South Carolina

South Carolina oder der Palmetto State

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South Carolina im tiefen Süden der USA ist noch heute Sehnsuchtsort für viele Amerikaner und Feriengäste. Hier scheint die Zeit stillzustehen, denn es gibt nach wie vor zahlreiche Herrenhäuser und Plantagen aus der Zeit des Bürgerkrieges. Weite fruchtbare Landschaften mit Baumwollfeldern, Grünflächen und Wäldern prägen das Landschaftsbild. In vielen Kleinstädten und Dörfern lebt der tiefe Süden der USA weiter.

South Carolina: Fakten

  • Fläche: 82.932 qkm
  • Einwohner: 5.084.127
  • Abkürzung: SC
  • Hauptstadt: Columbia
  • Ortszeit: UTC -5
  • Spitzname: The Palmetto State

Südstaatenromantik am Atlantik

South Carolina befindet sich im Südosten der USA, direkt am Atlantik. Die Nachbarstaaten sind North Carolina und Georgia. Namensgeber für North und South Carolina war der englische König Charles I. Dieser idyllische Landstrich trägt den offiziellen Beinamen Palmetto State, denn im Süden des Bundesstaates liegen zahlreiche, palmengesäumte Strände, die ein gewisses Karibikfeeling in den tiefen Süden der USA bringen. Die Palmen sind von beeindruckender Größe und in dieser Form nur in Florida, South Carolina und Georgia zu finden. Die größte Stadt Columbia ist zugleich Hauptstadt und damit Regierungssitz.

Die meisten Menschen denken an romantische Plantagen, Herrenhäuser und idyllische Dörfer, in denen die Einwohner noch heute die glorreichen Zeiten des prächtigen alten Südens vor dem Bürgerkrieg (1861 bis 1865) weiterleben lassen. Dabei hat South Carolina sehr viel mehr zu bieten, als längst vergangene Südstaatenromantik.

Geografisch lässt sich dieser Landstrich in vier Zonen einteilen: die Bergregion, die Region der Sandhills, das Piedmont und die Küstenregion im Süden am Atlantik. Im Westen dominieren die Blue Ridge Mountains, die zusammen mit dem Sassafras Mountain den höchsten Punkt im gesamten Bundesstaat bilden. Das Piedmont weist die Landschaft auf, an die viele zuerst in Verbindung mit South Carolina denken: sanfte Hügellandschaften und fruchtbare Täler, die sich an die Ausläufer der Berge schmiegen. Die Region der Sandhills ist von aus Sanddünen entstandenen Sandhügeln durchsetzt. Im Süden befindet sich die palmengesäumte Küstenlandschaft, die South Carolina den Beinamen Palmetto State eingebracht hat. Die Strände fallen flach in das meistens ruhige Meer ab. Viele kleine Buchten mit dem Namen Carolina Bay rahmen diese ohnehin schönen Strände ein und verliehen dieser Küstenlandschaft das gewisse Etwas.

Strandpromenade in South Carolina
Strandpromenade in South Carolina

Die Einwohner South Carolinas blicken mit Stolz auf ihren Bundesstaat und weisen darauf hin, dass sie hier alles haben: „We’ve got it all.“ Diese Aussage beschreibt treffend die vielfältige und gegensätzliche Landschaft South Carolinas. Weitläufige Bergregionen, fruchtbare Täler mit großen Baumwollfeldern, Obst- und Gemüseanbau sowie wilde Flusslandschaften mit tosenden Wasserfällen und Karibikflair in der Küstenregion. Kombiniert mit den Zeitzeugen des „Grand Old South“, den viktorianischen und kolonialen Herrenhäusern sowie den prächtigen, in Eichalleen eingebetteten Plantagen bietet dieser Bundesstaat alles, was das Herz eines Urlaubers begehrt.

Hier fühlt sich einfach jeder wohl und willkommen, denn die Gastfreundschaft und die Küche der Südstaaten genießen einen sehr guten Ruf. South Carolina gehört zu den beliebtesten Zielen von Golfspielern landesweit, denn hier gibt es nicht weniger als 360 Golfplätze. Im Landesinnern lohnt sich der Besuch der zahlreichen typischen Südstaatendörfer und Kleinstädte, um Land und Leute kennenzulernen. Wer sich für Geschichte interessiert, wandert auf den Spuren von „Vom Winde verweht“ und besucht die alten Plantagen und Herrenhäuser, von denen viele als Museum öffentlich zugänglich sind.

Golfplatz in South Carolina
Einer der vielen Golfplätze in South Carolina

Obwohl die Südstaaten 1865 den Bürgerkrieg verloren haben, sind die Einwohner South Carolinas dennoch stolz auf ihre Geschichte und zeigen das auch gerne. Im Frühjahr erleben Besucher ein blühendes Wunder, denn die Landschaft wird bedeckt durch ein Blütenmeer. Im Herbst fasziniert das bunte Farbenspiel der Laubwälder. Die berühmte Südstaatenküche spiegelt die Einflüsse der Geschichte und der Bevölkerungsentwicklung wider, denn hier sind viele unterschiedliche Kulturen zu Hause. Auch geografische und klimatische Bedingungen spielen eine Rolle bei der Zubereitung dieser außergewöhnlichen Speisen.

Karte von South Carolina

South Carolina Karte
Karte von South Carolina | © nationalmap.gov

South Carolina: ein historischer Vorreiter

Unabhängigkeitskrieg

1710/12 wurde die Provinz Carolina in North Carolina und South Carolina geteilt. Offiziell ist diese Trennung seit 1729. South Carolina erklärte als erste Kolonie Amerikas am 05. März 1776 die Unabhängigkeit vom britischen Mutterland und spielte damit eine wichtige Vorreiterrolle in der Unabhängigkeitsbewegung. Damit war South Carolina wesentlich mutiger als andere Kolonien, denn obwohl die Unabhängigkeitsbewegung schon seit mehreren Jahren immer wichtiger für die amerikanischen Kolonisten wurde, zögerten die meisten der insgesamt 13 Gründerstaaten noch, endlich die sprichwörtlichen Nägel mit Köpfen zu machen.

Es gab gemäßigte Kräfte und die radikalen Befürworter der Unabhängigkeit. Die gemäßigten Anführer traten zunächst für eine selbständige politische Verwaltung der amerikanischen Kolonien ein, ohne jedoch die Unabhängigkeit von England anzustreben. Vielen Kolonisten erschien dieser Schritt mit einem zu hohen Risiko verbunden zu sein. Niemand wusste so recht, was passieren mit einer kompletten Unabhängigkeit würde. Da sich die Hoffnungen auf eine eigenverantwortliche politische Verwaltung jedoch nicht erfüllten, war die Unabhängigkeitserklärung unvermeidlich.

Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung South Carolinas brach am 19. April 1775 der Unabhängigkeitskrieg aus. Als erster Staat unterzeichnete South Carolina am 5. Februar 1778 die Konföderationsartikel, ein Vorläufer der späteren, endgültigen Verfassung, wie sie noch heute existiert. Am 23. Mai 1788 trat South Carolina als achter Bundestaat den neu gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika bei. Siebzig Jahre später spielte dieser Bundesstaat erneut eine tragende Rolle hinsichtlich einer deutlichen politischen und gesellschaftlichen Veränderung.

Amerikanischer Bürgerkrieg

Am 20. Dezember 1860 nahm der Sezessionskrieg von hier aus seinen Anfang, denn South Carolina trat als erster Staat aus dem amerikanischen Staatenbund aus und gab damit den Anstoß zur Gründung der Konföderation. Diese bestand aus elf der südlichen Staaten, die sich der Sezession South Carolinas anschlossen. Aus diesen elf Staaten wurde ein Bundesstaat, der mit Jefferson Davis schließlich sogar den eigenen Präsidenten stellte. Diese als Südstaaten oder Sklavenhalterstaaten bezeichneten Bundesstaaten waren mit ihrer Abspaltungsbewegung jedoch wenig erfolgreich, denn 1865 hatten sie den Krieg gegen die Unionsstaaten des Nordens endgültig verloren. Politisch anerkannt wurde die Konföderation jedoch weder von den restlichen Bundesstaaten der USA, noch durch das Ausland. Grund für den Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges war die Wahl von Abraham Lincoln zum Präsidenten und die neue politische Richtung. Die Sklavenhaltung sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden.

Magnolia Plantage in South Carolina
Magnolia Plantage in South Carolina

Da die Südstaaten jedoch überwiegend landwirtschaftlich und gegenüber den industriell geprägten Nordstaaten vergleichsweise rückständig waren, befürchteten die Menschen, abgehängt zu werden. Die Plantagenbesitzer konnten ihr einträgliches Geschäftsmodell mit dem Baumwollverkauf im In- und Ausland nur aufgrund der billigen Arbeit der Sklaven aufrechterhalten. Würde das Recht auf Sklavenhaltung wegfallen, würden auch die Gewinne einbrechen. Auch der Anbau von Zuckerrohr, Nüssen und Tabak war alleine durch die Sklavenarbeit erfolgreich.

Neuausrichtung nach dem Bürgerkrieg

Nach dem Bürgerkrieg musste sich die Gesellschaft zwangsweise neu ausrichten, denn nun diktierten die Unionsstaaten Politik, Finanzen und Wirtschaft, was von den Südstaatlern als Demütigung empfunden wurde. Aufgrund dieser Geschichte sind viele der Südstaaten politisch noch heute äußerst konservativ-republikanisch ausgerichtet. Hier pflegt man nach wie vor den Konföderationsgedanken und die damit verbundene Kultur, auch wenn sich die Einstellung zur Sklavenhaltung mittlerweile geändert hat. Dennoch haben Afroamerikaner in den Südstaaten meistens mit einer stärkeren Ablehnung durch die weiße Mehrheit zu kämpfen als in den Nordstaaten, denn hier fand noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der berüchtigte Ku-Klux-Klan ein große Anhängerschaft. South Carolina ist nach wie vor überwiegend Agrarland. Außer Charleston und Columbia gibt es nur wenige Städte, die mehr als 40.000 Einwohner zählen.

Traditionell verzeichnen die konservativen Republikaner hier eine ihrer Hochburgen. Außer 1976 konnten die Demokraten keinen einzigen politischen Sieg verzeichnen. South Carolina gehört zum Sun Belt. Dieser Begriff bezeichnet die südlich des 37. Breitengrades liegenden Bundesstaaten, der auf die klimatischen Bedingungen zurückgeht. Im Gegensatz zu den anderen Südstaaten konnte South Carolina an den wirtschaftlichen Aufschwung jedoch nicht anschließen, denn Ballungszentren mit modernen Industriestrukturen gibt es hier nicht. Zum Bible Belt gehören alle Südstaaten, in denen der evangelische Protestantismus eine wichtige Rolle spielt.

Subtropisches Klima in South Carolina

Auf Grund der geografischen Nähe zum Golf von Mexiko und der Karibik ist das Klima in South Carolina ganzjährig mild bis warm. In der Küstenregion herrscht subtropisches Klima. Echte Winter kennt man hier nicht. Im Sommer erreichen die Temperaturen leicht mehr als 30 Grad bei höherer Luftfeuchtigkeit. Das Klima im Landesinneren und in der Bergregion ist um etwa fünf Grad kühler Im Landesinneren sind die Sommer trocken und heiß, in der Bergregion etwas kühler. Allerdings kennt man auch hier kaum einen Winter mit Schnee.

Klimatabelle

 Temperatur °CNiederschlagrelative
Feuchte
SonneWasser
Jahr24,213,1132592737,720
max. Ømin. ØmmTageh/Tag°C
Jan14,33,2898705,811
Feb16,14,4797676,611
Mär20,38,61118687,914
Apr24,312,2706689,219
Mai28,217,21037739,523
Jun30,920,61539759,327
Jul32,322,618311779,329
Aug31,722,317511798,329
Sep29,419,91428787,327
Okt25,113,5795747,222
Nov20,88,4635736,317
Dez16,44,8787725,512

Aktuelles Wetter

South Carolina - 20 Oktober
24° 24°

Klarer Himmel

24°

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Ein eher verhaltenes Bevölkerungswachstum im historisch geprägten South Carolina

Ausreißer im Bevölkerungswachstum bezeichnete South Carolina lediglich in der Zeit von 1800 bis 1830, also kurz nach dem Beitritt zu den USA. In diesen Jahren bewegte sich die Zuwanderung zwischen 15 und 39 Prozent. Einen Höhepunkt bildete das Bevölkerungswachstum 1880 mit 41 Prozent. Allerdings verzeichneten die USA zu dieser Zeit generell eine hohe Anzahl an europäischen Einwanderern. Bis heute bewegt sich die Zuwanderungsrate zwischen drei und 15 Prozent. Eine Ausnahme bildete 1980, in der sich 20,5 Prozent dazu entschieden, in South Carolina ein neues Leben zu beginnen. Insgesamt leben hier etwas mehr als fünf Millionen Einwohner. Mit 28 Prozent stellen Afroamerikaner einen vergleichsweise großen Teil der Bevölkerung. Die weiße Mehrheit ist mit 68 Prozent vertreten, weitere Nationalitäten sind Asiaten, Indianer, Hawaiianer und Hispancis.

Historische Städte im schönen South Carolina

Camden

Camden ist eine der ältesten Städte im Landesinneren. Zahlreiche historische Häuser zeugen von der Kolonialzeit und der Zeit des „Grand Old South“ vor dem Bürgerkrieg. Eine historische Stätte informiert über die Schlachten während des Unabhängigkeitskrieges und des Amerikanischen Bürgerkrieges. In der Innenstadt befinden sich mehrere Antiquitätenläden und gute Einkaufsmöglichkeiten.

Greenville

Falls Park in Greenville
Falls Park in Greenville

Diese malerische Stadt befindet sich am Fuße der Blue Ridge Mountains. Die Stadt ist eingebettet eine grüne Flusslandschaft, auf die man von der schönen Liberty Bridge einen tollen Panoramablick genießen kann. Wer gerne wandert, sollte den Swamp Rabbit Trail in unmittelbar in Stadtnähe entlanggehen. Das American Legion War Museum lässt verschiedene Kriegsepochen wieder aufleben. Zahlreiche Ausstellungsstücke erklären anschaulich die verschiedenen Kriege, die Amerika im Laufe der Jahrhunderte geführt hat. Beliebte Fotomotive sind zwei außergewöhnlich schöne Brücken, die Poinsett Bridge und die Campell’s Covered Bridge.

Columbia

Columbia ist nicht nur Hauptstadt und Regierungssitz, sondern hat auch sonst so einiges für kurzweilige Tage zu bieten. In dem historischen State House hat die Regierung ihren Sitz. Ein Familienausflug bietet sich in dem großen Zoo an. In einer alten Textilfabrik ist das größte Museum im Südosten des Landes untergekommen. Weitere historische Attraktionen sind das Woodrow Wilson House, das Robert Mills House and Garden und die außergewöhnlich schönen Gärten des Hampton Preston Mansion. Die Stadt wird von drei Flüssen und einem See eingerahmt, die Gelegenheit für unterschiedliche Wassersportarten bieten.

Charleston

Charleston in South Carolina
Charleston in South Carolina

Diese wohl bekannteste Stadt bietet neben diversen Einkaufsmöglichkeiten und einer guten Gastronomie viele historische Sehenswürdigkeiten wie Magnolia Plantation, Furt Sumter, Boone Hall Plantation und den großen Hafen. Im Militärmuseum Patriots Point können Besucher ausgemusterte Schiffe der US-Marine erkunden.

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