Wer war James Monroe?

Präsident in unruhigen Zeiten und eine Doktrin für die Ewigkeit

Der 5. US-Präsident James Monroe
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Es war der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der dem Leben dieses Mannes eine Wende gab und dessen beruflichen Weg entscheidend beeinflusste. James Monroe zählt zu den großen Gestalten in der Geschichte der Vereinigten Staaten und er gilt als der letzte der legendären „Gründerväter“ der Nation.

Er machte sich schon früh als Politiker einen Namen, war in Zeiten der Revolution Soldat, arbeitete in seiner Farm als Pflanzer und diente seinem Land zwischen 1817 und 1825 in zwei Amtsperioden als fünfter amerikanischen Präsident. Ihm verdanken die USA die Überwindung der Differenzen zwischen den politischen Lagern und er schuf die berühmte „Ära des guten Gefühls.“ Mit seiner „Monroe-Doktrin“ verfolgte er das Prinzip der Nichteinmischung der Amerikaner in die Konflikte der Alten Welt und rief die Staaten Europas auf, ihre kolonialen Bestrebungen zu beenden.

Steckbrief: James Monroe

Der 5. US-Präsident James Monroe
Der 5. US-Präsident James Monroe
  • Name:  James Monroe
  • Geburtsdatum: 28. April 1758
  • Geburtsort: Westmoreland County, Virginia
  • Ehepartnerin: Elizabeth Kortright Monroe (verh. 1786–1830)
  • Kinder: Eliza Monroe Hay (Tochter), James Spence Monroe (Sohn), Maria Hester Monroe (Tochter)
  • Eltern: Spence Monroe, Elizabeth Jones Monroe
  • Geschwister: Spence Monroe (Bruder), Elizabeth Monroe (Schwester), Andrew Augustine Monroe (Bruder), Joseph Jones Monroe (Bruder)
  • Sternzeichen: Stier
  • Sterbedatum: 04. Juli 1831
  • Sterbeort: New York City, New York
  • Amtszeit als Präsident: 1817-1825

Kindheit und Jugend

Die patriotische Gesinnung der Familie Monroe

Ein Schicksalsschlag ereilte den jungen James Monroe im Alter von 14 Jahren. Er verlor binnen in kurzer Zeit seine Eltern. Zur Welt kam der spätere Präsident der Vereinigten Staaten im Westmoreland County in der einstigen Kolonie Virginia. Sein Vater Spence arbeitete dort als Zimmermann und war mit der drei Jahre jüngeren Elizabeth Jones verheiratet. James Monroe war der älteste von vier Brüdern. Er wuchs in einer Familie mit einer ausgeprägten patriotischen Gesinnung auf, und sein Vater war Zeit seines Lebens stolz, dass er sich an den Protesten gegen den sogenannten „Stamp Act“ beteiligt hatte. Dabei handelte es sich um ein höchst umstrittenes und unpopuläres Gesetz des britischen Parlaments, das im März 1765 darauf abzielte, in den nordamerikanischen Kolonien Steuern auf bedrucktes Papier zu erheben. Um damit den Unterhalt der britischen Truppen zu finanzieren.

Die Eltern brachten ihren Kindern das Lesen und Schreiben bei

Spence Monroe verfügte zwar über einen Landbesitz von rund zweihundert Hektar, doch die Erträge, die er daraus erwirtschaftete, reichten kaum aus, um seine große Familie zu ernähren. Deshalb betätigte sich der Vater von James Monroe nebenbei als Handwerker und Baumeister. Sein Urgroßvater war einst aus Schottland eingewandert und war als bekennender Royalist nach der Niederlage im Englischen Bürgerkrieg in die anglikanische Kolonie Virginia geflohen. Die Familie von James Monroes Mutter stammte ursprünglich aus Wales. Einer ihrer Brüder war Delegierter des Kontinentalkongresses und durfte sich eines Tages rühmen, ein Weggefährte und Freund von George Washington zu sein. Die Kinder des Ehepaares Monroe mussten in den ersten Jahren auf eine Schulbildung verzichten – was im Übrigen im 18. Jahrhundert in den dreizehn Kolonien der Briten die Regel war. Lesen und Schreiben wurde ihnen von den Eltern beigebracht.

Ausbildung und Studium

Ein junges Leben in der Obhut eines wohlhabenden Onkels

Als James Monroe elf Jahre alt war, wurde er von seinem Vater in der besten Schule des Countys, in der Campbelltown Academy des Pfarrers Archibald Campbell, angemeldet. Das war für ihn von Bedeutung, denn dank seiner in dieser Lehranstalt erworbenen Kenntnisse in Mathematik und Latein konnte er später im College of William & Mary in Williamsburg sehr bald die Kurse für Fortgeschrittene besuchen. Doch im Jahr 1772 starb James Monroes Mutter nach der Geburt ihres jüngsten Kindes. Ein Schock, den sein Vater nicht verkraftete. Nach dem Ableben seiner Eltern wuchs James in der Obhut seines wohlhabenden Onkels Jones auf, der sich um die Monroe-Kinder kümmerte und auch die hinterlassenen Schulden seines Schwagers beglich. Außerdem legte er großen Wert auf die politische Bildung seiner Zieh-Söhne.

Als Achtzehnjähriger der Eintritt in die Armee Virginias

Geschichte der USA: Boston Tea Party
Die Boston Tea Party leitete den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein

Während seiner Zeit im College von Williamsburg befand sich der junge James Monroe in der Gesellschaft von Kommilitonen, die fast ausschließlich aus begüterten Familien stammten. Die Arbeit auf den Feldern mit Tabakpflanzen bestimmte dort den Alltag, und etliche Plantagen wurden von Sklaven bewirtschaftet. Die Schulkameraden des James Monroe verfolgten intensiv die Geschehnisse der Amerikanischen Revolution und die Folgen der legendären Bostoner Tea Party. Sie alle waren davon überzeugt, dass sich die Ära der britischen Herrschaft über die Kolonien in Übersee ihrem Ende näherte. Als Achtzehnjähriger verließ James Monroe die Schule, nachdem der britische Gouverneur John Murray die Virginia General Assembly, das älteste gesetzgebende Organ der westlichen Hemisphäre, aufgelöst hatte. Für den jungen Monroe stand nunmehr fest, in die Armee Virginias einzutreten.

Militärische Karriere

Die Beute eines Überfalls: Musketen und viele Schwerter

James Monroe entdeckte in sich nunmehr eine rebellische Ader. Seine erste Handlung vollzog sich am 24. Juni 1775 in der Gemeinschaft seiner Klassenkameraden. Mit ihnen überfiel er das Arsenal des königlichen britischen Gouverneurs und brachte die dabei erbeuteten Waffen und Vorräte zur Miliz von Virginia. Immerhin handelte es sich dabei um mehrere hundert Musketen und Schwerter. Wenig später trat Monroe der Kontinentalarmee bei, während der britische Gouverneur aus Williamsburg geflüchtet war und Zuflucht auf einer Fregatte der Royal Navy suchte.  Zu diesem Zeitpunkt trauerte James Monroe um seinen kurz zuvor gestorbenen Bruder Spence. Wegen seines Bildungsstandes wurde der junge Soldat aus Williamsburg bei der Infanterie Virginias gleich in den Stand eines Offiziers gehoben. Nach einer militärischen Basisausbildung marschierte James Monroe mit dem 3. Virginia Regiment – eineinhalb Monate nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung – gen Norden. Im September 1775 erfolgte der Anschluss an die von George Washington befehligte Kontinentalarmee.

Die Abwehr eines nächtlichen Angriffs und eine schwere Verletzung

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg: George Washington überquert am 26. Dezember 1776 den Delaware River
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg: George Washington überquert am 26. Dezember 1776 den Delaware River by Emanuel Leutze [Public domain]
Unmittelbare Kontakte zum inzwischen entbrannten Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg sammelte James Monroe während eines Gefechts seines Regiments bei der Schlacht von Harlem Heights, die mit dem ersten Sieg der Amerikaner gegen die britisch-hessischen Verbände endete und somit eine historische Bedeutung erlangte. Dieser Erfolg erhöhte die Kampfbereitschaft der Amerikaner und begründete den Status des George Washington als eines erfolgreichen militärischen Führers. James Monroe erhielt eine erste Belobigung, als es ihm im Laufe der Schlacht von White Plains gelang, einen nächtlichen feindlichen Überfall abzuwehren und den Angreifern hohe Verluste zuzufügen. Doch sein Kriegsglück sollte nicht von Dauer sein, denn nach der Überquerung des Delaware River erlitt er in der Schlacht von Trenton eine schwere Schulter-Verletzung. James Monroe überlebte nur dank der Erstversorgung seines Arztes John Riker. Wegen Tapferkeit wurde Monroe von George Washington zum Captain befördert.

Eine Freundschaft für alle Zeiten mit Thomas Jefferson

Thomas Jefferson
James Monroe war mit Thomas Jefferson befreundet

Zwei Monate benötigte James Monroe, ehe er dekoriert und genesen in seine Heimat Virginia zurückkehren konnte. Seine ursprüngliche Hoffnung, in Virginia Truppen für die Kontinentalarmee anzuwerben, gab er sehr bald auf, doch in Williamsburg begegnete ihm eines Tages Thomas Jefferson, der es dort zum Gouverneur gebracht hatte, dem man gute Chancen zu einer herausragenden politischen Karriere nachsagte und später die Demokratisch-Republikanische Partei gründete sowie im Jahr 1801 zum dritten Präsidenten der amerikanischen Geschichte gewählt wurde. James Monroe sah in Jefferson nicht nur einen redegewandten Wegbegleiter sondern auch einen Lehrmeister. Beide schlossen Freundschaft und verabredeten sich zu einem gemeinsamen Jura-Studium in Richmond. Im August 1777 schloss sich Monroe ein zweites Mal der Kontinentalarmee an und amtierte dort als Hilfsoffizier. Zwei Jahre später kehrte er nach Virginia zurück, wo ihn Jefferson bedrängte, sich nicht für eine Fortsetzung seiner militärischen Laufbahn zu entscheiden sondern in die aktive Politik zu wechseln.

Politischer Aufstieg

Die Werke eines antiken griechischen Philosophen als Leitlinie

Da Jefferson in dieser Zeit einen großen Einfluss auf James Monroe hatte, fiel diesem die Entscheidung offenbar nicht sonderlich schwer. Allerdings wollte er erst dann ein politisches Amt übernehmen, nachdem er sich entsprechend auf diesem Gebiet gebildet hatte. Und so verschlang Monroe vor allem die Werke des antiken griechischen Philosophen Epiktet, die er in der Bibliothek des Thomas Jefferson gefunden hatte. Dieser Gelehrte des Altertums stellte die Ethik in den Mittelpunkt seines Handelns und seiner Lebensführung und trat in seinen Schriften für die moralische Selbstbestimmung des Menschen als Leitfaden für ein glückliches Dasein ein. Epiktets Ideen hatten auf James Monroe auf der Schwelle zu einem politischen Amt einen enormen Einfluss. Aus dem aktiven Militärdienst schied er im November 1781 nach der Schlacht bei Yorktown aus. Ein Jahr später wurde er für das King George County in das Abgeordnetenhaus von Virginia gewählt. Offenbar hatte sein Freund Jefferson dabei als eine Art „Steigbügelhalter“ gedient.

An der Schwelle zu einem halben Jahrhundert im öffentlichen Dienst

Vor James Monroe sollte nun ein halbes Jahrhundert diverser Tätigkeiten im öffentlichen Dienst liegen. Nach seiner Wahl zum Abgeordneten seiner Region arbeitete er im Konföderationskongress sowie im ersten Senat der Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei entwickelte Monroe ein reges Interesse an der Außenpolitik seines Landes. Es war ihm bewusst, dass es auf Dauer Konflikte geben werde, wenn sich die junge Nation zwischen den Gebietsansprüchen der europäischen Mächte aufreiben würde. Innenpolitisch verfolgte er zunächst die Strategie von George Washington, der sich für Entschädigungen der Veteranen des Unabhängigkeitskrieges einsetzte. Außerdem war James Monroe davon überzeugt, dass die Vereinigten Staaten nur dann eine gesicherte Zukunft entgegenblickten, wenn es zu Grenzverschiebungen zum Westen hin geben würde. Dazu zählte auch die Manifestation einer gesicherten Schifffahrt auf einem so wichtigen Strom wie dem Mississippi.

Ein Vertreter der Interessen der Siedler und europäischen Zuwanderer

In seinem Bemühen, sich für die Siedler und europäischen Zuwanderer und deren Westexpansion einzusetzen, kollidierte der junge James Monroe hin und wieder mit dem amtierenden Außenminister John Jay. Denn der vertrat vor allem die Interessen Neuenglands und damit einer Region, die sich der guten Handelsbeziehungen zu den royalen Reichen Großbritannien und Frankreich rühmte. In den Uferzonen und Häfen Neuenglands florierte vor allem das Geschäft mit dem Westindienhandel. Doch Monroe war und blieb ein in seinen Ideen schwerlich zu beeinflussender Führsprecher der Schaffung eines Nordwest-Territoriums. Er setzte sich für die westlichen Grenzgebiete auch dann noch ein, als er in späteren Jahren von den Amerikanern zum Präsidenten ihres Landes bestimmt wurde.

Eine angeschlagene Gesundheit und eine permanente Geldnot

Eines beschäftigte James Monroe in diesen Jahren in einem besonderen Maße: Er litt unter einer angeschlagenen Gesundheit und unter einer permanenten Geldnot. Dessen ungeachtet heiratete er im Februar 1786 Elizabeth Kortright. Diese war 18 Jahre alt und die Tochter einer alteingesessenen New Yorker Familie. Ihr Vater Lawrence war so etwas wie ein Kriegsgewinner, denn er hatte es während diverser internationaler Konflikte zu einem gewissen Vermögen gebracht. Dessen Tochter war in den Augen von James Monroe vor allem attraktiv, und dem jungen Politiker war es ziemlich gleichgültig, dass es der Vater seiner Braut vorgezogen hatte, sich aus dem Unabhängigkeitskrieg heraus zu halten. Das Paar bezog ein Haus in Fredericksburg und später ein Domizil im Albemarle County in Virginia. Heute befindet sich dort ein Museum und die Memorial Library in der einstigen Anwaltskanzlei des James Monroe.

Als Botschafter auf der anderen Seite des Atlantiks

Malerei von George Washington
Malerei von George Washington

Aus der Ehe der Monroes gingen drei Kinder hervor – die Töchter Eliza und Maria Hester sowie der Sohn James Spence, der im zarten Alter verstarb. Für 24 Jahre war das Haus des Politikers dessen Lebensmittelpunkt in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Jeffersons Haus, das der „Monticello“ nannte. Im Jahr 1794 begleitete Elizabeth Monroe ihren Ehemann nach Frankreich, nachdem dieser von dem inzwischen amtierenden Präsidenten George Washington zum Botschafter ernannt worden war. Er sollte dabei als Vermittler in Frankreich, England und Spanien auftreten. Nach vier Jahren verließ er den amerikanischen Senat, der zu diesem Zeitpunkt in der Congress Hall der Hauptstadt Philadelphia zu seinen Sitzungen und hinter verschlossenen Türen zusammentrat. Monroe war als Führer der Republikaner in auswärtige Beziehungen eingebunden, was ihn letztlich für die Ernennung als Botschafter jenseits des Atlantiks befähigte.

Der erste politische Sex-Skandal der amerikanischen Geschichte

Im Senat hatte es im Übrigen den ersten politischen Sex-Skandal der amerikanischen Geschichte gegeben. Und dabei spielte Finanzminister Alexander Hamilton eine gewisse Rolle. Dieser hatte eine Affäre mit der Frau seines Staatssekretärs James Reynolds. Dabei soll ein Schweigegeld geflossen sein, um den Ehebruch zu vertuschen. Ursprünglich war Monroe davon überzeugt, einer Verschwörung auf die Spur gekommen zu sein, denn ein höherer Betrag aus der Haushaltskasse war spurlos verschwunden. Als Hamilton ihm dann die Affäre gestand, sollte der Skandal eigentlich unter Verschluss gehalten werden. Doch dann verplapperte sich die Sekretärin des James Monroe und informierte einen Zeitungsreporter. Hamilton war blamiert und vergab Monroe dies ein Leben lang nicht.

James Monroe in hohen politischen Ämtern

Eine schwierige Verhandlungsposition als Diplomat in Paris

Immerhin beeinflusste dies alles die Karriere Hamiltons, denn an dessen Stelle wurde James Monroe von Präsident Washington als Botschafter nach Frankreich geschickt. Diese diplomatische Mission hatte sich James Monroe offenbar leichter vorgestellt, doch seine Verhandlungsposition war in Frankreich nicht die beste. Immerhin sollte er in Paris die amerikanischen Ansprüche über Entschädigungen für beschlagnahmte Handelsschiffe formulieren. Monroe verstand seine Aufgabe an der Seine allerdings vielmehr darin, die amerikanisch-französischen Beziehungen zu verbessern. Die Amerikaner bewegten sich in dieser Zeit zwischen den Fronten, denn die Republikaner hatten die Französische Revolution ohne Wenn und Aber unterstützt. Dadurch gewannen sie in Europa nicht nur Freunde. Immerhin erreichte Monroe während seiner relativ kurzen Zeit als Botschafter in Paris die Zusicherung amerikanischer Schifffahrtsrechte auf dem Mississippi.

Der ehemalige Finanzminister wurde in New York mit Steinen beworfen

Im November 1794 hatte James Monroe das Gefühl, sich nach dem abgeschlossenen Jay-Vertrag mit dem Königreich Großbritannien im Gestrüpp aus internationalen Intrigen und Fehlinformationen zu verstricken. Er war verärgert darüber, dass der amerikanische Präsident George Washington ihm die Details dieses Vertrags vorenthalten hatte. Dieser Vertrag, den John Jay, der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der USA in England aushandelte, sollte die Streitigkeiten mit der englischen Krone beenden und den Verlauf der amerikanischen Grenze zum britischen Kanada bereinigen. Allerdings wurde dieser Vertrag in den Vereinigten Staaten heftig kritisiert. Was unter anderem dazu führte, dass der frühere Finanzminister Alexander Hamilton in New York City von einer wütenden Menschenmenge mit Steinen beworfen wurde, weil er sich für den Jay-Vertrag ausgesprochen hatte.

Monroes Abberufung als Botschafter wegen „Inkompetenz“

Dieser Vertragsabschluss zwischen den Vereinigten Staaten und England beendete die bis dahin freundschaftliche Beziehung zwischen George Washington und James Monroe. Im Jahr 1796 wurde Monroe von Washington aus Paris abberufen – und zwar offiziell wegen „Inkompetenz“. Der amerikanische Präsident war offensichtlich frustriert über die permanenten Kritiken seines Diplomaten in Frankreich. Dieser war nicht damit einverstanden, dass sich die Regierung seines Landes den Briten näherte. Das Entlassungsschreiben Washingtons erreichte den Adressaten allerdings erst im November 1796. Damit sollte dessen Rückkehr vor der anstehenden Wahl des Präsidenten offensichtlich verhindert werden. Monroe fühlte sich in seiner Meinung bestätigt, weil Frankreich als Reaktion auf den Jay-Vertrag erneut amerikanische Schiffe beschlagnahmte und die diplomatischen Beziehungen zu Amerika auf Eis legte.

Der Bruch mit George Washington und die Wahl zum Gouverneur

New York war nach der Abberufung als Botschafter in Paris nunmehr für einige Zeit das Betätigungsfeld James Monroes. Unter anderem verfasste er mit der Unterstützung von Thomas Jefferson ein vierhundert Seiten langes Schriftstück, mit dem er beweisen wollte, dass die Freundschaft zu Frankreich durch die Annäherung an Großbritannien geopfert wurde. Dabei warf er der Regierung des George Washington vor, gegen die Interessen Amerikas zu handeln. Dies führte zum endgültigen Bruch mit dem Präsidenten seines Landes. James Monroe war zu diesem Zeitpunkt verschuldet, denn sein Gehalt als Botschafter war zu gering, um in Paris ein angenehmes Leben führen zu können. Er benötigte eine neue Aufgabe und erhielt sie im Jahr 1799 durch seine Wahl zum Gouverneur von Virginia. Während seiner Amtszeit maß er dem Bildungssystem in seinem Bundesstaat eine besondere Bedeutung bei. Das war ganz im Sinne seines früheren Mentors Jefferson, der inzwischen in das Amt des amerikanischen Präsidenten aufgestiegen war.

Kauf des Territoriums von Louisiana für fünfzehn Millionen Dollar

Thomas Jefferson - Der 3. US-Präsident
Der Erwerb des Louisiana-Territoriums für den Preis von weniger als drei Cent pro Hektar gilt als die bemerkenswerteste Errungenschaft unter Präsident Thomas Jefferson.

Jefferson war es, der seinen alten Freund noch einmal überzeugen konnte, für eine diplomatische Mission nach Paris zu reisen, um den dortigen Botschafter Livingston zu unterstützen. Dabei ging es vor allem um die Nutzungsrechte des Hafens von New Orleans und um die freie Schifffahrt auf dem Mississippi. Nachdem der Vertrag über den Louisiana Purchase unterschriftsreif war, kam es zu einem Treffen zwischen Monroe und Napoleon, der einen kommenden Krieg zwischen Amerika und Großbritannien prophezeite. Wenig später wurde Monroe nach London und später nach Madrid geschickt  – seine diplomatischen Erfolge hielten sich dabei allerdings in Grenzen. Immerhin gelang es ihm in Großbritannien, das gesamte Territorium von Louisiana für fünfzehn Millionen Dollar zu erwerben.

Der Held des Krieges und ein überwältigender Wahlsieg

Nach seiner Rückkehr nach Amerika übernahm James Monroe im März 1811 das Amt des Außenministers im Kabinett des neuen Präsidenten Madison. Es war eine Ära, in der manches nach einem bevorstehenden bewaffneten Konflikt zwischen den Amerikanern und den Briten ausschaute. Am 1. Juni 1812 folgte schließlich die Kriegserklärung. In der Folgezeit profilierte sich Monroe als Kriegsminister, und drei Jahre später stand sein Entschluss fest, um das Amt des Präsidenten zu kandidieren. In den Augen der Amerikaner war er nunmehr ein Held und gewann die Wahl mit der überwältigenden Mehrheit von 183 zu 34 Stimmen. Während seiner achtjährigen Amtszeit brach er mit einigen Traditionen. So ließ er sich bei seiner Kabinettsbildung nicht von einer harten Parteilinie leiten sondern wählte ausschließlich Experten zu seinen Ratgebern. Dies war der Beginn der Ära des „guten Gefühls“.

Präsidentschaft (1817 – 1825)

Maine wurde zum „Freistaat“ und Missouri zum „Sklavenstaat“

Dem amerikanischen Präsidenten James Monroe gelang es, Florida durch den sogenannten „Adams-Onis-Vertrag“ zu erwerben und die Grenzstreitigkeiten in der Region des Oregon beizulegen. Doch die Zeiten änderten sich und das Land schlidderte im Jahr 1819 in die erste Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Gleichzeitig stellte sich in den Vereinigten Staaten ein Nord-Süd-Gefälle in der Frage der Haltung von Sklaven ein. Die drohende Spaltung der Nation verhinderte Monroe durch den „Missouri-Kompromiss“. Darin wurde festgeschrieben, dass Maine zu einem „Freistaat“ wurde und sich Missouri als „Sklavenstaat“ manifestierte. Damit stellte er das historisch gewachsene Kräfteverhältnis unter den Bundesstaaten Amerikas wieder her.

Ein Vermächtnis für die Ewigkeit: „Amerika den Amerikanern…“

Präsident James Monroe
Das Vermächtnis des James Monroe: die „Monroe-Doktrin“

Am Abend seiner achtjährigen Präsidentschaft hielt der nunmehr 73-jährige James Monroe eine Rede zur Nation, die ihn in der amerikanischen Geschichte unsterblich werden ließ. Die sogenannte „Monroe-Doktrin“ war sein Vermächtnis und sein Entwurf für eine langfristige Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Darin bekräftigte er die Unabhängigkeitsbemühungen der Länder auf dem amerikanischen Doppel-Kontinent und forderte die Europäer auf, von der Politik der Kolonialisierung Panamerikas abzurücken. Dies alles brachte er auf einen denkbar kurzen Nenner: „Amerika den Amerikanern…“. Mit James Monroe verließ ein Mann das Weiße Haus, der stets den Kompromiss suchte. Auch deshalb schaltete er sich nicht in den Wahlkampf seiner zerstrittenen Nachfolge-Kandidaten ein.

Nach der Präsidentschaft

Zwei Schicksalsschläge kurz vor dem Tod im Juli 1831

James Monroe
James Monroe  starb am 04. Juli 1831

Kurz vor seinem Tod am 4. Juli 1831 wurde Monroe von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht. Es starben kurz hintereinander sein Schwiegersohn und Berater Hay und zwei Tage später seine Ehefrau Elizabeth. Gemeinsam mit seiner nunmehr verwitweten Tochter Eliza zog er zu seiner jüngeren Tochter Maria nach New York City. Am Unabhängigkeitstag des Jahres 1931 schloss der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten für immer die Augen. Er wurde 25 Jahre nach seinem Tod von New York überführt und die sterblichen Überreste in einem gusseisernen Grabmal in Richmond auf dem Hollywood Cemetery beigesetzt. 17 Countys in den Vereinigten Staaten sowie das Fort Monroe National Monument tragen seinen Namen.

Häufige Fragen und Antworten

Wann war James Monroe Präsident?

Zwischen 1817 und 1925.

War James Monroe Föderalist?

Er war vielmehr ein überzeugter Anti-Föderalist.

Wie alt wurde James Monroe?

Er wurde 73 Jahre alt.

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