei Gründer der späteren demokratisch-republikanischen Partei waren, stand Alexander Hamilton auf der Seite der Föderalisten. Wie seine nicht minder berühmten Zeitgenossen durchlief auch James Madison eine beachtliche Karriere in der Politik, bevor er schließlich zum Außenminister und US-Präsidenten gewählt wurde.

1751 bis 1772 Kindheit und Schulzeit

Wie viele der Gründerväter kam auch James Madison aus dem tiefen Süden der USA. Er wurde eine wohlhabende Pflanzerfamilie in Virginia hineingeboren, die auf der Belle Grove Plantage in der Nähe von Port Conway lebte. Dort erblickte James Madison am 16. März 1751 als ältestes von 12 Kindern das Licht der Welt. Da die Medizin zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckte, waren auch wohlhabende Familien wie die Madisons von einer hohen Kindersterblichkeitsrate betroffen und so erreichten nur sechs Kinder das Erwachsenenalter.

Die Familie seines Vaters war seit einigen Generationen erfolgreich in der Tabakanpflanzung tätig. Diese Familientradition führte Madison Senior weiter und kaufte Land hinzu, nachdem er die elterliche Plantage Mount Pleasant geerbt hatte. Die Familie von James Madisons Mutter war gleichfalls im Tabakgeschäft tätig, allerdings nicht als Pflanzer, sondern als Händler.

In seiner späteren politischen Karriere stand James Madison vor demselben Problem wie einige seiner Mitstreiter, zum Beispiel George Washington und Thomas Jefferson. Er verstand sich als Politiker im Sinne der Aufklärung und bereitete der Demokratie Amerikas den Weg. Auf der anderen Seite war sein Vater und später auch er Sklavenbesitzer. Schon einhundert Jahre nach seiner Geburt sollte die Sklavenfrage die Nation entzweien.

Im Alter 11 bis 16 Jahren erhielt James Madison Privatunterricht bei Donald Robertson, einem renommierten Lehrer, der bereits viele Kinder wohlhabender Plantagenbesitzer unterrichtet hatte. Besonders gut beherrschte er Griechisch und Latein, Mathematik und Geografie. Im College of New Jersey wandte er sich erneut den klassischen Geisteswissenschaften zu und begeisterte sich für Hebräisch und die Philosophie.

1772 bis 1778: Collegezeit, Unabhängigkeitskrieg und erste politische Tätigkeiten

1772 kehrte James Madison auf elterliche Plantage zurück und wusste nicht so recht, was er mit sich und seiner Zukunft anfangen sollte. Nach wie vor war er mehr den klassischen Sprachen wie Latein, Griechisch und Hebräisch und den damit verbundenen antiken Lehren und Philosophien verbunden. In dieser Zeit kam er mit der Bewegung Age of Enlightment in Berührung und zeigte sich sogleich begeistert, da diese sein eigenes revolutionäres Gedankengut vertrat.

Der Ursprung dieser Bewegung geht auf das Europa des 18. Jahrhunderts zurück, das sich durch die revolutionären Bewegungen stark im Umbruch befand. Gründer dieser Bewegung waren Intellektuelle, die sich in der Tradition der sogenannten Aufklärung bewegten, die sich einige Jahre später auch im noch jungen Amerika etablieren sollte.

Die zentrale Idee dieser Bewegung war, die absolutistischen Machtansprüche der europäischen Adelshäuser zu durchbrechen und dem gemeinen Volk endlich eine Stimme zu geben. Zu dem revolutionären Gedankengut gehörten solche Punkte wie Freiheit, Glück, Gleichheit, Fortschritt, Einigkeit und Brüderlichkeit für alle Menschen. Die Age of Enlightment-Bewegung nahm damit die Ausrichtung und Politik der Unabhängigkeitsbewegung und der amerikanischen Verfassung voraus. Sie trat zudem für die Abschaffung der Monarchie und einer strengen Trennung von Kirche und Staat ein.

Vorgeschichte der politischen Fehde zwischen Demokraten und Föderalisten

Im Gegensatz zu vielen weiteren Söhnen wohlhabender Südstaatenfamilien besuchte James Madison nicht das renommierte College William & Mary in Williamsburg, denn hier war das Klima zu heiß und feucht für den jungen Mann, der seit frühester Kindheit unter diversen Krankheiten und Beschwerden litt. Besonders gefährdet war er durch Epilepsie.

Im College machte er die Bekanntschaft von Philip Freneau, einem amerikanischen Poeten und Nationalisten, der sich nicht scheute, anzuecken. Wie James Madison und Thomas Jefferson beteiligte auch er sich am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, indem er seine kulturelle Bildung nutzte und einige Artikel gegen das britische Mutterland verfasste.

Nach Abenteuern im Ausland kehrte er nach Amerika zurück, um die patriotischen Bemühungen vieler seiner Zeitgenossen in Wort und Schrift zu unterstützen. In James Madison und Thomas Jefferson fand Philip Freneau die idealen Mitstreiter, denn diese holten ihn nach Philadelphia, um an einer neugegründeten Partisanenzeitung mitzuarbeiten. Diese Partisanen-Zeitungen waren die ersten Kolonialzeitungen, die jedoch schon bald zu einem hohen politischen Einflussfaktor wurden. Die Artikel der begabten Jungpolitiker richteten sich gegen die Föderalisten um Alexander Hamilton.

Bereits einige Jahre vor der Parteigründung im Jahr 1791 zeichneten sich die Differenzen zwischen den beiden politischen Lagern ab, die sich schließlich zu einer Fehde auswuchs, die auch dann noch anhielt, als die Männer bereits wichtige politische Ämter inne hatten. Zudem sah Thomas Jefferson in Alexander Hamilton auch so etwas wie seinen persönlichen Gegner. Daher kam ihm die Freundschaft zwischen James Madison und Philip Freneau durchaus nicht ungelegen.

Die neu gegründete National Gazette dieser politischen Talente richtete sich jedoch nicht ausschließlich gegen die Politik der Föderalisten, sondern scheute auch nicht vor scharfer Kritik an dem hoch verehrten ersten Präsidenten George Washington zurück. Obwohl es neben ihm noch einige weitere Gründerväter gab, wird George Washington noch heute als Vater Amerikas bezeichnet. Zum damaligen Zeitpunkt konnten sich viele Bürger das noch junge Amerika ohne George Washington nicht vorstellen.

Interessanterweise gehörte dieser während seiner gesamten Amtszeit keiner der beiden noch jungen, aber bereits etablierten Parteien an. Politisch neigte er dem britischen Staatsverständnis zu, was ihn bei den glühenden Unabhängigkeitsverfechtern Madison, Jefferson und Freneau nicht gerade beliebt machte. Thomas Jefferson hatte dagegen während seiner Zeit als Botschafter in Paris Sympathien für die Bewegung der Französischen Revolution gezeigt. Auch Madison war diesem revolutionären Gedankengut nicht abgeneigt. Und so häufte sich die Kritik an dem Präsidenten in der neu gegründeten Kolonialzeitung.

George Washington erhielt den Beinamen „The Föderalist“, weil er sich für die Einrichtung einer über allen Bundesstaaten stehenden nationalen Autorität einsetzte. Damit war er einer der geistigen Väter der Federalist Party, dem politischen Gegenstück von Jeffersons republikanischen Demokraten. Im Gegensatz zu einigen seiner politischen Mitstreiter konnte sich James Madison jedoch nicht für das Gebiet der Rechtswissenschaften erwärmen, das er aber dennoch erlernte.

Während seiner Zeit im College of New Jersey traf er auf einen weiteren Zeitgenossen, der später eine nicht unumstrittene Berühmtheit erlangen sollte: Aaron Burr, Gründer der Cliosophic Society. James Madison war Mitbegründer des Gegenstücks, der Whig Society. Beide Einrichtungen gelten als die ältesten Studentenverbindungen Amerikas, die sich politischen, kulturellen und literarischen Zielen und Debatten verschreiben. Auch die Geschichte Aaron Burrs war eng mit den Gründervätern verbunden.

Später wurde Aaron Burr Vizepräsident unter Thomas Jefferson. Beide Männer bildeten jedoch eher eine politische Zweckallianz, die über die persönlichen Differenzen nicht hinwegtäuschen konnte. Schließlich wurde Aaron Burr in Jeffersons zweiter Amtszeit nicht mehr nominiert. Hinzu kam noch, dass Burr Jeffersons persönlichen Widersacher Alexander Hamilton 1804 in einem Duell tödlich verletzt hatte und sich in den noch unerschlossenen Westen des Landes absetzte, um der Gerichtsbarkeit zu entgegen.

Anlässlich der politischen Differenzen zwischen den Föderalisten um Hamilton und George Washington auf der einen Seite und den revolutionären Sympathisanten um Jefferson und Madison auf der anderen Seite kam diesen die Entwicklung um Aaron Burr nicht ungelegen.

1779 bis 1798: Militär, Kongressmann und Parteiführer

Diese fortschrittlichen der Aufklärung und der Bewegung Age of Enlightment trafen bei James Madison auf fruchtbaren Boden, der ein glühender Verfechter des Rechts auf „Glück, Unabhängigkeit und Freiheit“ für alle Menschen war. Dieses sogenannte radikale Gedankengut des 18. Jahrhunderts vertrat er auch in seinen politischen Ämtern. Bevor er sich jedoch endgültig der Politik zuwandte, verbrachte er einige Jahre in verschiedenen Posten beim Militär.

Angesichts seiner „revolutionären“ Haltung, die sich gegen die Kolonialpolitik des britischen Mutterlandes richtete, war diese Entwicklung nicht ungewöhnlich. Wie Thomas Jefferson hegte auch James Madison eine starke Antipartie gegen die britischen Kolonialherren, deren Steuerpolitik sie als ungerecht empfanden. Das revolutionäre Gedankengut griff immer weiter um sich und mündete schließlich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen das britische Mutterland, der von 1774 bis 1783 dauerte.

Seine diversen Posten im lokalen Militär Virginias gaben James Madison die Gelegenheit, sich entsprechend zu engagieren. Diese Tätigkeiten waren die ersten Schritte im öffentlichen Dienst, die er der aristokratischen Abstammung seiner Familie zu verdanken hatte. Sein erster wichtiger politischer Posten war die Wahl in die Fifth Virginia Convention, die die erste Verfassung dieses Bundeslandes ausarbeitete.

Aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit und seiner geringen Körperstatur wurde Madison jedoch nie im aktiven Militärdienst eingesetzt. Der aufstrebende junge Politiker unterstützte die Virginia Declaration of Rights, die sich für mehr Bürgerrechte einsetzte. Im Bereich der Baptisten Kirche und der Anglikanischen Kirche setzte sich James Madison für die Stärkung der Religionsfreiheit ein.

Der nächste Schritt führte den jungen Mann in das Abgeordnetenhaus Virginias (Virginia House of Delegates). 1779 wurde Madison in den Gouverneursrat von Virginia gewählt. Diese Tätigkeit gab ihm die Gelegenheit, mit seinem Freund Thomas Jefferson zusammenzuarbeiten, der in der Zeit von 1779 bis 1781 als Gouverneur von Virginia diente. Dennoch blieb Madison nur zwei Jahre dort, da bereits der nächste Karriereschritt, die Wahl in den Kongress wartete.

Auch diese Position gab James Madison die Gelegenheit, sich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu engagieren, ohne selbst zum Kriegseinsatz berufen zu werden. Zunächst verlief die politische Zusammenarbeit mit Thomas Jeffersons späteren politischen Widersacher Alexander Hamilton noch reibungslos. Madison diente von 1780 bis 1783 im Kongress, ein Jahr später wurde er in das Delegiertenhaus gewählt.

Ein weiterer berühmter Zeitgenosse, James Monroe, trat zu diesem Zeitpunkt in James Madisons Leben. Monroe wurde gut zwanzig Jahre später der fünfte Präsident der USA, der die politische Ausrichtung von Jefferson und Madison teilte. Monroe hatte seine Karriere Thomas Jefferson zu verdanken, der die Talente des jungen Mannes bemerkte und ihn entsprechend förderte.

Zusammen mit Monroe beteiligte sich Madison an der aufstrebenden Landspekulation und erwarb Besitz entlang des Mohawk River. Madison setzte sich weiterhin für die Stärkung der Religionsfreiheit ein und wurde stark durch europäische Enlightment-Bewegung beeinflusst. Verantwortlich für diese Beeinflussung zeichnete Thomas Jefferson, der während seiner Botschafter-Jahre in Paris mit Vertretern der Französischen Revolution in Kontakt kam und in seinen Briefen an Madison über diese Entwicklung berichtete.

Politisch entfaltete sich Madison als Allzweckwaffe, denn er arbeitete sich sowohl in den Finanz- als auch in den Rechtsbereich sehr gut ein. Er zeigte sich äußerst umtriebig und arbeitete zahlreiche Grundlagen für neue Gesetze, Gesetzesänderungen und Reformen aus. James Madison setzte sich für eine Weiterentwicklung der Besiedlung des noch unerschlossenen Westens ein. Außer einigen Gebieten an der Ostküste war kaum Land besiedelt worden. Das sollte sich im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ändern. James Madison und Thomas Jefferson waren zwei Protagonisten, die diese politische Ausrichtung maßgeblich vorantrieben.

James Madison: Vater der amerikanischen Verfassung

Gleichzeitig gilt James Madison als einer der Väter der amerikanischen Verfassung. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er noch eng mit Alexander Hamilton zusammen, obwohl die beiden Männer politisch häufig nicht einer Meinung waren. Die beiden einflussreichen Politiker arbeiteten Vorschläge zu einer neuen Verfassung aus, die sie gemeinsam verteidigten.

Wenig später wurden jedoch die Differenzen zwischen den beiden politischen Lagern deutlich, die zwar beide eine neue Verfassung anstrebten, jedoch mit unterschiedlicher Ausrichtung. Die demokratischen Republikaner um Thomas Jefferson und James Madison sprachen sich für eine starke Zentralregierung und eine effiziente Gewaltenteilung aus.

Die Föderalisten um Alexander Hamilton strebten zwar gleichfalls eine starke Zentralregierung an, jedoch mit dem Unterschied, dass diese vor allem die Wirtschaft und mit einer entsprechenden Steuer- und Finanzpolitik die wohlhabenden Bürger unterstützten. Die sogenannten „kleinen Leute“ und die Landwirtschaft blieben außen vor.

Schließlich gründeten Thomas Jefferson und James Madison 1791 die Demokratisch-Republikanische Partei, die jetzt in Opposition zu der bereits bestehenden Partei der Föderalisten um Alexander Hamilton ging. Die neue Partei schaffte es, einige Alt-Föderalisten abzuwerben, die zuvor die hauptsächlich von James Madison entworfene neue Verfassung abgelehnt hatten.

1799 bis 1817: Außenminister und Präsident

In dieser Umbruchzeit war John Adams nach George Washington der zweite Präsident der noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Da der Präsident Mitglied der föderalistischen Partei war, bildete die neue Partei der demokratischen Republikaner eine kritische Opposition. 1799 kehrte Madison in das Abgeordnetenhaus von Virginia zurück und organisierte ein Jahr später erfolgreich den Präsidentschaftswahlkampf für seinen Freund Thomas Jefferson. Dieser belohnte seine Loyalität und holte Madison als Außenminister in sein neu gewähltes Kabinett. Nachdem Jefferson 1809 auf eine dritte Amtszeit verzichtete, unterstützte er nun seinerseits James Madison als Präsidentschaftskandidat. Madison blieb für zwei Amtsperioden, von 1809 bis 1817 in Weißen Haus.

In seine Amtszeit fielen die Handelskriege mit den Briten und Franzosen, denn die politischen Spannungen zwischen den beiden Lagern dies- und jenseits des Atlantiks hatten durch die Bildung der neuen amerikanischen Nation keinesfalls abgenommen. Im Britisch-Amerikanischen Krieg ging es vor allem um die Eroberung Kanadas. Diese Auseinandersetzungen spitzten sich zu, als Briten 1814 das Weiße Haus und das Kapitol in Brand setzten. Bereits zu diesem Zeitpunkt bestand die Gefahr einer Aufspaltung der amerikanischen Union und einer Abspaltung einzelner Staaten. Die Sezessionsgedanken gingen von den meist pro-britisch gestimmten Föderalisten in den Nordstaaten aus. Diese drohende Spaltung wollte der Präsident jedoch verhindern.

James Madison stimmte schließlich einem Friedensvertrag mit den Briten zu, nachdem er einsehen musste, dass die USA keines ihrer Kriegsziele verwirklichen konnten. Unterzeichner des Friedens von Gent war ein weiterer prominenter Zeitgenosse, General Andrew Jackson, der spätere siebte Präsident. 1794 hatte er die 26-jährige Witwe Dolley Payne Todd geheiratet, die er durch seinen Freund Aaron Burr kennengelernt hatte. Sie brachte ein Kind mit in die Ehe. Gemeinsame Kinder hatte das Ehepaar jedoch nicht. Sie war die erste First Lady, die dem Weißen Haus mit ihrem stilsicheren Einrichtungsgeschmack und ihrem Talent, Menschen für sich zu gewinnen, einen deutlichen Stempel aufdrückte. Sie war sozusagen eine sehr frühe Jacky Kennedy.

Politisches Erbe und Nachleben des James Madison

Nach dem Ende seiner Amtszeit unterstützte Madison seinen Freund Thomas Jefferson bei der Planung und Gründung der University of Virginia. Zusammen mit Alexander Hamilton und dem ersten US-Präsidenten George Washington gilt James Madison als einer der drei Väter der amerikanischen Verfassung. Er gehörte zu den Gründervätern der USA und war neben Thomas Jefferson Mitbegründer Demokratischen Republikaner.

Ein weiterer politischer Mitstreiter war James Monroe, der als einer der letzten Gründerväter aus der sogenannten Virginia-Dynastie 1817 zum fünften US-Präsidenten gewählt wurde. Während seiner Amtszeit stand ihm sein Freund James Madison als Berater zur Seite. Da der britisch-amerikanische Handelskrieg in seine Amtszeit als Präsident fiel, konnte Madison zwar innenpolitisch keine wichtigen Akzente setzen, dennoch ist ihm ein Platz im Herzen der Amerikaner und eine positive Würdigung in den Geschichtsbüchern sicher.

Der Wohnsitz von James Madison in Montpelier
Der Wohnsitz von James Madison in Montpelier by Jennifer Glass [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]
Politisch trat James Madison 1829 ein letztes Mal auf dem Verfassungskonvent von Virginia in Erscheinung. Madison lebte auf seinem Wohnsitz Montpelier in Virginia, wo er am 28. Juni 1836 starb.

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