Goldrausch in Kalifornien

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Der Goldrausch in Kalifornien war der Größte auf damaligem US-Territorium und gehörte zu den drei großen Goldräuschen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Von 1848 bis 1854 suchten Viele ihr Glück als Goldgräber in Kalifornien. In diesem Beitrag bekommt ihr einen Überblick über den Kalifornischen Goldrausch.

Beginn des Goldrausch in Kalifornien

Die Geschichte Amerikas wurde durch zahlreiche mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten geprägt. Eine von diesen Persönlichkeiten ist James Marshall. Eigentlich hat er nichts Besonderes getan, um in dieser Hinsicht Erwähnung zu finden. Er war nicht Präsident, kein herausragender Politiker und kein Erfinder. Er war kein Kriegsheld, ja nicht einmal der Herausgeber einer Zeitung oder ähnliches. Er war ein rechtschaffender Mann, der während dem Bau einer Sägemühle 1848 zufällig auf einen großen, glänzenden Klumpen im Erdreich stieß.

Er traute seinen Augen nicht, als er erkannte, dass es sich tatsächlich um einen Klumpen reinen Goldes handelte, einen sogenannten Nugget. Mit diesem Zufallsfund löste James Marshall den kalifornischen Goldrausch aus. Den Goldfunden in Kalifornien sollten noch viele weitere in anderen Bundesstaaten folgen. Kein Goldrausch ist jedoch so legendär und sagenumwoben wie der in Kalifornien.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Erschließung des „Wilden Westens“ noch lange nicht abgeschlossen und das sonnige Land entlang der Westküste noch unbekannt. An der reichen Ostküste schaute man eh hochmütig auf die wenig zivilisierten Menschen im Wilden Westen. Alles, was sich jenseits der Ostküstenstaaten befand, war unwichtig. Diese Einstellung änderte sich jedoch innerhalb kurzer Zeit, denn schon bald machten Nachrichten über sagenhafte Goldfunde in diesem unbekannten Land namens Kalifornien die Runde.

Nach dem ersten Zufallsfund dauerte es allerdings einige Wochen, bis diese Geschichte bis zu den Menschen an der Ostküste durchdrang. Zu dieser Zeit waren die Möglichkeiten der überregionalen Kommunikation noch sehr eingeschränkt. Selbst eine neue Technik des Telegrafierens war noch recht jung, denn diese kannte man erst seit zehn Jahren. 1848 waren die Postkutsche und die schnellen Reiter des Ponyexpress noch immer das erste Mittel der Wahl, wenn es darum ging, Briefe und Nachrichten zu verschicken. Auch die Eisenbahn kannte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der gefährliche Weg Richtung Westen

Der Goldrausch in Kalifornien löste große Wanderungsströme von Ost nach West aus. Glücklich konnte sich schätzen, wer zum Zeitpunkt der ersten Goldfunde 1848 bereits in Kalifornien oder zumindest in der Nähe war, wobei Nähe hier ein relativer Begriff ist. Wer sich vom Osten auf in Richtung Westen machte, musste einen beschwerlichen und gefährlichen Weg von knapp 3.000 Kilometern zurücklegen. Mit den damaligen Transportmöglichkeiten war dieser Weg kaum zu bewältigen.

Goldrausch Kalifornien Gebiete
Kalifornische Goldfelder | en:User:NorCalHistory [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]
Die meisten Auswanderungswilligen taten sich in Gruppen unter Führung erfahrener Cowboys mit Führungserfahrung zusammen, um sich auf den Weg in das gelobte Land zu machen. Der Weg dorthin führte jedoch durch Indianerland, über Berge und durch Täler. Wer es nicht bis zum Einbruch des Winters im Oktober schaffte, dem drohte übles Ungemach.

Regen, Schnee, Eis und Kälte machte den Siedlern, insbesondere Kindern und Frauen, zu schaffen. Selbst Männer von guter Konstitution hatten jedoch bald zu leiden. Die Überwindung des Nevada Passes und der Rocky Mountains im Winter war kaum möglich. Viele Siedlertrecks endeten an dieser Stelle nicht selten mit dem Tod in den Schnee- und Eismassen. Manche Abenteurer kehrten um, andere versuchten, ohne Planwagen auf dem Pferd alleine durchzukommen.

Ohne einen erfahrenen Führer war jedoch auch das kaum möglich, weil sich die Neuankömmlinge in dieser Gegend nicht auskannten. Selbst die Siedlertrecks, die es rechtzeitig vor dem Wintereinbruch über die Berge schafften, hatten jedoch zahlreiche Todesfälle zu beklagen.

Der erste Goldfund in Sutter’s Mill

Einmal in Kalifornien angekommen, gab es jedoch kein Halten mehr. Lebten 1848 in Kalifornien noch 14.000 Menschen, waren es vier Jahre später schon 230.000. Die Sägemühle, in der James Marshall den ersten Gold-Nugget fand, befand sich 40 Meilen von Sacramento entfernt. Der Besitzer der Sägemühle war John Augustus Sutter, der von dem Goldfund nicht besonders begeistert war. Er hatte die Absicht, ein Agrarimperium aufzubauen und wusste, was der Goldfund für seine Pläne bedeuten würde. Daher wollte er den Goldfund verschweigen.

Samuel Brennan war Kaufmann und Zeitungsverleger. In seinem Haushalts- und Eisenwarengeschäft hatten Angestellte aus Sutter’s Mill ihre Bestellungen mit Gold-Nuggets bezahlt, was Brennan neugierig machte. Er reiste selbst zu dem Ort der ersten Goldfunde. Wenig später verkündete er lauthals die ersten Goldfunde. Zuvor hatte er jedoch alle in der Stadt verfügbaren Schaufeln aufgekauft und verkaufte diese jetzt gewinnbringend an die Goldsucher. Die zuvor vielversprechende Geschäftsidee des Sägemühlenbesitzers John Sutter hatte dagegen keine Chance mehr, denn alle seine Landarbeiter hatten sich den Goldsuchern angeschlossen.

Werbeplakat Goldrausch Kalifornien
Werbe-Plakat aus dem Jahr 1849 für Schiffspassagen nach Kalifornien zum Goldrausch

Einige Goldsucher wurden tatsächlich vergleichsweise wohlhabend, sie waren allerdings eher die Ausnahme als die Regel. Goldgräbersiedlungen mit Saloons, Spielhöllen und Bordellen schossen wie die Pilze aus dem Boden. Angesichts der vielen Menschen auf engem Raum waren Streit, Betrügereien und Schlägereien an der Tagesordnung. Gauner, Betrüger, Mörder und andere dunkle Zeitgenossen waren hier zu finden. Manche Ecken waren gar als „Murderer’s Corner“ bekannt.

Die Goldsucher wurden nicht nur ausgeraubt, sondern auch auf die Schiffe im Hafen von San Francisco entführt, um sie dort als Matrosen einzusetzen. Denn diese wurden dringend gebraucht, da sich die Schiffsbesatzungen nebst Kapitän nicht selten absetzten, um sich den Goldsuchern anzuschließen. Viele Menschen verglichen die Goldgräbersiedlungen mit einem Sündenpfuhl in dem Sodom und Gomorrha herrschte.

Die wahren Profiteure des Goldrauschs

Der kalifornische Goldrausch machte einen Mann namens Levi Strauß reich. Dieser war ein findiger Geschäftsmann, der schnell erkannte, dass der Goldrausch schon bald wieder Geschichte sein würde und das die Goldsucher im Grunde genommen „arme Teufel“ waren. Daher dachte er nicht im Mindesten daran, sich an diesem „Irrsinn“ zu beteiligen und das arbeitsreiche Leben eines Goldschürfers zu führen.

San Francisco war schon damals eine bedeutende Stadt für den internationalen Schiffshandel. Hier legten Schiffe aus aller Welt mit ihren Handelswaren an. Levi Strauß kaufte den ausländischen Schiffshändlern Segeltuch in großen Mengen ab und lieferte damit das Material für den Bau für die zahlreichen Zelte in den nicht weniger zahlreichen Goldgräbersiedlungen.

Die meisten Goldsucher boten einen bemitleidenswerten Anblick mit ihrer zerschlissenen Erscheinung. Und schon hatte der smarte Levi Strauß eine weitere Geschäftsidee. Die Goldgräber mussten unbedingt anständige, widerstandsfähige Hosen tragen und nicht diese empfindlichen Modelle aus minderwertigem Stoff. Gesagt, getan. Er erfand eine Hose aus äußerst widerstandsfähigem und vergleichsweise hartem Baumwollstoff, die er nach seinem Vornamen „Levi“ nannte. Und so brachte der kalifornische Goldrausch nicht nur zahlreiche Legenden um das gelbe Metall hervor, sondern auch eine der berühmtesten Hosen der Welt: die Jeans.

Es gab noch weitere geschickte Geschäftsmänner, die während des Goldrausches zu Wohlstand kamen. Hierzu gehörten alle „Zulieferer“ der Goldsucher. Diese brauchten schließlich Werkzeuge und eine professionelle Ausrüstung. Zu diesem Zeitpunkt boten General Stores alle erdenklichen Haushaltswaren an. Schon bald erweiterten sie ihr Sortiment um die Produkte, die Goldsucher für erfolgreiches Goldschürfen brauchten. Da die Nachfrage groß war, stiegen die Preise für Goldsucherausrüstungen schon bald ins Unermessliche.

Heutzutage würde man von Mondpreisen sprechen. Weitere Profiteure waren die Saloon-Besitzer. Wer tatsächlich Gold gefunden hatte, gab es dort genauso schnell wieder aus, wie er es gefunden hatte. Auch Viehhändler beteiligten sich an dem Geschäft, denn die Goldsucher brauchten schließlich Pferde und Maulesel. Die Preise für Lebensmittel erreichten auch schon bald inflationäre Ausmaße.

Der Goldrausch löste eine wirtschaftliche Blütezeit in San Francisco aus

Im Zuge des Goldrausches entwickelten sich auch die Banken zu einem gut aufgestellten Finanzsystem. Als Gegenpol zum Goldrausch entstand Kaliforniens Holzindustrie und Landwirtschaft. 1850 trat Kalifornien als 31. Staat dem Staatenbund von Amerika bei. Bereits nach kurzer Zeit erreichte der Goldabbau professionelle Ausmaße. Große Bergwerkgesellschaften führten den industriellen Abbau unter Tage ein. Diese Arbeit unter Tage war ebenso hart wie der Kohleabbau, der wenige Jahrzehnte später mit Einsetzen des industriellen Zeitalters eingeführt wurde.

Nach dem Ende des Goldrauschs 1854 waren die blühenden Zeiten vorerst vorbei. San Francisco versank in der Wirtschaftskrise, die erst mit den Silberfunden in der Comstock Mine im benachbarten Nevada endete. Wer heute noch auf den Spuren der ersten Goldsucher wandeln möchte, besucht das Örtchen Coloma, denn hier fand James Marshall 1848 zufällig den ersten Goldklumpen. Hier befindet sich der Marschall Gold Discovery State Park mit einer detailgetreuen Nachbildung der Sägemühle. Auch wenn die Zeiten des Gold Rush längst vorbei sind, trägt Kalifornien auch heute noch den Spitznamen „Golden State“.

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