Wer ist Barack Obama?

Barack Obama ist der erste US-Präsident afroamerikanischer Herkunft
0

Barack Obama war der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er hat zwei volle Amtszeiten absolviert und war damit acht Jahre lang von 2009 bis 2017 der mächtigste Mann der Welt. Gleichzeitig war er als erster und bisher auch einziger schwarzer Präsident im Weißen Haus ein großer Hoffnungsträger, eine Tatsache, die zuvor unvorstellbar erschien.

Nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt setzte große Hoffnungen auf den dynamischen und sympathischen Afroamerikaner als internationaler Friedensbringer und Versöhner zwischen Weißen und Schwarzen im eigenen Land. Schnell wurde Obama mit John F. Kennedy verglichen, denn er war gleichfalls noch recht jung, als er in dieses wichtige Amt gewählt wurde.

Wie Kennedy hatte auch Obama eine charismatische und gebildete Frau als First Lady an seiner Seite. Wie Kennedy erhielt er große Vorschusslorbeeren, bevor das politische Alltagsgeschäft im Weißen Haus richtig losging. Ein Unterschied zu Kennedy besteht allerdings: Barack Obama hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis erhalten.

Steckbrief: Barack Obama

Portrait von Barack Obama
Portrait von Barack Obama
  • Name: Barack Obama
  • Geburtsdatum: 04. August 1961
  • Geburtsort: Honolulu/Hawaii
  • Größe: 187 cm
  • Augenfarbe: braun
  • Ehepartnerin: Michelle Obama (verh. 1992)
  • Kinder: Malia Ann Obama, Natasha Obama
  • Eltern: Ann Dunham, Barack Hussein Obama Senior
  • Geschwister: Malik Abongo Obama (Bruder), Maya Soetoro-Ng (Schwester), Auma Obama (Schwester), George Hussein Onyango Obama (Bruder), Mark Okoth Obama Ndesandjo (Bruder), Bernard Obama (Bruder), Abo Obama (Bruder), David Ndesandjo (Bruder)
  • Sternzeichen: Löwe
  • Staatsangehörigkeit: Vereinigte Staaten von Amerika
  • Beruf: Jurist, Staatsoberhaupt
  • Amtszeit: 44. Präsident der Vereinigten Staaten von 2009 bis 2017
  • Offizielle Website: www.barackobama.com

Kindheit und Jugend

Barack Hussein Obama wurde am 4. August 1961 in Honolulu auf Hawaii geboren.

Dieser exotische Inselstaat wurde der frühe Lebensmittelpunkt des jungen Obama, da sich seine Eltern hier während ihres Studiums an der University of Hawaii at Manoa kennengelernt hatten. Obama Senior war Afroamerikaner, seine Mutter hatte britische, deutsche und irische Vorfahren. Die jungen Leute heirateten 1961 und wählten diesen Inselstaat ganz bewusst als Ort ihrer Zukunft, denn es gab ein Problem: Stanley Ann Dunham, Baracks Mutter, war eine Weiße und sein Vater ein Schwarzer. Zu diesem Zeitpunkt war die Rassentrennung trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren noch immer eine alltägliche Selbstverständlichkeit und die Ehe zwischen Weißen und Schwarzen in anderen Teilen der USA verboten.

Hawaii war erst 1959 durch ein Referendum ein weiterer Staat der USA geworden. Seit einigen Jahrzehnten hatten hier ansässige US-Amerikaner dem Inselstaat deutlich ihren Stempel aufgedrückt. Da Hawaii jedoch im Pazifik in unmittelbarer Nähe zu einigen asiatischen Staaten wie Japan und Korea liegt, lebten hier seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch verstärkt Menschen mit asiatischen Wurzeln. Hinzu kamen die hawaiianischen Ureinwohner, deren Anzahl und Traditionen jedoch immer mehr zurückgedrängt wurden, bis sie schließlich nur noch in der Minderheit waren.

Auf diese Gemengelage ist es vermutlich zurückzuführen, dass hier das Zusammenleben verschiedener Rassen liberaler gesehen wurde als in dem Rest der USA. Dennoch gingen Barack Obama sr. und Stanley Ann Dunham das große Risiko der gesellschaftlichen und sozialen Ächtung ein. In dieser Hinsicht hatte der junge Barack Glück, auf diesem Inselstaat aufzuwachsen, in dem die erstarkende schwarze Bürgerrechtsbewegung und die daraus folgenden Rasseunruhen der 1960er-Jahre nicht so stark ausgeprägt waren. Aufgrund der multikulturellen Zusammensetzung der Einwohner erlebte der junge Barack Obama die Rassendiskriminierung nicht so alltäglich wie seine Landsleute in anderen Staaten der USA.

Das junge Glück war jedoch nicht von langer Dauer, denn bereits 1964 gingen die Obamas wieder getrennte Wege. Beide heirateten erneut. Väterlicherseits hat Barack Obama drei ältere und drei jüngere Halbbrüder. Als letzte kam seine Halbschwester Auma hinzu, die später in Deutschland studierte und heutzutage auch hier lebt. Dem deutschen Publikum wurde sie das erste Mal während des Präsidentschaftswahlkampfs ihres Bruders bekannt, denn im Vorfeld war sie als Gast in diversen Shows, die den Präsidentschaftskandidaten begleiteten.

Schulbesuch und Studium

Sein Vater studierte schließlich in Harvard, seine Mutter promovierte im Bereich Anthropologie, ihr Spezialfach waren Entwicklungsfragen. Sie heiratete einen Indonesier und Ölmanager, der auf einen Unternehmensposten in Jakarta versetzt wurde. Von 1967 bis 1971 lebte der junge Barack mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in Indonesien. Hier wurde seine Halbschwester Maya geboren. 1971 kehrte er nach Hawaii zurück, wo er fortan bei seinen Großeltern lebte und 1979 die High-School beendete. Im selben Jahr führte ihn sein Weg nach Los Angeles, wo er ein Bachelor-Studium der Politikwissenschaften begann, das er 1983 an der Columbia University in New York abschloss. Ab 1985 war die Millionenmetropole Chicago seine neue Heimat. Anschließend studierte er drei Jahre lang Rechtswissenschaften an der Harvard Law School in Cambridge Massachusetts und wurde schon bald zum ersten afroamerikanischen Herausgeber der Fachzeitschrift Harvard Law Review. 1991 schloss er sein Studium mit Auszeichnung magna cum laude erfolgreich ab.

Der Weg zum ersten afroamerikanischen Präsidenten

Ab 1992: berufliche Laufbahn als Anwalt und Senator für Illinois

Mit seiner Rückkehr nach Chicago 1992 wurde die Politik zum ersten Mal seine neue berufliche Heimat, als er mit einer Kampagne für Registrierung schwarzer Wähler 150.000 Teilnehmer mobilisierte, die den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton unterstützten. Ab 1993 wurde er als Anwalt in einer renommierten Anwaltskanzlei in Chicago tätig. Bis 2004 lehrte er zudem Verfassungsrecht an der University of Chicago. 1996 wurde Barack Obama das erste Mal in den Senat von Illinois gewählt. Diese Position konnte er 1998 und 2002 erfolgreich verteidigen. 2004 nahm seine politische Karriere mit der Aufstellung als Kandidat der Demokraten für den US-Senat die entscheidende Wendung, denn der Wahlkampf verschaffte dem jungen Afroamerikaner zum ersten Mal landesweite Bekanntheit. Er gewann die Wahl zum Senator in seinem Heimatstaat Illinois und vertrat selbigen fortan gemeinsam mit Richard Joseph „Dick“ Durbin. Schnell stellte sich das politische Talent des jungen Mannes und seine Fähigkeit, mit seiner charismatischen Erscheinung Menschen für sich zu gewinnen heraus.

Ted Kennedy, ein prominenter politischer Förderer

Einer seiner Förderer war kein geringerer als der langjährige Senator Ted Kennedy, der letzte Überlebende der legendären Kennedy-Brüder, der politisch jedoch weniger Glück als seine beiden älteren Brüder John F. und Robert hatte. Aufgrund verschiedener privater Skandale hatte er sich eine große politische Karriere inklusive Präsidentschaftskandidatur selbst verbaut. Als Senator allerdings galt er als fleißig und zuverlässig und hatte sich schließlich die landesweite politische Anerkennung seiner Parteifreunde und der amerikanischen Wähler erarbeitet. Vielleicht erinnerte der junge Barack Obama ihn auch an seine beiden verstorbenen älteren Brüder, denn der Senator aus Illinois brauchte einen derartigen Vergleich nicht zu scheuen.

Die amerikanischen Wähler lieben gutaussehende Präsidenten

Er war nicht nur gebildet und eloquent, sondern hatte bis dato eine einwandfreie berufliche Karriere und ein solides politisches Wirken vorzuweisen. Nach acht Jahren George W. Bush sehnten sich die Amerikaner nach einem Neuanfang, den Barack Obama alleine schon aufgrund seiner afroamerikanischen Abstammung versprach. Zudem war auch noch jung und gutaussehend, was eigentlich kein Kriterium für einen Anwärter auf das Präsidentschaftsamt sein sollte. Allerdings ist dieses Kriterium seit John F. Kennedy nicht zu leugnen, der im Wahlkampf 1960 seine jugendliche und lässige Erscheinung in diversen Fernsehauftritten gegen seinen Gegner Richard Nixon ausspielte.

Barack Obama mit weiteren Politikern
Barack Obama mit weiteren Politikern

Die Wahl Barack Obamas verändert die politische Landkarte in den USA

Obwohl er die demokratischen Vorwahlen schließlich für sich entscheiden konnte, war es eine zeitweise Zitterpartie, da seine parteiinterne Konkurrentin Hillary Clinton gleichfalls recht gut abschnitt. Am 23. August wählte Obama, jetzt offizieller Kandidat der Demokraten, Joe Biden als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten. Sein republikanischer Gegenpart war der nicht minder politisch erfahrene John McCain.

Dieser Wahlkampf berührte nicht nur die amerikanischen Bürger, sondern Menschen weltweit warteten gespannt auf den Ausgang dieses besonderen Ereignisses. In Deutschland verfolgte die Mehrheit der Bürger die zahlreichen Sendungen rund um den Wahlkampf und viele von ihnen blieben in der Wahlnacht sogar bis früh morgens auf, um das mit Spannung erwartete Ergebnis zu hören. Die ganze Wahlnacht sollte tatsächlich spannend werden, denn immer, wenn die Moderatoren wieder ein Zwischenergebnis des nächsten Bundesstaates verkündeten, konnte sich die Situation schlagartig ändern. Mal war John McCain vorn, mal Barack Obama.

Schließlich war der Jubel grenzenlos, als die Moderatoren am frühen Morgen des 15. Dezember 2008 die Wahl Barack Obamas zum neuen Präsidenten der USA verkündeten, der am 20. Januar 2009 vereidigt wurde.

Das Duo Obama und Biden konnte eine Mehrheit von 365 Wahlmännerstimmen sowie 53 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. John McCain kam dagegen lediglich auf 173 Wahlmännerstimmen und 46 Prozent der Wählerstimmen. Durch die Wahl von Barack Obama zum neuen Präsidenten konnten die Demokraten zudem ihre Mehrheit im US-Senat ausbauen, in dem sie jetzt 58 Sitze gegenüber 41 Sitzen der Republikaner auf sich vereinten.

Im US-Repräsentantenhaus erwies sich die Wahl des neuen Präsidenten gleichfalls als Glücksfall, denn auch hier verzeichneten die Demokraten mit 257 Sitzen gegenüber 178 Sitzen gegenüber den Republikanern eine deutliche Mehrheit. Diese beiden Gremien gehören zu den wichtigsten politischen Einheiten des Landes, denn sie bilden die beiden Kammern des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika. Wer hier die Mehrheit hat, sitzt häufig am längeren Hebel. Im schlimmsten Fall können sich die beiden Parteien gegenseitig blockieren und so den gesamten US-Haushalt zum Stillstand bringen. Barack Obama hatte jedoch nicht nur traditionelle demokratische Hochburgen für sich gewinnen können, sondern auch einige US-Staaten, die zuvor ausschlaggebend für die Wiederwahl George W. Bushs gewesen waren. Selbst in einigen Swing States, in denen beide Parteien traditionsgemäß gleich aufliegen in der Wählergunst, konnte der neue Präsident für sich gewinnen.

Die Präsidentschaft von Barack Obama

Ein Traum wird wahr: ein schwarzer Präsident im Weißen Haus

Die größte Hoffnung, die die amerikanischen Wähler mit dem neuen Präsidenten verbanden, war die Überwindung der Spaltung zwischen Weiß und Schwarz, denn auch, wenn sich seit den 1950er-Jahren viel Positives in dieser Sache getan hatte, war Rassismus noch immer ein großes Problem in den USA und ist es bis heute geblieben.

Inzwischen weiß man, alleine mit einem schwarzen Präsidenten im Weißen Haus hat sich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft in dieser Hinsicht nicht beseitigen lassen. Mit Bekanntwerden der Entscheidung ließ Obama über seinen Sprecher ausrichten, er empfinde eine große Demut, erst der dritte US-Präsident zu sein, dem die Ehre des Friedensnobelpreises zuteilwerde. Gleichzeitig betonte er, dass seine Visionen sich nicht auf die Schnelle umsetzen lassen würden, ein langer steiniger Weg liege vor ihm und der Welt. Die historische Leistung des charismatischen Präsidenten stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. Immerhin, nach achtjähriger Amtszeit von George W. Bush stand Barack Obama nun für einen anderen Umgang der USA mit der Welt.

Ist Barack Obama für die schwarze Wählerschaft schwarz genug?

Obamas Amtsantritt fiel mit der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 zusammen, die fortan einen großen Teil seiner Zeit beanspruchte. Im Präsidentschaftswahlkampf 2012 konnte sich der charismatische und zuweilen recht lässig wirkende Präsident gegen den erzkonservativen Republikaner Mitt Romney durchsetzen und sicherte sich eine zweite Amtszeit. Von Anfang an spielte seine afroamerikanische Herkunft eine große Rolle, denn schließlich war er der erste schwarze Präsident im Weißen Haus. Allerdings stand immer die Frage im Raum, ob er für schwarze Wähler schwarz genug sei. Obama selbst stellte seine afroamerikanische Herkunft und seine multikulturelle Erziehung auf Hawaii und in Indonesien nicht nur während seines Wahlkampfs in den Mittelpunkt. Schon einige Jahre zuvor hatte der Senator aus Illinois in einer Grundsatzrede darauf hingewiesen, es gebe nicht zwei Völker in Amerika, eines schwarz und eines weiß, sondern nur ein Volk, das gemeinsam in einem Land lebe, das Sternenbanner und die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika achte.

Seine privilegierte Herkunft, sein Studium an einer Eliteuniversität sowie seine berufliche Laufbahn als Jurist unterschied Obama jedoch von früheren schwarzen Präsidentschaftskandidaten wie Jesse Jackson, der aus dem typisch schwarzen Milieu der Bürgerrechtsbewegung kam. Auch in dieser Hinsicht drängte sich ein Vergleich mit John F. Kennedy auf, der Anfang der 1960er-Jahre zu der erstarkenden schwarzen Bürgerrechtsbewegung Position beziehen musste, denn die schwarzen Wähler erwarteten von ihrem jungen und charismatischen Präsidenten deutliche Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen. So bezog sich Obama in einer seiner Reden bereits 2007 auf Teile der Inaugurationsrede seines legendären Vorgängers: „Rosa setzte sich hin, so dass Martin diesen Weg weitergehen konnte, Martin schritt voran, sodass Obama als Präsidentschaftskandidat antreten kann. Dieser tritt schließlich an, sodass unsere Kinder fliegen können“.

Der damalige Senator aus Illinois bezog sich mit dieser Rede auf Rosa Parks, die 1955 aus Protest gegen die Rassendiskriminierung in einem Bus sitzen geblieben war und sich geweigert hatte, ihren Platz einem weißen Fahrgast zu überlassen. Dieses Ereignis war die Initialzündung für die schwarze Bürgerrechtsbewegung, an dessen Spitze sich der eloquente und durchsetzungsstarke schwarze Prediger Martin Luther King setzte. Dieser ebnete schließlich Millionen von schwarzen Bürgern in den USA einen Weg in ein besseres, wenn auch nicht komplett gleichwertiges Leben schwarzer Bürger unter einer weißen Mehrheit. Ohne diese Entwicklung wäre ein schwarzer Präsident im Weißen Haus vermutlich bis heute nicht möglich gewesen. Diese Metapher sollte auch zeigen, dass der Weg der schwarzen Bevölkerung in ein besseres Leben noch nicht beendet war, sondern dass sich diese Generation dafür einsetzen muss, dass die nächste Generation schwarzer Bürger noch bessere Perspektiven bekommen und die Rassentrennung endlich aus den Köpfen der Menschen verbannt sein würde.

Barack Obama
Barack Obama ist der erste US-Präsident afroamerikanischer Herkunft

Hilflose Versuche konservativer Kreise, den neuen Präsidenten zu diskreditieren

Konservative Politiker und Sender wie Fox News versuchten wiederholt, die rechtmäßige Wahl Obamas zum Präsidenten anzuzweifeln, indem sie auf seinen zweiten Vornamen Hussein und seine Schulzeit in Jakarta, Indonesien anspielten, was ihn als heimlichen Muslim ausweise. Auch wurden immer wieder Gerüchte gestreut, Obama sei in Wirklichkeit nicht in den USA geboren worden und hätte damit nie Präsident werden dürfen.

Alle Gerüchte erwiesen sich jedoch als hilfloser Versuch ultrakonservativer Kräfte im Land, die einen schwarzen Präsidenten im Weißen Haus unbedingt verhindern wollten. Tatsächlich ist Obama nicht nur in einer multikulturellen Umgebung auf Hawaii und Indonesien aufgewachsen, sondern auch in einem Haushalt, in dem Religion keine übergeordnete Rolle spielte. Nachdem er einen guten Anschluss in der afroamerikanischen Gemeinde in Chicago gefunden hatte, wurde er Christ und trat 1985 der United Church of Christ bei.

Das schwere Erbe von George W. Bush

Während seiner Präsidentschaft hatte Barack Obama einige Baustellen zu bewältigen, denn sein konservativer Vorgänger, der Republikaner George W. Bush hatte ihm insbesondere was die Außenpolitik angeht, ein schweres Erbe hinterlassen.

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 hatte sein Vorgänger diverse Kriege in den Ländern der muslimischen Welt angezettelt, und zwar im Alleingang ohne internationale Absprachen. Unter seiner Ägide waren die USA vom Freund und verlässlichen Partner zu einer unberechenbaren Größe geworden. Barack Obama war auch dafür angetreten, derartige Alleingänge zu beenden und das Vertrauen der internationalen Staatengemeinschaft zurückzugewinnen. Dieses Ziel konnte er erreichen, denn schnell schossen die Beliebtheitswerte dieses so ganz anderen Präsidenten in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt in die Höhe. In Deutschland ähnelten die Auftritte von Barack Obama fast denen eines Popstars. Häufig trat er betont lässig und informell auf und entfernte bei großer Sommerhitze grinsend Schlips und Jackett.

Selbst einige muslimisch geprägte Länder konnten sich mit dem neuen Mann im Weißen Haus anfreunden, nachdem dieser sich in einer Rede in der Universität von Kairo für einen Neuanfang im Verhältnis zum Islam einsetzte, das unter George W. Bush stark gelitten hatte. Seine ehemalige parteiinterne Konkurrentin Hillary Clinton wurde Außenministerin. Diese Partnerschaft zweier erfahrener Politiker mit dem nötigen und unverzichtbaren diplomatischen Feingefühl erwies sich als Pluspunkt für die USA, die nun nicht mehr für rücksichtslosen Isolationismus auf Kosten anderer Länder stand, sondern für ein ausgleichendes und versöhnendes Miteinander. Der Präsident konnte einige Akzente in der Außen- und Innenpolitik setzen, auch, wenn er vielfach dafür kritisiert wurde, angeblich nichts Großes erreicht zu haben. In dieser Situation befanden sich jedoch selbst so beliebte Präsidenten wie John F. Kennedy und Bill Clinton wieder, was weniger auf persönliche Unfähigkeit zurückzuführen ist, als vielmehr auf eine vorherrschende Gemengelange sowohl im In- als auch im Ausland.

Reformierung des Gesundheitssystems (Obamacare)

Die historische Leistung Obamas ist die Reformierung des Gesundheitssystems und die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung für alle Amerikaner unter dem Namen Obamacare. Diese fand jedoch bei 59 Prozent der Amerikaner keine Zustimmung, selbst bei denen nicht, die davon profitieren, nämlich alle, die sich aus eigenen Mitteln keine angemessene medizinische Versorgung leisten können. Auch in Sachen Justiz und Bürgerrechte kam Obama nicht so weit, wie er sich das gewünscht hätte. Wer daran geglaubt hatte, alleine mit einem schwarzen Präsidenten im Weißen Haus wäre die Rassenfrage nach mehreren Jahrhunderten endlich gelöst, täuschte sich. Immer wieder fiel das Land mit unangemessener Polizeigewalt gegen schwarze Bürger auf. Mehr als ein schwarzer Bürger starb bei der Festnahme aufgrund von Gewaltanwendung oder später in Haft. Aktuell (Stand Mai/Juni 2020) eskaliert der Konflikt erneut in gewalttätigen Massenprotesten, weil der Schwarze George Floyd durch weiße Polizisten zu Tode kam. Einer der festnehmenden Polizisten hatte Floyd sein Knie solange in den Hals gedrückt bis dieser erstickt war. Die Erwartungen an diesen vermeintlichen Heilsbringer waren wohl zu groß, weil er das scheinbar Unmögliche geschafft hatte.

Ferner ist die Opposition in Amerika traditionsgemäß sehr stark. Alleine aus parteipolitischem Kalkül findet so manche Blockade des Präsidenten und seiner Partei statt. Obama und seinen Demokraten erging es nicht anders. Und so holte die Realität den Präsidenten und die ganze Welt recht schnell ein. Bereits 2010 sanken seine Zustimmungswerte deutlich, während die Kritik gleichzeitig genauso deutlich wahrnehmbar anstieg. Obama erinnerte in einer Rede am 1. Mai 2010 daran, dass auch frühere US-Präsidenten gerne als Sozialisten, Kommunisten, Diktatoren und Fremde verunglimpft wurden, wenn sie ihre Reformpläne umsetzen wollten. Seine Zustimmungswerte bewegten sich nur noch bei 45 Prozent, während die Demokraten ihre Mehrheit bei den Gouverneuren und im Repräsentantenhaus verloren. Im US-Senat konnten sie die Mehrheitsverhältnisse jedoch verteidigen.

Trotz aller Probleme trat noch einmal eine Wende ein und der mittlerweile deutlich gealterte aber immer noch dynamische Präsident schaffte die Wahl in eine zweite Amtszeit.

Die Familie von Barack Obama

Verheiratet ist Barack Obama mit der Juristin Michelle Obama, geborene Robinson. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, ihr Vater war Maschinist, ihre Mutter Sekretärin. Michelle und Barack lernten sich während des Studiums in Harvard kennen. Wie ihr Mann arbeitete Michelle in einer renommierten Anwaltskanzlei in Chicago. Beide Eheleute bewegten sich von Anfang an auf Augenhöhe, beide förderten sich in ihren Karrierebemühungen stets gegenseitig. So war Michelle als First Lady ein großer Gewinn für den Präsidenten Obama. Wie ihr Mann gewann die First Lady schnell die Herzen der Menschen und zeichnete sich durch ein hohes Engagement während ihrer „Amtszeit“ aus.

Barack und Michelle Obama
Barack und Michelle Obama, by vargas2040 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Im November 2018 veröffentliche Michelle ihre Memoiren mit dem Titel „Becoming“, die sich durch einen hohen Grad der Selbstreflexion auszeichnen und umgehend die Bestsellerlisten eroberten. Der ehemalige Vizepräsident unter Obama, Joe Biden, tritt heute (Stand Juni 2020) selbst als Kandidat für das Amt des Präsidenten an und hat sich mehrfach dahingehend geäußert, er hätte Michelle Obama gerne als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten nominiert. Viele Amerikaner würden die beliebte ehemalige First Lady gerne als Vizepräsidentin der USA sehen. Mit Michelle im Tandem würden die Chancen Joe Bidens, gegen seinen Widersacher Donald Trump zu gewinnen, deutlich steigen. Bisher hat Michelle Obama sich jedoch gegen eine Nominierung ausgesprochen. Die Obamas haben zwei Töchter, Malia Ann, geboren 1998 und Sasha, geboren 2001.

Barack und Michelle, ein unschlagbar charismatisches Duo

Dass Amerika lässige und charismatische Präsidenten liebt beweisen acht Jahre Bill Clinton, dem die Wähler sogar eine Falschaussage in der Lewinsky-Aussage verziehen. Daher war Barack Obamas lässige, aber dennoch seriöse Erscheinung sicherlich nicht zum Nachteil. So strebte der Senator aus Illinois nach höheren Weihen und verkündete am 10. Februar 2007 seine Kandidatur als Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Seine Konkurrentin im Vorwahlkampf war Hillary Clinton, der man aufgrund ihrer langjährigen politischen Erfahrung als ehemalige Senatorin, First Lady und Außenministerin die größeren Chancen auf den Zuschlag ausrechnete. Allerdings hatte der junge Senator einen entscheidenden Vorteil: Er sah gut aus, war dynamisch, frisch und unverbraucht. Wie John F. Kennedy umwehte auch ihn eine besondere, vielversprechende Aura. Und dann war da noch seine gut aussehende, nicht minder charismatische Ehefrau Michelle Obama.

Gegen dieses Duo konnte sich die spröde und deutlich ältere Hillary Clinton nicht durchsetzen. Die Amerikaner sprachen ihr zwar große politische Erfahrung und einige Verdienste um die USA zu, allerdings stand sie für das politische Establishment der Oberschicht und war, wie ihr Mann, vor allem für ihren Ehrgeiz und Machthunger bekannt. Das kam weniger gut an und daher hatte es der junge Senator aus Chicago nicht schwer, den Vorwahlkampf für sich zu entscheiden. Der amerikanische Wahlkampf um das Präsidentenamt ist bekannt für seine Härte, denn die Kandidaten scheuen nicht davor zurück, sich gegenseitig mit dem sprichwörtlichen Dreck zu bewerfen und versuchen alles, um sich selbst in das beste Licht zu setzen und ihre Mitbewerber zu demontieren. So wird das Leben eines jeden Kandidaten eifrig durchforstet, um Schwachpunkte zu finden, die anschließend gnadenlos ausgespielt werden.

Auch Barack Obama schien so einen Schwachpunkt zu haben: seine früheren Kontakte zu dem umstrittenen Unternehmer Tony Rezko. Dieser wurde kurz vor Beginn des Wahlkampfes nach einem zwei Jahre lange währenden Prozess verschiedener Korruptionsdelikte schuldig gesprochen und verurteilt. Es heißt, Rezko soll Barack Obama ein Haus in Chicago zu vergünstigten Konditionen verschafft haben. Ferner hatte er sich als Fundreiser für Obamas Wahlkampf engagiert, was jetzt natürlich weniger gut ankam. Die Vorwürfe des vergünstigten Hauskaufs konnten allerdings nie bewiesen werden und schadeten dem Präsidentschaftskandidaten auf seinem Weg ins Weiße Haus nicht.

Barack Obama und der Friedensnobelpreis

Barack Obama war gerade einmal zwölf Tage im Amt, als eine sensationelle Nachricht das politische Washington um 5 Uhr morgens aus dem Schlaf riss. Um diese Zeit kündigte das Friedensnobelkomitee in Oslo, dort war es bereits 11 Uhr, an, wem die Ehre des gleichnamigen renommierten Preises zuteilwerden würde. Der Name lautete Barack Obama, der neue Präsident der USA. Neben John F. Kennedy ist Obama der jüngste Präsident in der langen Geschichte des Weißen Hauses. Ersterer war bei Amtstritt 43 Jahre, zweiterer 48 Jahre jung.

So beliebt der sportliche Afroamerikaner in der ganzen Welt auch war, so ungewöhnlich war die Entscheidung des Nobelkomitees, denn normalerweise erhalten die Geehrten diesen außergewöhnlichen Preis für eine besondere Leistung und die stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. Barack Obama musste erst noch beweisen, ob er den großen mit seiner Person verbundenen Erwartungen gerecht werden würde. An diesem Tag im Januar 2009 fragte man sich daher nicht nur in Washington, warum dem jungen Präsidenten diese Ehrung zuteil wurde.

Ein erneuter Vergleich mit John F. Kennedy zeigt, auch Obama stand für die Hoffnung auf einen politischen Wandel im eigenen Land und in der Welt. Während John F. Kennedy in seiner Ansprache zum Amtsantritt am 21. Januar 1961 sagte: „Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie, sondern was Sie für Ihr Land tun können“, lautete der Wahlkampfslogan von Barack Obama „Yes, we can“, der bis heute zum geflügelten Sprichwort geworden ist. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte mit „Wir schaffen das“ in der Flüchtlingskrise ein ähnliches Motto.

Mit „Yes, we can“ bezeichnete Obama die Aufbruchsstimmung, für die er seit Bekanntwerden seiner Kandidatur für das Präsidentenamt stand. Schnell war klar, der neue US-Präsident erhielt den Friedensnobelpreis eher für seine Vision einer neuen, friedlicheren Welt als für reale politische Taten. Und wohl auch dafür, dass er der erste schwarze Präsident der USA und damit ein großer Hoffnungsträger war. Amerika und die Welt waren einfach von dieser Tatsache und dem damit verbundenen politischen Fortschritt berauscht.

Der neue Preisträger war zu diesem Zeitpunkt oberster Befehlshaber über zwei Kriege in der islamischen Welt, in Syrien und dem Irak. Das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo existierte noch immer und Chicago hatte nicht den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2016 bekommen. Mit dem von ihm initiierten Gesetz zur Eindämmung des Klimawandels tat sich die politische Landschaft der USA schon damals schwer. Obama konnte dieses Gesetz nicht durch den von seinen Demokraten mehrheitlich beherrschten Kongress bringen.

Bei Amtsantritt erklärte er seine Vision von einer atomfreien Welt und erklärte den Frieden in Nahost zur Chefsache. Klimawandel, Atomwaffen und zahlreiche internationale Konfliktherde weltweit waren und sind Themen, an denen sich allerdings nicht nur Obama die Zähne ausbiss, sondern auch sein Nachfolger Donald Trump und zahlreiche weitere wichtige Politiker aus aller Welt. Diese zahlreichen ungelösten Probleme gehen daher nicht auf Obamas persönliches politisches Versagen zurück, sondern eher auf eine komplizierte, kaum zu beherrschende Gemengelage.

US Präsidenten
Die US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte (von links: Bush sen., Obama, Bush jun., Clinton und Carter) | By White House photo by Joyce N. Boghosian [Public domain], via Wikimedia Commons

Was macht Barack Obama heute?

Am 10. Januar 2017 hielt der scheidende Präsident seine Abschiedsrede und wohnte der Vereidigung seines Nachfolgers Donald Trump am 20. Januar 2017 bei. Mit Donald Trump vollzog sich eine deutliche Wende. Sämtliche diplomatischen Bemühungen auf dem internationalen Parkett, mit denen Barack Obama die USA wieder zu einem verlässlichen Partner für die meisten Länder weltweit gemacht hatte, wurden wieder zerstört. Einige Reformen aus den Bereichen Gesundheit und Naturschutz wurden von Trump wieder aufgehoben, wie zum Beispiel Obamacare und Schutzmaßnahmen diverser empfindlicher Ökosysteme.

Im Präsidentschaftswahlkampf hatte sich Obama für seine ehemalige Außenministerin Hillary Clinton eingesetzt. Die Familie Obama wohnt heute in Washington D.C. Der ehemalige Präsident ist ein weltweit geachteter Elder Statesman, dessen Rat und Reden gefragt sind. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen komplettieren seine Karriere. Mit seiner gemeinnützigen Stiftung Obama Foundation werden Männer ethnischer Minderheiten gefördert. Ferner verschreibt sich die Einrichtung der Präsidentschaftsbibliothek des ehemaligen Präsidenten Obama. Auch sonst ist Obama politisch nicht untätig und äußert sich wiederholt aktuellen Themen, wozu auch die Kritik an seinem Nachfolger Donald Trump gehört.

Häufige Fragen und Antworten zu Barack Obama?

Wie viele Amtszeiten hatte Obama?

Barack Obama hatte insgesamt zwei Amtszeiten. Von 2009 bis 2017 war er der 44. Präsident der USA.

Wie heißt die Frau von Barack Obama?

Die Frau von Barack Obama heißt Michelle Obama. Zusammen haben sie zwei Töchter: Malia Ann Obama und Natasha Obama.

Welcher Religion gehört Barack Obama an?

Aufgrund Erfahrungen mit dem afroamerikanischen Gemeindeleben in Chicago wurde Barack Obama Christ.

Wann wurde Barack Obama geboren?

Barack Obama wurde am 04. August 1961 in Honolulu, Hawaii, geboren.

Wann wurde Barack Obama gewählt?

Barack Obama wurde am 4. November 2008 zum ersten Mal zum US-Präsidenten gewählt. Seine Vereidigung erfolgte am 20. Januar 2009.

Wie heißt der Hund von Barack Obama?

Der Hund von Barack Obama heißt „Bo“ und lebt seit 2009 bei den Obamas. Seit 2013 besitzen sie einen weiteren Hund namens „Sunny“.

Erhalte Updates direkt auf dein Endgerät, melde dich jetzt an.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.