Theodore Roosevelt

Das Leben von Theodore Roosevelt

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Einer der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist bis heute Theodore Roosevelt. Der republikanische Präsident, welcher von 1901 bis 1908 sein Amt belegte, ist am berühmten Denkmal Mount Rushmore verewigt.

International erlangte Roosevelt nicht nur aufgrund seiner Politik Anerkennung. Als erster Amerikaner erhielt er aufgrund seines Engagements in der Friedensverhandlung des Russisch-Japanischen Krieges den Friedensnobelpreis. Zudem gilt Roosevelt als jüngster Präsident der Vereinigten Staaten gemessen an seinem Lebensalter bei der Amtseinführung.

Wann lebte Theodore Roosevelt?

Theodore Roosevelt lebte von 1858 bis 1919.

Theodore Roosevelt
Theodore Roosevelt, by Pach Brothers [Public domain]

Steckbrief: Theodore Roosevelt

  • Name: Theodore Roosevelt Jr.
  • Geburt: 27. Oktober 1858 in New York City, NY, USA
  • Amtszeit als Präsident: 14. September 1909 – 04. März 1909
  • Ehefrauen: Edith Roosevelt und Alice Hathaway Lee
  • Kinder: Theodore Roosevelt Jr., Alice Lee Roosevelt Longworth, Kermit Roosevelt, Archibald Roosevelt und Ethel Roosevelt Derby
  • Tod: 06. Januar 1919 in Cove Neck, NY, USA

Seine Kindheit, Jugend und Ausbildung

Theodore Roosevelt Jr., später nur noch als Theodore Roosevelt bekannt, wurde am 27. Oktober 1858 in der Stadt New York City geboren. Sein Vater Theodore Roosevelt war mit seine Mutter Martha Bulloch, genannt Mittie, verheiratet. Die Familie Roosevelt galt als sehr vermögend und zudem gesellschaftlich etabliert.

Wo wurde Theodore Roosevelt geboren?

Er wurde in New York City im Bundesstaat New York geboren.

Theodore Roosevelt Senior, dessen Vorwahren aus den Niederlanden stammten, war erfolgreicher Geschäftsmann. Die Geschäfte seines Vaters waren international ausgelegt, wodurch der junge Roosevelt bereits in seiner Jugend auf Reisen nach Ägypten und Europa mitgenommen wurde. Aufgrund der Reisen lernte Roosevelt Deutschland kennen und sprach deshalb etwas Deutsch, Französisch und Italienisch.

Als Kind und Jugendlicher litt Roosevelt unter Asthma. Die Krankheit verhinderte, dass Roosevelt normal die Schule besuchte. Aus diesem Grund wurde er überwiegend zuhause unterrichtet, wodurch Privatlehrer für ihn engagiert wurden. Seine Schulbildung beinhaltete ein Studium an der berühmten Harvard University, welche er von 1876 bis 1880 besuchte. Während seines Studiums widmete er sich hauptsächlich historischen und politischen Themen. 1880 folgte die Hochzeit mit seiner ersten Frau Alice Hathaway Lee. Aus der Ehe ging die gemeinsame Tochter Alice hervor.

Nach Abschluss seines Studiums an der Harvard University wechselte er an die Columbia-Universität und begann ein Studium an der juristischen Fakultät. Obwohl dies bereits auf eine politische Karriere hinzudeuten vermag, wollte Roosevelt das Studium besuchen, ohne eine juristische Laufbahn belegen zu wollen. Während seines zweiten Studiums arbeitete er zudem an historisch-politischen Werken.

Besondere Faszination übte der junge Roosevelt für die Naturgeschichte aus. 1882 veröffentlichte er sogar das Buch „The Naval War of 1812“. Das Buch beschreibt den Seekrieg, welcher zwischen den USA und England geführt wurde. Bis in die moderne Zeit war das Buch gültig. In seinem Buch zeigte sich erstmals Roosevelts Interesse an der Bedeutung der Flotte sowie deren Aufrüstung.

Der Beginn seiner politischen Karriere

Die politische Karriere von Theodore Roosevelt begann im Jahr 1881 und somit ein Jahr vor der Veröffentlichung seines ersten Buches. Roosevelt war zu diesem Zeitpunkt bereits Vertreter der republikanischen Partei. In diesem Jahr wurde er als Vertreter seiner Partei in das Parlament des Bundesstaates New York gewählt. Für das Amt ließ er sich selbst aufstellen. Zu diesem Zeitpunkt galt er als jüngstes Parlamentsmitglied. Bekanntheit erlangte er im Parlament aufgrund seiner scharfen Haltung gegenüber der vorherrschenden Korruption. Sein massives Engagement für Reformen sorgte zugleich dafür, dass die anderen Abgeordneten auf Roosevelt aufmerksam wurden.

Theodore Roosevelt
Theodore Roosevelt, by John Singer Sargent [Public domain]
Obwohl seine politische Karriere erst kürzlich begann, beschloss er, sich 1884 wieder aus der Politik zurückzuziehen. Im selben Jahr verstarb seine Frau Alice. Er zog sich auf seine Ranch zurück, welche in North Dakota lag. Dort arbeitete er an seinem nächsten Buch „Die Eroberung des Westens“. 1889 erschien schließlich der erste Band seines Hauptwerkes. Die sechsbändige Reihe beschreibt die Geschichte und somit Entwicklung der territorialen Expansion der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Buch erlang dabei Popularität aufgrund ihrer starken Ausdruckskraft.

Dennoch konnte sich Roosevelt nicht der Politik entziehen. 1886 folgte seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt von New York City. Hierbei wurde er von den Republikanern nominiert. 27 Prozent der Stimmen galten Roosevelt, sodass er die Wahl verlor. Die Wahl wurde hierbei von Fälschungsvorwürfen überschattet. Ebenfalls beschloss Roosevelt in diesem Jahr, erneut zu heiraten. Seine Auserwählte war Edith Kermit Carow. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Theodore, Kermit, Ethel, Archibald und Quentin.

Zwischen 1889 und 1895 übte Roosevelt das Amt des Leiters der US-Beamtenkontrollkommission aus. Seine akribische Arbeit und die effiziente Auslegung der geltenden Gesetze sorgten dafür, dass er auch in dieser Position auffiel. Dennoch brachte sein Engagement ebenso den Fall hervor, dass er sich im selben Zug von den Mitgliedern der republikanischen Parte entfremdete.

Seine Berufskarriere schlug 1895 erneut eine andere Richtung ein. Roosevelt wurde zwei Jahre lang der Leiter der Polizeibehörde von New York City. Als Leiter der Polizeibehörde modernisierte er die Behörde radikal und bekämpfte wiederum die vorliegende Korruption. Unter anderem sorgte er für ein striktes Alkoholverbot an Sonntagen, was ihm wiederum viele Feinde bescherte.

Sein Weg in die Politik

Mit 1897 änderte sich erneut sein Berufsweg. Präsident William McKinley berief Roosevelt als Staatssekretär. Er wurde Stellvertretender Marineminister im Marineministerium und somit Mitglied des Kabinetts des Präsidenten. Zu dieser Zeit herrschte ein Unabhängigkeitsbestreben von Kuba gegen Spanien. Da sich Spanien diesem Vorhaben allerdings widersetzte, forderten Roosevelt und andere Politiker einen Krieg gegen das europäische Land. Am 25. April 1898 wurde die Forderung schließlich Realität und der Spanisch-Amerikanische Krieg begann.

Mit Ausbruch des Krieges beschloss Roosevelt, sein Amt als Staatssekretär und somit stellvertretender Marineminister niederzulegen. Als Folge organisierte er ein Kavalierregiment, welches sich aus Freiwilligen zusammensetzte. Dieses kommandierte er als Oberst. Seine freiwilligen Truppen bestanden vorwiegend aus verwegenen Cowboys sowie Sportreitern aus der Oberschicht der Ostküste. Roosevelt selbst kämpfte auf Kuba und tötete dort einen Spanier. Diese Tat sorgte letztendlich dafür, dass er den Ruf eines Kriegshelden erhielt. Zugleich galt er fortan als Symbolfigur des Militärerfolgs der Vereinigten Staaten in den gesamten USA.

1898 kehrte er nach New York zurück, um für das Amt des Gouverneurs des Bundesstaats New York zu kandidieren. Mit einer knappen Mehrheit gewann er die Wahl. Mit 1. Januar 1899 trat er sein neues Amt an. Als Gouverneur war Roosevelt in der Lage, grundlegende politische Reformen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in Betrieben voranzutreiben. Zugleich verbesserte er erfolgreich das Versorgungs- und Verkehrssystem. Sein Vorgehen sorgte allerdings dafür, dass er noch stärkere Gegner in seiner eigenen Partei verzeichnen musste.

Seine Vizepräsidentschaft

1900 war Roosevelt weiterhin in der Position des Gouverneurs von New York. Dank seines Engagements und Vorgehens wuchs seine Popularität in der Bevölkerung weiterhin an. Schließlich galt er als idealer Kandidat bei der anstehenden Präsidentschaftswahl. Allerdings sollte er nicht als Präsident, sondern als Vizepräsident aufgestellt werden. Zugleich hatte der konservative Parteiflügel wesentliche Vorbehalte gegen Roosevelt. Dieser zog außerdem vor, weiterhin Gouverneur zu bleiben. Diese Position gab ihn größere Gestaltungsmöglichkeiten als jene des Vizepräsidenten.

Wahlplakat Theodore Roosevelt
Wahlplakat Theodore Roosevelt, by [Public Domain]
Trotz seiner Vorbehalte akzeptierte Roosevelt mit Sommer 1900 die Nominierung. Zu diesem Zeitpunkt war er der Running Mate des amtierenden Präsidenten William McKinley. McKinley wurde bei der Wahl im November 1900 wiedergewählt und trat nun seine zweite Amtszeit an. Folglich wurde Roosevelt am 4. März 1901 offiziell zum Vizepräsidenten vereidigt. Somit konnte er nicht mehr als Gouverneur für New York kandidieren und seine Amtsperiode endete turnusgemäß mit 1901.

Bis zum 14. September 1901 übte Roosevelt sein Amt als Vizepräsident aus. Als Präsident McKinley jedoch am 6. September 1901 auf der Pan-American Exposition von einem Attentäter zweimal angeschossen wurde und acht Tage später an den seinen Verletzungen starb, wurde Roosevelt als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Zu diesem Zeitpunkt war er 42 Jahre alt und galt als jüngster Präsident in der Geschichte der USA. Bis heute gibt es keinen jüngeren Präsidenten gemessen am Alter bei der Amtseinführung. Die Berufung Roosevelts zum Präsidenten der USA geschah dabei automatisch.

Die Präsidentschaft

Roosevelts erste Amtshandlung als 26. Präsident der USA galt der Restaurierung des Weißen Hauses. Die Renovierung sah vor, die ursprünglichen Schichten des Hauses wiederherzustellen. Zugleich wurde der Seitenflügel West Wing hinzugefügt. Die zusätzlich gewonnene Fläche sorgte dafür, dass der Präsidentenstab wachsen konnte. Die Renovierungsarbeiten dauerten bis 1904 an.

Im Zeitraum von 1901 und 1904 widmete sich Roosevelt nicht nur der Renovierung des Weißen Hauses. Vielmehr trat er als Vermittler zwischen den vorhandenen wirtschaftlichen Gruppen auf. Sein konsequenter Kampf galt den Großkonzernen. Ebenfalls baute er die Bedeutung einer starken Zentralregierung, welche als Hüterin des Allgemeininteresses dargestellt wurde, aus. Als 1902 ein Streik der Kohlenarbeiter ausbrach, zwang Roosevelt die Arbeiter zur Schlichtungslösung. Sein Handeln war das erste Mal, dass ein US-Präsident sich während eines Tarifkonflikts sich auf die Seite der Arbeitnehmer stellte.

1903 gingen die USA den Schritt, mit der Besetzung der kolumbianischen Provinz Panama eine Republik zu proklamieren. Die neue Republik sollte unter der Herrschaft der Vereinigten Staaten stehen. Roosevelt wollte mit diesem Vorgehen seine Außenpolitik sowie seinen Anspruch auf einen Einfluss in Mittelamerika demonstrieren. In diesem Zuge sorgte er, dass der Bau des Panamakanals weitergeplant wurde. Um die Planung voranzutreiben, sicherte er sich die Zustimmung des US-Kongresses.

Im Jahr 1904 stand erneut die Präsidentschaftswahl an. Die Republikaner, ihm in der Vergangenheit nicht immer wohl gesonnen, waren einstimmig für seine Kandidatur. Obwohl eine parteiinterne Gegenkandidatur durch Mark Hanna, einem konservativen Senator, erwartet wurde, erfolgte diese durch dessen Tod im Februar desselben Jahres nicht mehr. Die Führungsrolle der republikanischen Partei durch Roosevelt war dennoch umstritten. Als Gegenkandidat der demokratischen Partei trat Alton B. Parker an, welcher auch ein konservativer Politiker war.

Wahlplakat Theodore Roosevelt 1904
Wahlplakat Theodore Roosevelt von 1904, by Kurz & Allison.. [Public domain]
Die Präsidentschaftswahl wurde am 8. November 1904 abgehalten. Roosevelt erlang 56,7 Prozent der Stimmen und gewann somit gegen seinen Herausforderer. Die Anzahl an Stimmen im Wahlmännergremium war 336 für ihn und 140 für Parker. Am 4. März 1905 folgte seine erneute Vereidigung zum Präsidenten der USA. Sein Vizepräsident wurde Charles W. Fairbanks. Roosevelt war zunächst gegen die Wahl von Fairbanks, akzeptierte diese aber schließlich. Durch dieses Vorgehen wollte er den konservativen Parteiflügel befriedigen.

Da Roosevelt bereits dreieinhalb Jahre im Amt war, diese Zeit aber nicht als seine reine Präsidentschaftszeit galt, konnte er sich noch einmal als Kandidat aufstellen lassen. Dennoch kündigte er am Wahlabend 1904 an, seine erste Zeit als Präsident als komplette Amtszeit werten zu lassen. Folglich wollte er nicht 1908 erneut zur Wiederwahl antreten. Obwohl er wenig später seine Aussage bereute, hielt er sich an sie.

Die Politik von Roosevelt

Die zweite Amtszeit von Roosevelt sorgte dafür, dass er sich verstärkt auf eine Innen- und Wirtschaftspolitik konzentrieren konnte. Hierbei war der Mittelpunkt seine starke Zentralgewalt. Gleichzeitig sorgte Roosevelt für eine Verbesserung der Natur. Er begrenzte den privatwirtschaftlichen Raubbau und verdoppelte zugleich die Anzahl an vorhandenen Nationalparks. Ebenfalls schaffte er 51 Naturreservate.

Die Reformen von Roosevelt während seiner zweiten Amtszeit sahen vor, die Arbeitnehmer zu stärken und sich für Monopolkontrolle gegenüber den sogenannten Trusts, den Wirtschaftsunternehmen der USA, einzusetzen. Auch die Verwaltungsstrukturen und die Wirtschaft wurden durch ihn reformiert. Unternehmer, welche auf die Kosten ihrer Arbeitnehmer an Reichtum gewannen, wurden seine erkorenen Feinde. Da auch der Großteil der Mitglieder seiner eigenen Partei zu dieser Personengruppe gehörte, ging er auf Konfrontationskurs mit ihnen.

Theodore Roosevelt
Theodore Roosevelt, by Pach Brothers (photography studio) [Public domain]
Dass er sich gegen das konservative Amerika erhob, zeigte er mehrfach durch sein Handeln. Er war der erste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, welcher einen Afroamerikaner einlud, an einem offiziellen Treffen teilzunehmen, welches im Weißen Hauses stattfand. Booker T. Washington wurde von Roosevelt im Oktober 1901 empfangen. Es folgten weitere Einladungen von afroamerikanischen Bürgern während seiner Präsidentschaft.

Ebenfalls setzte sich Roosevelt verstärkt für die Arbeitnehmern ein. Er war der erste Präsident, welcher sich aktiv in einen Streik einmischte. Beim Anthrazit-Streik von 1902 planten, rund 150.000 Bergarbeiter in Pennsylvania ihre Arbeit niederzulegen. Roosevelt sorgte daraufhin für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Zugleich regelte er einen Achtstundentag und ermöglichte bessere Arbeitsschutzbedingungen. Auch die Schlichtung zwischen den Arbeitgebern und den Bergleuten wurde mit seiner Hilfe durchgeführt.

Besonderen Wert legte Roosevelt während seiner Präsidentschaft auf die Umweltpolitik. Zahlreiche Nationalparks in den USA wurden durch ihn gegründet, wodurch er als früher Verfechter des Naturschutzes galt. Aufgrund seines Engagements wurde er einer der vier Porträtköpfe des bekannten Granitmonuments Mound Rushmore in South Dakota. 1978 folgte die Errichtung des Theodore-Roosevelt-Nationalparks in North Dakota.

Roosevelts Außenpolitik

Die Außenpolitik von Roosevelt findet sich häufig unter dem Schlagwort „Big Stick“ wieder. Die Bezeichnung geht auf eine seiner Reden von 1901 zurück und wurde markant für den Präsidenten. Er plante eine expansionistischere Außenpolitik, welche er in seiner jährlichen Rede am 6. Dezember 1904 vor dem Kongress hielt. Dort brachte die Roosevelt-Corollary vor. Der Zusatz zur Monroe-Doktrin sollte sein Grundstein werden, sich innerhalb der westlichen Hemisphäre politisch auszubreiten. Die Ausdehnung betraf jene Gebiete, in denen die USA Roosevelts Meinung sich als Polizeigewalt zeigen und als diese auftreten sollten. Seine Vorhaben war Roosevelts Reaktion auf jene europäischen Mächte, welche militärischen Druck auf die Staaten in Lateinamerika ausübten, die ihnen Geld schuldeten.

Roosevelt schaffte es letztendlich, die wirtschaftlichen und militärischen Möglichkeiten der USA im pazifischen und atlantischen Raum durch mehrere Verkäufe und Zusprüche an Europa zu stärken. Während des Baus des Panamakanals besuchte der Präsident die Baustelle 1906. Somit war Roosevelt der erste amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, welcher sein Land verließ.

Theodore Roosevelt auf dem Weg nach Panama
Theodore Roosevelt auf dem Weg nach Panama, by William H. Rau (photographer) [Public domain]
1905 nahm Roosevelt zudem die Position eines Unterhändlers bei den Friedensverhandlungen zwischen Japan und Russland ein. Durch die Verhandlungen in Portsmouth, welche das Ende des Russisch-Japanischen Krieges bringen sollte, sorgte Roosevelt nicht nur dafür, dass die USA wachsenden Einfluss in der Weltpolitik erhielten. Ebenso sorgte er mit seinem diplomatischen Geschick, dass der Vertrag von Portsmouth unterzeichnet wurde. Aufgrund seiner Bemühungen zu Beendigung des Krieges erhielt Roosevelt schließlich 1906 als erster Amerikaner jemals den Friedensnobelpreis.

Im selben Jahr griff Roosevelt im Namen der USA in die erste Marokkokrise ein. Sein Handeln führte dazu, dass die amerikanische Isolationspolitik gegenüber Europa endete. Auch während der Marokkokrise zeige er deutlich, welche zukünftige Rolle für die USA im Weltgeschehen sah. Abgesehen von seiner Außenpolitik sorgte er dafür, dass Oklahoma zum 46. Bundesstaat ernannt wurde. Die formale Aufnahme erfolgte am 16. November 1907.

Sein Nachleben

Obwohl kurz nach seiner Wahl widerrufen, verzichtete Roosevelt auf eine dritte Amtsperiode. Folglich wurde er bei der Präsidentschaftswahl von 1908 nicht als Kandidat aufgestellt. Neuer Kandidat wurde William Howard Taft, welcher durch Roosevelt selbst als Kriegsminister im Kabinett tätig war. Taft wurde schließlich am 4. März 1909 ins Amt des Präsidenten erhoben. Dass Roosevelt nicht erneut kandidierte, lag möglicherweise ebenso an dem internen Streit innerhalb der Republikanischen Partei. Zwischen den progressiven Befürwortern der Roosevelt-Politik und den konservativen Stimmen der Partei konnte der Streit erst nach Roosevelts Abtreten als Präsident beigelegt werden.

Theodore Roosevelt auf der Jagd
Theodore Roosevelt auf der Jagd, by Van Altena, Edward [Public domain]
Nach seiner Präsidentschaft zog sich Roosevelt einige Zeit in sein Privatleben zurück. 1909 unternahm er gemeinsam mit seinem Sohn Kermit unter der Führung von Frederick Courteney Selous eine ausgedehnte Großwildjagd nach Afrika. Über die Reise schrieb er erneut ein Buch.

Kermit begleitete ihn ebenfalls auf seine Reisen nach Europa. Im April 1910 traf er in Wien sogar auf Kaiser Franz Joseph. Im Mai desselben Jahres waren Roosevelt und sein Sohn in Döberitz bei Berlin zu Besuch, wo sie Kaiser Wilhelm II. trafen. Am 12. Mai 1910 verlieh die philosophische Fakultät der Berliner Universität Roosevelt die Ehrendoktorwürde.

Wie alt wurde Theodore Roosevelt?

Theodore Roosevelt wurde 60 Jahre alt.

Roosevelt war mit Tafts Politik jedoch nicht zufrieden. Somit strebte er 1912 erneut eine Kandidatur als republikanischer Spitzenkandidat an. Dennoch wurde Taft auf der Republican National Convention erneut als Kandidat bestätigt. Roosevelt wollte dies aber nicht hinnehmen und bewarb sich als für die Progressive Partei bzw. Bull Moose Party als Kandidat. Seine Kandidatur sorgte für Unzufriedenheit in manchen Teilen der Bevölkerung.

Als Folge wurde am 14. Oktober 1912 ein Attentat auf Roosevelt ausgeübt. Der Schuss wurde aus nächster Nähe abgegeben. Roosevelt aber erlitt lediglich eine Fleischwunde. Er entschied, seine über 60 Minuten andauernde Rede dennoch zu halten und erst anschließend ins Krankenhaus zu fahren. Dennoch verlor Roosevelt gegen den Demokraten Woodrow Wilson. Er sah seinen Verlust aber nicht als besonders schlimm an, da er mit Hiram Johnson, seinem Vizepräsidentschaftskandidaten, mit 27 Prozent mehr Stimmen als der amtierende Präsident Taft erhielt.

1918 war Roosevelt erneut als möglicher Kandidat für die Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 1920 im Gespräch. Dennoch litt er unter gesundheitlichen Problemen. Eine Operation, welche er als Spätfolge seiner Verletzungen im Zuge der Expedition im Amazonasbecken durchführen musste, überlebte er nur knapp. Der Tod seines Sohnes Quentin 1918 setzte im zudem psychisch schwer zu. Sein Zustand verbesserte sich nicht mehr, wodurch Theodore Roosevelt im Alter von 60 Jahren am 6. Januar 1919 auf seinem Anwesen in Long Island im Schlaf verstarb. Sein Name lebt dennoch bis heute in der Gestalt des nach ihm benannten Teddybären weiter.

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