Tennessee River

Tennessee River – der „singende Fluss“ der Indianer

Tennessee River
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Wenn die Amerikaner vom Tennessee River sprechen, dann geraten die meisten ins Schwärmen. Denn allein der Name klingt für so manchen wie Musik in den Ohren. Auch deshalb, weil diese Region so etwas ist wie das Herz des „Deep South“. Der Tennessee River nimmt seinen Weg durch fruchtbare Täler und bewegt sich zu Füßen grüner Bergrücken.

Seichte Wellen und die glockenklare Stimme eines Mädchens: Jede Biegung des Flusses ist reich an Geschichte. Einige sind so inspirierend, wie die Legende von dem indianischen Mädchen, das einst am Ufer des Tennessee River mit glockenklarer Stimme zu vernehmen war. Über einen langen Zeitraum waren Siedler und Indianer davon überzeugt, diese Lieder über den seichten Wellen des Wassers zu hören. Seither rühmt sich der Fluss eines Kosenamens: The Singing River

Lage, Geografie und Flusslauf

Der Tennessee River ist ein 1.049 km langer Nebenfluss des Ohio River, der durch die US-Bundesstaaten Tennessee, Kentucky, Alabama und Mississippi fließt.

  • Länge: 1.049 km
  • Quelle: Zusammenfluss von French Broad River und Holston River
  • Quellhöhe: 248 m
  • Mündung: in den Ohio River bei Paducah, Kentucky
  • Mündungshöhe: 92 m
  • Abfluss: 2000 m³/s
  • Großstädte: Knoxville, Chattanooga, Huntsville

Eine mehr als tausend Kilometer lange Reise zum Ohio River

Der Tennessee River ist der längste Nebenfluss des Ohio und berührt die amerikanischen Bundesstaaten Tennessee, Kentucky, Alabama und Mississippi. Nach seiner Quelle wird man wohl vergeblich fahnden, denn er entsteht durch den Zusammenfluss des Holston Rivers und des French Broad Rivers bei Knoxville. Von dort fließt er nach Chattanooga und durch Nordalabama, um dann nach Tennessee zurück zu kehren.

Tennessee River bei Sonnenaufgang
Tennessee River bei Sonnenaufgang

Seinen Reichtum an Wasser bezieht der Fluss unter anderem vom Chumberland River. Nach 1049 Kilometern beendet der Tennessee River seine Reise mit der Mündung in den Ohio River in der kleinen Stadt Paducah/Kentucky, die nach einem Indianerhäuptling vom Stamm der Chickasaw so genannt wurde.

Der Fluss als Nabel eines bedeutenden Bewässerungssystems

Zweifellos ist der Tennessee River als Nabel einer der weltweit größten Bewässerungs- und Wasserkraftsysteme eine der wichtigsten Wasserstraßen im Südosten der Vereinigen Staaten. Seinen Namen bezog der Fluss vermutlich aus dem Indianerdorf „Tanasi“ der Cherekee am Little Tennessee River. Auf französischen Karten des späten 17. Jahrhunderts erscheint er unter dem Namen „Caquinampo“ oder „Kasqui“.

Englische Kartografen bezeichneten den Fluss auch als „River of the Cherakess“. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Engländern und Franzosen rückte das Gebiet unweit der Appalachen in den Mittelpunkt historischer Begebenheiten, und am Ufer des Flusses entstanden mehrere Forts und Posten. Entdeckt wurde die Bedeutung des Flusses vermutlich durch Pelzhändler und Siedler auf ihren Trecks in den Südwesten Amerikas.

Geschichte des Tennessee River

Die strategische Bedeutung während des Bürgerkrieges

Über einen langen Zeitraum der Geschichte wurde der Tennessee River lediglich mit flachen Booten befahren, denn insbesondere im Oberlauf gab es einige Stromschnellen und zahlreiche Passagen, wo der Wasserspiegel nur knietief war. Als die ersten Eisenbahnlinien fertig gestellt wurden, verlor der Fluss auch am für die Schifffahrt befahrbaren Unterlauf an Bedeutung.

Illustration des Amerikanischen Bürgerkriegs (Sezessionskrieg)
Illustration des Amerikanischen Bürgerkriegs (Sezessionskrieg)

Allerdings spielte er im amerikanischen Bürgerkrieg eine gewisse Rolle, weil seine Uferzonen als Invasionsrouten für die Regimenter der Konföderation dienten. So waren die strategisch wichtigen Forts Henry am Tennessee River und Donelson am Cumberland River lediglich neunzehn Kilometer voneinander entfernt. Im Februar 1862 befuhren Kanonenboote unter dem Kommando des Generals Ulysses S. Grant den Fluss.

Pickwick Landing – ein Kraftwerk als Energiespender

Illustration Chattanooga, Tennessee
Illustration Chattanooga, Tennessee

Heute spielt der Tennessee River für rund acht Millionen amerikanische Bürger eine wichtige Rolle, denn gemeinsam mit dem Cumberland River werden einige bedeutende Städte versorgt. Zu ihnen zählen Nashville, Knoxville und Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sowie Bridgeport, Florence und Huntsville in Alabama. Der „singende Fluss“ war nunmehr als Wasser- und Energiespender gefragt.

In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden zahlreiche Schleusen gebaut und durch Dämme Stauseen geschaffen. Zu den wichtigsten Bauwerken am Tennessee River gehörte im Jahr 1938 Pickwick Landing. Der Damm verfügt über sechs Erzeugungseinheiten und produziert eine Nettoleistung von 247 Megawatt. Der aufgestaute See ist ein beliebtes Ziel für Wassersportler und Angler.

Flora und Fauna

Angeln auf Forellen und Schwarzbarsche als Nationalsport

Für die Indianer Nordamerikas war es selbstverständlich, sich an den Flüssen ihrer Heimat an allem zu bedienen, was die Gewässer für sie als Lebensgrundlage boten. Unter anderem bevorzugten sie den Verzehr von Süßwassermuscheln. Die fanden sie in reichlichem Maße im Tennessee River, der zu den fischreichsten Gewässern der USA zählt. Es war aber auch ein Aspekt ihrer gelebten Kultur, die Schalen der Muscheln zu zerquetschen, sie mit Ton zu vermischen und damit verschiedene Produkte aus Keramik zu verstärken.

Noch immer ist dieser Fluss der Lebensraum zahlreicher Fischarten. Bei den populären Bassmaster-Turnieren der Angler werden insbesondere Forellen und Schwarzbarsche an Land gezogen. Hoch im Kurs stehen neben diesem Nationalsport aber auch Bootstouren zwischen den neun Haupt- und vier Hilfsschleusen auf dem Tennessee River.

Hirsche mit ihrem Nachwuchs und sonnenbadende Schildkröten

Eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Menschen am Ufer des Flusses ist die Beobachtung diverser bedrohter Vogelarten. Im Naturschutzgebiet, dem Tennessee Wildlife Refuge, stehen die dort überwinternden Wasservögel unter intensiver Beobachtung der dort verantwortlichen Organisationen.

Hirsche mit Nachwuchs
Hirsche mit Nachwuchs

Im frühen Sommer werden an den Ufern des Tennessee Rivers häufiger Hirsche mit ihrem Nachwuchs gesichtet. Aber auch Schildkröten, die sich an den Böschungen sonnen und Biber bei ihrer intensiven Beschäftigung und dem Bau von Dämmen an den Nebenadern des Flusses. Durch die Aufstauung des Kentucky Lake entstanden zahlreiche Feuchtgebiete, die nunmehr etlichen in ihrem Erhalt gefährdeten Kreaturen als Refugium dienen.

Häufige Fragen und Antworten

Wie tief ist der Tennessee River?

In den überwiegenden Passagen beträgt die Tiefe des Flusses lediglich zwei bis vier Meter. Vor dem Pickwick-Damm erreicht der Fluss eine mittlere Stauhöhe von 36 Metern.

Wie lang ist der Tennessee River?

Der Tennessee River ist 1.049 Kilometer lang.

Wo ist die Quelle des Tennessee River?

Er entsteht durch den Zusammenfluss des Holston Rivers und des French Broad Rivers in der Nähe von Knoxville.

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