Lewis und Clark Expedition

Im Namen des Präsidenten: Eine Expedition gen Westen

Lewis und Clark Expedition: Gemälde von Charles M. Russell (1905)
0

Die Lewis und Clark Expedition ist als erste Überlandexpedition in die Geschichte der USA eingegangen. Der Louisiana Purchase hatte ein reges Interesse der USA an einer Expansion in Richtung Westen geweckt. 

Das Wort vom „Wilden Westen“ war noch nicht geboren. Vielmehr war der Westen so etwas wie ein erstrebenswertes Ziel der Menschen, die an der Ostküste der Vereinigten Staaten mit ihren Schiffen aus Europa gelandet waren und ihre Siedlungen und Kolonien errichtet hatten.

Doch im frühen 19. Jahrhundert wurde für sie die Welt am Atlantischen Ozean zu klein, und als Thomas Jefferson, der dritte Präsident der USA, nach Antworten auf die aggressive Handelspolitik Englands suchte, kaufte er das Territorium von Louisiana und vergrößerte damit den Einflussbereich des jungen Amerika.

Es war der Aufbruch in eine neue Zeit und für Jefferson ein Anlass zum Befehl einer legendären Expedition. Die Lewis-und-Clark-Expedition dauerte zweieinhalb Jahre und war die erste in der Geschichte der USA.

Karte der Lewis und Clark Expedition

Karte der Lewis und Clark Expedition
Karte der Lewis und Clark Expedition – 14. Mai 1804 bis 23. September 1806 | Maximilian Dörrbecker (Chumwa) / CC BY-SA

Vorgeschichte der Lewis und Clark Expedition

Napoleon und Frankreichs Kriegskasse

Das Königreich Frankreich hatte in der Zeit der Jahrhundertwende sein Interesse am fernen Besitztum in Übersee verloren. Vielmehr galt es, die Truppen Napoleons in Europa zu stärken und die stark reduzierten Kriegskassen aufzubessern. Für fünfzehn Millionen Dollar verkauften die Franzosen schließlich ihr Territorium in Louisiana, das sie ab 1699 kontrolliert hatten.

Doch im Jahr 1800 drohte Frankreich eine Auseinandersetzung mit England, und zudem steuerte das Land in Haiti auf eine Niederlage zu. Dort hatten selbst befreite Sklaven in der französischen Kolonie den Aufstand geprobt, gingen als Sieger hervor und errichteten einen souveränen Staat. Dieser Vorgang schwächte Frankreich und war ein Meilenstein in der Historie der Sklavenbefreiung auf dem amerikanischen Kontinent.

Die Begehrlichkeiten des Präsidenten

Thomas Jefferson
Thomas Jefferson – Rembrandt Peale [Public domain]
Amerikas Präsident Jefferson hatte zwar einige Mühe, die Delegierten der Föderalisten und die Abgeordneten des Kongresses von der Wichtigkeit des Landkaufs von Louisiana zu überzeugen, doch als der Vertrag ratifiziert war, verdoppelte Amerika seine Größe und erweiterte seine Souveränität über den Mississippi hinaus.

Der Erwerb des Landes, der als „Louisiana Purchase“ in die Geschichte der Vereinigten Staaten einging, weckte nicht nur bei Präsident Jefferson Begehrlichkeiten. Es sah für die Amerikaner die dringende Notwendigkeit, den mächtigen Mississippi und dessen Nebenflüsse bis zum Oberlauf zu erkunden und einen Weg zum fernen Pazifik zu finden. Denn die Politiker Amerikas waren davon überzeugt, dass die Einheit der USA erst dann Bestand haben werde, wenn dieses Land vom Atlantik bis zum Pazifischen Ozean reichen werde.

Kameraden ohne Seelenverwandtschaft

Die erste große Expedition in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist mit den Namen ihrer Führer Meriwether Lewis und William Clark eng verbunden. Beide verstanden sich während der gesamten an Entbehrungen reichen Zeit sehr gut. Und dies, obwohl es eigentlich keine Seelenverwandtschaft zwischen den beiden gab.

Lewis war ein ebenso strategischer wie charismatischer Denker, und Clark war eher ein zu praktischen Dingen tendierender Mensch. Meriwether Lewis war der Sohn eines walisisch-englischen Elternpaares, wuchs in Virginia und Georgia auf und machte schon in jungen Jahren als begeisterter Naturfreund und Jäger auf sich aufmerksam. Als Zwanzigjähriger trat er den Dienst bei der Miliz an und begegnete im Corps of Discovery seinem späteren Weggefährten William Clark.

Eine Expedition – zwei Führer

Lewis und Clark
Lewis (um 1807) und Clark (1810)

Der 1. April des Jahres 1801 war für Meriwether Lewis ein Datum mit entscheidender Bedeutung für seine berufliche Zukunft. Der soeben als Präsident vereidigte Thomas Jefferson, der noch heute als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten verehrt wird, ernannte Lewis zu seinem Sekretär. Lewis wohnte in der Villa des Präsidenten und traf dort bei diversen Konferenzen mit den wichtigsten Persönlichkeiten des Landes zusammen.

Als Jefferson die Expedition gen Westen plante, war für ihn Lewis die erste Wahl. Dieser sollte das Kommando führen und sich für einen Vertreter entscheiden. Lewis erinnerte sich an seinen alten Weggefährten William Clark. Mit ihm teilte er sich die Leitung der nach beiden benannten historischen Expedition.

Clarks Zeit beim Militär im Ohio Tal

William Clark stammte aus einer Familie, die sich für ein Leben in der Nachbarschaft der nicht immer friedfertigen Indianerstämme entschieden hatte. Die Clarks hatten sich mit ihren Söhnen in Louisville, Kentucky angesiedelt und waren bemüht, ihren vier Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. William Clark entschied sich für den Dienst in der Armee und schloss sich im Jahr 1789 dem Regiment von Major John Heredin an.

Es war eine mutige Entscheidung, denn die Soldaten waren im Ohio Tal stationiert und hatten die Aufgabe, sich gegen indianische Angriffe zur Wehr zu setzen. Während seiner Militärzeit lernte William Clark seinen späteren Weggefährten Meriwether Lewis kennen. Der Kontakt zu ihm brach auch dann nicht ab, als Clark seinen Dienst bei der Armee quittierte, um das Erbe seines verstorbenen Vaters anzutreten.

York – Spielgefährte in jungen Jahren

Die Verbindung zwischen Lewis und Clark war offenbar eine Schicksals-Gemeinschaft, denn ihre Wege kreuzten sich noch einmal, als Lewis von Präsident Jefferson den Auftrag erhielt, mit einer Expedition den Westen zu erkunden. Clark hatte wenige Jahre vorher seine Jugendliebe Julia geheiratet, die er kennen lernte, als diese zwölf war. Er zögerte keinen Augenblick, als er von Lewis eingeladen wurde, mit ihm die Führung der Expedition zu übernehmen.

Gleichzeitig erinnerte sich Clark eines Sklaven namens York, mit dem er auf der Farm seiner Eltern aufgewachsen war und den er sehr schätzte. Clark war der Sklave nach dem Tod seines Vaters per Testament überschrieben worden. Nun begleitete er den Spielgefährten seiner jungen Jahre auf der Expedition in unbekannte Regionen.

Vorbereitung

Zwei Frauen vom Stamm der Shoshone

Unter den vierzig Mitgliedern, die sich zum Start der Lewis und Clark Expedition einfanden, gehörte auch ein gewisser Toussaint Charbonneuau. Er war franko-kanadischer Abstammung und verdingte sich als Pelzjäger für die North West Company.

Er bereiste die angestammte Heimat der Indianer der Mandan und Hidatsa am Oberlauf des Missouri Rivers und kaufte eines Tages zwei Frauen vom Stamm der Shoshone, die sich über ein riesiges Gebiet in Wyoming, Montana, Idaho, Utah und Colorado verteilten.

Die Shoshonen waren in dieser Zeit häufig Angriffen der benachbarten Sioux und Blackfoots ausgesetzt und verloren eines Tages die besagten jungen Mädchen, die beim Sammeln von Beeren von einem feindlichen Stamm überrascht wurden.

Die wichtige „Vogelfrau“ Sacajawea

Charbonneuau heiratete beide Frauen und wurde im Jahr 1804 durch die erst 16 Jahre alte Sacajawea Vater eines Sohnes. Er nannte ihn John Baptiste. Obwohl Lewis und Clark ursprünglich ihren etwas zwielichtigen Begleiter Charbonneuau ablehnten, war er ihnen doch wichtig, weil seine Frau Sacajawea die Heimat ihrer Kindheit kannte und weil sie die Gebärdensprache der indianischen Bevölkerung beherrschte.

Im Laufe der Expedition sollte Sacajawea, deren Name mit „Vogelfrau“ zu übersetzen war, zu einem wichtigen und von allen respektierten Mitglied der Expedition werden. Das geht aus den Tagebüchern hervor, die die beiden Leiter des Unternehmens von der ersten Stunde an führten.

Mit „Little Pomp“ zum Camp Dubois

Während Toussaint Charbonneuau mit der englischen Sprache auf Kriegsfuß stand, war er fast während der gesamten Dauer der Expedition ein Außenseiter. Einige der Teilnehmer mussten jedes seiner Sätze aus dem Französischen übersetzen. Außerdem stellte sich schon bald heraus, dass dessen Kenntnisse der Hidatsa-Sprache nicht sonderlich ausgeprägt waren.

Letztlich wurde Charbonneuau nur deshalb angeheuert, weil seine Frauen einst von den Rivalen der Shoshonen geraubt wurden. Und so zog der Pelztierjäger ins Camp Dubois ein, wo sich ein Teil der Expeditionsmitglieder an einem Frühlingstag des Jahres 1804 versammelten.

Mit dabei war auch der kleine John Baptiste, den sich die „Vogelfrau“ von nun auf den Rücken band und der zum Liebling aller wurde. Die Männer nannten den jüngsten Teilnehmer der Expedition „Little Pomp“.

Durchtrainierte und bewährte Jäger

Das Camp Dubois befand sich an der Mündung des Missouri in den Mississippi – unweit des heutigen St. Louis. Im Jahr vor ihrer Abreise hatten Lewis und Clark den französischen Staatsbürger Nicholas Jarrot davon überzeugt, der Expedition ein Stück seines Landes abzutreten, um dort vor der Abreise campieren zu können. Das mit Holz befestigte Lager diente auch als Militärbasis. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte.

Vor ihrer Abreise wurden die Mitglieder der ungewöhnlichen Expedition auf ihre körperliche Fitness getestet. Sie waren ausnahmslos durchtrainierte und bewährte Jäger. Zu ihnen gesellten sich einige Zivilisten, die die Funktionen von Dolmetschern oder Köchen übernahmen. An Clarks Seite befand sich sein Sklave York.

Verlauf der Lewis und Clark Expedition

Stromaufwärts mit drei Booten

Der 14. Mai 1804 wurde in den amerikanischen Geschichtsbüchern als Start der Lewis und Clark Expedition datiert. 33 Männer fuhren zunächst auf dem Mississippi stromaufwärts. Sie befanden sich an Bord eines 18 Meter langen Kielbootes, das in Pittsburg gebaut und auf den Namen „Experiment“ getauft wurde sowie auf zwei Piroggen.

Die Gruppe traf schon bald, in Saint Charles, auf Meriwether Lewis, der mit seinen Männern von St. Louis aus gestartet war. Von diesem Zeitpunkt an kannten alle Teilnehmer der Expedition nur ein Ziel: Den Westen! Die Boote passierten mit geringer Geschwindigkeit die heutigen Metropolen Omaha und Kansas City. Die Witterungsbedingungen waren nicht auf Seiten der Männer, denn es regnete fast ununterbrochen.

An den Uferzonen des Mississippi

Dessen ungeachtet machte sich Meriwether Lewis daran, zu Fuß die Uferzonen des Mississippi zu erkunden und seine Erfahrungen in Tagebüchern zu Papier zu bringen. Er studierte die reichhaltige Pflanzenwelt und beobachtete Tiere, die sich am Fluss versammelten. Derweil kommandierte William Clark die Mannschaft auf den drei Booten und beschäftigte sich mehr und mehr mit dem Anfertigen von Landkarten.

Die Leiter der Expedition waren zu diesem Zeitpunkt vom Sinn ihrer Reise überzeugt und stürzten sich mit großem Ehrgeiz auf wissenschaftliche Studien. Ihrem Fleiß und ihrer Genauigkeit verdankten spätere Expeditionen und Trecks der Siedler ihre Kenntnisse der geographischen Gegebenheiten.

Die Ausrüstung wog 29 Tonnen

Häufiger musste die Gruppe der 39 Männer, einer Frau und eines Kleinkindes Stromschnellen umgehen. Das erwies sich als überaus mühsam, denn die gesamte Ausrüstung hatte ein Gewicht von nahezu 29 Tonnen. Darunter befanden sich Gewehre und Munition, zahlreiche Äxte und Messer, 450 Liter Whiskey und diverse Geschenke für Indianer. An einem felsigen Kliff passierte Lewis ein Missgeschick. Er stürzte und wäre fast in einen Abgrund gerutscht.

Doch die Expedition kam allen Problemen zum Trotz voran. Im Schnitt waren das 25 Kilometer pro Tag. Mückenschwärme waren die größten Plagegeister, und einige Männer klagten über Durchfälle. Während der gesamten zweieinhalbjährigen Strapazen starb lediglich ein Mitglied, Sergeant Charles Floyd, an den Folgen einer Blinddarmentzündung.

Mit der Peitsche gegen Whiskey-Diebe

Lewis und Clark waren bemüht, die Disziplin der Teilnehmer an der Expedition auf einem hohen Level zu halten. Was ihnen nicht immer gelang, denn knapp zwei Monate nach dem Aufbruch am Camp Dubois vergriffen sich zwei Männer heimlich am Whiskey-Vorrat.

Am 29. Juni 1804 war in den Tagebüchern der beiden Anführer zu lesen, man habe die beiden Mitglieder der Gruppe mit jeweils hundert Peitschenhieben davon überzeugt, dass dies ein Verstoß gegen den Geist der Gemeinschaft sei.

Auch Toussaint Charbonneuau verspielte die letzten Sympathien bei seinen Mitreisenden, nachdem er gegen seine allseits geachtete Frau Sacajawea gewalttätig geworden war. Während die „Vogelfrau“ in einigen Situationen viel Mut bewies, machte ihr Mann eher den Eindruck, als sei er von Ängsten gepeinigt.

Friedenspfeife mit Indianer-Häuptlingen

Sacajawea verstand ihre Aufgabe im Team nicht nur als Dolmetscherin und unerschrockene Kundschafterin. Sie überzeugte ihre Begleiter beim Entdecken essbarer Wurzeln und diverser Heilkräuter. Lewis und Clark fassten ihre Kenntnisse in ihren Tagebüchern zusammen. Sehr viel später wurden diese Schriftstücke durch einige Expeditionsmitglieder, die sich vorzeitig auf den Heimweg gemacht hatten, dem amerikanischen Präsidenten Jefferson übergeben.

Doch ihre Wertschätzung bei der Truppe erhielt Sacajawea vor allem wegen ihres Verhandlungsgeschicks mit den Indianern, die zwangsläufig die Wege der Expedition kreuzten. Clark und Lewis überreichten den jeweiligen Häuptlingen Geschenke, versorgten erkrankte Indianer und rauchten häufiger die Friedenspfeife zur Manifestation ihrer friedlichen Absichten.

Große Bisonherden und feindliche Sioux

Sioux Indianer auf der Jagd mit Pferden
Sioux Indianer auf der Jagd mit Pferden.

Fünf Monate nach ihrem Aufbruch erreichten die Teilnehmer der Expedition die Great Plains, die klassischen weiten Prärien des amerikanischen Westens. Diese Region im heutigen South Dakota wurde von teilnomadischen Indianerstämmen auf ihrer Jagd nach Bisons, Gabelböcken und Hirschen durchstreift. Schon bald kam es in der Steppe zu einem für die Weißen wenig erfreulichen Zusammentreffen mit Indianern vom Stamm der Sioux.

Diese waren weniger friedlich gestimmt, doch die befürchteten blutigen Auseinandersetzungen blieben aus. Etliche Jahre nach der Lewis und Clark Expedition sollten die Sioux zu den erbitterten Feinden der weißen Siedler werden. Sie fürchteten um ihre angestammten Jagdgebiete zu Füßen der Bighorn Mountains.

Winterliche Tage im Fort Mandan

Klapperschlangen, Büffel und Grizzlybären stellten von nun an eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Expedition dar. Doch auch der Winter nahte, und die Mitglieder mussten sich nach einem Camp für die nächsten Monate umschauen. Sie gründeten das Fort Mandan, in der Nähe der heutigen Stadt Bismarck. Dabei stützten sie sich auf Kartenmaterial des walisischen Entdeckers John Evans, der dieses Gebiet Ende des 18. Jahrhunderts bereist hatte.

Das Fort wurde aus Pappelholz errichtet, umfasste Lagerräume und Häuser für die Expeditionsteilnehmer. Lewis und Clark teilten sich ein Zimmer. Alle nutzten die Zeit, um die Ausrüstung zu reparieren. Als sie auf der Rückreise noch einmal im Fort Mandan Station machen wollten, stellte sie fest, dass es abgebrannt war.

Sacajawea und ihr Bruder Cameahwait

Als der Tross im Frühjahr 1805 vom Fort Mandan aus aufbrach, stand allen das größte Hindernis der Reise noch bevor – die Rocky Mountains. Von Trappern erfuhren sie, dass eine Überquerung der eisigen Höhen kaum möglich sei. Hilfe erfuhren sie ausgerechnet von den Indianern, denn der Zufall wollte es, dass die „Vogelfrau“ Sacajawea im Stamm ihrer Familie auf ihren Bruder Cameahwait stieß. Der war inzwischen zum Häuptling seines Stammes aufgestiegen.

In einem seiner Tagebücher vermerkte Lewis: „Das Wiedersehen der beiden war sehr anrührend“. Die Indianer überließen der Expedition im Tausch 29 Packpferde und sie stellten Begleiter, die sich in den Rocky Mountains auskannten. Doch da die Verpflegung zur Neige ging, schleppten sich die verbliebenen Mitglieder der Expedition nur noch mit letzter Kraft über die Berge.

Nach 6.680 Kilometern am Ziel

Am Fuße der Rocky Mountains traf die Lewis und Clark Expedition auf einen Fluss, der sich durch das heutige Idaho schlängelt. Sie folgten dem Clearwater River auf Booten, die sie gegen Pferde eingetauscht hatten. Einige der Vierbeiner hatten sie während der Überquerung der Rocky Mountains erschießen müssen, um sich von deren Fleisch zu ernähren. In den Ebenen jenseits der schneebedeckten Gipfel bezogen die Teilnehmer der Expedition häufiger Quartier als Gäste von Indianerstämmen, die ihnen freundlich begegneten.

Am 7. November 1805 schrieb Clark in sein Tagebuch: „Ozean ist in Sicht…“ An der Mündung des Columbia River war ihre an Entbehrungen und Strapazen reiche Reise zu Ende. Sie hatten nach genau 6.680 Kilometern den Pazifischen Ozean erreicht.

Bedeutung der Expedition

Neue Pfade im Yellowstone Nationalpark

Der Weg gen Westen war eine Reise von Küste zu Küste und von historischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Lewis und Clark Expedition hatte ihren Auftrag zwar erfüllt, doch ihr stand die Rückreise noch bevor. Im Sommer 1806 überquerten alle zunächst die Rocky Mountains. Danach trennten sich Lewis und Clark, um neue Wege zu erforschen. Lewis blieb am Missouri, Clark suchte nach Pfaden im heutigen Yellowstone Nationalpark. Am 23. September 1806 erreichte die wieder vereinte Gruppe schließlich St. Louis.

Handelsposten und Siedlungen

Den Spuren der beiden Pioniere folgten im Laufe der Jahre zahlreiche Siedler. Die Pacific Company gründete die erste amerikanische Kolonie am Pazifischen Ozean, und die USA untermauerten mit der Lewis und Clark Expedition ihren Anspruch auf weite Teile des Westens.

Pelzhändler erschlossen die Gebiete und zahlreiche Handelsposten etablieren sich. Allerdings nahm damit die Unterwerfung von Stämmen der Indianer ihren Anfang.

Teilnehmer der Lewis und Clark Expedition

Captain Meriwether Lewis* 1774; † 1809
Second Lieutenant William Clark* 1770; † 1838
Sergeant Patrick Gass* 1771; † 1870
Sergeant John Ordway* ca. 1775; † ca. 1817
Sergeant Nathaniel Pryor* 1772; † 1831
Soldat William E. Bratton* 1778; † 1841
Soldat John Collins* ?; † 1823
Soldat John Colter* ca. 1775; † 1813
Soldat Pierre CruzatteDaten unbekannt
Soldat Joseph Field* ca. 1772; † 1807
Soldat Reubin Field* ca. 1771; † 1823?
Soldat Robert Frazer* ?; † 1837
Soldat George Gibson* ?; † 1809
Soldat Silas GoodrichDaten unbekannt
Soldat Hugh Hall* ca. 1772; † ?
Soldat Thomas Proctor Howard* 1779; † ?
Soldat François LabicheDaten unbekannt
Soldat Jean Baptiste LepageDaten unbekannt
Soldat Hugh McNealDaten unbekannt
Soldat John Potts* 1776; † 1808?
Soldat George Shannon* 1785; † 1836
Soldat John Shields* 1769; † 1809
Soldat John B. ThompsonDaten unbekannt
Soldat Peter M. Weiser* 1781; † 1810?
Soldat William WernerDaten unbekannt
Soldat Joseph Whitehouse* ca. 1775; † ?
Soldat Alexander Hamilton Willard* 1778; † 1865
Soldat Richard WindsorDaten unbekannt
Toussaint Charbonneau* 1767; † 1843
Sacajawea* ca. 1788; † 1812
Jean Baptiste Charbonneau* 1805; † 1866
George Drouillard* 1773; † 1810
York* ca. 1770; † ?
Weitere Teilnehmer
Sergeant Charles Floyd* 1782; † 1804
Korporal Richard Warfington* 1777; † ?
Soldat John BoleyDaten unbekannt
Soldat John Dame* 1784; † ?
Soldat John Newman* ca. 1785; † 1838
Soldat Moses B. ReedDaten unbekannt
Soldat John Robertson* ca. 1780; † ?
Soldat Ebenezer Tuttle* 1773; † ?
Soldat Isaac White* ca. 1774; † ?
Paptiste DechampsDaten unbekannt
Pierre Dorion* ca. 1740; † ca. 1810

Erhalte Updates direkt auf dein Endgerät, melde dich jetzt an.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.