Columbus Day

Columbus Day – der Feiertag zur Entdeckung Amerikas

Portrait Christoph Columbus im Jahr 1520, by Ridolfo del Ghirlandaio [Public domain]
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Die historische Entdeckung Amerikas geht auf einen weltweit bekannten Seefahrer zurück: Christoph Kolumbus. Dem italienischen Entdecker wird nachgesagt, die erste Person gewesen zu sein, welche den neuen Kontinent erforscht haben soll. In den USA wird seit 1971 diesem Ereignis mit dem Columbus Day gedacht. Der Feiertag findet hierbei stets am zweiten Montag im Oktober statt.

Die „Entdeckung“ Amerikas durch Christoph Kolumbus

Portrait Christoph Columbus im Jahr 1520
Portrait Christoph Columbus im Jahr 1520, by Ridolfo del Ghirlandaio [Public domain]
Der Columbus Day wird in Amerika zum Gedenken an die Entdeckung des „neuen“ Kontinents durch den italienischen Entdecker und Seefahrer Christoph Kolumbus gefeiert. Tatsächlich handelt es sich beim Datum um den Tag, an welchem Kolumbus mit seiner Flotte 1492 in der Neuen Welt gelandet sein soll. Kolumbus‘ Ziel war eigentlich nicht die Entdeckung Amerikas, sondern ein neuer Seeweg von Europa nach Indien. Am 12. Oktober 1492 erreichte er letztendlich den für ihn als Indien geltenden Kontinent, wobei er auf den vorgelagerten Inseln der Karibik Fuß setzte.

Dass Amerika als Kontinent für die Europa erstmals sichtbar wurde, hängt hierbei weniger mit dem Entdeckerdrang Kolumbus‘, sondern vielmehr mit dem wirtschaftlichen Interesse der Reisenden zusammen. Kolumbus hat während seiner gesamten Reise ausgiebig Aufzeichnungen, Logbücher sowie Briefe geführt, welche diese Interpretation der Fahrt zulassen. Die Dokumente berichten darüber, dass Kolumbus vorrangig auf der Suche nach Edelmetallen in Indien war. Folglich wollte er die vermuteten Vorkommen erschließen.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1506 war Kolumbus überzeugt, keinen neuen Kontinent, sondern vielmehr einen neuen Seeweg nach Hinterindien entdeckt zu haben. Die Theorien, dass Kolumbus behauptete, Indien selbst entdeckt zu haben, stimmen somit nicht. Heutzutage erheben viele Historiker starken Zweifel an Kolumbus Rolle als Entdecker Amerikas. Erste Belege zur Entdeckung des neuen Kontinents reichen rund 500 Jahre vor der Seereise von Kolumbus zurück. Die tatsächliche Entdeckung Amerikas lässt sich auf die isländischen Wikinger unter Leif Eriksson zurückführen. Dem tapferen Wikinger wird dadurch am 9. Oktober mit dem Leif Eriksson Day gedacht.

 

Statue Christoph Columbus
Statue zur Erinnerung an Christoph Columbus.

Christoph Kolumbus ist dennoch die dauerhafte Kolonialisierung des amerikanischen Kontinents zu verdanken. Mit seiner Entdeckung, welche er im Gegensatz zu Eriksson schriftlich dokumentierte, ermöglichte er den Anfang der Kolonialisierung von Amerika. Während seiner Reise landete er dabei nicht nur auf dem Kontinent an sich, sondern ebenso auf vielen karibischen Inseln. Somit stammen erste Berichte der Karibik von Kolumbus selbst.

Die Geschichte des Columbus Days

Bezüglich der Feierlichkeiten zum Columbus Day nehmen die USA eine Sonderrolle ein. Der historische Gedenktag wird stets am zweiten Montag im Oktober gefeiert. Somit fällt der Feiertag nicht immer auf den 12. Oktober, sodass das Datum immer flexibel gehalten wird. Gleichzeitig bekommen Schüler und Arbeiter durch den Columbus Day einen freien Tag und ein verlängertes Wochenende, welches sie für eigene Feierlichkeiten benutzen können.

Obwohl der Columbus Day in den USA inzwischen als sehr flexibler Feiertag gehandhabt wird, war dies nicht von Anfang so. Erst seit 1971 findet er immer am zweiten Montag im Oktober statt. Tatsächlich handelt es sich beim Gedenktag um einen sehr alten Feiertag mit langer Tradition. Die traditionellen Feiern werden bis heute abgehalten, wodurch jährlich zahlreiche Personen an ihnen gerne teilnehmen.

Offiziell wird der Columbus Day in den USA seit 1792 gefeiert. In diesem Jahr richteten verschiedene Ostküstenstaaten wie New York, Providence, Richmond, Boston und Baltimore erstmals kleine Veranstaltungen aus, welche der Entdeckung des amerikanischen Kontinents durch Kolumbus gedachten. Die Feiern waren zu diesem Zeitpunkt noch privat organisiert.

Erst 1892 wurde zum 400. Jahrestags der Entdeckung Amerikas der Columbus Day als nationaler Feiertag eingeführt. Verantwortlich für den neuen Feiertag in den USA war der damalige Präsident Benjamin Harrison. Vorwiegend beabsichtigte Harrison mit dem Gedenktag, dass dieser von den amerikanischen Schulen begangen wird. Mit diesem Vorgehen feierte er die freie Bildung in den USA als einen der Grundpfeiler des Landes. Zugleich konnte er mit dem Columbus Day die zunehmend ethnisch wie sozial verschiedenen Schulkinder unter der amerikanischen Flagge versammeln. Um den besonderen Anlass in den Schulen zu feiern, wurde zugleich der Treueschwur „Pledge of Allegiance“ eingeführt. Das gemeinsame Morgenritual wird bis heute in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen in den USA ausgeübt.

Durch die Bemühungen von Präsident Franklin D. Roosevelt erhielt der Columbus Day einen festgelegten Tag, an welchen der nationalweite Feiertag abgehalten werden konnte. Ab 1934 wurde mit dem 12. Oktober der Gedenktag gefeiert. Der Tag musste allerdings jährlich vom amtierenden Präsidenten ausgerufen werden. Bis 1968 wurde der 12. Oktober als Columbus Day beibehalten. Erst mit diesem Jahr erhielt der Tag ein flexibles Datum. Mit 1971 wurde die Idee erstmals umgesetzt. Seit diesem Jahr findet der Columbus Day stets im Oktober am zweiten Montag des Monats statt.

Traditionen am Columbus Day

Bisher bleibt die Anerkennung als staatlicher Feiertag in allen Bundesstaaten für den Columbus Day aus. Dennoch feiern die Amerikaner den Tag mit Paraden und Festivitäten. Insgesamt 35 Bundesstaaten der USA erkennen den Columbus Day zugleich als gesetzlichen Feiertag und folglich als arbeitsfreien Tag an. Dadurch bleiben die Schulen und viele Geschäfte geschlossen.

In vielen Teilen des Landes wird zugleich der Columbus Day gefeiert, indem an ihm der „Entdeckung“ des Landes gedacht wird. Viele Städte halten hierzu eigene Gottesdienste, Festumzüge sowie andere Großevents ab. In New York wird hierzu jedes Jahr eine eigene große Parade veranstaltet. Besucher können an diesem Tag die Parade entlang der 5th Avenue bewundern. Neben der Feier in New York sind ebenfalls die Paraden und Festlichkeiten in San Francisco landesweit bekannt.

Da der Columbus Day zugleich als Ehrentag und somit Gedenktag für die Ureinwohner Nordamerikas stehen kann, finden in manchen Bundesstaaten an diesem Tag zugleich eigene Feierlichkeiten für sie statt. Somit kann der Feiertag auch für den Native American’s Day oder dem Indigenous People’s Day stehen und wird des Öfteren unter diesen Namen abgehalten.

Der Columbus Day weltweit

Abgesehen von den USA wird der Columbus Day in verschiedenen Staaten und Nationen weltweit begangen. Die Intentionen fallen dabei teils unterschiedlich aus. Inzwischen wird immer häufiger Kritik am Columbus Day geübt, welche vorwiegend von der indigenen Bevölkerung aufgebracht wird. In den USA findet aktuell eine heftige Debatte um den Feiertag statt. Viele US-Amerikaner sowie Bewohner der Nachbarstaaten sehen eine Notwendigkeit, am Gedenktag primär der indigenen Bevölkerung und deren Leid zu gedenken, welches ihnen durch die europäischen Einwanderer zugefügt wurde. Aus diesem Grund wird immer wieder anstelle des Columbus Days der Indigenous People’s Day gefeiert.

Der Columbus Fountain in Washington
Der Columbus Fountain in Washington wurde zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet

Außerhalb von den USA wird der Columbus Day als Tag der indigenen Bevölkerung angesehen. Am sogenannten Día de la Raza bzw. Tag der neuen Rasse wird am 12. Oktober in Mexiko, Kolumbien, Argentinien sowie Ecuador der Feiertag begangen. Der Tag soll an die „Geburtsstunde der Mestizen“ erinnern. Diese sind die Nachkommen von Spaniern und der indigenen Bevölkerung. In Chile hingegen wird seit 2000 der Columbus Day unter der Bezeichnung Día del Descubrimiento de Dos Mundos bzw. der Tag der Entdeckung zweiter Welten zelebriert.

Auch in Europa wird Kolumbus und seiner Entdeckung gedacht. Dort findet der Día de la Hispanidad bzw. der Tag der Hispanität statt. 2002 wurde in Venezuela der Feiertag zum Día de la Resistencia Indígena bzw. Tag des Indigenen Widerstands erklärt.

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