Pacific Palisades (Los Angeles)

Das berühmte Viertel Pacific Palisades in Los Angeles

Pacific Palisades, Los Angeles
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Los Angeles weist zahlreiche berühmte und geschichtsträchtige Viertel auf. Eines von ihnen ist Pacific Palisades. Zunächst wurde die Gegend durch Filmproduktionen bekannt und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem sehr begehrten und zugleich teuren Wohnort. Heutzutage wohnt eine Vielzahl an Prominenten in Pacific Palisades. Gleichzeitig fungiert die Gegend als Drehort für Filme und Fernsehserien.

Die Geschichte von Pacific Palisades

Die Geschichte des Nobelviertels Pacific Palisades beginnt nicht als eigentliches Wohnviertel. Der Ursprung des Ortes wurde durch das Filmstudio Inceville begründet. Der Filmproduzent Thomas Harper hatte ab 1911 rund 20.000 Hektar des Viertels für sein Filmstudio umgewandelt. Die große Fläche wurde ab 1912 bis 1922 verwendet, um Filme, vorwiegend Western, zu drehen. Zum damaligen Zeitpunkt hieß das Viertel jedoch noch nicht Pacific Palisades sondern Inceville. Die künstliche Stadt bestand zu diesem Zeitpunkt aus Studios, Büros und Westernkulisse und galt als erstes modernes Filmstudio von Hollywood.

Inceville war bis 1924 im Einsatz. In diesem Jahr brannten das Filmstudio sowie die Kulissen ab. Im selben Jahr verstarb zudem Harper, welcher 1918 zuvor noch Paramount Pictures gegründet hatte. Nach seinem Ende als Filmstudio ließ man Inceville jedoch nicht verkommen. Die südkalifornische Methodistenkirche, welcher der sogenannten Chautaugua-Bewegung angehörte, kaufte die Gegend, um dort eine religiöse Kommune entstehen zu lassen. Bereits 1925 nahm dieses Vorhaben Gestalt an. Rund 100 recht bescheidene Unterkünfte wurden dort in diesem Jahr errichtet.

Pacific Palisades, Los Angeles
Pacific Palisades, Los Angeles

Die Angehörigen der Bewegung kultivierten die Gegend, indem sie Bauplätze und Straßen anlegten. Mit 1926 wohnten schon 250 Familien im Viertel. Ein Jahr später erwarb Frank Meline, ein Grundstücksmakler und Immobilienunternehmer, Teile des Landes. Durch Melines Bemühungen schaffte er es, die Gegend mit anderen Gebieten zur Riviera in Kalifornien zu entwickeln. Das Viertel Pacific Palisades war geboren. Im Laufe der Jahre verwandelten sich die spärlichen Bauten, teilweise nur Zelte und Hütten, zu Bungalows und größeren Anwesen. Schließlich zogen auch Menschen ohne religiöse Hintergründe nach Pacific Palisades.

Den Höhepunkt als neuen Wohn- bzw. Zufluchtsort erhielt das Viertel während der 1930er und 1940er Jahre. Als „Weimar am Meer“ wurde Pacific Palisades die neue Heimat von Intellektuellen aus Österreich und Deutschland. Viele von ihnen erhofften sich eine Arbeit in der Filmbranche. Unter anderem lebten in diesem Jahren Franz Werfel, Vicki Baum, Bertolt Brecht, Thomas Mann und Lion Feuchtwanger in Pacific Palisades. Ab dem Eintritt der USA in den Weltkrieg im Jahr 1941 wurden die Emigranten aus Österreich und Deutschland allerdings als „feindliche Ausländer“ angesehen. Ihnen gegenüber wurden Ausgangssperren für Nacht- und Abendstunden verhängt, wodurch sie sich nicht mehr in den Kneipen und Bars des Viertels treffen konnten. Als Folge wurden die edlen Wohnhäuser der Immigranten als Treffpunkt berühmt.

Nachbarschaft und Umgebung

Pacific Palisades liegt direkt am Strand von Los Angeles. Das Viertel befindet sich somit zwischen Brentwood, Santa Monica, den Santa Monica Mountains sowie Malibu. Schätzungsweise leben rund 27.000 Personen im Nobelviertel. Da Pacific Palisades eine sehr wohlhabende Gegend ist, kosten Häuser und Apartments dort sehr viel. Vorwiegend wurde eine Mischung aus kleinen wie großen Anwesen, Apartments und Eigentumswohnungen im Wohngebiet errichtet. Die Häuser sind hierbei nicht immer modern, sondern durchaus auch älter.

Wo ist Pacific Palisades?

Pacific Palisades liegt im Westen von Los Angeles direkt an der Westküste, wodurch das Viertel eine Anbindung ans Meer sowie einen schönen Strand besitzt.

Da es sich bei Pacific Palisades eher um ein Wohn- als ein Geschäfts- und Shoppingviertel handelt, ist der Geschäftsbezirk eher klein und zentral gelegen. Wesentlich besteht er aus dem Sunset Boulevard. Der Sunset Boulevard vereint verschiedene Geschäfte, Restaurants, Büros sowie Banken, wodurch dort immer reges Treiben herrscht. Dadurch erhielt der Teil des Viertels den Spitznamen „The Village“.

Wer in Pacific Palisades entspannen möchte, kann dies entweder am weitläufigen Strand oder in einer der vielen Parkanlagen tun. Diese sind äußerst großzügig angelegt und laden zum Verweilen ein. Bekannte Gebäude sind zugleich die Palisades Charter High School, die Villa Aurora und das Wohnhaus der Familie Mann.

Der Strand von Pacific Palisades
Der Strand von Pacific Palisades

Wissenswerte Fakten zu Pacific Palisades

Nicht nur Mitte des 20. Jahrhunderts war Pacific Palisades der Wohnort von Prominenten und Berühmtheiten in Los Angeles. Bis heute ziehen zahlreiche Stars, Sternchen und andere bekannte Personen in das Viertel, sodass es inzwischen zu einem der teuersten Gebiete in der gesamten Stadt geworden ist.

Die einzelnen Bauten kosten dabei mehrere Millionen Dollar, wodurch sie sich nur schwer zu leisten sind. Beispielsweise befinden sich die Villen von Steven Spielberg, Rihanna und Ben Affleck im Viertel. Heidi Klums und Seals ehemaliges gemeinsames Anwesen liegt ebenso dort.

Wann ist die beste Reisezeit für Pacific Palisades?

Grundsätzlich ist die beste Reisezeit für ganz Los Angeles zwischen Mai und Oktober. Dies gilt ebenso für das Viertel Pacific Palisades.

Im deutschen Fernsehen erlangte Pacific Palisades als Drehort für die bekannte Serie „Germany’s Next Topmodel“ Bekanntheit. Die sogenannte „Topmodel-Villa“ ist nämlich ebenfalls im Nobelviertel.

Pacific Palisades Strand
Der Strand von Pacific Palisades, Los Angeles

Ergänzend diente Pacific Palisades nicht nur als Drehort für die deutsche Fernsehserie oder die Western des frühen 20. Jahrhundert. Die Fernseh- und Filmgeschichte des Wohnviertels geht dabei noch viel tiefer. Fernsehfans dürfte vor allem der Strand bekannt vorkommen. Er diente für die in den 1990er Jahren beliebte und weit bekannte Serie „Baywatch“ als Hauptdrehort. Horrorliebhaber hingegen könnten die Palisades Charter High School kennen. In ihr wurde der Horrorfilm „Carrie“, welcher auf dem Bestseller von Stephen King basiert, gedreht. Das erste Heim der „Golden Girls“ lag ebenso in Pacific Palisades. Wer zudem die Serie „L.A. Affairs“ kennt, dürfte viele Teile des Viertels im Fernsehen gesehen haben. TV-Serien-Erfinder Aaron Spelling benannte die beliebte Serie nach dem Ort in Los Angeles.

Die Villa Aurora, welche von Thomas Mann bewohnt wurde, ist zugleich seit 1995 eine Künstlerresidenz für Stipendiaten. Personen mit einem Stipendium aus den Sparten Literatur und Journalismus, Komposition, Bildende Kunst oder Film können im berühmten Haus leben sowie arbeiten. Ziel des Aufenthalts ist es, allen Interessenten den Lifestyle, die Geschichte sowie die Kultur der USA näher zu bringen und den Studenten, Lehrenden und Auszubildenden eine Inspirationsquelle zu bieten.

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2 Kommentare
  1. Marie Machnik sagt

    Danke für den tollen Artikel. Besonders die Geschichte von Pacific Palisades finde ich spannend, da dort ja – wie beschrieben – viele Deutsche und Europäer im Exil lebten. Sie hatten aber nicht nur eine Ausgangssperre, sondern auch eine räumliche Beschränkung und durften sich nicht mehr als 5 Meilen von ihrem Wohnhaus wegbewegen. Thomas Mann und seine Familie waren davon aber übrigens nicht betroffen, da er zu dieser Zeit offiziell die tschechische Staatsbürgerschaft besaß.
    Diese und weitere Infos und Geschichte über Pacific Palisades finden sich in dem Buch von Nenik/Stump: Das Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades, 2018.
    Wie sehr sich dieses Gebiet damals verändert hat, lässt sich übrigens an einigen historischen Luftaufnahmen sehen, die hier zu finden sind:
    https://www.the-quandary-novelists.com/seven-palms-das-thomas-mann-haus-in-pacific-palisades/bislang-unbekannte-bilder/

    Liebe Grüße,
    Maria

    1. Michael sagt

      Hallo Maria,

      danke für deine Anmerkungen und die spannenden Insights. Ich schaue mir die Luftaufnahmen gleich mal an. 🙂

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