Wer war Franklin D. Roosevelt?

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Franklin Delano Roosevelt gilt als einer der bedeutendsten Präsidenten der USA. Er war nicht nur der geistige Vater des New Deal, der die amerikanische Nation in den 1930er-Jahren erfolgreich durch die Jahre der großen Depression führte, sondern auch derjenige, der die Vereinigten Staaten von Amerika nach langem Zögern zum Eintritt in den Zweiten Weltkrieg bewegte.

Die USA retteten Großbritannien vor dem finanziellen Ruin, der aufgrund der Kriegsanstrengungen drohte. Ferner führte der Kriegseintritt der Amerikaner zu einem schnellen Ende des Zweiten Weltkrieges. Daher gilt Franklin D. Roosevelt nicht nur den Amerikanern, sondern auch vielen Menschen im Ausland als Retter der Welt.

Steckbrief: Franklin D. Roosevelt

  • Franklin D. Roosevelt
    Franklin D. Roosevelt by Unknown or not provided [Public domain]
    Name: Franklin Delano Roosevelt
  • Geburtsdatum: Montag, 30. Januar 1882
  • Geburtsort: Hyde Park, New York City, USA
  • Beruf: Anwalt
  • Eltern: James Roosevelt (Landedelmann), Sara Roosevelt
  • Ehefrau: Eleanor Roosevelt
  • Kinder: Anna Roosevelt, Franklin Delano Roosevelt junior, John Aspinwall Roosevelt, Elliott Roosevelt, James Roosevelt,
  • Todesdatum: Donnerstag, 12. April 1945
  • Sterbeort: Warm Springs, Georgia, USA
  • Grabstätte: Roosevelt’s Little White House Historic Site, Georgia, USA
  • Sternzeichen: Wassermann

Prolog: Ein außergewöhnlicher Präsident auf dem Weg zur Weltmacht

Der Eintritt in das Kriegsgeschehen trug jedoch nicht nur zu einem Aufschwung der heimischen Wirtschaft durch massenhafte Schaffung von Arbeitsplätzen in der Wirtschaft bei, sondern auch zur Begründung einer Weltmacht, die bis heute als Weltpolizist gilt und in fast allen Ländern der Welt auf die ein andere Weise präsent ist. Das war nicht immer so, denn die Amerikaner neigten vor dem Kriegseintritt dem Isolationismus zu.

Franklin D. Roosevelt hatte mit einer seiner Politik des New Deals ein politisches Meisterwerk geschaffen und war entsprechend beliebt bei den Amerikanern, die jetzt nach der Großen Depression Ende der 1930er-Jahre wieder im bescheidenen Wohlstand lebten. Der große soziale Sprengstoff, der die amerikanische Nation drohte, zu spalten, war entschärft worden.

Die Amerikaner waren sich selbst genug, was ging sie da der Waffengang im fernen Europa an, in dem sich zwei Staaten gegenüberstanden, die dem eigenen politischen Weltbild ferner nicht sein konnten: dem nationalsozialistischen Deutschland und dem kommunistischen Russland. Die amerikanische Bevölkerung wollte von Krieg nichts wissen und befürchtete bei einem Kriegseintritt um das eigene Leben und den eigenen Wohlstand.

Die Amerikaner sind jedoch seit jeher überaus patriotisch eingestellt. Wenn es darum geht, die eigene Nation gegenüber Feinden zu verteidigen, ist Schluss mit lustig. In dieser Situation werden die eigenen Ideale, wenn es sein muss bis auf das Blut verteidigt. Daher genießt das Militär in Amerika ein hohes Ansehen.

Der 7. Dezember 1941 war so ein Tag, der die Einstellung der Amerikaner grundlegend änderte, denn es galt, Amerika und seine in der Geschichte meistens siegreichen Soldaten gegen den Feind zu verteidigen. An diesem Tag griffen die Japaner, die im Zweiten Weltkrieg zu den sogenannten Achsenmächten gehörten, da sie Deutschland unterstützten, den im Hafen von Pearl Harbour befindlichen Marinestützpunkt der Amerikaner an. Die Amerikaner fühlten sich nicht nur in ihrer nationalen Ehre verletzt, sondern sahen ein, dass sich ihre Nation jetzt nicht mehr aus dem Kriegsgeschehen heraushalten konnte.

Angriff der Japaner auf Pearl Harbour 1941
Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour 1941 konnte sich die USA nicht länger als dem Krieg heraushalten

Franklin D. Roosevelt stand nun vor einer neuen Herausforderung: seine Nation in den Krieg zu führen und diesen so schnell wie möglich mit so wenig Verlusten wie möglich zu beenden. Die Kriegsmaschinerie wurde in Gang gesetzt und die zivile Wirtschaft überwiegend auf Rüstungswirtschaft umgestellt.

Nun begann der Aufstieg der einstigen Kolonie Amerikas zur Weltmacht. Roosevelt hatte jedoch bereits zehn erfolgreiche Amtsjahre hinter sich gebracht und litt nicht gerade an mangelndem Selbstvertrauen. Er würde auch diese neue Aufgabe meistern, darin bestand gar kein Zweifel. Der Unterstützung der Amerikaner war er sich nun sicher.

Kindheit und Jugend

FDR, so sein viel verwendeter Kurzname, stammte aus einer wohlhabenden Ostküstenfamilie, die von holländischen Einwanderern abstammte. Roosevelt war mit dem 26. Präsidenten, Theodore Roosevelt und dem bedeutenden, wohlhabenden Geschäftsmann William Henry Aspinwall verwandt.

Am 30. Januar 1882 erblickte Franklin Delano Roosevelt in Hyde Park, New York, das Licht der Welt. Sein Vater James pflegte den Lebensstil eines Landedelmanns und legte viel Wert auf Bildung und Kultur. Der Wohlstand der Roosevelts ging auch auf die zweite Frau von James Roosevelt zurück, die 26 Jahre jünger als ihr Ehemann war. Sie stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus Neu England und brachte eine Mitgift in Höhe von einer Million Dollar in die Ehe, für die damalige Zeit ein großes Vermögen.

Franklin war ein wohlbehütetes Einzelkind, was damals angesichts noch nicht existierender Verhütungsmittel und dem allgemeinen eher großen Kinderreichtum der meisten Familien sehr ungewöhnlich war. FDR bekam alle klassischen Kultur- und Bildungsstandards durch Privatlehrer vermittelt. Roosevelt war einer der wenigen Präsidenten, deren geografische und kulturelle Kenntnisse sich nicht alleine auf Amerika beschränkten. Die Familie unternahm häufig ausgedehnte Reisen. In der Zeit von 1891 bis 1896 lebte der junge Franklin mit seiner Familie in Europa.

Im Alter von neun Jahren machte er auch die Bekanntschaft mit dem wilhelminischen deutschen Kaiserreich, da sich seine Eltern zu diesem Zeitpunkt zu einem dreimonatigen Kuraufenthalt in Bad Nauheim befanden. Hier besuchte Franklin eine deutsche Schule. So war Roosevelt auch einer der wenigen Präsidenten, der über fließende Fremdsprachenkenntnisse verfügte. Durch seinen Aufenthalt in Europa sprach er fließend Französisch und Deutsch.

Franklin und Eleanor Roosevelt 1903
Franklin und Eleanor Roosevelt 1903 by FDR library [Public domain]
Am 17. März 1905 heiratete Franklin Eleanor Roosevelt. Es handelte sich jedoch nicht um eine zufällige Namensgleichheit, sondern um entfernte Verwandtschaft. Eleanor war die Nichte des 26. Präsidenten der USA, Theodore Roosevelt, der wiederum ein Cousin 5. Grades von Franklin D. Roosevelt war. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.

Zwei gleichgeschaltete Menschen schienen sich gefunden zu haben, denn beide waren leidenschaftlich politisch aktiv und pflegten eine angeregte Diskussionskultur. Sie unterstützten sich gegenseitig in ihren politischen und gesellschaftlichen Anliegen, wobei sich Eleanor häufig jedoch radikaler zeigte als ihr Mann. Sie scheute sich nicht davor zurück, in der Öffentlichkeit ihre Standpunkte zu vertreten und anzuecken.

Diese Einstellung war für eine Frau der oberen Gesellschaftsschicht recht ungewöhnlich. Frauen der oberen Gesellschaftsschicht hatten ihren Männern den Rücken freizuhalten, um deren Karrieren zu fördern und engagierten sich höchstens im Rahmen sozialer Einrichtungen und Projekte.

Eleanor war jedoch eine streitbare Feministin und Pazifistin, die sich auch in verschiedenen politischen Ämtern engagierte. 1928 organisierte über ein Frauen-Komitee die Wahlkampfkampagne des Präsidentschaftskandidaten Alfred E. Smith. Sie verfolgte eine europafreundliche Politik und befürwortete den Briand-Kellogg-Pakt, mit dem sich die unterzeichneten Staaten verpflichteten, jede Form von Krieg zu ächten.

Eleanor Roosevelt befürwortete den Beitritt der USA zum Völkerbund und die Mitgliedschaft im Ständigen internationalen Gerichtshof. Obwohl Franklin die Aktivitäten seiner umtriebigen Frau mit Sorge betrachtete, weil um sein Image als konservativer demokratischer Politiker fürchtete, ermutigte er das politische und soziale Engagement seiner Frau und ließ sie an seinem politischen Wissen teilhaben.

Über ihren Mann und weiteren politische Förderer gewann Eleanor ausführliche Einblicke in die von Männern dominierten politischen Institutionen und setzte sich fortan dafür ein, genau diese Dominanz zugunsten der Frauen zu brechen. Sie war ihrer Zeit weit voraus, aber auch ihr Mann zeigte sich für die damalige Zeit ungewöhnlich tolerant.

Fortan setzte sich Eleanor dafür ein, die Situation für Frauen und sozial Schwache zu verbessern. Dieses Engagement nahm man dieser Frau aus der obersten Gesellschaftsschicht, die selbst nie finanzielle Sorgen kennengelernt hatte, jedoch ab. Eleanor Roosevelt galt als verständnisvolle und warmherzige Zuhörerin mit ernst gemeinten Anliegen, deren Durchsetzung sie häufig äußerst streitbar durchsetzte.

Während ihr Mann und ein Großteil der Demokratischen Partei zu den Isolationisten gehörten, denen Amerika selbst genug war, setzte sich Eleanor stets für eine europafreundliche Politik ein. Auch dieser scharfe politische Gegensatz konnte dem gemeinsamen Wirken des politischen Ehepaares Roosevelt nichts anhaben. Wie ihr Mann profitierte auch Eleanor von guten Fremdsprachenkenntnissen. Sie war die ideale Partnerin eines Mannes mit einer aufstrebenden politischen Karriere. Sie war eine gefragte Gesprächspartnerin auf zahlreichen politischen Veranstaltungen, da sie es verstand, mit den unterschiedlichsten Menschen Kontakt zu knüpfen und diese für sich einzunehmen.

1910 bis 1932: politischer Aufstieg

Nach Beendigung seines rechtswissenschaftlichen Studiums begann Franklin D. Roosevelt 1910 seine politische Karriere als Senatsmitglied. Im Kabinett von Präsident Woodrow Wilson diente er in der Zeit von 1913 bis 1921 als Staatssekretär im Marineministerium. Auch in diesem Amt unterstützte ihn Eleanor, indem sie bei Kriegseintritt der USA 1917 verschiedene repräsentative Aufgaben in wohltätigen Organisationen wie dem im Roten Kreuz übernahm.

In der Präsidentschaftswahl 1920 stellten die Demokraten Roosevelt für das Amt des Vizepräsidenten auf. Die Demokraten verloren jedoch die Wahl, denn das Weiße Haus fiel an die Republikaner. Ein Jahr später erkrankte Franklin an der Kinderlähmung und war fortan für den Rest seines Lebens auf einen Rollstuhl angewiesen. Eleanor unterstützte ihren Mann nach einer Zeit der vorübergehenden Entmutigung jedoch, seine politische Karriere weiterzuverfolgen.

Roosevelt als Gouverneur von New York
Roosevelt als Gouverneur von New York by National Archives and Records Administration [Public domain]
1928 wurde FDR zum Gouverneur von New York gewählt. Bis 1932 verlieb er in diesem Amt und zeigte sich bereits zu diesem Zeitpunkt als großes politisches Talent. Für seinen Staat konnte er mehrere wichtige Reformen auf den Weg bringen, um die sogenannte Great Depression, die nach dem Börsenkrach von 1929 und der dadurch ausgelösten Weltwirtschaftskrise die USA fest im Griff hatte, zu beseitigen.

1932 besiegte Roosevelt den republikanischen Amtsinhaber Herbert Hoover und zog fortan für eine außergewöhnlich lange Amtszeit in das Weiße Haus ein. Er ist der einzige Präsident in der amerikanischen Geschichte, der länger als zwei Wahlperioden amtierte, genauer gesagt übte er drei Amtszeiten aus und wurde 1944 sogar ein viertes Mal bestätigt.

Roosevelt Garner Woodring 1932
Roosevelt (links) mit seinem Vizepräsidentschaftskandidaten John Nance Garner (rechts) und dem Gouverneur von Kansas Harry Hines Woodring (mittig) während des Wahlkampfs von 1932 by National Archives and Records Administration [Public domain]

1932 bis 1940: Die Große Depression, New Deal und Präsidentschaft

Seine Innenpolitik wird überwiegend mit der erfolgreichen Reform zur Bekämpfung der Großen Depression der 1930er-Jahre in Verbindung gebracht. Mit diesem Programm zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise konnte der allgemein desolate Zustand der US-Wirtschaft und die damit verbundene Armut der amerikanischen Bevölkerung weitgehend überwunden werden. Mit einer weitreichenden staatlichen Interventionspolitik gab Roosevelt der entmutigten amerikanischen Nation neue Hoffnung.

Im Gegensatz zu vielen europäischen Staaten gab es in den USA keine radikalen antidemokratischen Bewegungen, die auf einen Putsch oder gar eine Absetzung der Regierung abzielten. Der Social Security Act von 1935 legte den Grundstein für den amerikanischen Sozialstaat. Die damit verfolgte gerechte Einkommens- und Vermögensteilung wurde jedoch nicht erreicht.

Roosevelt bei der Unterzeichnung des Social Security Act 1935
Roosevelt bei der Unterzeichnung des Social Security Act 1935 by Social Security Online [Public domain]
Der New Deal verfolgte unterschiedliche Ziele. Am Anfang stand die kurzfristige Minderung der größten sozialen Not, langfristig erfolgen Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft und Sozialreformen. Damit war der New Deal eine der weitreichendsten und wichtigsten Reformen, die Amerika bis dahin erfahren hatte, verbunden mit dem größten Umbruch in der Politik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

1941: Eintritt in den Zweiten Weltkrieg

Weiterhin ist Roosevelts Präsidentschaft eng mit der Beendigung der isolationistischen Außenpolitik verbunden. Bis 1941 verfolgen die USA eine eingeschränkte Außenpolitik und wurden nur in den Ländern aktiv, die von unmittelbaren politischen und wirtschaftlichen Interesse waren. Außerdem hatte Amerika es weitgehend vermieden, Mitglied in internationalen Bündnissen zu werden und damit verbundene Verpflichtungen auf ein Minimum reduziert.

Roosevelt unterzeichnet am 11. Dezember 1941 die Kriegserklärung an das Deutsche Reich
Roosevelt unterzeichnet am 11. Dezember 1941 die Kriegserklärung an das Deutsche Reich by Farm Security Administration/Office of War Information [Public domain]
Der japanische Überfall auf Pearl Harbour änderte diese politische Haltung jedoch komplett. Am 11. Dezember 1941 erfolgte die Kriegserklärung Deutschlands und Italien an die USA. Das aktive Eingreifen in das Kriegsgeschehen war jetzt nicht mehr zu vermeiden. Bis dahin hatten die USA sich lediglich passiv durch die massive finanzielle und materielle Förderung Großbritanniens an diesem Waffengang beteiligt.

Als einziger europäischer Staat stellte sich Großbritannien erfolgreich gegen die Aggressionen Hitler-Deutschlands. Diese Kriegsanstrengungen hatten jedoch ein großes Loch in die Staatskasse gerissen und England stand fast vor der Staatspleite. Wie seine Frau verstand auch Roosevelt es, die Menschen für sich einzunehmen. Er hielt zahllose mitreißende Reden, mit denen er es schaffte, eine positive Grundstimmung bei den Menschen hervorzurufen. Er trat stets als der positiv denkende Macher auf, der den Menschen ein Gefühl der Sicherheit schenkte.

Den Kriegseintritt der USA konnte er seinem Volk jedoch nicht schmackhaft machen. Allerdings arbeitete er daran, den fest verankerten Gedanken der politischen Isolation von der Welt aus dem Bewusstsein der Amerikaner zu streichen und sie stattdessen für eine global ausgerichtete Politik zu gewinnen, die allen Ländern weltweit Frieden und Wohlstand bringen würde. So war Roosevelt auch maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen beteiligt.

Durch den Kriegseintritt erholte sich die amerikanische Wirtschaft nach dem New Deal zusätzlich, denn die Rüstungsproduktion spülte ordentlich Geld in die Staatskasse, das relativen Wohlstand für die Bevölkerung brachte. Auch die schwarze Bevölkerung profitierte von Roosevelts Politik, die zwar keine grundlegenden Veränderungen, jedoch einige Erleichterungen im täglichen Leben mit sich brachte.

Aufgrund dieser positiven Entwicklungen wurde die Kandidatur für eine vierte Amtszeit Roosevelts nicht in Frage gestellt. Es gab nicht einmal einen Gegenkandidaten innerhalb der demokratischen Partei. Vizepräsident wurde Harry S. Truman, der zwar nicht zu den engsten Vertrauten Roosevelts gehörte, sich in den vergangenen Jahren jedoch durch Loyalität und sein Vorgehen gegen Korruption einen Namen gemacht hatte.

Zeremonie zur vierten Amtseinführung von Franklin D. Roosevelt by National Archives and Records Administration [Public domain]
Roosevelt zeigte sich im Wahlkampf äußerst energisch, jovial, selbstironisch und witzig. Er absolvierte zahlreiche Auftritte in ebenso zahlreichen Städten, schüttelte zahlreiche Hände und hielt Gesundheit entgegenzutreten. Nicht wenige waren der Meinung, Roosevelt sei gesundheitlich in der Lage, eine vierte Amtsperiode durchzustehen. Dennoch gelang ihm der vierte Einzug in das Weiße Haus.

1945: Vierte Amtszeit und Tod

Die letzten Monate seiner Präsidentschaft waren geprägt durch die kritische Zeit kurz vor Kriegsende. Noch wusste niemand, wie schnell dieser Waffengang in Europa, Russland und Asien beendet sein würde und wie viele Menschenleben er noch kosten würde. Roosevelt würde daran gemessen werden, wie schnell er es schaffte, die Welt wieder zu befrieden.

Ab 1945 wurden mehrere internationale Konferenzen abgehalten, um die Voraussetzungen für eine baldige Kriegsbeendigung auszuloten und eine Nachkriegsordnung zu schaffen. Teilnehmer waren neben den USA die schärfsten Kriegsgegner Hitler-Deutschlands, England und Russland. England wurde von dem legendären Premierminister Winston Churchill und Russland von seinem Präsidenten und Diktator Josef Stalin vertreten.

Roosevelt, Churchill und Stalin auf der Konferenz in Jalta
Roosevelt, Churchill und Stalin auf der Konferenz in Jalta by U. S. Signal Corps [Public domain]
Die Reise zur Konferenz nach Jalta und die zahlreichen Besprechungen setzten der Gesundheit Roosevelts merklich zu. Seinen körperlichen Verfall konnte er kaum noch verbergen. Dennoch gab er sich kämpferisch. Das Kriegsende, die Kapitulation Hitler-Deutschlands und der Japaner erlebte Roosevelt jedoch nicht mehr. Bereits Ende März hatte er sich für eine kurzfristige Erholungsphase auf seinen Landsitz „Little White House“ zurückgezogen. Am 5. April 1945 klagte er über heftige Kopfschmerzen, nur wenige Stunden später starb er an einer Hirnblutung.

Noch am selben Tag übernahm sein Vizepräsident Harry S. Truman die Amtsgeschäfte, von denen Roosevelt ihn jedoch die Monate zu vor bewusst ausgeschlossen hatte. Truman war nicht einmal in das streng geheime Atomprogramm, das Manhattan-Projekt, eingeweiht worden.

Trauerzug zu Ehren des verstorbenen US-Präsidenten Roosevelt am 14. April 1945
Trauerzug zu Ehren des verstorbenen US-Präsidenten Roosevelt am 14. April 1945 by [Public domain], via Wikimedia Commons

Nachleben und politisches Erbe Roosevelts

Das politische Vermächtnis von Franklin D. Roosevelt ist außergewöhnlich. Regelmäßig wird er zusammen mit George Washington und Abraham Lincoln als einer der drei größten Präsidenten Amerikas bezeichnet. Ohne Zweifel befand er sich auch einfach zur rechten Zeit am rechten Ort, denn noch Ende der 1930er-Jahre deutete nichts darauf hin, dass Roosevelt seine Nation einmal auf den Weg zur Weltmacht führen würde.

Aufgrund der Großen Depression war Amerika mit sich selbst beschäftigt und hatte kein großes Interesse daran, anderen Staaten im Krieg beizustehen. Man musste sich jetzt erst einmal selbst helfen. Beide Häuser des Kongresses zwangen den Präsidenten, sich gegenüber dem Kriegsgeschehen jenseits des Atlantiks neutral zu verhalten. Roosevelts Geschick lag jedoch darin, seine Handlungsoptionen geduldig zu erweitern. In dieser schwierigen Zeit gelang es ihm, Zuversicht und Optimismus auszustrahlen und den Amerikanern den Glauben an ihre historische Mission zur Verbesserung der Welt wiederzugeben.

Seine Präsidentschaft der letzten Jahre war auf Intervention ausgerichtet. Den Amerikanern widerstrebte jedoch jede Einmischung in die europäische Politik. Diese Einstellung war so alt wie die Nation selbst. Der Aufstieg zur Weltmacht war also alles andere als vorgezeichnet. Vor Kriegseintritt verfügte Amerika nicht einmal über eine ordentliche Rüstungsindustrie.

Die Isolationisten verfolgte immer noch das Trauma des Kriegseintritts der USA 1917 in den Ersten Weltkrieg unter Woodrow Wilson. Roosevelt sollte jetzt nicht dieselbe Chance bekommen wie Wilson, die Amerikaner in einen weiteren Krieg hinzumanipulieren.

Dann kam Pearl Harbour und veränderte alles. Zudem hatte Hitler den Fehler gemacht, sich seine mächtigen Kriegsgegner selbst zu schaffen: Josef Stalin im Osten, den exzessiv hedonistischen Premiermister Winston Churchill im Nachbarland Großbritannien und einen Präsidenten im Rollstuhl jenseits des Großen Teiches.

Roosevelt Portrait Warm Springs Georgia April 1945
Eines der letzten Portraits Roosevelts in Warm Springs, Georgia im April 1945 by FDR Library [Public domain]
Es war diese Mischung, die Franklin Delano Roosevelt zu einem der größten Präsidenten der USA machte. Nach seinem Tod blieb seine Frau Eleanor eine wichtige Figur des öffentlichen Lebens, die sich weiterhin aktiv politisch engagierte. Während seiner Ehe pflegte Roosevelt mehrere außereheliche Affären, eine davon über mehrere Jahrzehnte.

Obwohl die Roosevelts bis zum Tod des Präsidenten weiterhin eine gut gehende politische Allianz unterhielten und sich gegenseitig unterstützten, war dennoch eine emotionale Entfremdung zwischen den Eheleuten eingetreten, die schließlich zu einer räumlichen Trennung geführt hatte.

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