Wer war Andrew Johnson?

Ein sturer Präsident und „ein prächtiger, persönlicher Triumpf“

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Der 14. April 1865 sollte das Leben von Andrew Johnson grundlegend ändern. Zu dieser Zeit diente er als Vizepräsident unter US-Präsident Abraham Lincoln. An diesem schicksalshaften Abend besuchte Lincoln mit seiner Frau Mary eine Theatervorstellung im Ford’s Theatre in Washington D.C. Es sollte ein heiterer Abend werden, auf den sich Lincoln freute.

Zu dieser Zeit war der Bürgerkrieg noch nicht beendet. Nord- und Südstaaten standen sich unversöhnlich gegenüber. Während der industriell und fortschrittlich geprägte Norden die Sklaverei beenden wollte, verteidigten die aristokratisch und landwirtschaftlich geprägten Südstaaten die Beibehaltung des Status-Quo. Abraham Lincoln hatte das erklärte Ziel, nicht nur diesen Bruderkonflikt, sondern auch die Sklaverei zu beenden. Damit machte er sich der allgemein hoch verehrte Präsident nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde.

An diesem Abend war Lincoln der erste Präsident der USA, der während seiner Amtszeit einem Attentat zum Opfer fiel. Der Schauspieler John Wilkes Booth, ein fanatischer Anhänger der Konföderation der Südstaaten schoss den Präsidenten in den Hinterkopf, während dieser ahnungslos das Theaterstück in seiner Loge verfolgte. Die Kopfverletzung war zu schwer, als dass eine Rettung noch möglich gewesen wäre. Der US-Präsident starb am nächsten Morgen um 07:55 Uhr, ohne das Bewusstsein noch einmal wiedererlangt zu haben. An diesem 15. April 1865 legte der bisherige Vizepräsident, Andrew Johnson, seinen Amtseid als 17. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ab.

Nun kam Andrew Johnson die schwierige Aufgabe zu, das große Erbe seines Vorgängers fortzuführen und den Sezessionskrieg zu beenden. Am 23. Juni 1865 war es schließlich so weit, als die letzten Truppen der Südstaaten im Indianer-Territorium auf dem Gebiet des heutigen Oklahomas kapitulierten.

Steckbrief: Andrew Johnson

  • Andrew Johnson
    Steckbrief: Andrew Johnson by Mathew Brady, Retouched by Mmxx [Public domain]
    Name: Andrew Johnson
  • Geburtsdatum: 29. Dezember 1808
  • Geburtsort: Raleigh, North Carolina, USA
  • Beruf: Politiker
  • Eltern: Mary Polly McDonough, Jacob Johnson
  • Ehefrau: Eliza Johnson
  • Kinder: Martha Johnson Patterson, Robert Johnson, Mary Johnson, Andrew Johnson Jr., Charles Johnson
  • Todesdatum: Samstag, 31. Juli 1875
  • Sterbeort: Elizabethton, Tennessee, USA
  • Grabstätte: Andrew Johnson National Cemetery, Greeneville, Tennessee, USA
  • Sternzeichen: Steinbock

1808 – 1827: Geburt, Jugend und Heirat

Andrew Johnson wurde am 29. Dezember 1808 in Raleigh, North California, geboren. In ärmliche Verhältnisse hineingeboren, schien diesem Mann keine große Karriere beschieden zu sein, denn seine Schulbildung war mehr als bescheiden. Sein Geburtshaus war nicht weniger bescheiden, ein weißes, gepflegtes, aber sehr kleines Holzhaus mitten auf dem Land. Andrews Vater war Konstabler in der örtlichen Miliz und verdiente sich noch etwas zusätzliches Geld als Portier in der örtlichen Bank.

Sein Vater starb, als der kleine Andrew drei Jahre alt war. Seine Witwe musste nun zusehen, wie sie Andrew und seine beide älteren Brüder durchbrachte. Mit Spinn- und Webarbeiten sorgte Mary Johnson für den bescheidenen Familienunterhalt. Sie hatte zwar das Glück, ein zweites Mal zu heiraten, jedoch war ihr zweiter Mann genauso mittellos wie sie selbst und so wurde die Versorgung der Familie immer prekärer. Für eine gute Schulausbildung war daher weder Zeit noch Geld da.

Aus der puren Not heraus begann Andrew Johnson bereits mit zehn Jahren eine Ausbildung zum Schneider in der Schneiderei John Selby, bei der sich auch sein älterer Bruder in der Lehre befand. Während dieser Zeit genoss er keine Schulbildung und konnte weder lesen noch schreiben. Ein Mitarbeiter der Schneiderei nahm sich des jungen Andrews an und brachte ihm das Lesen bei. Nun war der Junge wenigstens etwas weiter, aber seine Zukunft sah immer noch düster aus.

Die Ausbildungsbetriebe setzten die Lehrlinge als billige Arbeitskräfte ein, an der Förderung dieser jungen Menschen waren jedoch die wenigsten Ausbilder interessiert. Wollte ein Lehrling seine Ausbildung abbrechen, musste er sich freikaufen. Eines Tages rissen die beiden Jungen gemeinsam aus und lebten für zwei Jahre in Laurens im benachbarten South Carolina. Im Alter von 15 Jahren arbeitete er in seinem erlernten Beruf als Schneider. Nach einer kurzen Rückkehr in seinen Geburtsort Raleigh zog es den Schneidergesellen weiter nach Alabama und Tennessee.

Anschließend siedelte Andrew Johnson gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Stiefvater nach Greenville, Tennessee um. Erst jetzt, als junger Erwachsener, brachte sich Andrew Johnson selbst das Schreiben bei. Er bemerkte, dass er durchaus Talent hatte und entwickelte einen entsprechenden Ehrgeiz, denn in diesen prekären Umständen, die sein Leben zu diesem Zeitpunkt bestimmten, wollte er nicht weiterleben. Diese Umstände waren so bescheiden, dass die Familie Johnson keine anständige Bleibe hatte und außerhalb der Stadt campieren mussten. Erst als Andrew eine Anstellung bei einem örtlichen Schneider antrat, konnte es sich die Familie leisten, ein Zimmer in einer Taverne in der Stadt zu mieten.

Während dieser Zeit lerne der junge Mann Eliza McCardle kennen und lieben, die Tochter eines örtlichen Schusters. Am 17. Mai 1827 heiratete das junge Paar. Aus dieser Ehe, die bis zum Tod Johnsons im Jahr 1875 hielt, gingen fünf Kinder hervor. Ihm war bewusst, dass er nicht bis zum Ende seines Lebens ein armer Schneidergeselle bleiben wollte. Er strebte nach Höherem. Der Einstieg in seine spätere politische Laufbahn, die diesem jungen Mann zu diesem Zeitpunkt niemand zutraute, erfolgte über sein lebhaftes Interesse an den nicht weniger lebhaften Debatten in der Politik.

Seine geringe Schulbildung machte Johnson mit Charisma, Ehrgeiz, Disziplin und einer schnellen Auffassungsgabe wett. Schon bald zeigte sich auch sein rhetorisches Talent, denn er gründete einen Debattierklub, der auf reges Interesse stieß. Johnson nahm an den lebhaften Disputen im örtlichen College teil, wo er seine Berufung gefunden zu haben schien. Schnell zog der junge und begabte Mann die Aufmerksamkeit wichtiger Leute der Stadt auf sich und machte somit den ersten Schritt in Richtung politische Karriere.

1830 – 1852: Politische Erfolge in verschiedenen Ämtern

Sein großes Vorbild war Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 die Geschicke des Landes leitete. Der charismatische und charakterstarke Jackson kam wie Johnson aus dem Süden und war der erste Mann, der aus einfachen Verhältnissen in dieses wichtige Amt aufrückte. Gemeinsam mit seinem späteren Amtsnachfolger Martin van Buren gründete Andrew Jackson die Demokratische Partei, der auch Johnson schon bald beitrat.

Was den jungen Andrew an seinem älteren Namensvetter faszinierte war die Tatsache, dass Jackson seine bescheidene Herkunft niemals vergaß und sich stets als Vertreter der einfachen Leute verstand, die zu diesem Zeitpunkt allerdings nur aus weißen Amerikanern bestand.

In der Zeit von 1830 bis 1844 bekleidete Andrew Johnson verschiedene politische Ämter. Diese Laufbahn begann er als Bürgermeister von Greenville, 1835 folgte der nächste Schritt, indem ihm die Aufnahme in das Repräsentantenhaus von Tennessee gelang. 1841 folgte der Sprung in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

1844 beteiligte sich Andrew Johnson aktiv im Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten James A. Polk, der schließlich die Wahl für sich entscheiden konnte. Das bis dahin gute Verhältnis der beiden Männer bekam jedoch Risse, da der neue Präsident die Loyalität Johnsons nicht mit einem erhofften Regierungsposten honorierte.

Dieser Rückschlag hinderte den charakterstarken Johnson jedoch nicht daran, seine Ziele weiterhin zu verfolgen. In den kommenden Jahren konnte er einige politische Siege für sich verbuchen, die auf seine außergewöhnlichen rhetorischen Fähigkeiten zurückgingen. Dass ein Großteil der Wählerschaft aus der breiten, weißen Unterschicht stammte, war ein weiterer Pluspunkt für Andrew Johnson, denn die einfachen weißen Amerikaner konnten sich mit diesem Mann aus einfachen Verhältnissen gut identifizieren.

Wie sein Vorbild Andrew Jackson vergaß auch Johnson niemals seine Herkunft und verstand seine Ämter als demokratisch legitimierte Stellung, die er der einfachen Bevölkerung zu verdanken hatte. Durch den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von 1846 bis 1848 verzeichneten die damals noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika große territoriale Zugewinne.

Der Norden war in der gesamten Entwicklung viel weiter als der Süden und bekam nun einige Gebiete der neuen Territorien zugesprochen. Dadurch wurde das Gleichgewicht zwischen Nord und Süd empfindlich gestört. Ferner machte die immer stärker raumfassende Frage der Sklaverei die Staaten in Nord und Süd zu schaffen.

Während die Mehrheit der industrialisierten Nordstaaten die Sklaverei ablehnte, hielten die aristokratischen Plantagenbesitzer und die besser gestellten Farmer an diesem Status-Quo fest, denn sie waren auf die kostenlose Arbeit der Sklaven angewiesen.

1853 – 1858: Gouverneur von Tennessee

Die große Streitfrage bestand darin, wie in den durch den Krieg neu hinzugewonnen Staaten verfahren werden sollte. Auch in diesem Fall sprach sich der Norden gegen, der Süden für die Sklavenhaltung aus. So auch Andrew Johnson, der in einem Haushalt gleichfalls Sklaven beschäftigte. 1850 einigte man sich auf einen ausgleichenden Kompromiss zwischen den Nord- und Südstaaten, dem Johnson zustimmte. Er votierte jedoch gegen das Verbot des Sklavenhandels in der Hauptstadt Washington D.C.

Der nächste Karriereschritt folgte, denn im Oktober 1853 wurde Andrew Johnson als Gouverneur von Tennessee vereidigt. Dieses Amt bekleidete er bis 1857. Während er einige politische Erfolge nachweisen konnte, wurden jedoch auch einige seiner Vorschläge nicht umgesetzt.

Als Regierungschef von Tennessee hatte er jedoch im Gegensatz zu einigen anderen Amtskollegen wenig Einfluss, da dieser Posten zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem Vetorecht ausgestattet war. Andrew Johnson verfolgte das Ziel einer besseren finanziellen Ausstattung der Bildungseinrichtungen, die jedoch nur durch eine Steuerhöhung auf bundesstaatlicher Ebene zu verwirklichen waren. Dennoch entschied er die nächste Gouverneurswahl mit einer knappen Mehrheit für sich.

Obwohl er sich für die Präsidentschaftswahl 1856 als Kompromisskandidat aufstellen ließ, als der bisherige Kandidat Franklin Pierce nicht mehr nominiert wurde, betrieb er keinen aktiven Wahlkampf. Johnsons Chancen hätten jedoch nicht schlecht gestanden, da er in seinem Heimatstaat recht populär war. Stattdessen unterstützte Johnson den Präsidentschaftskandidaten James Buchanan, der die Wahl schließlich für sich entschied und neuer Präsident der USA wurde.

1857 – 1864: Senator von Tennessee und Militärgouverneur für den Süden

Der nächste logische Karriereschritt war, sich in das Amt eines US-Senators wählen zu lassen. Daher trat Andrew Johnson 1857 nicht für eine dritte Amtsperiode als Gouverneur von Tennessee an. Ganz der ehrgeizige Mann, der seine Ziele niemals aus den Augen verliert, schaffte er auch das nächste Ziel und wurde schließlich in den US-Senat gewählt.

Auch in dieser Phase seiner politischen Karriere sprach sich Andrew Johnson für ein Besiedlungsgesetz aus, denn nach wie vor waren die Vereinigten Staaten von Amerika noch jung und weit von einer kompletten Besiedlung und strukturellen Erschließung entfernt. Die entsprechenden Gesetzesentwürfe des Senators nahmen den späteren Homestead Act Abraham Lincolns vorweg. Allerdings passierten die Vorschläge Johnsons nicht den Senat beziehungsweise wurden durch das Veto von Präsident James Buchanan blockiert.

Zu dieser Zeit rückte die Sklavenfrage wieder vermehrt in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Sowohl auf Seiten der Befürworter als auch auf Seiten der Gegner betraten vermehrt radikale Aktivsten die politische Bühne. Auch die schwarze Bevölkerung konnte einige radikale Vertreter aufweisen, die den Mut hatten, für ihre Freiheit zu kämpfen. Nicht wenige von diesen schwarzen „Rädelsführern“ wurden am Galgen hingerichtet oder erschossen.

Auch Andrew Johnson sprach sich für den Erhalt der Sklaverei aus und unterschied sich mit dieser Einstellung nicht wesentlich von seinen Zeitgenossen. Mit dem Satz in der Unabhängigkeitserklärung, dass alle Menschen gleich seien, habe Thomas Jefferson ausschließlich weiße Amerikaner, nicht jedoch Afroamerikaner gemeint.

Mit der Amtseinführung des moderaten Sklavereigegners Abraham Lincoln 1860 nahmen die politischen Spannungen zwischen Nord und Süd schließlich dem Maße zu, dass mehrere Südstaaten ihren Austritt aus dem Staatenbund erklärten, der schließlich zum Ausbruch des Sezessionskriegs im April 1861 führte.

Nachstellung des Sezessionskriegs
Nachstellung des Sezessionskriegs

Obwohl Lincoln und Johnson in dieser Sache entgegengesetzte politische Meinungen vertraten, wurde Johnson schließlich Vizepräsident und für die Südstaaten zuständiger Militärgouverneur.

Im nächsten Wahlkampf absolvierte der Vizepräsident, der sich nicht scheute, anzuecken, einige Auftritte, in denen er für die Fortsetzung des Bürgerkrieges eintrat, was jedoch bei einer Mehrheit auf Ablehnung stieß. Nachdem Lincoln 1864 erneut im Amt bestätigt wurde, spitzte sich der Konflikt immer weiter zu. Als der Präsident schließlich den 13. Verfassungszusatz, der die Sklaverei bundesweit verbot, durch den Kongress brachte, sahen sich die Südstaaten in ihrer Existenz bedroht.

1865 – 1869: Der Präsident und die Reconstruction

Nach dem Tod Lincolns bestimmte der sogenannte Reconstruction Act die Präsidentschaft Andrew Johnsons. In der Republikanischen Partei konnte der radikale Flügel verstärkt die Mehrheit für sich gewinnen. Sie traten für die Gleichstellung der schwarzen mit der weißen Bevölkerung ein. Schwarze sollten fortan Eigentum besitzen dürfen, einer bezahlten Arbeit nachgehen und zudem das Wahlrecht bekommen.

Johnson dagegen wollte die Südstaaten schnellstmöglich ohne weitere Auflagen erneut in die Staatenunion aufnehmen und die alten Gesellschaftsstrukturen mit Ausnahme der Sklaverei wieder herstellen. Er begnadigte mehr als 13.000 wohlhabende Südstaatler, die in engem Kontakt zu den Anführern der Rebellion gestanden hatten.

Er genoss es sichtlich, das diese Oberschicht nun auf die Gnade eines Mannes angewiesen war, der aus der Unterschicht an die Spitze des Landes gekommen war. Etliche Gesetze der radikalen Republikaner zur Verbesserung der Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung, so auch den Civil Rights Act, blockierte Johnson mit seinem Vetorecht.

Politisch verschaffte er der alten Südstaatenelite zahlreiche Vorteile. Schließlich spitze sich der Konflikt um die Reconstruction derartig zu, dass der Kongress ein Amtsenthebungsverfahren ins Auge fasste. Dazu kam es jedoch nicht, da selbst die radikalen Republikaner nicht so recht wussten, was das für Folgen haben würde und zudem kein geeigneter Nachfolger in Sicht war, da das Amt des Vizepräsidenten unbesetzt geblieben war.

War der Kongress anfangs noch zu Kompromissen gegenüber dem Weißen Haus bereit gewesen, hatte der Präsident durch seine Sturheit und Kompromisslosigkeit die Senatoren und Bevölkerung gegen sich aufgebracht. Er regierte praktisch durch Veto-Dekret, wodurch die Einführung der Bürgerrechte für die schwarze Bevölkerung keine Chance hatte.

Die Einführung des 14. Verfassungszusatzes, der die Schwarzen zu gleichgestellten Bürgern der Vereinigten Staaten erklärte, versuchte Johnson mit allen rechtlichen und moralisch weniger vertretbaren Mitteln zu verhindern. In diesem Verfassungszusatz sah er eine Rache des Kongresses an den Südstaaten. 1867 konnte Johnson auch gegen die Einführung des Wahlrechts für männliche Schwarze nichts ausrichten, obwohl er mal wieder von seinem Vetorecht Gebrauch machte, jedoch von der Kongressmehrheit überstimmt wurde.

Dennoch setzte sich Johnson danach weiterhin vehement für die Interessenvertretung der alten Südstaatenelite ein. Unter diesen Umständen wussten auch die Demokraten in den Südstaaten, dass eine Wiederwahl Andrew Johnsons ausgeschlossen war. Seine Amtszeit endete turnusgemäß am 4. März 1869. Dennoch schaffte er es noch einmal, erfolgreich für den Senat zu kandidieren, den der St. Louis Republican als „prächtigen, persönlichen Triumpf“ bezeichnete.

Politisches Erbe und Nachleben

Aufgrund seiner rassistischen Weltanschauung und dem von ihm provozierten jahrelangen Konflikt mit dem Kongress in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Bürgerkrieg gilt Andrew Johnson vielen als einer der unbeliebtesten Präsidenten. Aus politischem Kalkül sprach sich Johnson jedoch für eine Beendigung der Sklavenhaltung aus, wenn diese die Bedingung für eine Wiedervereinigung war, denn er war strikt gegen eine Trennung der Süd- und Nordstaaten.

Johnsons Schwächen in seiner politischen Führung dieser Zeit werden auch auf seine bescheidene soziale Herkunft und die in den Südstaaten vorherrschenden Werte und Normen und das damit verbundene Gesellschaftsbild einer weißen Elite zurückgeführt. Zudem übernahm Johnson die Führung des Landes unter extrem schwierigen Bedingungen, denn die Gesellschaft stand vor einer kompletten Neuausrichtung. Andrew Johnson starb am 31. Juli 1875 in seinem Heimatstaat Tennessee.

Quellen:

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