Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge: eine Harfe für Himmelswinde

Die Golden Gate Bridge in der Bucht von San Francisco sollte man sich bei der Reise durch die USA nicht entgehen lassen.
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Die Golden Gate Bridge in San Francisco ist ein Architekturtraum in einer ganz besonderen Farbe: Orange-Rot, auch Internationales Orange genannt. Seit 82 Jahren wehrt sich dieses weltbekannte Bauwerk erfolgreich gegen Verkehrsstaus, salzige Gischt und Erdbeben.

Während der Planungen für die Golden Gate Bridge hatten die Bauherrn jedoch erhebliche Zweifel, ob es eine gute Idee sei, die Hängebrücke ausgerechnet an einem Ort zu erbauen, der für derartige Bauwerke nicht unbedingt wie gemacht schien: die zwei Kilometer lange Meerenge vor der Bucht von San Francisco, die sich vor allem durch starke Strömungen auszeichnet.

Golden Gate Bridge San Francisco
Die Golden Gate Bridge ist eine der Sehenswürdigkeiten, die während eines Landgangs besichtigt werden kann

Golden Gate Bridge im Steckbrief

  • Adresse: Golden Gate Bridge, San Francisco, CA, Vereinigte Staaten
  • Gesamtlänge: 2.737 Meter
  • Architektonische Höhe: 227 Meter
  • Längste Spannweite: 1.280 Meter
  • Lichte Höhe: 67 Meter
  • Breite: 27 Meter
  • Baubeginn: 5. Januar 1933
  • Eröffnung: 27. Mai 1937
  • Kosten damals: 33 Millionen US-Dollar

Die Golden Gate Bridge über der Meerenge vor der Bucht von San Francisco ist nicht nur eine der bekanntesten Brücken der Welt, sondern wohl auch eines der bekanntesten Bauwerke überhaupt. Es gibt wohl kaum einen Menschen auf der Welt, der diese Hängebrücke mit der charakteristischen orange-roten Farbe noch nicht auf die eine oder andere Weise gesehen hat, ganz gleich, ob im Film, in der Zeitung oder in Natura. Der Name geht auf das Golden Gate in Kalifornien zurück. Dieses ist die Meerenge, die die Bucht von San Francisco mit dem Pazifik verbindet. Daher wird die Golden Gate Bridge auch als Tor zum Pazifik bezeichnet.

Wo ist die Golden Gate Bridge?

Die Golden Gate Bridge liegt in der Bucht von San Francisco am Golden Gate in Kalifornien.

Als die Planungen 1933 voranschritten, waren sich selbst die verantwortlichen Stadtväter von San Francisco und die Bauherren nicht so sicher, was sie da eigentlich vor hatten. Kaum ein Architekt wäre auf die Idee gekommen, eine Hängebrücke an so einen sensiblen Ort wie die strömungsreiche Bucht von San Francisco zu bauen. Hier sollte ja nicht nur eine einfache Brücke entstehen, die einen Ortsteil der Stadt mit einem anderen verbindet, sondern ein Bauwerk, dass gleichzeitig eine Straße mitten durch schwindelerregende Höhen führen würde.

Wann wurde die Golden Gate Bridge gebaut?

Die Golden Gate Bridge wurde von 1933 bis 1937 gebaut.

Zum damaligen Zeitpunkt wusste noch niemand, wie sich der Verkehr in den kommenden Jahrzehnten entwickeln würde. Von Staus, Verkehrsinfarkten und Luftverschmutzung war man noch weit entfernt. Und dennoch wirkte die Bucht irgendwie viel zu groß, als dass man sich vorstellen konnte, eine Brücke darüber zubauen. Und dann war da noch der finanzielle Aufwand zu berücksichtigen. Wie viel würde dieses mutige Bauvorhaben wohl kosten? 20 Millionen, 60 Millionen oder gar 100 Millionen? Für die damalige Zeit unvorstellbare Summen.

Wie alt ist die Golden Gate Bridge?

Die Golden Gate Bridge ist 83 Jahre (Stand 2020) alt.

Historisches Bild der Golden Gate Bridge
Historisches Bild der Golden Gate Bridge.

Ferner mussten sich die Verantwortlichen auch überlegen, welchen Anstrich die Hängebrücke erhalten sollte. Schlichtes Grau, auffälliges Gelb mit Streifen oder Orange-Rot? Dass die Farbauswahl schließlich auf „Internationales Orange“ fiel, zeigte die Weitsicht der Planer.

In der Bucht von San Francisco herrscht oft Nebelwetter, das die Brücke in dicke Nebelwände einhüllt. Tristes Grau wäre da die falsche Wahl gewesen. Gelb mit Streifen passte irgendwie gar nicht und alles andere wäre auch zu auffällig, weil zu wenig schön gewesen. Heutzutage kann sich niemand mehr die Golden Gate Bridge in einer anderen Farbgebung als das leuchtende Orange-Rot vorstellen.

Welche Farbe hat die Golden Gate Bridge?

Der Farbton der Golden Gate Bridge lautet International Orange.

Warum wurde die Golden Gate Bridge überhaupt gebaut?

Obwohl zum Ende des 19. Jahrhunderts von Verkehrsstaus und Verkehrsinfarkten noch nicht die Rede war, weil um 1870 das Auto noch gar nicht erfunden worden war, mussten die Stadtväter von San Francisco sich dennoch mit einem Verkehrsproblem beschäftigen: überfüllte Fähren, um die Meerenge vor San Francisco zu überwinden. Die Stadt, die heute als Synonym für Silicon Valley und herausragenden Erfindergeist steht, war schon damals ein schnell wachsender Ort. Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren die Fährkapazitäten so gut wie erschöpft und Pläne mussten her, um dieses Problem zu lösen. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon erste Überlegungen für eine Brücke, die ihrer Zeit jedoch weit voraus waren, denn die geplante Konstruktion war mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht zu realisieren.

Als Chefingenieur dieser innovativen Pläne zeichnete Joseph Strauss verantwortlich. Dieser holte seine Pläne, die bereits mehrere Jahre unberücksichtigt in einer Schublade vor sich hindämmerten, wieder hervor und setzte nun alles daran, die Stadtväter von Sinn und Zweck einer Hängebrücke über die Bucht von San Francisco zu überzeugen. Er äußerte sich später dahingehend, er habe zwei Jahrzehnte und zwei Millionen Worte gebraucht, um die verantwortlichen Parteien von dem Nutzen der Hängebrücke zu überzeugen.

Wer hat die Golden Gate Bridge gebaut?

Joseph Strauss hat die Golden Gate Bridge gebaut.

Allerdings brachte sich neben Strauss noch ein weiterer kluger Kopf in das Bauvorhaben ein: Charles Ellis, der maßgeblich für die Planungen verantwortlich war. Allerdings waren sich er und Strauss nicht immer in allen Punkten einig und eines Tages kam es zu einem Streit, der sich scheinbar nicht beiliegen ließ. Joseph Strauss befand sich jedoch in einer stärkeren Position und so wurde Charles Ellis, der bis zu diesem Zeitpunkt starke Akzente in der Bauplanung gesetzt hatte, entlassen. Strauss sorgte dafür, dass der Name Ellis aus sämtlichen Dokumenten gestrichen wurde und so galt er lange Zeit als einziger innovativer Kopf, der für dieses geniale Bauwerk verantwortlich war. Erst zum 70. Jahrestag der Eröffnung, 2007, wurde der Beitrag von Charles Ellis entsprechend gewürdigt.

Golden Gate Bridge San Francisco
Golden Gate Bridge – die stürmische Bucht vor San Francisco.

Nach der Entlassung war Strauss alleine verantwortlich für die geplante Brücke und setzte das Bauvorhaben nicht nur gegen den massiven Widerstand der Stadtverantwortlichen, sondern auch gegen die Proteste der Fährbetreiber durch, die massive Umsatzverluste befürchteten. Die Golden Gate Bridge wurde schließlich nicht so teuer, wie befürchtet, sie kostete nur 33 Millionen Dollar, ein vergleichsweise günstiger Preis für dieses innovative und gigantische Bauwerk, das schließlich in der Meerenge vor San Francisco realisiert wurde.

Joseph Strauss beschäftigte 1.500 Arbeiter, die die Hängebrücke innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne von vier Jahren hochzogen. 11 verloren ihr Leben, danach investierte man in die Arbeitssicherheit und legte sogar Fangnetze unter der Brücke aus, die 19 Arbeiter beim Absturz von der Konstruktion vor dem sicheren Tod retteten. Diese Männer gründeten den „Half Way to Hell Club“.

Eröffnung des neuen Wahrzeichens

Die feierliche Eröffnung fand am 27. Mai 1937 statt. An diesem Tag durften allerdings nur Fußgänger die Brücke passieren. 200.000 Schaulustige wohnten der Eröffnung bei und verspeisten nicht mehr als 50.000 Hotdogs. Insgesamt war die Begeisterung für dieses neue Wahrzeichen San Francisco so groß, dass die Brücke gleich eine ganze Woche lang gefeiert wurde.

Im Gegensatz zu manch anderer Hängebrücke ist die Golden Gate Bridge nicht nur innovativ und praktisch, sondern auch noch schön anzusehen. Zeitzeugen sprachen damals von einem strukturellen Wunder und fragen sich, wie die Verantwortlichen dieses Bauwerk wohl hinbekommen hatten. Neben Joseph Strauss zeichnete jedoch noch ein weiterer Ingenieur für diese Hängebrücke verantwortlich, denn nicht nur das Bauvorhaben als solches musste geplant werden, sondern auch das ästhetische Design war von großer Wichtigkeit. Irving Foster Morrow war für diesen Teil der Golden Bridge verantwortlich.

So kam die Golden Gate Bridge zu ihrer Farbe

Dieses Mal zog Joseph Strauss den Kürzeren, denn er favorisierte unauffälliges Grau als Farbgebung.

Golden Gate Bridge USA
Golden Gate Bridge in der Bucht von San Francisco.

Morrow sprach sich für einen rot-orangen Farbton aus, während die Marine die Hängebrücke gerne in einem auffälligen Gelb mit schwarzen Streifen gesehen hätte. Abschließend entschied sich Morrow für die Farbgebung „Internationales Orange“, die mit 69 Prozent Magenta, sechs Prozent Schwarz und einem hohen Gelbanteil genau diesen außergewöhnlichen Farbton ergibt. Allerdings hat nur dieses eine Bauwerk Anspruch darauf, in genau diesem Farbton gestrichen zu werden. Eine Produktion für andere Bauwerke wurde von Anfang an ausgeschlossen.

Diese Farbe wurde jedoch nicht nur gewählt, weil die Golden Gate Bridge damit so schön anzusehen ist und wegen der großen Auffälligkeit, sondern auch wegen der Ähnlichkeit mit dem Rostton. Rost sucht irgendwann jedes Bauwerk mehr oder weniger stark heim, also gilt es, denn Kampf gegen diese unschöne Erscheinung aufzunehmen. Der charakteristische Farbton der Golden Gate Bridge ist also auch eine Rostschutzfarbe, denn die salzige Meeresluft setzt der Hängebrücke wesentlich stärker zu als Erdbeben oder hohes Verkehrsaufkommen.

Das Wahrzeichen San Franciscos in Zahlen

Baubeginn war der 5. Januar 1933, Eröffnung am 27. Mai 1937. Für die Golden Gate Bridge wurden 75.293 Tonnen Stahl mit 27.572 Drähten in jedem Hauptkabel mit 92 Zentmeter Durchmesser verbaut. Die Brücke ist über eine Länge von 2.727 Metern einschließlich An- und Auffahrt passierbar. Die Hängetrasse zwischen den beiden Pylonen ist 1.280 Meter lang.

Wie lang ist die Golden Gate Bridge?

Die Golden Gate Bridge ist 2.727 Meter lang.

Die Breite beträgt 27 Meter, die Höhe zur mittleren Wasseroberfläche 67 Meter. Die Gesamthöhe bemisst sich mit 227 Metern.

Wie hoch ist die Golden Gate Bridge?

Die Golden Gate Bridge ist 227 Meter hoch.

Dieses architektonische Meisterwerk wurde mit einem finanziellen Aufwand von 33 Millionen US-Dollar realisiert, was einem heutigen Wert von etwa 629 Millionen US-Dollar entspricht. Die Finanzierung war sehr viel schwieriger zu realisieren als das Bauwerk selber. Schließlich entschloss man sich, dass Geld durch Mauteinnahmen aufzutreiben. Die Gesamtschuld war erst 1971 getilgt. Mautgebühren werden jedoch nur bei Fahrten stadteinwärts fällig, die Ausfahrten sind frei. Fahrzeuge mit mehr drei und mehr Insassen sind zur Rush Hour gleichfalls mautfrei. Im internationalen Längenvergleich rangiert die Golden Gate Bridge auf Platz 8.

Der Instandhaltungsaufwand ist gleichfalls nicht gering. Regelmäßig sind 32 Arbeiter mit Pinsel, Farbe und Werkzeug im Einsatz, um Schäden umgehend zu beheben. Täglich passieren die Golden Gate Bridge 120.000 Autos auf sechs an die jeweilige Verkehrslage anpassbare Fahrspuren. Stadteinwärts werden zur morgendlichen Rush Hour vier und stadtauswärts zwei Spuren freigegeben. Außerhalb dieser Zeit bewegt sich der Verkehr auf drei Spuren in jede Richtung.

Was kann man bei der Golden Gate Bridge machen?

An der Golden Gate Bridge kann man diverse Aussichtspunkte mit Panoramablick auf die Brücke genießen.

Rund um die Brücke gibt es verschiedene Orte mit Panoramablick auf die Hängebrücke: North und South Vista Point, die Conzelman Road in Marin County und Baker Beach am Presidio Park.

Eine Brücke zum Sterben schön

Golden Gate Bridge in der Nahaufnahme
Golden Gate Bridge in der Nahaufnahme

Die Golden Gate Bridge ist jedoch nicht nur ein Bauwerk der Freude und anscheinend für die Ewigkeit gebaut, wie ihr Schöpfer Joseph Strauss versprach. Ihm wird auch die Bezeichnung „Harfe für Himmelswinde“ zugesprochen. Die Hängebrücke hat auch eine große Anziehungskraft auf Selbstmörder. Bisher haben sich ungefähr 1.500 Menschen von der Brücke in die Tiefe gestürzt. Es heißt, der Aufprall auf das 120 Meter tiefe Wasser dauert vier Sekunden. Acht Initiativen für mehr Sicherheit in Form von höheren Geländern und Zäunen sowie der Anbringung von Fangnetzen scheiterten am Protest wütender Ästheten, die dieses Wahrzeichen San Franciscos nicht wegen ein paar unglücklichen Selbstmördern verschandelt sehen wollten und selbigen ihren Todeswunsch nicht ausreden wollten.

Die Golden Gate Bridge in Filmen

Die Kinokarriere dieses internationalen Wahrzeichens scheint dagegen genauso unverwüstlich zu sein wie das Bauwerk selbst. Von Anfang an wurde die Golden Gate Bridge als Star unzähliger Hollywoodklassiker wie der Maltester Falke (1942) über Dark Passage (1947) bis Vertigo (1958) und Superman (1978) inszeniert. Auch James Bond, diverse Vampire, X-Men und Mega-Shark erlebten auf der Brücke so manches Abenteuer. Bevor die Kinokarriere dieses Wahrzeichens beendet wird, müssen unvorstellbare Ereignisse passieren, wie etwa ein Einsturz von gleichen Ausmaßen wie der des World Trade Centers. „Zum Sterben schön“ nennen Verehrer das Bauwerk, eine Äußerung, die allerdings im Gegensatz zu den Taten der Selbstmörder nicht ernst gemeint ist.

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