Wer war Andrew Jackson?

Der Draufgänger mit der Kugel am Herzen

Martin van Buren unterstützte Andrew Jackson bei der Wahl 1829
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Für die meisten geschichtsbewussten Amerikaner war dieser Mann der erste Populist im Amt des Präsidenten, denn unter Politik verstand Andrew Jackson fast ausschließlich seine Rolle als Vertreter des einfachen Bürgers. Er war Anwalt, Großgrundbesitzer und ein nationaler Kriegsheld, und dass sein Porträt die Wand des Oval Office im Weißen Hauses in der Amtszeit des Donald Trump zierte, wunderte niemand, der die Geschichte des Andrew Jackson kannte.

Denn Trump machte keinen Hehl aus seiner grenzenlosen Sympathie für den siebten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Andrew Jackson stand nach seiner Wahl im Frühjahr 1829 für eine Zeitenwende, denn mit ihm gehörte die Serie der aristokratischen Führer des Landes der Vergangenheit an.

Andrew Jackson
Andrew Jackson

Steckbrief: Andrew Jackson

  • Name: Andrew Jackson
  • Geburtsdatum: 15. März 1767
  • Geburtsort: Waxhaw, South Carolina
  • Ehepartnerin: Rachel Jackson (verh. 1794–1828)
  • Kinder: 
  • Eltern: Andrew Jackson Senior, Elizabeth „Betty“ Hutchinson
  • Geschwister: Robert Jackson (Bruder), Hugh Jackson (Bruder)
  • Sternzeichen: Fische
  • Sterbedatum: 08. Juni 1845
  • Sterbeort: Nashville, Tennessee
  • Amtszeit als Präsident: 1829-1837

Keiner der Gründerväter und kein Mitglied der traditionellen Elite

Mit Andrew Jackson verabschiedete sich das Land außerdem von der Ära der legendären Gründerväter, die aus einer traditionellen Elite an der Ostküste stammten und die agrarisch-republikanischen Ideale verkörperten. Der neue Präsident kam vielmehr aus dem Westen, von dem es schon damals hieß, dass dies die „wilde“ Region des großen Landes zwischen Atlantik und Pazifik war. Und so gebärdete sich Andrew Jackson während seiner achtjährigen Amtszeit.

Er fühlte sich offenbar wohl in seiner Rolle als schillernde und häufig widersprüchliche Figur und als zielstrebiger Antreiber. Nach seiner Wahl waren die Vereinigten Staaten erstmals gespalten, denn der Schock des Votums für Andrew Jackson saß insbesondere bei den Politikern der bisherigen Washingtoner Machtelite sehr tief. Und wer aus dem Volk Jackson gewählt hatte, war sich der Aversion vieler Amerikaner sicher.

Kindheit und Jugend

Der Vater starb wenige Wochen vor der Geburt seines Sohnes

Bereits in seinen jungen Jahren galt Andrew Jackson als ein feuriger und leidenschaftlicher Fighter. Das Leben hatte ihn früh geprägt und meinte es nicht gut mit ihm. Er wurde am 15. März 1767 in Waxhaws, einem kleinen Ort in den Wäldern Carolinas, geboren. Seinen Vater, Andrew Jackson Senior, kannte er lediglich vom Hörensagen, denn der starb wenige Wochen vor seiner Geburt. Gemeinsam mit seiner Frau Elizabeth „Betty“ Hutchinson waren die Jacksons einige Jahre vorher aus dem nordirischen Carrickfergus, einer Hafenstadt zu Füßen einer normannischen Burg, nach Amerika emigriert. Als Andrew Jackson während seiner Präsidentschaft nach seinen Vorfahren befragt wurde, gab dieser nur ausweichende Antworten. Wohl auch deshalb, weil er seine eigene Familiengeschichte nicht kannte. Als er vierzehn Jahre alt war, verlor er einen Bruder und auch seine Mutter, die gemeinsam mit ihren drei Kindern während des Unabhängigkeitskrieges einige Zeit in britische Gefangenschaft geriet und das Martyrium nicht überstand. Sie starb an einer Cholera – nachdem sie verletzte Soldaten gepflegt hatte. Der Tod seiner Mutter führte bei Andrew Jackson zu einer lebenslangen Abneigung gegen die Briten.

Ausbildung und Studium

Ein fluchender und in Schlägereien verwickelter Teenager

In den Wirren dieser Zeit genoss Andrew Jackson lediglich eine sporadische Ausbildung, obwohl seine Eltern schon sehr früh verfügt hatten, dass ihr Sohn später ein geistliches Amt übernehmen solle. Seiner Mutter schwebte für ihren Sprössling aber auch eine Karriere als presbyterianischer Minister vor. Doch da der junge Jackson schon sehr bald zu herben Flüchen neigte und immer wieder in Schlägereien verwickelt war, passte dies nicht zur puritanischen Lebensform dieses größten Zweigs der reformierten Kirche. Nach dem Ableben seiner Eltern wuchs der Teenager bei einem Onkel auf, nahm zunächst Hilfsarbeiten in einer Anwaltskanzlei an und kam dort erstmals mit juristischen Formeln in Berührung. Sie weckten sein Interesse, und im Jahr 1786 eröffnete er in Nashville/Tennessee seine erste Praxis. Zwei Jahre später wurde er Staatsanwalt für das westliche North Carolina.

Familie des Andrew Jackson

Rachel Donelson – der Schritt in eine Ehe mit Hindernissen

Im Jahr 1791 trat seine spätere Frau Rachel in das Leben des jungen Anwalts. Diese stammte aus Pittsylvania County an der Westgrenze von Virginia und wuchs in einer Familie mit elf Kindern auf. John Donelson, Rachels Vater, führte seine Familie mit einer Fahrt über dem Cumberland River fast tausend Meilen weit bis ins heutige Middle Tennessee. Dort zählten die Donelsons zu den Pionieren unter den Siedlern von Nashville. Allerdings war dies ein gefährliches Gebiet, denn es kam immer wieder zu Überfällen durch die Indianer. Worauf die Familie nach Harrodsburg/Kentucky umsiedelte. Als Rachel 17 Jahre alt war, heiratete sie einen gewissen Lewis Robards, den Sohn einer wohlhabenden Familie aus Mercer County. Die Ehe war nicht von langer Dauer, denn Lewis wurde stets von einer großen Eifersucht geplagt, und Rachel reichte die Scheidung ein. Nach einer Begegnung mit Andrew Jackson heiratete Rachel erneut, doch nach zwei Jahren stellte sie fest, dass sie noch immer rechtmäßig mit ihrem ersten Ehemann verheiratet war. Das brachte beiden den Vorwurf des Ehebruchs ein. Zwei Jahre später ließen sie sich – nunmehr offiziell – noch einmal trauen. Diesmal in Nashville.

Karriere als Anwalt und politischer Aufstieg

Richter am Supreme Court und eine Farm in West Cabin

Thomas Jefferson
Thomas Jefferson war der 3. Präsident der Vereinigten Staaten

Andrew Jackson hatte sich in seiner Wahlheimat nicht nur den Ruf eines ausgezeichneten Anwalts erworben sondern auch den eines streitbaren Politikers, der keiner Auseinandersetzung aus dem Wege ging. Er war Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung des neuen amerikanischen Staates Tennessee und zog zwei Jahre später in das amerikanische Repräsentantenhaus und bald darauf auch in den Senat ein. An der Schwelle zum 19. Jahrhundert wurde er als Richter zum Tennessee Supreme Court berufen. Da es in dieser Zeit einige wenig erfreuliche Diskussionen zwischen ihm und dem amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson gab, vernachlässigte Jackson seine politischen Ambitionen. Vielmehr zog er sich zurück nach West Cabin, wo das Ehepaar eine Farm bewirtschaftete, zeitweise bis zu 150 Sklaven beschäftigte und ein rustikales Blockhaus aus dem Haus des Tulpenbaums bewohnte.

Vor Gericht forderte Jackson gegnerische Anwälte zum Duell auf

Obwohl Historiker davon überzeugt sind, dass Andrew Jackson alles andere als ein guter Schütze war, ging er doch keinem Streit aus dem Wege. Er begründete in West Cabin vielmehr seinen Ruf als Querulant und einer gewissen Sympathie, sich Duellen zu stellen. Er soll sogar in mehr als hundert bewaffneten Auseinandersetzungen verwickelt gewesen sein. Jackson war bei Gerichtsterminen dafür bekannt, dass er den gegnerischen Anwalt häufig zu einem Duell herausforderte. Die meisten gingen glimpflich für beide Seiten aus, weil sich die Kontrahenten vor dem Duell versöhnten. Nicht so im Jahr 1806, als ein Streit entbrannte und sich Jackson mit dem Pferdezüchter und Plantagenbesitzer Charles Dickinson zum Duell verabredete. Das war für Jackson ein gefährliches Unterfangen, denn sein Gegenüber galt als Duell-Veteran, der bereits 26 Männer im Duell erschossen hatte und von dem es hieß, er können die gleiche Dollar-Münze aus einer Entfernung von achtzehn Metern hintereinander viermal treffen.

Die Kugel seines Gegners blieb in der Nähe des Herzens stecken

Da Duelle im Bundesstaat Tennessee verboten waren, trafen sich die Duellanten unweit des Ortes Adairville in Kentucky. Andrew Jackson war zum verabredeten Zeitpunkt mit einem übergroßen Mantel aufgekreuzt und hoffte, dass ihn sein Gegenüber deshalb verfehlen werde. Für jede Person war nur eine Kugel erlaubt. Dickinson schoss als Erster, wurde getroffen, verzog aber kaum eine Miene. Vielmehr feuerte er auf seinen Gegner und traf diesen in den Bauch. Dickinson starb später an seinen Verletzungen, während Jackson seinen Schmerz kaum unterdrücken konnte und viel Blut verlor. Die Kugel war offenbar von einem Messingknopf seines Mantels abgelenkt worden, hatte zwei Rippen durchschlagen und war unweit vom Herzen stecken geblieben. Diese Verletzung war für den späteren amerikanischen Präsidenten eine lebenslange Belastung, denn die Kugel konnte nicht operativ entfernt werden. Von Jackson ist der Spruch überliefert: „Hätte er mich durch das Gehirn geschossen, hätte ich ihn trotzdem getötet…“

Das Ehepaar Jackson wurde Vormund eines indianischen Waisenkindes

Andrew Jackson musste während seiner späteren Wahl mit dem Makel leben, der erste amerikanische Präsident zu sein, der außerhalb eines Krieges für den Tod eines Menschen verantwortlich war. Wie sich später herausstellte, war eine angebliche Verleumdung von Jacksons Frau Rachel der Anlass des tödlichen Duells. Obwohl aus der Ehe mit Rachel keine Kinder hervor gingen, umgab sich das Paar mit einer großen Familie. Aus der Familie Donelson kamen häufiger Nichten, Neffen, Brüder und Schwestern in das Haus der Jacksons. Als Rachels Schwägerin Zwillinge zur Welt brachte, entschloss sich das Ehepaar Jackson zur Adoption. Außerdem wurde Andrew Jackson Vormund für andere Kinder. Zu denen zählte auch ein indianisches Waisenkind.

Militärische Karriere

Der Draufgänger wurde in New Orleans zum Nationalhelden

Obwohl Jackson nach seiner Schussverletzung unter permanenten Bauchschmerzen litt, die offenbar durch eine Bleivergiftung herrührten, weil die Kugel nicht entfernt werden konnte, startete dieser eine militärische Laufbahn. Im Jahre 1812 erhielt er den Oberbefehl über alle Milizen von Tennessee. Dabei war es seine vorrangige Aufgabe, die Indianer vom Stamm der Muskogee aus ihrer angestammten Heimat zu vertreiben und ihre Deportation nach Florida zu überwachen. Zum gefeierten Nationalhelden wurde er spätestens 1815, als die englischen Truppen New Orleans bedrängten und Jackson als Oberbefehlshaber und dem Sieg über die Briten zum Generalmajor befördert wurde. Jackson war einmal mehr seinem Ruf als Draufgänger gerecht geworden und schloss nach seinem Sieg in der Schlacht am Horseshoe Bend in seiner Popularität zu George Washington auf. Als Kommandant der West Tennessee-Miliz hatte er mit Unterstützung der 39. US-Infanterie eine schlagkräftige Einheit, die das Territorium in Alabama für amerikanische Siedler zu „säubern“ hatte. In der fünfstündigen Schlacht wurden achthundert Creek-Indianer getötet.

Das Repräsentantenhaus entschied sich für John Quincy Adams

Nach dem sogenannten „Seminolen-Krieg“ von 1817/18 beschloss Andrew Jackson, sich wieder auf seine politische Karriere zu besinnen. Er wurde zum Militär-Gouverneur von Florida ernannt, einem Gebiet, das von den Spaniern an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde. Danach war er Senator im Staat Tennessee und kandidierte erstmals im Jahr 1824 für das Amt des amerikanischen Präsidenten. Zwar erreichte er dabei 41,3 Prozent, doch durch das Prinzip der Wahlmänner-Stimmen blieb ihm der Einzug ins Weiße Haus verwehrt. Da niemand bei dieser Wahl die absolute Mehrheit erreichte, bekannte sich schließlich das Repräsentantenhaus für John Quincy Adams. Es kam somit zum ersten und bisher einzigen Mal in der Geschichte amerikanischer Präsidentenwahlen zur Anwendung des 12. Zusatzartikels der Verfassung. Andrew Jackson behauptete, die Wahl sei manipuliert worden.

Jackson als Anführer der Demokraten

„Old Hickory“ – ein vom Machtanspruch besessener Politiker

In der Folgezeit der Wahl von 1824 spaltete sich die in diesen Jahren stärkste Partei in die von Jackson angeführten Demokraten und in die National Republik Party um Adams. Andrew Jackson hatte in der amerikanischen Öffentlichkeit einen neuen Namen erhalten: „Old Hickory“. Der Spitzname erinnerte an einen knorrigen Hickory-Baum und symbolisierte die Zähigkeit und Entschlossenheit, mit der der im ersten Anlauf der Präsidentschaft gescheiterte Jackson seine Truppen durch mehrere Schlachten geführt und damit einen bis dahin ungeahnten Patriotismus in Amerika entfacht hatte. In seiner ersten Jahres-Botschaft an den Kongress empfahl „Old Hickory“, das Wahlkollegium zu streichen. Doch zu einer Änderung der Verfassung sollte es niemals kommen. Jackson war von seinem Machtanspruch besessen und machte in den folgenden Jahren die Indianer-Umsiedlung in Amerika zu seinem beherrschenden Thema. Es folgte 1928 ein Wahlkampf, den Historiker später zu den „schmutzigsten“ der amerikanischen Geschichte zählten. Die heftig geführten politischen Diskussionen führten dazu, dass Jackson auf dem Weg zur Präsidentschaft die Nation in zwei Lager spaltete.

Im zweiten Anlauf ein hoher Wahlsieg gegen den Amtsinhaber

John Quincy Adams
John Quincy Adams war der 6. Präsident der Vereinigten Staaten

Mit einem Stimmenanteil von nunmehr 56 Prozent fiel Jacksons Sieg über den gescheiterten Amtsinhaber John Quincy Adams sehr deutlich aus. Er war der erste Kandidat der neu gegründeten Demokratischen Partei, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten stellte. Zu seinem Vizepräsidenten ernannte er John C. Calhoun, der schon unter Adams als dessen Stellvertreter amtierte. Die Wahl von Andrew Jackson war für die Amerikaner gleichbedeutend mit einer Zäsur, denn erstmals wurde ein Mann in das höchste Amt des Staates gewählt, der nicht aus dem Kreis derer kam, die von der amerikanischen Revolution geprägt wurde, im Unabhängigkeitskrieg gekämpft und die Verfassung des Landes auf den Weg gebracht hatte. Von Jackson wusste man, dass dieser sich nicht nur als ein zuweilen hemdsärmeliger Haudegen verstand sondern dass er auch ein Interessenvertreter des Kleinbürgertums und der Immigranten war.

Präsidentschaft (1829 – 1837)

„King Andrew“ und eine Präsidentschaft voller Widersprüche

In der Nachbetrachtung der Amtszeiten des Andrew Jackson kamen etliche Historiker zu dem Schluss, dass sich dieser amerikanische Präsident immer mal wieder in Widersprüche verstrickte. Häufig wurde er von seinen politischen Gegnern und von Karikaturisten als „King Andrew“ verspottet. Was ihn nicht daran hinderte, die Nationalbank zu zerschlagen und sich mit der alten und der neuen Elite seines Landes anzulegen. Er ließ sich in einigen Entscheidungen von seiner Überzeugung leiten, dass die Reichen und Mächtigen wichtige Institutionen für ihre, wie er meinte, „selbstsüchtigen Zwecke“ missbrauchen wollten. Doch als in den Vereinigten Staaten Arbeiter streikten, um ihre Rechte zu erstreiten, ließ er seine Truppen aufmarschieren. Jackson war aber auch der erste Präsident, der die Öffentlichkeit zu einem Einweihungsball ins Weiße Haus einlud. Dabei kamen so viele Menschen, dass Möbel und Geschirr zu Bruch gingen.

„Ich wäre lieber ein Türhüter im Hause Gottes…“

Fast zeitgleich mit seiner Wahl zum amerikanischen Präsidenten legte sich ein Schatten über die Privatsphäre des Andrew Jackson. Der Gesundheitszustand seiner Frau Rachel nahm von Tag zu Tag immer mehr ab. Depressionen und Stress hatten ihre Probleme verschärft. In dieser Zeit fehlte es auch in den Vereinigten Staaten an eine intensive medizinische Betreuung. So war nur bekannt, dass Rachel Jackson an Herz und Lunge erkrankt war. Als sie nach dem Wahlerfolg ihres Mannes das Weiße Haus besichtigte, soll sie zu einer Freundin gesagt haben: „Ich wäre lieber ein Türhüter im Hause Gottes, als in diesem Palast in Washington zu leben…“ Dazu kam es dann auch nicht mehr, denn Rachel starb am 22. Dezember 1928 und wurde in jenem weißen Kleid im Garten ihres Hauses in der Nähe von Nashville zur letzten Ruhe gebettet, das sie ursprünglich bei der Eröffnungszeremonie im Weißen Haus tragen wollte. Die Rolle der First Lady im Weißen Haus übernahm für Rachel deren Nichte Emily Donelson.

Eine 18-jährige Nichte als First Lady im Weißen Haus

Emily Donelson war erst 18 Jahre alt, als sie in die für sie nicht vorgesehene Rolle der Gastgeberin im Weißen Haus schlüpfen musste. Ihr Ehemann hatte eine Anstellung als Privatsekretär Jacksons. Zwischen 1929 und 1934 war Emily die First Lady der Vereinigten Staaten und wurde dann von Sarah Yorke Jackson abgelöst, die mit dem Adoptivsohn des Präsidenten verheiratet war. Diese Rolle führte sie bis zum Ende der Amtszeit von Andrew Jackson aus. Der hatte sich 1932 erfolgreich für die Wiederwahl beworben und besiegte dabei seinen politischen Intimfeind, den Senator Henry Clay, mit einem großen Vorsprung der Wählerstimmen. Clay hatte sich in der Gunst seiner Anhänger offenbar verspekuliert, als er eines Tages zu Protokoll gab: „Ich möchte lieber Recht behalten, als Präsident sein.“ In drei Präsidentschaftswahlen unterlag der Republikaner als Hauptkandidat.

Ein „Indianer-Hasser“ und wenig zimperlich im Umgang mit Sklaven

Andrew Jackson, auf Dollar Schein
Andrew Jackson, auf 20-Dollar-Schein

Jacksons zweite Amtszeit war geprägt von einem ökonomischen Wandel in den Vereinigten Staaten. Es veränderte sich die Infrastruktur in Form von neuen Straßen, Kanälen und dem Ausbau der Eisenbahnlinien. Während seiner Präsidentschaft verabschiedeten Senat und Repräsentantenhaus den „Indian Removal Ac“. Damit wurde die Umsiedelung der indianischen Bevölkerung aus dem fruchtbaren Waldland der Südstaaten ins eher trockene Territorium von Oklahoma besiegelt. Jackson galt als „Indianer-Hasser“, und auch im Umgang mit Sklaven war er alles andere als zimperlich. Manche Zeitgenossen meinten, der Präsident habe ein Herz aus Stein. Etliche Generationen später verfügte einer seiner Nachfolger, Barack Obama, Jacksons Porträt von der Vorderseite des amerikanischen 20-Dollar-Scheines zu entfernen.

„Ich danke Gott, dass er mir ein Leben in Freiheit geschenkt hat“

Allerdings hatte Andrew Jackson großen Einfluss auf die Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft. Die Menschen seines Landes unterstützten ihn in seinem Bemühen, die Nation zu einen und das Gefühl von „We are the people“ wiederherzustellen. Damit berührte er die Ur-Gefühle der Bevölkerung und die Idee, dass jeder durch harte Arbeit und durch seine natürlichen Fähigkeiten erfolgreich sein kann. Als er am 4. März 1837 seine Abschiedsrede als Präsident der Vereinigten Staaten hielt, sagte er unter anderem: „Ich danke Gott, dass er mir ein Leben in einem Land der Freiheit geschenkt hat und dass er mir ein Herz gab, mein Land mit der Zuneigung eines Sohnes zu lieben.“ Am 30. Januar 1835 war er der erste amerikanische Präsident, auf den ein Attentat verübt wurde. Er hatte soeben das Kapital verlassen, als der arbeitslose englische Maler und Anstreicher Richard Lawrence gleich zwei Pistolen auf ihn richtete. Angeblich ließen sich beide Feuerwaffen nicht auslösen, worauf Jackson seinen Angreifer angeblich mit einem Spazierstock verprügelte…

Nach der Präsidentschaft

Ein unruhiger Ruheständler und Ermahnungen für den Nachfolger

Abraham Lincoln im Porträt
Abraham Lincoln war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten

Mit nahezu siebzig Jahren zog sich Andrew Jackson aus der Politik zurück und bis zur Wiederwahl von Abraham Lincoln im Jahr 1864 blieb er der letzte amerikanische Präsident, der von den Wählern in seinem Amt bestätigt wurde. Er hatte sich über einen längeren Zeitraum nach einem angenehmen Ruhestand gesehnt und zog sich in sein Haus vor den Toren von Nashville zurück. Seinen Nachfolger Martin Van Buren versorgte er hin und wieder mit Ratschlägen – aber auch mit Ermahnungen. Im Übrigen bereicherten zahlreiche Ehrungen seinen Ruhestand. Irgendwie war er ein in die Jahre gekommenes Symbol eines Landes, das sich im Aufbau befand und sich seiner Widersprüche nicht schämte. Einer von Andrew Jacksons Biographen war nicht gerade zimperlich, als er ihn als einen „demokratischen Autokraten“ und einen „grausamen Heiligen“ bezeichnete. Bei manchen Ehrungen meinten seine Bewunderer, bei dem ehemaligen Präsidenten einen Hauch von Demut wahrgenommen zu haben. Auch deshalb nahm das Defilee seiner Bewunderer kein Ende. Viele pilgerten nach Nashville, um ihm zu huldigen.

Das historische Anwesen der Jacksons ist ein nationales Denkmal

Andrew Jackson
Andrew Jackson starb am 08. Juni 1845

Mehr und mehr lastete jedoch die Bürde des Alters auf Andrew Jackson. Am 8. Juni 1845 starb er in der Eremitage im Kreis seiner Familie und einiger Freunde. Er wurde neben seiner Frau Rachel im Garten seines Hauses begraben, wurde 78 Jahre alt, und die offizielle Todesursache war Herzversagen. Vermutlich starb er aber an den Folgen der während des Duells mit Charles Dickinson erlittenen Verletzung und an einer Bleivergiftung seines Körpers. Jacksonville, die bevölkerungsreichste Stadt im Bundesstaat Florida, wurde nach Andrew Jackson benannt. Außerdem tragen nicht weniger als 22 Countys seinen Namen. 19 Kilometer östlich von Nashville wurde das historische Anwesen der Jacksons in die Liste eines nationalen Denkmals aufgenommen.

Häufige Fragen und Antworten

Hatte Andrew Jackson Sklaven?

Auf seiner Plantage arbeiteten bis zu 150 Sklaven.

Wann war Andrew Jackson Präsident der USA?

Er war zwischen 1829 und 1837 der siebte Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Wie alt wurde Andrew Jackson?

Er starb im Alter von 78 Jahren.

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