Wer war Millard Fillmore?

Millard Fillmore
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Schicksalsschläge bestimmten das Leben und das politische Wirken des Millard Fillmore. Als der schwergewichtige Mann aus New York am 9. Juli 1850 den Eid als 13. Präsident der Vereinigten Staaten ablegte, war sein Vorgänger Zachary Taylor am Vorabend überraschend gestorben. Getreu der amerikanischen Verfassung trat Fillmore als Vizepräsident in die Fußstapfen des Zachary Taylor. Er zog mit seiner Familie ins Weiße Haus, doch niemand konnte sich mit dieser ungewohnten Umgebung in Washington anfreunden. Und als Millard Fillmore sein Amt am 4. März 1853 an den Demokraten Franklin Pierce abtrat, war vor allem seine Frau Abigail erleichtert. Allerdings standen dem Ex-Präsidenten zu diesem Zeitpunkt schwarze Tage bevor. Seine Frau starb kurz darauf an den Folgen einer Lungenentzündung und seine Tochter Mary an der Cholera. Der politische Aufstieg brachte Millard Fillmore letztlich kein Glück.

Steckbrief: Millard Fillmore

  • Millard Fillmore
    Millard Fillmore

    Name: Millard Fillmore

  • Geburtsdatum: 7. Januar 1800
  • Geburtsort: New York, Vereinigte Staaten
  • Ehepartnerin: Caroline C. Fillmore (verh. 1858–1874), Abigail Fillmore (verh. 1826–1853)
  • Eltern: Phoebe Millard, Nathaniel Fillmore
  • Sternzeichen: Steinbock
  • Sterbedatum: 8. März 1874
  • Sterbeort: Buffalo, New York, Vereinigte Staaten

Kindheit und Jugend

Mit 17 Jahren konnte Millard Fillmore weder Lesen noch Schreiben

Es war ein rustikales Blockhaus, in dem im Januar 1800, also nur wenige Tage nach der Jahrhundertwende, die Wiege des Millard Fillmore stand. Der war unter insgesamt neun Kindern der Zweitgeborene des Farmers Nathaniel Fillmore und dessen Frau Phobe. Beide waren aus Vermont nach Upstate New York gekommen und mussten sich in Syracuse und Ithaca mit ärmlichen Verhältnissen begnügen. Da es in diesen Zeiten üblich war, dass sich die Eheleute zunächst um die Bildung ihrer Kinder bemühten, gab es auch für Millard nur sporadisch die Möglichkeit, sich in einer Schule einzufinden. Er musste auf der Farm seines Vaters mit anpacken und konnte mit 17 Jahren kaum Lesen und Schreiben. Das Leben war für die Familie hart und die Arbeit auf den trockenen und mit Steinen übersäten Feldern führte dazu, dass der junge Fillmore allmählich eine muskulöse Statur bekam. Als er das Teenager-Alter erreicht hatte, trat Millard eine Ausbildung bei einem Schneider in einem hundert Meilen entfernten Ort an. Sein Vater hatte ihm diesen Job vermittelt.

Im kleinen Dorf New Hope verliebte sich Millard in seine Lehrerin

Doch die Tätigkeit in einer Schneider-Werkstatt behagte Millard Fillmore auf Dauer nicht, und es gelang ihm eines Tages, sich mit geliehenen dreißig Dollar von seinem Chef, einem Tuchmacher, freizukaufen. Inzwischen war er sich seiner Bildungs-Defizite bewusst, verbesserte die Fähigkeit im Lesen und trug stets ein Wörterbuch mit sich herum. Außerdem verschlang er jedes Buch, das er erhalten konnte. In einer nahegelegenen Schule im kleinen Dorf New Hope weckte eine Lehrerin bei dem jungen Mann das Interesse an einer intensiven Weiterbildung, und Millard seinerseits verliebte sich in diese junge Pädagogin. Abigail Powers war gerade einmal zwei Jahre älter als ihr Schüler, und es muss zwischen den beiden wohl sofort gefunkt haben, denn ihre Verlobung ließ nicht lange auf sich warten. Doch zur Hochzeit kam es erst ein knappes Jahrzehnt später. Vor allem deshalb, weil Millard bemüht war, seinen beruflichen Weg zu planen.

Die Eröffnung einer Anwaltskanzlei und die Hochzeit mit Abigail

Der Vermittlung seines Vaters verdankte Millard Fillmore dann eine Stelle bei einem lokalen Richter. Dort bekam er Geschmack an einer Karriere als Anwalt und erhielt die Unterstützung von seinem Arbeitgeber, der das Potential dieses Mitarbeiters erkannte und dessen Arbeitsfleiß schätzte. Um sein schmales Gehalt aufzubessern, unterrichtete Millard an einer Schule. Im Jahr 1820 verließ seine Familie die Farm, deren Erträge immer weiter zurück gingen. Gemeinsam mit ihrem Sohn zogen die Fillmores in den Westen und bauten sich in der Kleinstadt Aurora, unweit von Buffalo, eine neue Existenz auf. Millard arbeitete auch dort als Lehrer und Gerichtsschreiber und wurde im Jahr 1824 als Rechtsanwalt zugelassen. In East Aurora eröffnete er eine Kanzlei, sparte aus seinen Erträgen jeden Dollar mit dem Ziel, seine Verlobte Abigail endlich heiraten zu können. 1828 war es dann soweit, und der junge Anwalt trat mit seiner ehemaligen Lehrerin, der Tochter eines bekannten Baptistenpredigers, in den Stand der Ehe. Aus dieser Verbindung gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.

Die Elite der Stadt Buffalo zählte zum Freundeskreis der Fillmores

Schon früh stand für Millard Fillmore fest, dass ihn der Beruf eines Farmers nicht ausfüllen werde. Vielmehr fühlte er sich wohl in seiner Aufgabe als Anwalt. Zwei Jahre nach seiner Hochzeit ließ sich das junge Paar in Buffalo nieder und damit am östlichen Ufer des Eriesees und unweit der Niagarafälle. Hier waren die Winter stets schneereich und die Sommer dank des Kontinentalklimas heiß und trocken. Ursprünglich war diese Gegend von den Indianern von den Stämmen der Ongiara und der Irokesen bewohnt. Als Millard Fillmore in Buffalo eintraf und mit seiner Familie ein Sechs-Zimmer-Haus bezog, erstreckte sich die „Creek Reservation“, das Reservat der Indianer, das nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg entstand, über weite Teile des Stadtgebiets. Aber Buffalo erfreute sich in jener Zeit eines erstaunlichen wirtschaftlichen Aufschwungs, der auch auf den florierenden Hafen als Umschlagplatz für Güter aller Art auf den Großen Seen zurückzuführen war. Millards Praxis florierte und der Anwalt wurde von den Menschen der Gegend als talentiert befunden. Außerdem machte er mit seiner beeindruckenden Figur und seinen blauen Augen auf sich aufmerksam. Die Elite der Stadt zählte zum Freundeskreis der Fillmores.

Politische Laufbahn

Ein redegewandter Kritiker der Präsidenten Jackson und van Buren

Millard Fillmore, by Mathew Brady [Public domain]
Millard Fillmore, by Mathew Brady [Public domain]
Millard Fillmore fühlte sich politisch zu den Nationalen Republikanern hingezogen. Er galt als Befürworter der Ideen des ehemaligen Präsidenten John Quincy Adams und des sogenannten „amerikanischen Systems“, das der einflussreiche Politiker Henry Clay proklamierte und das die noch junge Wirtschaft der Vereinigten Staaten durch hohe Zölle schützen sollte. Eines Tages lernte Fillmore den Zeitungsverleger Thurlow Weed kennen. Der überzeugte den Rechtsanwalt von Buffalo, sich der neuen Whig Party anzuschließen. Nach einer zwei Jahre währenden Amtszeit in der State Legislature kandidierte Fillmore 1832 für einen Sitz im Repräsentantenhaus und erhielt dort ein Mandat. Elf Jahre lang gehörte er diesem Gremium an und zählte dort zu den redegewandten Kritikern der amerikanischen Präsidenten Andrew Jackson und Martin van Buren. Er war eine treibende Kraft gegen ein Gesetz, wonach Menschen inhaftiert wurden, die nicht in der Lage waren, ihre Schulden zu begleichen. Offenbar erinnerte sich Fillmore an jene Zeiten, als seine Familienmitglieder unter Hunger und Mangelerscheinungen litten.

Für einen Kompromiss im schwelenden Problem der Sklavenfrage

Einer seiner Begleiter auf dem politischen Weg war und blieb der Verleger Thurlow Weed, der sich gegen die Einflussnahme der Freimaurer-Bewegung in höchsten politischen Kreisen der Vereinigten Staaten wehrte und auch ein strikter Gegner der Sklaverei war. Grundsätzlich sah auch Millard Fillmore das so, doch im Gegensatz zu Weed trat er in der Sklavenfrage für einen Kompromiss ein, um diesem schwelenden Problem Amerikas zu begegnen. Die Aufnahme von Texas in die USA lehnte er ab, da er diese Region als „Sklavenstaat“ bezeichnete. Loyal gab sich Fillmore gegenüber den zum Senator aufgestiegenen Henry Clay, der mittlerweile der prominenteste Politiker der Whigs war. Nach seinem Abschied vom Repräsentantenhaus zog sich Fillmore für eine kurze Zeit ins Privatleben zurück, wurde dann aber vor den Wahlen des Jahres 1844 als amerikanischer Vizepräsident ins Gespräch gebracht. Der Anwalt signalisierte seine grundsätzliche Bereitschaft, unterlag dann aber parteiintern gegen Theodore Frelinghuysen, der als Generalstaatsanwalt von New Jersey und Bürgermeister von Newark über eine größere Lobby verfügte.

Die Ernennung zum Vorsitzenden des New Yorker Rechnungshofs

In den vierziger Jahren des 19. Jahrhundert gab es für Millard Fillmore noch eine weitere Wahlschlappe. Ursprünglich sollte er Gouverneur von New York werden, doch bei der Abstimmung unterlag er gegen den Demokraten Silas Wright, wenn auch nur hauchdünn. Daraufhin konzentrierte er sich als Wahlverlierer erneut auf seinen Job als Rechtsanwalt in Buffalo. Doch die Politik ließ ihn in dieser Zeit nicht vollends los. Als seine Parteifreunde ihn drängten, sich für das Amt des Vorsitzenden des Rechnungshofes von New York zu bewerben, gab er seine Zusage und wurde 1847 mit großer Mehrheit gewählt. Während seiner Amtszeit befürwortete er eine Neustrukturierung des Bankenwesens in seinem Bundesstaat und trat für den Bau des Erie-Kanals ein. Außerdem ließ er keine Gelegenheit aus, den amtierenden amerikanischen Präsidenten James K. Polk wegen des Krieges gegen Mexiko zu attackieren.

Vizepräsident der Vereinigten Staaten (1849-1850)

Vizepräsident an der Seite eines in Kriegen gestählten Generals

Millard Fillmore als Vizepräsident, by Mathew Brady [Public domain]
Millard Fillmore als Vizepräsident, by Mathew Brady [Public domain]
Wie vor vier Jahren wurde Millard Fillmore auch bei der Präsidentschafts-Kampagne des Jahres 1848 für die Position des Vizepräsidenten nominiert. In jener Zeit wurde diese Position nicht durch den Kandidaten für das Präsidentenamt bestimmt sondern sie unterlag dem Votum des Parteitags. Der in diversen Indianer-Schlachten und im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg gestählte General Zachary Taylor aus Louisiana wurde neuer Präsident, doch dem mangelte es an jeglicher Erfahrung in der Politik. Das traf auf Millard Fillmore nicht zu, der auf eine lange Periode im Repräsentantenhaus verweisen konnte. Die Whigs erhofften sich durch die Nominierung Fillmores vor allem ein Stimmenplus in New York, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat Amerikas. Taylor und Fillmore siegten am Wahltag mit 47,3 Prozent der Stimmen gegen den Demokraten Lewis Cass, der 42,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinte. Im Electoral College war das Übergewicht des Whig-Duos eindeutig. Nun war Millard Fillmore Vizepräsident, doch sein „Chef“ verzichtete darauf, ihn in seinen engeren Zirkel zu berufen.

Zwischen dem Präsidenten und seinem Stellvertreter „funkte“ es nicht

Fillmore hatte sein Amt in der Annahme übernommen, eine aktive Vizepräsidentschaft antreten zu können. Auch deshalb, nachdem Taylor durchblicken ließ, dass ihm der zu erwartende Verwaltungsaufwand zuwider sei und er am liebsten die gesamten Geschäfte seinem Vizepräsidenten übertragen möchte. Doch zwischen den beiden mächtigsten Männer der Vereinigten Staaten „funkte“ es nicht, und auch als Entscheidungen über die Besetzung von Regierungsposten anstanden, wurde Fillmore nur selten in die Überlegungen mit einbezogen. Taylor und Fillmore trafen sich eigentlich nur bei öffentlichen Anlässen. Im November 1849 nutzte Fillmore eine dieser Gelegenheiten und stellte dem Präsidenten die Frage, ob er von ihm künftig als Freund oder als Feind behandelt würde. Taylor versprach, sich fortan mit seinem Vizepräsidenten häufiger zu beraten, vergaß dies aber schon bald.

Ein Pistolen-Schuss im Senat und der Tod des Präsidenten

Die nach wie vor offene Frage, wie sich die Vereinigten Staaten in der Sklaven-Problematik künftig verhalten sollten, bewegte weiterhin die Nation und erhitzte die Gemüter im Senat. Dieses Gremium war völlig zerstritten, nachdem der für Missouri im Senat sitzende Thomas Hart Benton im Laufe einer lebhaften Debatte seine Pistole zückte und die Waffe – auf den Boden gerichtet – abfeuerte. Der anwesende Millard Fillmore verstand, dass es für ihn unmöglich sei, durch seine Autorität als Vizepräsident der Vereinigten Staaten im Senat die Ordnung herzustellen. Wenig später sollten sich die Ereignisse in Washington überschlagen. Präsident Zachary Taylor hatte am 4. Juli 1850 an der Eröffnungs-Zeremonie für das Washington Monument teilgenommen und war längere Zeit einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Zurück im Weißen Haus nahm er größere Mengen Kirschen sowie eisgekühlte Milch zu sich. Am Tag darauf diagnostizierten die Ärzte bei ihm eine Gastroenteritis. Der Zustand des Präsidenten verschlechterte sich sehr bald, und am Abend des 9. Juli wurde sein Tod festgestellt.

Präsidentschaft (1850-1853)

Der Wechsel der Präsidentschaft ging geräuschlos vonstatten

Porträt von Millard Fillmore im Weißen Haus, by George Peter Alexander Healy [Public domain]
Porträt von Millard Fillmore im Weißen Haus, by George Peter Alexander Healy [Public domain]
Am Morgen des 10. Juli überbrachte ein Bote dem Vizepräsidenten die Todesnachricht und forderte ihn auf, sich zum Amtseid nach Washington zu begeben. Niemand stellte dabei in der Administration Millard Fillmores Recht infrage, alle Befugnisse einer Präsidentschaft zu übernehmen. Das war zehn Jahre zuvor anders, als John Tyler nach dem plötzlichen Tod von William Henry Harrison auf den Passus in der amerikanischen Verfassung pochte und energisch seinen Aufstieg ins Amt des Präsidenten einforderte. Bei diesem Prozess gab es im Parlament heftige Diskussionen – diesmal blieben diese komplett aus. Vor einer gemeinsamen Kongress-Sitzung legte Fillmore den Eid ab, und am gleichen Tag traten alle Minister des Taylor-Kabinetts zurück. Das ging geräuschlos vonstatten, um dem neuen Präsidenten die Gelegenheit zu verschaffen, nach seinen eigenen Vorstellungen die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Kein Veto im Kongress und ein Kompromiss in der Sklaven-Frage

Fillmore besetzte fast alle Ministerposten neu und bevorzugte bei seinen personellen Planungen jene, von denen er glaubte, dass sie sich in der Sklavenfrage für den angestrebten Kompromiss entscheiden würden. Im Übrigen hielt er es so, wie seine Vorgänger Thomas Jefferson und Zachary Taylor und verzichtete während seiner bis 1853 währenden Amtszeit auf sein eigentlich verbrieftes Veto-Recht. Gesetzesentwürfe pflegte er ohne Wenn und Aber abzuzeichnen. Um eine Patt-Situation in der Sklaven-Problematik zu vermeiden, führte Millard Fillmore viele Einzelgespräche. Für die amerikanischen Staaten des Südens war es offenbar von existenzieller Bedeutung, bei ihrer Produktion von Baumwolle auf Sklaven zurückzugreifen. Fillmore setzte sich im Rahmen eines Kompromisses mit den Nordstaaten – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Taylor – dafür ein, den Staaten des Südens das Recht einzuräumen, eigenständig über ein Verbot oder über eine Zulassung der Sklaverei zu entscheiden. Der von Senator Henry Clay ausgehandelte Kompromiss fand schließlich im September 1850 die Mehrheit im Kongress.

Kalifornien als neuer Bundesstaat und heftige Kritiken aus dem Norden

Diese Einigung im unseligen Streit in der Frage um die Zukunft der Sklaven hatte für die Vereinigten Staaten unter anderem den Vorteil, dass von 1850 an Kalifornien als sklavenfreier Bundesstaat Mitglied der Union werden konnte. Durch Verhandlungen und dank einer Geldentschädigung entstand das New-Mexico-Territorium. Allerdings löste der sogenannte „Fugitive Slave Act“, der Bestandteil des Kompromisses war, Unbehagen im Norden und teilweise sogar einen Sturm der Entrüstung aus. Denn dieses Gesetz regelte, dass die in den Norden entflohenen Sklaven ihren ursprünglichen Besitzern im Süden überlassen werden mussten. Etliche Sklaven setzten sich daraufhin ins nahe Kanada ab. Die Sklavengegner des Nordens warfen dem Präsidenten vor, seine eigene Herkunft verraten zu haben. Fillmore wiederum rechtfertigte sich, er habe mit dem Kompromiss die Einheit der Vereinigten Staaten von Amerika bewahrt.

Fillmores Bekenntnis: „Gott weiß, dass ich die Sklaverei verachte“

Ein Zitat während der Amtszeit des amerikanischen Präsidenten Millard Fillmore vor dem Kongress ist überliefert. Während einer Beratung sagte er: „Gott weiß, dass ich die Sklaverei verachte. Aber sie ist ein bestehendes Übel, und deshalb müssen wir sie ertragen.“ Um einen Experten für seine außenpolitischen Aktivitäten zu gewinnen, ernannte Fillmore einen prominenten Parteifreund zu seinem Außenminister: Daniel Webster. Der hatte mehrfach in den Jahren zuvor versucht, amerikanischer Präsident zu werden, war aber jeweils gescheitert. Und nun blieben ihm im Amt des Außenministers auch nur zwei Jahre. Nach einem Reitunfall starb Webster im Oktober 1852 an einer Hirnblutung. Vor dem Hintergrund einer sich verdunkelnden politischen Landschaft wurde aber auch Millard Fillmore zunehmend amtsmüde. Er sehnte sich nach einem Leben in seiner vertrauten Umgebung in Buffalo. Bereits im Jahr 1851 ließ er die Öffentlichkeit wissen, dass er auf eine Wiederwahl verzichten werde. Zwar wurde er dann doch noch von den Whigs zu einer Kandidatur gedrängt, unterlag aber seinem Rivalen, dem General Winfield Scott.

Zwei persönliche Schicksalsschläge innerhalb weniger Monate

Fillmores Partei, die Whings, geriet beim Wahlkampf 1852 zwischen die Mühlen der internen Streitigkeiten um einen geeigneten Kandidaten. Schließlich entschieden sich die amerikanischen Wähler für den Demokraten Franklin Pierce, einem ehemaligen Brigadegeneral, der gegen Ende seiner Amtszeit an Alkoholismus litt und schließlich an einer Leberzirrhose starb. Millard Fillmore wohnte der Antritts-Zeremonie seines Nachfolgers an einem kalten Tag im März 1853 gemeinsam mit seiner Frau Abigail bei. Es fielen Flocken vom Himmel, und Abigail Fillmore, die schon längere Zeit unter einer angeschlagenen Gesundheit litt, klagte in den folgenden Tagen über Erkältungssymptome. Am 30. März starb die ehemalige First Lady, die sich bei offiziellen Anlässen im Weißen Haus häufiger von ihrer Tochter „Abby“ vertreten ließ, an einer Lungenentzündung. Sie schloss im Willard Hotel, gelegen neben dem Weißen Haus an der Pennsylvania Avenue, für immer die Augen. Fillmore beerdigte seine Frau in Buffalo, wo er sich einige Monate später auch von seiner Tochter „Abby“ verabschieden musste. Im Alter von 22 Jahren erlag diese einer Cholera-Erkrankung.

Eine Privataudienz beim Papst und eine zweite Heirat

Der frühere amerikanische Präsident war am Boden zerstört und suchte Ablenkung in der Politik. Drei Jahre nach den schmerzlichen Verlusten in seinem privaten Umfeld unternahm Fillmore eine ausgedehnte Reise durch Europa. Während seines Aufenthalts in Rom wurde ihm eine Privataudienz bei Papst Pius IX. gewährt. Im Jahr 1856 bewarb er sich um die Präsidentschaft für die American Party, die zwei Jahre vorher gegründet wurde und sich vor allem gegen die Einwanderung aus nicht-protestantischen Ländern aussprach. Sie gab sich anti-katholisch und ausländerfeindlich. Bei der Abstimmung scheiterte Fillmore mit seiner Bewerbung. Zwei Jahre später heiratete er ein zweites Mal – die wohlhabende Witwe Caroline McIntosh aus Albany. Als drei Jahre später der Bürgerkrieg ausbrach, outete sich der Ex-Präsident als überzeugter Unionist. Unter anderem half er bei Kampagnen, um den Krieg zu finanzieren.

Lebensabend und Auszeichnungen

In jedem Jahr findet an seinem Grab eine Zeremonie statt

Millard Fillmore auf einem Präsidentendollar, by United States Mint [Public domain]
Millard Fillmore auf einem Präsidentendollar, by United States Mint [Public domain]
In seinen letzten Lebensjahren verstand sich Millard Fillmore als Pädagoge und Philanthrop. Er wirkte als erster Kanzler der University of Buffalo und als erster Präsident der Buffalo Historical Society. Er starb am 8. März 1874 im Alter von 74 Jahren nach einem Schlaganfall. Bestattet wurde der bekannteste Bürger Buffalos auf dem Forest Lawn Cemetery in seiner Heimatstadt. An seinem Grab findet seither jährlich am 7. Januar, dem Geburtstag Fillmores, eine Zeremonie statt. Dem Mann, der genau 969 Tage das höchste Amt der Vereinigten Staaten bekleidet hatte, wurde vor dem Rathaus von Buffalo ein Denkmal errichtet. Sein Haus in East Aurora hat die Zeiten überstanden und ist zu besichtigen. Das Portrait des Millard Fillmore ziert eine Dollar-Münze.

Häufige Fragen und Antworten

Wann wurde Millard Fillmore geboren?

Am 7. Januar 1800.

Wann ist Millard Fillmore gestorben?

Am 8. März 1874 in Buffalo/New York.

Wo wurde Millard Fillmore geboren?

Im Cayuga County im Bundesstaat New York.

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