Brooklyn Bridge

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Die Brooklyn Bridge ist nicht nur eines der bekanntesten Wahrzeichen New Yorks, sondern auch eine der berühmtesten Brücken weltweit. Es gibt kaum einen in New York spielenden Film, in dem dieses außergewöhnliche Bauwerk nicht eingeblendet wird. So außergewöhnlich wie die Brücke ist auch ihre Geschichte.

 Die Brooklyn Bridge im Steckbrief

  • Höhe: 41m
  • Breite: 25,91
  • Gesamtlänge: 1833,68m
  • Längste Stützweite: 486m
  • Standort: New York City, USA
  • Eröffnung: 24. Mai 1883
  • Planer: John August Roebling
  • Konstruktion: Hänge- und Schrägseilbrücke

Die Brooklyn Bridge im Steckbrief

Brooklyn Bridge Panorama
Brooklyn Bridge Panorama

New York als Tor zur neuen Welt

Während die Brooklyn Bridge heutzutage vor allem Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger von einem Stadtteil zum anderen bringt, spielte früher die Einwanderungsfrage eine große Rolle. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten die Vereinigten Staaten von Amerika eine große Einwanderungswelle.

Irland wurde von einer beispiellosen Hungersnot heimgesucht. Daher machten sich viele Iren, häufig ganze Familien, auf in das gelobte Land Amerika, in dem sie sich ein besseres Leben versprachen. In den osteuropäischen Ländern sah die Situation auch nicht besser aus.

In Deutschland herrschte zwar keine Hungersnot und die Wirtschaft entwickelte sich gleichfalls recht erfreulich. Die politischen Verhältnisse waren jedoch instabil und viele Menschen profitierten nicht von der neuen Zeit. Daher machten sich auch viele Deutsche auf nach Nordamerika.

Die zweite große Einwanderungswelle fand in der Zeit zwischen 1880 und 1900 statt. Das erste, was die Einwanderer von Amerika sahen, war New York. Viele blieben in der Stadt, die schließlich aus allen Nähten platzte und ein riesiges Verkehrsproblem erlebte. Obwohl das Auto damals noch nicht erfunden, beziehungsweise kein Massenprodukt war, drohte New York der Verkehrsinfarkt. Es war Zeit zu handeln, eine Verkehrsentlastung musste her. Die Lösung: die Brooklyn Bridge.

Eine Brücke als Rettung vor dem Verkehrsinfarkt

Mitte des 19. Jahrhunderts war der East River der einzige Haupttransportweg für alle Arten von Handelswaren. Als dieser wichtige Wirtschaftsfaktor, der gleichzeitig auch eine nicht minder wichtige Lebensader war, eines Tages zufror, stand die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika vor einem großen Problem: wie sollten die Handelswaren und Menschen von einem Stadtteil in den anderen transportiert werden?

Nach langen Überlegungen einigten sich die Stadtväter schließlich auf den Bau einer Brücke. Der verantwortliche Ingenieur war John August Roebling. Wie der Name bereits andeutet, gehörte auch Roebling zu den zahllosen Einwanderern und Neubürgern New Yorks. Mit seinen Eltern und Geschwistern war er in den 1840er-Jahren aus Thüringen nach Amerika eingewandert.

Der studierte Brücken-Ingenieur fertigte die ersten Zeichnungen an. In Deutschland hatte er bereits erste Erfahrungen im Bau kleinerer Hängebrücken gesammelt, ferner war er mit der Anfertigung belastbarer flexibler Stahlseile vertraut.

Baubeginn 1870

Schnell zeigte sich die Weitsicht Roeblings, denn anstatt des damals vorzugsweise verwendeten Eisens entschied sich der deutsche Ingenieur für eine Stahlkonstruktion. Gegenüber Eisen hat Stahl den Vorteil, deutlich flexibler und belastbarer zu sein. Durch diese positiven Eigenschaften hält Stahl Belastungen und Bewegungen wesentlich besser aus als Eisen. Diese Tatsache war damals jedoch den wenigsten Ingenieuren und Bauherren bekannt.

Brooklyn Bridge: Pylone aus Granit und Sandstein
Brooklyn Bridge: Pylone aus Granit und Sandstein

Eine weitere Innovation waren die Pylonen aus Granit und Sandstein. Für die Familie Roebling wurde der Bau der Brooklyn Bridge zur Schicksalsfrage, den John August Roebling starb schon kurz nach Baubeginn an der Tetanuserkrankung.

Sein Sohn Washington führte das ehrgeizige Projekt weiter, verunglückte jedoch bei Taucharbeiten, die sich beim Bau der Pfeilerfundamente in den East River nicht vermeiden ließen. Fortan war er an den Rollstuhl gebunden und konnte sich nicht mehr aktiv in das Projekt einbringen.

Seine Ehefrau Emily führte das Projekt fort. Sie war auch die erste, die am Tag der Eröffnung 1883 die Brücke überqueren durfte. Der ursprüngliche Name lautete East River Bridge, bevor sie in New York und Brooklyn Bridge umbenannt wurde. Nach 14 Jahren Bauzeit galt diese innovative Hängebrücke als achtes Weltwunder und wurde zum historischen Wahrzeichen der Stadt New York.

Wer in New York ist, hat ohne Frage ein umfangreiches Ausflugsprogramm vor sich. Die Stadt hat so viele Attraktionen zu bieten, dass man sicherlich mehrere Wochen braucht, um alles zu sehen und zu erleben. Eine Überquerung der Brooklyn Bridge zu Fuß gehört jedoch zu jedem Sightseeing-Programm dazu.

Blick von der Brooklyn Bridge auf die Skyline von Manhattan
Blick von der Brooklyn Bridge auf die Skyline von Manhattan

Der Blick von der Brücke ist zu jeder Tages- und Nachtzeit spektakulär und bietet einen unvergleichlichen Panoramablick über New York. Im Frühling, Herbst und Winter, wenn es noch kalt ist in New York, empfiehlt sich jedoch aufgrund der luftigen Höhe wärme Bekleidung wie eine winddichte Jacke und vielleicht auch eine Mütze und Schal.

Die befahr- und begehbare Strecke ist zwar nur 1.833 Meter lang, dennoch sollte jeder New York-Besucher für dieses Erlebnis mindestens 45 Minuten einplanen, um die unglaubliche Aussicht zu genießen und Fotostopps einzulegen, denn viele der Wahrzeichen New Yorks sind von der Brooklyn Bridge aus gut zu sehen. So ein Erlebnis hat man nicht jeden Tag, daher wäre es schade, die Brücke einfach wie die heimische Laufstrecke zu behandeln.

Technische Eigenschaften und Daten

Die Brooklyn Bridge ist eine Kombination aus Hänge- und Schrägseilbrücke und damit eine der ältesten ihrer Art in den USA. Die Verwendung von Stahl anstatt Eisen war zur Bauzeit Mitte des 19. Jahrhunderts noch unbekannt. John August Roebling bewies jedoch Weitsicht, denn bis heute hält die Brooklyn Bridge den gefürchteten Schwankungen, Bewegungen und Belastungen, die auf lange Sicht jeder Brücke zu schaffen machen, stand.

Die Straßenbrücke ist sechsspurig befahrbar mit jeweils drei Spuren in eine Richtung. Die über den East River verlaufende Brücke verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn auf einer Gesamtlänge von 1.8333,68 Metern, mit einer Breite von 25,91 Metern und einer längsten Stützweite von 486 Metern.

Brooklyn Bridge Stahlseile
Die Stahlseile der Brooklyn Bridge als markantes Wiedererkennungsmerkmal

Das technische Herzstück ist die Konstruktion aus Stahlseilen. Verwendet wurden vier Tragkabel als Paralleldrahtseile. Jedes dieser Tragkabel besteht aus 5.434 parallel verlaufenden Stahldrähten, die zunächst in 19 Bündel zusammengefasst und später mit stabilen Seilklemmen zu den noch bestehenden 40 Zentimeter starken Tragkabeln zusammengefasst wurden.

An diesen Tragkabeln befinden sich wiederum 1.520, aus geschlagenem Drahtseil bestehende Hänger. Zwischen dem Fahrbahnträger und den Turmspitzen verlaufen 400 Schrägseile. Diese Stahlkonstruktion, für die 24.000 Kilometer Drahtseil verwendet wurden, macht die besondere Optik der Brooklyn Bridge aus.

John August Roebling hatte die Brücke für eine sechsfache Belastung ausgelegt, eine Weitsicht, die sich in den kommenden Jahrzehnten als wertvoll erweisen sollte. Bereits am Eröffnungstag am 24. Mai 1883 nutzten 1,800 Fahrzeuge und 150.000 Menschen die Brücke, die 5 beziehungsweise 1 Cent pro Überquerung zahlen mussten.

Nur ein Jahr später wurden neun Millionen Menschen über die Brücke transportiert, was durch die Einführung des Zugverkehrs über die Brücke möglich wurde. Die Zuggleise wurden in den 1950er-Jahren jedoch entfernt, um die Brooklyn Bridge auf das verstärkte Aufkommen des PKW-Verkehrs vorzubereiten.

Ab Mitte der 1940er-Jahr wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt, um die Brücke für die veränderten Belastungen der „Neuzeit“ fit zumachen. 120.000 Fahrzeuge überqueren heute die sechsspurige Brücke täglich. Hinzu kommen mehr als 4.000 Fußgänger und 3.000 Fahrradfahrer, die den oberen Teil der Brücke nutzen, um von Brooklyn nach Manhattan und wieder zurückzukommen.

„Selling the Brooklyn Bridge“

New Yorker kennen das beliebte Sprichwort „selling the Brooklyn Bridge“. Dieses ist auf zwei Betrüger zurückzuführen, die um 1900 Grundstücke rund um die Brücke verkauften, die ihnen nicht gehörten. Sie lockten Bodenspekulanten, indem sie behaupteten, die Stadt habe mit diesen Grundstücken noch großes vor, indem Zufahrtswege zur Brooklyn Bridge geplant seien.

Dieses windige Geschäft erwies sich jedoch als Betrug. Seitdem steht das Sprichwort „selling the Brooklyn Bridge“ für Betrüger, die die Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen ausnutzen und vor jeder Art von Missbrauch und arglistiger Täuschung nicht zurückschrecken.

Nicht nur die Brooklyn Bridge ist jedoch ein Ausflugsziel, das auf keiner New York-Reise fehlen darf, sondern auch die beliebtesten Hotspots entlang dieses monumentalen Bauwerks.

Beliebte Ausflugsziele rund um die Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge Hights Promenade

Früh aufstehen ist nicht jedermanns Sache, wer jedoch die Brooklyn Bridge in seinem Besuchsprogramm hat, sollte unbedingt vor Sonnenaufgang dort sein. Denn von der Brooklyn Hights Promenade aus hat man einen genauso guten Ausblick auf die Stadt wie von der Brücke selbst. Die aufgehende Sonne über New York bietet ein wunderschönes Postkartenmotiv.

Brooklyn Hights PromenadeNicht nur bei Sonnenaufgang ist dieser Hotspot jedoch ein Besuch wert. Die schön angelegte Promenade ist gesäumt von Bänken, Bäumen und Spielplätzen und daher auch ein beliebter Ausflugsort für Familien, Jogger und Verliebte. Neben der Skyline von Manhattan lässt sich von diesem Ort aus die Brooklyn Bridge, die Freiheitsstatue und ein Teil des riesigen New Yorker Hafens zu sehen.

Brooklyn Bridge Park

Diese fantastische Parkanlage ist ein weiteres beliebtes Ausflugsziel für New Yorker und Besucher der Stadt. Der Park erstreckt sich auf einer Fläche von 34 Hektar und ist bekannt für seine Gärten, Hügel und Wanderwege entlang des East Rivers.

Brooklyn Bridge ParkDieser Park ist unterteilt in unterschiedliche Bereiche, die sich jeweils an ihre ganz eigenen Zielgruppen richten. Es gibt sechs Piers, ein Freibad, großflächige Wiesen und zahlreiche Wanderwege. Entspannung, Picknick, und sportliche Aktivitäten machen die Zeit im Brooklyn Bridge Park besonders kurzweilig.

Das Gastronomieangebot ist gleichfalls nicht zu verachten. Im Forino an Pier 6 gibt es nicht nur Pizza und Cocktails, sondern auch einen Panoramablick auf die Skyline Manhattans von der Dachterrasse aus. Ein weiteres Highlight sind die Empire Stores Dumbo, eine umgebaute Lagerhalle zwischen der Brooklyn Bridge und Manhattan Bridge.

Shake Shak

Shake Shak in Dumbo ist zwar keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinne des Wortes, dafür bekommt man hier jedoch die besten Burger der Stadt. Dieser Meinung sind jedenfalls viele New Yorker und Touristen. Obwohl diese Lokalität von außen her eher unscheinbar wirkt, versteckt sich hinter den Mauern in hippes Restaurant, das seine Besucher begeistert.

Für die saftigen Burger in Begleitung unglaublich leckerer Pommes stehen Kunden auch gerne mal Schlange. Außerdem ist die Brooklyn Bridge ja auch gleich um die Ecke. Erst einen unglaublich leckeren Burger genießen und dann die Brooklyn Bridge oder umgekehrt, egal, ein Erlebnis ist es auf jeden Fall.

Grimaldi’s Pizza

Wer gerne Pizza mag, sollte unbedingt bei Grimaldi’s einkehren, denn hier gibt es die wohl beste Pizza der Stadt. Die Pizza aus dem Hause Grimaldi ist nicht mit denen gewöhnlicher Pizza-Restaurants zu vergleichen, denn diese werden nach original italienischer Tradition zubereitet. Als wäre das noch nicht genug, werden die für eine typische italienische Pizza verwendeten Zutaten aus Italien importiert.

Auch von hier aus gelangt man innerhalb weniger Minuten zur Brooklyn Bridge. Sich mit Pizza für den Ausflug zur Brücke stärken oder nach einem anstrengenden, aber aufregenden Erlebnis bei Grimaldi’s einkehren, die Reihenfolge kann sich jeder aussuchen.

Brooklyn Ice Cream Factory

Wer es weniger herzhaft und stattdessen lieber etwas süßer mag, sollte die Brooklyn Ice Cream Factory besuchen. Diese Eisdiele ist innerhalb weniger Gehminuten von Brooklyn Bridge Park aus zu erreichen und befindet sich in einem historischen Feuerlöschbootshaus. Nach einem Gang über die Brooklyn Bridge genießen Besucher hier das leckerste Eis New Yorks. Die Eisdiele ist so beliebt, dass sie ganzjährig geöffnet ist.

Häufige Fragen rund um die Brooklyn Bridge

Wann wurde mit dem Bau Brooklyn Bridge begonnen?

Am 3. Januar 1870.

Wann wurde die Brooklyn Bridge eröffnet?

Am 24. Mai 1883.

Wie hoch ist die Brooklyn Bridge?

Die Brooklyn Bridge ist 41m hoch.

Kostet ein Besuch der Brooklyn Bridge Eintritt?

Nein, die Brücke ist für jedermann, ganz gleich, ob zu Fuß, mit dem Auto oder Fahrrad, frei zugänglich. Sie wurde ja schließlich dazu gebaut, um Menschen von Manhattan nach Brooklyn und wieder zurückzubringen.

Gibt es geführte Touren, wenn ja, lohne sich diese?

Ja, es gibt geführte Ausflüge, die sich auf jeden Fall lohnen, denn die Besucher sehen nicht nur Brooklyn Bridge, sondern auch die beliebten Ausflugsziele in der direkten Umgebung.

Gibt es eine beste Zeit, um die Brooklyn Bridge zu überqueren?

Jede Tages- und Nachtzeit hat ihren besonderen Charme. Der Sonnenaufgang früh morgens und das Lichtermeer der Skyline Manhattans nach Einbruch der Dunkelheit sind auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Wie finden Fußgänger am besten den Einstieg zur Hängebrücke?

Während der Zugang für Autofahrer schnell gefunden ist, müssen Fußgänger und Radfahrer in Brooklyn etwas suchen, wenn sie sich in New York nicht auskennen. Ein guter Einstieg befindet sich an der Kreuzung zwischen Boerum Place und Tillary Street.

Die Unterführung an der Washington Street befindet sich gut zwei Blocks entfernt von der Front Street. Diese Einstiegspunkte sind gut mit den Subway Linien 2 und 3 zur Clark Street oder mit den Linien 2 bis 5 an der Station Borough Hall zu erreichen.

In Manhattan steigt man am besten direkt an der City Hall ein. Die Subwaylinien 4, 5 und 6 und oder die Linien J, Z bis zur Chambers Street fahren Besucher direkt zur Brooklyn Bridge.

Brooklyn oder Manhattan, von wo aus ist der Lauf über die Brücke schöner?

Manhattan ist der wohl schickste Stadtteil New Yorks, hier befinden sich viele Attraktionen wie der Times Square, exklusive Geschäfte und Restaurants. Daher wählen viele Reisende den Einstieg auf die Brücke über Manhattan. Brooklyn ist zwar weniger exklusiv als Manhattan, hat sich jedoch in den letzten drei Jahrzehnten zu einem echten Geheimtipp entwickelt.

Weg von Brooklyn nach Manhattan über die Brooklyn BridgeHier erleben Touristen das authentische New York. Viele meinen, der Blick auf die Skyline Manhattans sei von hier aus noch besser als von Manhattan aus zu sehen. Aber das ist letztendlich Geschmackssache. Wer beide Stadtteile besucht, sollte vielleicht beide Varianten ausprobieren und dann ein eigenes Fazit ziehen.

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