Lyndon B. Johnson

Das Leben von Lyndon B. Johnson

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Die Great Society der US-amerikanischen Geschichte wurde von einer politischen Person maßgeblich geprägt: Lyndon B. Johnson. Der demokratische US-Präsident, welcher in die Fußstapfen John F. Kennedys trat, sorgte für die Verabschiedung der Rassentrennung in den gesamten USA. 

Folglich wurde dank Lyndon Baines Johnson die Gleichberechtigung der Afroamerikaner im gesamten Land veranlasst. Seine Präsidentschaft zeichnet vor allem die größte Mehrheit im sogenannten Popular Vote in der gesamten US-Geschichte bei der Präsidentschaftswahl aus.

Steckbrief: Lyndon B. Johnson

  • Lyndon B. Johnson im Dezember 1967
    Lyndon B. Johnson im Dezember 1967, Yoichi Okamoto [Public domain]
    Name: Lyndon Baines Johnson
  • Geburtsdatum: 27.08.1908
  • Geburtsort: Stonewall, Texas, Vereinigte Staaten
  • Todesdatum: 22.01.1973
  • Sterbeort: Stonewall, Texas, Vereinigte Staaten
  • Größe: 1,92m
  • Amtszeit als Präsident: 22. November 1963 – 20. Januar 1969
  • Vizepräsident: Hubert H. Humphrey (1965-1969)
  • Vorherige Ämter:
    • Repräsentant (1937-1949)
    • Senator (1949-1961)
    • Vizepräsident der Vereinigten Staaten (1961-1963)
    • Präsident der Vereinigten Staaten (1963-1969)
  • Eltern: am Ealy Johnson und Rebekah Baines Johnson
  • Kinder: Lynda Bird Johnson Robb und Luci Baines Johnson
  • Ehepartnerin: Claudia Alta Johnson, geborene Taylor, genannt „Lady Bird“

Seine Kindheit, Jugend und Ausbildung

Lyndon B. Johnson als Siebenjähriger (1915)
Lyndon B. Johnson als Siebenjähriger (1915), LBJ Library [Public Domain]
Lyndon Baines Johnson, später als Lyndon B. Johnson, der 36. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, bekannt, wurde am 27. August 1908 im texanischen Stonewall im Süden der USA geboren. Seine Eltern waren beide Farmer, wobei sein Vater Sam Ealy Johnson zeitweise ebenso ein Mandat im Repräsentantenhaus vom Bundesstaat Texas innehatte.

Johnson besaß vier jüngerer Geschwister, einen Bruder und vier Schwestern. Aufgrund seines familiären Umfelds wuchs Johnson sehr ärmlich auf. 1913 beschloss die Familie, ihre Farm zu verlassen und nach Johnson City zu ziehen. Dort besuchte Johnson die High School, welche er 1924 mit Erfolg abschloss.

Im selben Jahr bewarb sich Johnson für das Lehrerkolleg, bekam allerdings keinen Platz. Als Folge fuhr er mit Freunden nach Kalifornien, wo er ein Jahr lang lebte und verschiedene Jobs ausübte. 1925 schließlich kehrte Johnson nach Texas zurück. Dort arbeitete er zwei Jahre lang für eine Straßenbaufirma, bis er 1927 letztendlich sein Lehrerstudium am Lehrerkolleg in der Stadt San Marcos begann. Sein Studium finanzierte er sich mit Lehrtätigkeiten für Kinder mit mexikanisch-amerikanischer Abstammung.

Wo wurde Lyndon B. Johnson geboren?

Lyndon B. Johnson wurde am 27. August 1908 im texanischen Stonewall geboren.

Mit 1931 schloss Johnson sein Studium erfolgreich ab. Danach fing er an, als Lehrer in Pearshall sowie an einigen Highschools in Houston zu unterrichten. Noch im November desselben Jahres bot ihm Richard M. Kleberg, ein Kongressabgeordneter, an, als Sekretär in der Hauptstadt Washington D.C. tätig zu werden. Johnson beschloss daraufhin, seine Stelle als Lehrer aufzugeben, da sie ihm wenig aussichtsreich erschien. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise fielen zu dieser Zeit die Löhne für Tätigkeiten im öffentlichen Dienst nur äußerst gering aus.

Der Beginn seiner politischen Karriere

Von 1931 bis 1934 übte Johnson seine Tätigkeit als Sekretär von Kleberg aus. Die Arbeit als Sekretär ermöglichte es ihm, erste Erfahrung über die Tätigkeit im Kongress zu sammeln. 1934 kehrte er letztendlich wieder nach Texas zurück. Auf seiner Rückreise begegnete er seiner späteren Frau Claudia Alta Taylor, welche unter dem Namen Lady Bird Johnson bekannt wurde. Die beiden heirateten am 17. November 1934 in San Antonio. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Lynda Bird Johnson und Luci Baines Johnson.

Wer war Lyndon B. Johnsons Ehefrau?

Lyndon B. Johnson war seit dem 17. November 1934 bis zu seinem Tod mit der Texanerin Claudia Alta Taylor verheiratet, welche den Spitznamen „Lady Bird“ trug. Nach ihrer Hochzeit wurde die Unternehmerin als Lady Bird Johnson bekannt.

Die Reformpolitik von US-Präsident Roosevelt sorgte dafür, dass in Johnson eine Begeisterung für die demokratische Partei entfachte. Roosevelt kämpfte gegen die Große Depression bzw. Great Depression, welche während der 1930er Jahre die Wirtschaftssituation der USA markant prägte. 1935 folgte Johnsons Ernennung zum Direktor der bekannten National Youth Administration, welche bedürftigen Studenten und jungen Leuten half, einen neuen Arbeitsplatz zu vermitteln.

Zwei Jahre später gab Johnson seine Position auf. Er ließ sich daraufhin zur anstehenden Wahl für einen Platz im Repräsentantenhaus aufstellen. Johnson gewann schließlich die Wahl, sodass er am 10. April 1937 letztendlich seinen Platz im US-Repräsentantenhaus einnehmen konnte.

Schon während seiner Kampagne zeigte sich Johnson der Politik von Roosevelt zugeneigt und unterstützte diese aktiv. Ein Jahr später folgte eine Wahl im Repräsentantenhaus, welche er wiederum gewann. Bis einschließlich 1946 wurde Johnson in einer regulären Wahl im zweijährigen Turnus offiziell als Abgeordneter wiedergewählt. Als Abgeordneter beteiligte er sich 1938 maßgeblich an der Operation Texas. Diese ermöglichte die legale Flucht von jüdischen Bürgern aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die Vereinigten Staaten. 1941 kandidierte Johnson erstmals für einen Amtssitz im Senat, wobei er unterlag und sich das Gerücht eines Wahlbetrugs verbreitete.

Lyndon B. Johnson 1942 in Marine-Uniform
Lyndon B. Johnson 1942 in Marine-Uniform, LBJ Library [Public Domain]
Mit dem offiziellen Eintritt der USA in das Geschehen des Zweiten Weltkriegs im Dezember 1941 wurde er Offizier der US-Navy und bat um Kampfeinsatz. Jedoch wurde ihm diese Bitte verwehrt. Er wurde stattdessen mit Inspektionsaufgaben betraut. 1942 entsandte Präsident Roosevelt ihn schließlich nach Neuguinea. In Neuguinea verschlechterte sich Johnsons Gesundheitszustand, da er eine lebensbedrohliche Lungenentzündung erlitt, welche er aber überstand.

Dennoch litt Johnson ab 1943 bis 1955 unter sieben weiteren Lungenentzündungen sowie anderen Atemwegserkrankungen. Roosevelt ließ im Juli 1942 sämtliche Mitglieder des Repräsentantenhauses vom Militärdienst befreien, damit diese sich wieder ihren politischen Tätigkeiten widmen konnten. Folglich galt Johnsons Militärkarriere als beendet und er wurde Vorsitzender eines Subkomitees, welches dem Marineausschuss angehörte, welcher wiederum dem Repräsentantenhaus unterstand.

Seine Frau Lady Bird begann in dieser Zeit ihre Unternehmerkarriere. Diese förderte maßgeblich den politischen Einfluss Johnsons. 1943 kaufte Lady Bird Johnson einen kleinen Rundfunksender. Durch die Kontakte ihres Ehemanns zur Federal Communications Commission gewann dieser sofort erhebliche Vorteile. Ebenso förderte die Kommission den Sender finanziell. In der Zwischenzeit war Johnson weiterhin im Repräsentantenhaus beschäftigt.

Seine Zeit als Vizepräsident

1948 kandidierte Johnson nicht für das Repräsentantenhaus. Seine Kandidatur galt erneut dem Senat. Im November desselben Jahres schaffte er es schließlich in den US-Senat. Erneut kam ein Wahlbetrug auf, welcher sich dieses Mal jedoch zu Gunsten Johnsons neigte. Als Folge erhielt Johnson lange Zeit den Spitznamen: „Landslide (Erdrutsch) Lyndon“. Bei den Senatswahlen in den Jahren 1954 und 1960 wurde Johnson zudem als Vertreter des Bundesstaates Texas bestätigt. Aufgrund seiner Wahl zum US-Vizepräsidenten 1960 nahm Johnson sein Mandat aber nicht mehr an.

Was war Lyndon B. Johnsons Spitzname?

Lyndon Baines Johnson wird geläufig mit Lyndon B. Johnson abgekürzt. Sein tatsächlicher Spitzname lautete LBJ. Während seiner frühen politischen Tätigkeit besaß er zudem den Spitznamen „Landslide Lyndon“.

Ab 1953 erlang Johnson, inzwischen Führer der demokratischen Fraktion, maßgeblich Bedeutung und Einfluss. Mit 1955 war er sogar Majority Leader. Seine Aufgaben überschritten dabei den eigentlichen Bereich, welcher sein Amt einschloss. Unter anderem arbeitete er mit Präsident Eisenhower im Bereich von innenpolitischen Fragen zusammen. Obwohl Eisenhower Republikaner war, verlief die Zusammenarbeit reibungslos. 1954 entstand als Folge das Johnson Amendment. Dieses hinderte steuerlich begünstigte gemeinnützige Organisationen, in finanzieller Hinsicht in Wahlkämpfen teilzunehmen. Ebenfalls beteiligte sich Johnson maßgebend an der Abfassung des sogenannten Civil Rights Act des Jahres 1957. Das Bürgerrecht war das Erste seiner Art nach rund hundert Jahren nach der Abschaffung der Sklaverei. Als Folge eines schweren Herzinfarkts am 2. Juli 1955 musste er eine mehrmonatige politische Pause einlegen, welche er erst im Januar 1956 beendete.

Lyndon Johnson unterzeichnet den Civil Righs Act 1964
Lyndon Johnson unterzeichnet den Civil Righs Act 1964 by Cecil Stoughton, White House Press Office (WHPO)

Im Sommer 1960 folgte die Aufstellung Johnsons als Kandidat zur Präsidentschaftswahl. Hierbei vertrat er weiterhin die demokratische Partei. Finanziert wurde sein Wahlkampf mit Geldern des Unternehmens seiner Frau. Dennoch galt John F. Kennedy als weitaus populärer.

Nachdem Kennedy offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde, kam dieser auf Johnson zu und fragte ihn, ob dieser Vizepräsident werden und somit die zweite Position in der Regierung einnehmen wolle. Johnson akzeptierte das Angebot. Obwohl dieses Vorgehen bis heute diskutiert wird, galt Johnson als Trumpf für Kennedy als zukünftigen Präsidenten. Johnson als Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten sorgte dafür, dass die demokratische Partei mehrere republikanisch geprägte Südstaaten für sich gewinnen konnte. Dies schloss auch Johnsons Heimat Texas mit ein. Schließlich gewannen Kennedy und Johnson die Wahl gegen den ehemaligen US-Vizepräsidenten Richard Nixon. Die Amtseinführung fand am 20. Januar 1961 in Washington statt.

Präsident John F. Kennedy (rechts stehend) mit Vizepräsident Lyndon B. Johnson
Präsident John F. Kennedy (rechts stehend) mit Vizepräsident Lyndon B. Johnson, Frank Muto [Public domain]
Das Amt des Vizepräsidenten sah für Johnson vor allem zwei wesentliche Aufgaben vor. Zunächst erhielt er die Oberaufsicht über das amerikanische Weltraumprogramm. Kennedy plante, bis zum Ende des Jahrzehnts erstmals die Landung auf den Mond durch einen Menschen. Ebenfalls wurde Johnson Vorsitzender des „President’s Committee on Equal Employment Opportunity“. Dieser galt aus Ausschuss für gleiche Beschäftigungschancen. Aufgrund kaum vorhandener Finanzen blieb das Gremium jedoch faktisch wirkungslos.

Obwohl Johnson über Erfahrung im Gesetzgebungsverfahren besaß, wurde er von Kennedy bei diesen Angelegenheiten nur selten zu Rate gezogen. Ebenfalls wurde er ausgeschlossen, wenn wichtige Sitzungen des Kabinetts stattfanden. Die sogenannte „Bobby Baker-Affäre“ drohte 1963 letztendlich Johnsons politische Karriere zu beenden, da Bobby Baker, Johnsons engster Vertrauter, in einen Korruptionsskandal verwickelt wurde.

1961 wurde Johnson von Kennedy nach dem Mauerbau in Berlin in die deutsche Stadt geschickt, um sich selbst ein Bild der Lage machen zu können. Obwohl die USA den Mauerbau ablehnten, wollten sie keinen Atomkrieg riskieren. Gleichzeitig wurde die Anzahl der in Berlin stationierten US-Streitkräfte erheblich erhöht. Weitere Reisen führten Johnson schließlich nach Südvietnam, Skandinavien und Kanada. Kennedy wollte seinem Stellvertreter aber nicht zu viel Macht zukommen lassen, wodurch Johnson von wichtigen außenpolitischen Themen abgeschnitten wurde.

Seine Präsidentschaft

Dass Lyndon B. Johnson nicht nur Kennedys Vizepräsident, sondern auch dessen Nachfolger wurde, war nicht von Anfang klar. Als der amtierende Präsident am 22. November 1963 das texanische Dallas besuchte, fuhr dieser mit einem offenen Wagen durch die Innenstadt. Ein Attentäter nutzte diese Gelegenheit und erschoss Kennedy in seinem Wagen. Johnson folgte dem Wagen. Er bemerkte zunächst nur die Schüsse und nicht, dass Kennedy getroffen wurde. Erst im Krankenhaus überbrachte man ihm die Todesnachricht des Präsidenten.

Nach der offiziellen Bestätigung wurde Johnson mit 55 Jahren an Bord einer Maschine der US Air Force zwei Stunden nach dem offiziellen Tod von Kennedy als neuer Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Lyndon B Johnson Vereidiung
Vereidigung von Lyndon B Johnson zum neuen Präsidenten.

Erst eine Woche nach seiner Vereidigung begann Johnson seine Tätigkeit als US-Präsident im Oval Office. Am 7. Dezember 1963 folgte sein Einzug mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in das Weiße Haus. Eine seiner ersten Amtshandlungen war dabei die Untersuchung des Kennedy-Attentats durch die Einsetzung der sogenannten Warren-Kommission. Seine Tätigkeit musste er in dieser Zeit ohne Vizepräsidenten ausüben, da dessen Berufung von Gesetzeswegen aus nicht möglich war.

Am 3. November 1964 stand die nächste Präsidentschaftswahl an. Bereits im Vorfeld kündigte Johnson die Great Society, sein politisches Programm, an. Das Programm sah umfassende Sozialreformen in den Gebieten des Bürgerrechts, der Bildung, des Gesundheitswesens, der Armutsbekämpfung und des Umweltschutzes vor. Ende August 1964 wurde Johnson einstimmig als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei ernannt.

Das sozialpolitische Programm Johnsons fand während seines Wahlkampfes große Zustimmung in der Bevölkerung. Zugleich stellte er seinen Gegner Barry Goldwater mit teils Negative Campaigning schlecht dar. Infolgedessen entwickelte sich Johnsons Wahl- und Werbespruch „All the Way with LJB“.

Letztendlich gewann Johnson die Wahl eindeutig mit 486 der 538 Wahlmännerstimmen. Auch 44 der 50 Bundesstaaten stimmten mit einer Mehrheit für ihn. Das Popular Vote zeigte, dass rund 61,1 Prozent der abgegebenen Stimmen für Johnson waren. Die Wahl stellt bis heute den höchsten Sieg eines Präsidenten in der amerikanischen Geschichte gemessen am Verhältnis der Stimmen dar. 95 Prozent der Afroamerikaner stimmten dabei für Johnson, da dieser aufgrund seines Bürgerrechtsprogramms für die Gleichberechtigung der afroamerikanischen Bevölkerung war.

Johnsons Vizepräsident wurde schließlich Senator Hubert H. Humphrey, welcher von ihm nominiert wurde. Die Amtseinführung fand am 20. Januar 1965 statt.

Sein politisches Programm

Johnsons Great Society sah ein demokratisches und gerechtes Amerika vor. Er wollte eigenen Aussagen zufolge Unterprivilegierten zu mehr Chancengleichheit verhelfen. Dies wollte er vor allem Afroamerikaner ermöglichen. Seine Bürgerrechtsagenda sorgte für zahlreiche neue Gesetze. Neben seinem Einsatz für Rassengleichheit und der Armutsbekämpfung konnte sich zugleich der amerikanische Sozialstaat ausdehnen. Außerdem erreichte er seine größte Akzeptanz. Die Wirtschaftsentwicklung mit steigendem Bruttoinlandsprodukt unterstützte dieses Wachstum wesentlich.

Nach seinem Amtseintritt unterstützte Johnson die Bürgerrechtsbewegung bzw. Civil Rights Movement der Afroamerikaner, welche vom bekannten Bürgerrechtler Martin Luther King angeführt wurde. Obwohl Afroamerikaner seit Ende des Sezessionskrieges 1865 die vollen Bürgerrechte besaßen, herrschte noch zu Beginn der 1960-Jahre eine Rassentrennung mitsamt Diskriminierung und Vorurteile. Kennedy legte bereits einen Gesetzesentwurf zur Aufhebung der Rassentrennung vor, welches allerdings durch den Kongress verhindert wurde. Johnson griff jedoch Kennedys Vorschlag auf. Damit das Gesetz verabschiedet werden konnte, übte er im Frühjahr erheblichen Druck auf die Abgeordneten und Senatoren aus.

Als Folge stimmte das Repräsentantenhaus einem Gesetz zu. Im Senat saßen allerdings weiterhin Senatoren, welche sich gegen den Gesetzesentwurf und somit gegen das Gesetz wandten. Johnson aber bekräftigte weiterhin seine Unterstützung des geplanten Gesetzes. Am 2. Juli 1964 trat schließlich der Civil Rights Act des Jahres 1964 in Kraft. Bis heute gilt es als das bedeutungsvollste US-Bundesgesetz in Bezug auf die Gleichstellung schwarzer Bürger. Das Gesetz besaß für die afroamerikanische Bevölkerung vor allem positive Auswirkungen auf viele Bereiche ihres Alltagslebens.

Obwohl das Bürgerrechtsgesetz die Lebenssituation der schwarzen Bevölkerung verbesserte, galt weiterhin eine Diskriminierung afroamerikanischer Wähler. Die Bürgerrechtsbewegung unter King schlug schließlich zu Beginn des Jahres 1965 vor, ein umfassendes Wahlrechtsgesetz zu erlassen. Zunächst gab Johnson seine Skepsis gegenüber dem zweiten Bürgerrechtsgesetz binnen eines Jahres kund.

Als Folge traten vor allem im Süden des Landes überwiegend friedliche Kundgebungen afroamerikanischer Bürger auf. Johnson schützte auf Wunsch hin die Protestmärsche durch die Bundestruppen. Am 15. März 1965 forderte er in einer Rede den Kongress letztendlich auf, das Wahlrechtsgesetz zu beschließen. Der Voting Rights Act wurde als Folge am 6. August 1965 von Johnson unterzeichnet, sodass afroamerikanische Bürger nun keine Diskriminierung bei Wahlen mehr erfahren sollten.

Johnson und der Vietnamkrieg

Der Vietnamkrieg prägte Johnsons Präsidentschaft maßgeblich. Schon unter seinen Vorgängern waren Militärberater in Südvietnam tätig. Mit der Trennung in einem von Kommunismus geprägten Norden und in einen antikommunistischen Süden 1954 galt Vietnam als geteiltes Land. Durch den Einfluss des Kalten Krieges wurde der Norden zunehmend kommunistischer. Die US-Regierung sah es ab 1960 als notwendig an, den Süden militärisch zu beraten und folglich zu unterstützen. Der Norden hingegen fand Unterstützung in der Sowjetunion und in der Volksrepublik China.

Johnson brachte eine negative Grundhaltung gegenüber dem von Kommunismus beherrschten Norden Vietnams auf, damit das Land nicht gleich wie China endete. Der Tonkin-Zwischenfall am 2. und 4. August veranlasste die beiden Häuser des Kongresses schließlich dazu, dem Präsidenten in der Entsendung von Truppen zuzustimmen. Dass der Tonkin-Zwischenfall, ein Angriff auf ein amerikanisches Kriegsschiff durch nordvietnamesische Streitkräfte, und die daraus resultierende Tonkin-Resolut

Lyndon B. Johnson im Dezember 1967
Lyndon B. Johnson im Dezember 1967, Yoichi Okamoto [Public domain]
ion wesentlich von US-Seite her fingiert war, kam hierbei nicht zu Tage.

Die US-Regierung begann mit März 1965 die Operation „Rolling Thunder“, welche zunächst die Bombardierung des im Norden gelegenen Ho-Chi-Minh-Pfads plante. Letztendlich weiterte

sich das Bombardement auf den Süden aus. Dadurch wurden die stationierten Truppen verdoppelt. Johnson entschied, den Kampf auch mit Bodentruppen zu führen. Sein Angebot auf Friedensgespräche mit der Führung in Hanoi wurden allerdings bis 1968 vehement zurückgewiesen. Dialoge waren nur mit einer endgültigen Einstellung sämtlicher Kriegshandlungen der Amerikaner sowie dem vollständigen Abzug aller US-Truppen möglich.

Ende seiner Präsidentschaft

Am 3.1. März 1968 gab Johnson im Zuge einer Fernsehübertragung bekannt, erneut auf eine Aufstellung als Kandidat für die Präsidentschaftswahl zu verzichten. Als Grund führte Johnson die Verhandlungen in Vietnam und ein möglicher Frieden an. Allerdings litt der US-Präsident unter einem schlechten Gesundheitszustand. Johnson folgte Vizepräsident Hubert H. Humphrey als neuer Kandidat.

Ab Sommer 1968 begannen diplomatischen Gespräche zwischen Vertretern der Regierung der USA unter Johnson und nord- wie südvietnamesischen Diplomaten in Paris. Johnson versuchte dabei, den Krieg schnellstmöglich zu beenden. Zugleich erhoffte sich Johnson, Humphreys Umfragewerte durch diesen Vorgang zu erhöhen. Nixon allerdings gewann den Wahlkampf äußerst knapp. Erst 1973 wurde der Frieden mit Vietnam unter Nixon geschlossen. Am 20. Januar 1969 endete schließlich Johnsons Amtszeit.

Sein Nachleben

Nach seinem Abtreten als US-Präsident verbrachte Lyndon B. Johnson sein Leben auf seinem texanischen Anwesen, welches als die LBJ Ranch bekannt ist. Die Ranch liegt nahe seinem Geburtsort Stonewall. Heute beinhaltet die Ranch ein Museum und einen National Historic Park. Auf seinem Anwesen schrieb Johnson seine Memoiren nieder, welche 1971 mit dem Titel „The Vantage Point“ veröffentlicht wurden. Während seines Ruhestandes führte er zahlreiche Auftritte, vor allem an Universitäten und Schulen, durch. 1971 wurde die Lyndon B. Johnson Präsidentenbibliothek eröffnet, an deren Errichtung sich der Ex-Präsident persönlich beteiligte.

Johnson im September 1972
Johnson im September 1972, Frank Wolfe [Public domain]
Johnsons Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Am 22. Januar 1973 erlitt der inzwischen 64-Jährige einen dritten Herzanfall direkt auf seiner Ranch. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus nach San Antonio verstarb er. Die Beerdigung Lyndon B. Johnsons fand am 25. Januar 1973 auf seiner Ranch statt. Er wurde im Rahmen einer Staatszeremonie beerdigt. Dean Rusk, Johnsons Außenminister, hielt die Grabrede. Zu den Gästen zählten unter anderem Richard Nixon, der amtierende Präsident der USA. Das Grab Johnsons liegt auf dem Gelände der LBJ Ranch.

Nur wenige Tage nach Johnsons Tod wurde am 27. Januar 1973 in Paris ein Vertrag zwischen den USA und Vietnam unterzeichnet. Der Vertrag sah die Beendigung des Eingriffes der USA in die direkte Verwicklung in den Vietnamkonflikt vor. Nixon kündigte daraufhin bereits einen Tag nach Johnsons Tod in einer Ansprache im Fernsehen das anstehende Friedensabkommen an. In diesem Zusammenhang bemerkte er, dass keiner mehr den Frieden begrüßt hätte als Lyndon B. Johnson.

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