Bronx

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In nördlichsten Teil New Yorks liegt die Bronx. Im Gegensatz zu Brooklyn und Queens erfolgte die Eingemeindung nach New York nicht 1898, sondern bereits 1874. In unserem Beitrag erhaltet ihr einen Einblick in die Geschichte der Bronx, spannende Sehenswürdigkeiten und alles Wissenswerte über diesen unterschätzten Stadtteil von New York.

Die Bronx erstreckt sich auf der gesamten Fläche von Bronx County. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Bronx County das am drittstärksten besiedelte Gebiet im Bundesstaat New York. Die Bronx gehört zu den strukturschwachen Countys der USA, entsprechend hoch ist auch die Arbeitslosenquote. Daher erwarten die meisten Besucher New Yorks nichts, wenn sie an diesen Stadtbezirk denken.

Dabei hat die Bronx einiges zu bieten, was man hier nicht erwartet: zahlreiche Parkanlagen, elegante Häuser, Theater und einen Zoo. Bekannt ist die Bronx jedoch in erster Linie für ihr Baseballteam, die weltberühmten New York Yankees, die hier auch ihr gleichnamiges Stadion haben.

Wissenswertes über die Bronx

Mitten in der Bronx befinden sich mehrere Gewässer, was man so gar nicht vermutet. Im Westen verläuft der Hudson River und trennt diesen Stadtbezirk von Bergen County, New Jersey. Der Harlem River bildet die Wassergrenze zu Manhattan.

Im Südosten grenzt die Bronx an den Stadtteil Queens und an Nassau County auf Long Island. Zwischen diesen Stadtbezirken fließt der East River. 1,40 Millionen Menschen leben in der Bronx, die nach Staten Island der zweitkleinste Stadtbezirk der fünf New Yorker Boroughs ist.

Wie in Brooklyn ist die Bevölkerung auch hier multikulturell geprägt. 41 Prozent der Einwohner sind nicht in den USA geboren beziehungsweise Nachkommen der Einwanderer. Viele dieser Einwanderer kommen aus Mexiko, der Dominikanischen Republik, Subsahara, Jamaika und dem Kosovo.

Die Bevölkerung der einzelnen Stadtviertel setzt sich jedoch weniger multikulturell zusammen, sondern wird von einzelnen Ethnien dominiert. Noch stärker spiegelt sich diese Zusammensetzung in den einzelnen Blocks wider.

Die einzelnen Herkunftsgruppen bleiben daher meistens unter sich, was einer sozialen und ethnischen Segregation gleichkommt. Die unterschiedlichen Einwanderungswellen nach New York City lassen sich durch diese Besiedlung sehr gut erkennen.

Ende des 19. Jahrhunderts wanderten vor allem Iren und Italiener ein, während die Juden aus Osteuropa Anfang des 20. Jahrhunderts kamen. Die Great Migration folgte in den 1920er-Jahren, in denen sich hier vor allem Afroamerikaner ansiedelten.

In den darauf folgenden Jahrzehnten wanderten wiederholt Menschen aus Lateinamerika zu. Den stärksten Anteil an der Bevölkerung stellen die Hispanics mit 52 Prozent, während Einwanderer aus Afrika und der Karibik mit 31 Prozent vertreten sind. Ungefähr die Hälfte der weißen Bevölkerung sind Juden. Den größten Anteil innerhalb dieser Bevölkerungsschicht stellen die Katholiken.

Berühmteste Sehenswürdigkeiten der Bronx

Stadion der New York Yankees

Die berühmteste Baseball-Mannschaft der USA hat in der Bronx mit dem gleichnamigen Stadion ihr Zuhause. Dieses Stadion ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich, denn es sieht aus wie eine weiße Hochzeitstorte. Es ist auch gleichzeitig ein Denkmal, denn hier feiern sich die New York Yankees selbst. Hier finden die Spiele der Major League statt.

Luftaufnahme des Stadion der New York Yankees in der Bronx
Luftaufnahme des Stadion der New York Yankees in der Bronx

Ganzjährige Besichtigungstouren und ein Museum bieten Einblick in die Welt des Baseballs. Dieses Stadion ist auch unter dem Namen „das Haus, das Babe Ruth erbaute“ bekannt. Babe Ruth war der wohl berühmteste Baseballspieler der Vereinigten Staaten. Auf dem großen Heritage Field können die Besucher ihr Baseballtalent selbst unter Beweis stellen.

Babe Ruth war einer der berühmtesten Baseball Spieler der USA
Babe Ruth war einer der berühmtesten Baseball Spieler der USA (hier im Trikot der Boston Red Sox)

Auch die Schüler lokaler High Schools treffen sich hier, um Baseball zu spielen. In die Wände sind Pflaster- und Außenfeldsteine eingelassen, in die Daten historischer Momente der Yankee-Mannschaft eingraviert sind.

Bronx Culture Trolley

Der Bronx Culture Trolley fährt die Besucher kostenlos mit einer Rundfahrt durch den kulturellen Bezirk der Bronx. Dieser Trolley hält an den Unterhaltungseinrichtungen, Museen und Restaurants. Dauerhaft frei ist der Eintritt im The Bronx Museum of the Arts, das sich auf lokale und zeitgenössische Kunst der Brox spezialisiert hat.

Bronx Zoo

Dieser Zoo ist im wahrsten Sinne des Wortes außergewöhnlich, denn hier werden für alle Bewohner die klimatischen Bedingungen ihrer Heimat simuliert, so zum Beispiel der Regenwald des Kongos oder die Hochebenen des Himalayas.

Ein Löwe im Bronx Zoo
Ein Löwe im Bronx Zoo

Die Aufteilung der Gehege erfolgte nach geografischen Schwerpunkten. Insgesamt leben hier 4.000 Tiere, wovon einige Arten in freier Wildbahn bereits ausgestorben sind. Der vollständige Name des Zoos lautet International Wildlife Conservation Park.

Riverdale

Kaum einer erwartet, eines der ländlichsten und exklusivsten Wohnviertel in der Bronx vorzufinden. In Riverdale leben 48.000 Einwohner. Einst wohnte hier der amerikanische Schriftsteller Mark Twain.

Heinrich Heine-Denkmal

Dieses Denkmal mit dem Lorelei Fontain ist dem bekannten deutschen Schriftsteller gewidmet. Ursprünglich sollte das Heinrich Heine-Denkmal in Düsseldorf stehen. Zu Heines 100. Geburtstag 1897 sollte das Denkmal in seiner Heimatstadt errichtet werden.

Da der Schriftsteller jedoch aufgrund seines jüdischen Glaubens und seiner politischen Ausrichtung im national-konservativen Deutschland angefeindet wurde, gelangte das Denkmal schließlich auf Umwegen nach New York und dort in die Bronx. Das Denkmal besteht aus einer weißen Marmor-Statue und einem Springbrunnen.

Bronx General Post Office

Das Postamt selbst ist zwar nicht unbedingt so interessant, als dass man dort unbedingt vorbeischauen müsste. Erwähnenswert sind jedoch die dreißig Gemälde des sozial-realistischen Künstlers Ben Shahn im Eingangsbereich. Sie porträtieren die amerikanische Arbeiterklasse in den 1930er-Jahren.

Casa Amadeo

Das Casa Amadeo ist ein beliebtes Ausflugsziel für Musikfans. Dieser lateinamerikanische Musikladen in Woodstock bietet eine große Sammlung an CDs und Vinyl-Schallplatten. Der Besitzer Mika Amadeo gibt gerne Informationen über die lateinamerikanische Musik.

City Island

Dieses kleine ehemalige Fischerdorf ist gerade mal 2,4 Kilometer lang und 800 breit. Wie der Name bereits andeutet, ist City Island eine Insel, eine Verbindung zur Bronx besteht über einen Damm.

Poe Cottage

Das letzte Wohnhaus des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe ist heute ein Museum. Das Poe Cottage befindet sich in dem Vorort Fordham und ist umgeben von einem kleinen Park.

Grand Concourse

Dieser Teil der Bronx ist recht ungewöhnlich für diesen Stadtbezirk, denn hier befinden sich viele Gebäude im Art-Déco-Stil. Nicht nur die Gebäude sind jedoch interessant, sondern auch das Straßenbild selbst, das dem Champs Elysee in Paris ähnelt.

Gleichzeitig ist der Grand Consourse auch die Nord-Süd-Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteilen, die in 1920er- und 1930er-Jahren untertunnelt wurden. Mit der U-Bahn kam auch der Bauboom und so entstanden die charakteristischen eleganten Wohnhäuser, Theater und öffentliche Gebäude.

Geschäfte

Das Shopping-Angebot in der Bronx ist richtig und gut und wird wie der ganze Stadtteil unterschätzt. Während Camp Apache noch vor vierzig Jahren ein Viertel mit hoher Kriminalitätsrate war, hat es sich in der Zwischenzeit zum Positiven verändert.

Heute sind hier viele Geschäfte und Läden ansässig und sogar wohnen kann man hier wieder. Richtig kultig ist Little Italy, denn hier verbringen Besucher einen schönen Tag, ohne allzu viele Touristen zu treffen. Hier herrscht viel italienische Atmosphäre. Die Geschäfte, Restaurants und Cafés bieten richtig gute italienische Spezialitäten an. Selbst in Italien kann man nicht besser essen.

Rundfahrt durch die Bronx

Wer die Bronx richtig gut kennenlernen möchte, sollte sich für eine Bustour entscheiden, die gleichzeitig in die benachbarten Stadtteile Queens und Brooklyn führt. Die Tour dauert fünf Stunden. Mehr authentisches New York geht nicht.

Parkanlagen

Die meisten Besucher der Bronx erwarten hier keine Parkanlagen, genau diese sind jedoch recht zahlreich vertreten. Hierzu gehören Bronx Park, Wave Hill, Pelham Bay Park und Woodlawn Cemetary.

Bay Plaza Shopping Center

Das größte Shopping Center New Yorks steht nicht etwa in Manhattan, sondern in der Bronx. Im Bay Plaza Shopping Center sind 50 Geschäfte vertreten, darunter auch die weltbekannten Marken Macy’s und Victoria’s Secret.

Geschichte der Bronx

Die Bronx ist seit 1874 ein Stadtteil New York Citys. Obwohl dieser Stadtbezirk weniger Einwohner als Manhattan hat, ist die Fläche zwei Mal größer. Viele Besucher fragen sich, wo der doch recht außergewöhnliche Name herkommt. Er geht zurück auf einen der Gründerväter dieses Stadtteils, den Niederländer Jonas Bronck, der an dieser Stelle 1639 eine der ersten niederländischen Siedlungen gründete, die Teil der niederländischen Kolonien war.

Die heutige Schreibweise wurde das erste Mal nach der Eingemeindung nach New York verwendet, wobei der Artikel „The“ beibehalten wurde. Vollständig heißt dieser Stadtteil daher The Bronx.

In den ersten Jahren des frühen 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Einwohnerzahl der Bronx schnell nach oben. Es folgte eine starke Urbanisierung, die eine breite Mittelschicht anzog. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zogen jedoch viele der europäisch stämmigen Einwohner weg.

Ab den 1960er-Jahren erfolgte ein langer Abstieg. Der schlechte Ruf, der die Bronx bis heute verfolgt, geht auf die 1970er-Jahre zurück. Zu dieser Zeit war dieser Stadtteil recht verwahrlost. Kriminalität, Drogenmissbrauch, Mord und soziale Missstände waren an der Tagesordnung. Weltweit galt die Bronx als sozialer Brennpunkt.

In der Zeit von 1990 bis 2007 erfuhr die Bronx eine Zeitenwende. Durch neue Sicherheitskonzepte des New Yorker Bürgermeisters Rudolf Giuliani ging die Kriminalitäts- und Verbrechensrate in ganz New York deutlich zurück, so auch in der Bronx.

Allerdings ist diese positive Entwicklung an den meisten Menschen vorbeigegangen, was mit ein Grund dafür ist, dass die meisten Besucher diesen Stadtteil meiden, weil sie der Meinung sind, dass er einfach nichts zu bieten hat.

Essen & Trinken in der Bronx

Was viele nicht wissen, in der Brox kann man richtig gut essen. Hier gibt es richtig kultige Gegenden mit einer abwechslungsreichen Gastronomie und vielen hippen Läden gleich nebenan.

The Feeding Tree ist ein preiswertes und legeres Restaurant, das durch einfache aber schmackhafte Gerichte überzeugt. Wer die karibische Geschmacksrichtung bevorzugt, ist hier am richtigen Platz. Gute BBQ-Gerichte und Seafood gibt es in Sam’s Soul Food Restaurant.

Es heißt, die beste Pizza überhaupt wird bei Louie & Ernie’s Pizza serviert. Wer es gerne mexikanisch scharf mag, sollte unbedingt bei Mexicozina Taqueria vorbeischauen.

Soll es kleiner Happen zwischendurch auf der Shopping-Tour sein? Die Türen von De Lilo Pastry Shop stehen immer offen. Leckeres Gebäck und guter Tee erwarten die Besucher in diesem kleinen Snackshop.

Insgesamt gesehen ist das gastronomische Angebot in der Bronx sehr international ausgerichtet. Fast jede hier ansässige Nation ist auch mit dem einen oder anderen Restaurant oder Schnellimbiss vertreten. Viele dieser gastronomischen Einrichtungen sehen von außen recht unscheinbar aus. Ein Grund, warum viele Besucher die besten Angebote verpassen.

Ist die Bronx gefährlich?

Heutzutage ist die Bronx auch nicht mehr oder weniger gefährlich wie die anderen Stadtteile. Da sich die Kriminalitätsrate in den letzten 25 Jahren deutlich verringert hat, kann man sich in den meisten Vierteln sicher bewegen. Allgemein sollte jeder Besucher Wertsachen nicht offensichtlich mit sich herumführen.

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