Wer ist Warren Buffet?

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Den Namen Warren Buffett haben wahrscheinlich insbesondere Finanzinteressierte schon einmal gehört, denn er wird von vielen Anlegern auf der ganzen Welt bewundert. Er gehört zu den weltweit reichsten Menschen. Sein Vermögen wird auf mehr als 80 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Warren Buffet
Warren Buffet, Copyright Mark Hirschey [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Für viele ist Warren Buffett der erfolgreichste Investor aller Zeiten. Im Spiegel wird er „Mozart der Finanzwelt“ genannt. Doch er gilt als bodenständig, denn er lebt nach wie vor in seinem 1958 gekauften Haus und möchte mehr als 85 Prozent seines Privatvermögens an wohltätige Zwecke spenden.

Dabei lief in seiner facettenreichen Lebensgeschichte nicht immer alles glatt, denn es gab auch einige Krisen, beispielsweise die Anfangszeit der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway oder der Betrug bei der amerikanischen Investmentbank Salomon Brothers, die 1998 von der heutigen Citigroup Travelers Group gekauft wurde.

Doch Warren Buffett hat die Krisen nicht nur überstanden, sondern sie haben das Investment-Genie gestärkt.

Steckbrief: Warren Buffett

  • Name: Warren Edward Buffett
  • Geboren: am 30. August 1930 in Omaha, USA Nebraska
  • Beruf: Investor
  • Firma: Berkshire Hathaway
  • Vermögen: circa 81 Milliarden US-Dollar (Stand 2018)
  • Adresse: Omaha, 5505 Farnam Street (Nebraska 68132)
  • Eltern: Mutter: Leila Buffett (1904 bis 1996) Howard Buffett (1903 bis 1964), Broker und Kongressabgeordneter
  • Geschwister: Roberta Buffett Bialek, Doris Eleanor Buffett
  • Ehefrauen: Susan Thompson Buffett, Astrid Menks (verheiratet seit dem Jahr 2006)
  • Kinder: Howard Graham Buffett, Susan Alice Buffett, Peter Buffett

Kindheit – Warren Buffett hat schon früh seinen Geschäftssinn entwickelt

Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha geboren. Von 1952 bis 2004 war er bis zu ihrem Tod mit Susan Buffett (geborene Thompson) verheiratet. Die beiden haben drei Kinder.

Sein unternehmerisches Geschick stellte er schon als Kind unter Beweis: Als er fünf Jahre alt war, kaufte er für 25 Cent Coca Cola Sixpacks und verkaufte jede Flasche einzeln für fünf Cent. Zusammen mit seinen Freunden sammelte er abgenutzte Golfbälle und vertrieb sie. Durch diese und weitere kleinere Geschäfte besserte er sein Taschengeld auf.

Zudem lieferte er in Washington D.C. Zeitungen aus, dank klug gewählter Route 500 in nur einer Stunde. Er vertrieb noch weitere Zeitungen, um seinen Verdienst zu erhöhen. Daraus wurde bald ein richtiges Geschäft, denn er verdiente im Monat 175 Dollar, was heutzutage rund 2.600 Dollar pro Monat entspricht. Daneben kaufte er alte Flipperautomaten, um sie zu reparieren und in Geschäften aufzustellen bzw. sie zu vermieten.

Schon im Alter von elf Jahren kaufte er seine ersten drei Aktien, denn sein Vater, zu dem er ein sehr gutes Verhältnis hatte, war im Besitz eines Büros für Vermögensanlagen. Die Aktien veräußerte er anschließend gewinnbringend.

Den Erlös investierte er in die Käufe von Grundstücken und Geschäften. Noch bevor er 18 Jahre alt war, hat er eine Farm gekauft, die er verpachtete. Sein Geschäftssinn wuchs immer stärker, denn es zeichnete sich längst ab, dass er ein gutes Händchen dafür hat.

Warren Buffett – der Selfmade Milliardär hat sich alles selbst erarbeitet

Warren Buffett hat sich seinen Erfolg selbst verdient. Er resultiert aus seinen Erfahrungen, scharfen Analysen, seiner Effizienz und seinem Tatendrang. Er war nicht nur von Glück gesegnet, was die Geschäfte anbelangt. Ganz im Gegenteil: Er scheiterte oft, doch er hat stets das richtige daraus gelernt und das ist es, was ihn wahrscheinlich zum erfolgreichsten Investor aller Zeiten gemacht hat.

Er lernte schnell, die Bequemlichkeit der Menschen für sich zu nutzen und durch ein effizientes Handeln große Profite zu erzielen. Bereits in frühen Jahren war seine Vorliebe für Geschäfte stark ausgeprägt. Das Gleiche gilt für Zahlen, denn das mathematische Genie hat ihm seine Mutter vererbt. Warren Buffet kann lange Zahlenreihen im Kopf behalten und ausgezeichnet Kopfrechnen.

Sein elterlicher Einfluss ist die Grundlage seiner Neigung zu materiellen Vermögensgegenständen. Auch im Lebensmittelladen seines Großvaters, in dem er gearbeitet hat, lernte er wichtige Werte wie Pünktlichkeit, Disziplin und harte Arbeit. Sparsamkeit wurde innerhalb der Familie groß geschrieben. Ihm wurde schon früh bewusst, dass er seine Einnahmen erhöhen und seine Ausgaben verringern muss, wenn er reich werden möchte.

Heute zählt Warren Buffett neben Bill Gates zu den weltweit reichsten Menschen, doch 99% seines Vermögens hat der Selfmade Milliardär erst nach seinem 50. Geburtstag erwirtschaftet. Aufgrund seiner treffsicheren Prognosen wird der Superinvestor auch gern „Oracle of Omaha“ genannt. Dabei ist er stets bodenständig geblieben, denn der Vater Howard Buffett hat seinem Sohn eine moralische, konservative und solide Lebensweise übermittelt.

Ausbildung und Bildungsweg

Nach der High School hat Warren Buffett von 1947 bis 1949 an der University of Pennsylvania (Wharton Business School) studiert. Doch er brach das Wirtschaftsstudium mit 17 Jahren ab, da es ihm seiner Meinung nach kaum etwas brachte. Er war unterfordert und der Meinung, dass er mehr wüsste als die Professoren, die außerdem Theorien mit zu wenigen Einzelheiten erklären würden, aus welchen er Profit machen könnte.

Stattdessen studierte er an der University Nebraska Ökonomie und schloss im Jahr 1950 mit dem Bachelor ab. Zu dieser Zeit war er 19 Jahre alt. Danach lehrte Buffett an der renommierten New Yorker Columbia University, wo er 1951 den Master in Wirtschaftswissenschaft erwarb.

Von 1954 bis 1956 war Buffett an der Wall Street für die Investfirma von Investmentguru Benjamin Grahams tätig, den er an der Columbia University kennen lernte. Er war einer der Dozenten und galt als „Vater der Fundamentalanalyse“. Warren Buffett wurde Wertpapieranalyst im Brokerunternehmen.

Seit 1956 konnte er stets überdurchschnittlich hohe Renditen erwirtschaften und übertraf die führenden Aktienmärkte bei weitem. Doch er blieb auch der Firma seines Vaters treu.

Gründung seiner eigenen Firma

1956 gründete er sein eigenes Unternehmen Buffett Partnership Ltd. Freunde und Verwandte haben 105.000 US-Dollar beigesteuert, während Buffett selbst symbolisch 100 Dollar eingezahlt hatte. Da war er gerade einmal 25 Jahre alt. Der Investmentpool wuchs im Laufe der kommenden Jahre auf sieben Partnerschaften.

Von 1956 bis 1969 hat er ein jährliches Anlageergebnis von durchschnittlich 29,5 % erzielt. Sein Fokus lag auf noch unterbewerteten Aktien. Er hielt sie so lange, bis sich der eigentliche innere Wert in Kurssteigerungen bemerkbar macht. Die Anteile der Investmentfirma von Buffett streuten sich auf vielfältige Weise, beispielsweise Gillette, Washington Post, American Express, Walt Disney und McDonalds. Von der einstigen Textilfabrik „Berkshire Hathaway“ kaufte Buffett 1962 Aktien für rund 14,86 Dollar pro Stück.

Mit der Zeit merkte er allerdings, dass die Textilwirtschaft nachlässt. Die finanzielle Situation der Firma verbesserte sich nicht. 1964 sicherte ihm Stanton mündlich zu, dass die Anteile von Buffett zurückgekauft werden.

Einige Wochen später kam das schriftliche Angebot, jedoch für viel weniger Wert. Statt die Aktien zu verkaufen, übernahm Buffett Berkshire Hathaway und feuerte Stanton in der Folge. Die Übernahme erwies sich aufgrund der schlechten Lage jedoch als Fehler.

Berkshire Hathaway wurde zur eigenen Investmentholding umgewandelt

Er baute Berkshire Hathaway zur eigenen Investmentholding um, mit Schwerpunkt im Versicherungsgeschäft, inzwischen 66 eigenen Unternehmen sowie vielen weiteren Beteiligungen. Das Unternehmen fuhr dank seines einmaligen Finanzgeschicks jährlich überdurchschnittlich hohe Gewinne ein. Es explodierte förmlich.

2004 belegte Buffett mit 42,9 Milliarden US-Dollar Privatvermögen im Ranking der weltweit reichsten Menschen den zweiten Platz. 2008 wurde diese Liste erneuert und er rangierte mit seinem Vermögen von rund 62 Milliarden US-Dollar auf dem ersten Platz. 2009 erwarb Warren Buffett Aktien der Dow Chemical im Wert von 3 Milliarden US-Dollar. 2011 erhielt er die Auszeichnung „Presidential Medal of Freedom“.

Die Kapitalgesellschaft Berkshire Hathaway erzielte im Jahr 2013 einen Umsatz von 182 Milliarden Dollar, wobei der Reinerlös rund 28,8 Milliarden Dollar betrug. Diese Zahlen werden jedes Jahr gesteigert. 2014 betrug der Umsatz bereits 194,7 Milliarden Dollar und der Gewinn 28,1 Milliarden Dollar.

Im Jahr 2015 lagen der Umsatz der Firma bei 210,9 Milliarden Dollar und der Gewinn bei 34,9 Milliarden Dollar. Im Jahr 2016 beliefen sich der Umsatz auf 223,6 Milliarden Dollar und der Gewinn auf 33,7 Milliarden Dollar.

Aktuelles Privatvermögen beläuft sich auf mehr als 81 Milliarden Dollar

Warren Buffett war der breiten Öffentlichkeit lange Zeit unbekannt. Dies änderte sich, als der namhafte Finanzbuchautor George W. Goodman (Pseudonym „Adam Smith“) im Jahr 1972 ihm und Benjamin Graham in seinem Buch Supermoney ein eigenes Kapitel gewidmet hatte. Von da an war der Name Buffet den meisten ein Begriff.

Heutzutage liegt der Aktienkurs der Investmentholding bei rund 225.000 Dollar und der Marktwert beträgt 370 Milliarden Dollar. Das Privatvermögen von Warren Buffett wird aufgrund seiner Anteile auf etwa 81,4 Milliarden Dollar geschätzt. Damit belegt er hinter Bill Gates mit einem vermuteten Vermögen von circa 90,6 Milliarden US-Dollar den dritten Platz.

Sein großer Reichtum ist untrennbar mit der Holding Berkshire Hathaway verbunden. Sie gehört zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Je mehr Gewinn das Unternehmen erzielt, umso mehr wächst das Vermögen von Warren Buffett an. Auch heute noch hält der Großinvestor Warren Buffet die Mehrheit an den Anteilen von Berkshire Hathaway. Er sucht weiterhin nach Übernahmezielen und bleibt kauffreudig.

Großer Teil des Vermögens wird an Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen gespendet

Nicht unerwähnt bleiben sollte sein guter Charakter, denn der Multi-Milliardär spendet einen großen Anteil seines Vermögens an Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen. Sonst wäre Buffett heute wahrscheinlich der weltweit reichste Mensch.

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hat er rund 31 Milliarden US-Dollar gespendet, zum Beispiel an die Bill und Melinda Gates Stiftung. In der Kampagne geht es darum, dass die amerikanischen „Superreichen“ dazu bewegt werden sollen, Geld für wohltätige Zwecke zu spenden.

2012 versteigerte Warren Buffett ein Mittagessen mit ihm. Der Erlös war 3,5 Millionen Dollar, das der Aktion Glide zugute kam. Diese Organisation hilft armen Menschen und Obdachlosen in San Francisco. Daneben gibt es vier familieneigene Stiftungen.

Auch im Jahr 2018 hat er an wohltätige Organisationen erneut 3,4 Milliarden US-Dollar gespendet. 99 Prozent seines Gesamtvermögens sollen nach seinem Ableben zugunsten wohltätiger und gemeinnütziger Stiftungen gehen.

Zitate von Warren Buffett

Was wir aus der Geschichte lernen, ist, dass Menschen nicht aus der Geschichte lernen.

– Warren Buffett

 

Ich werde Ihnen erklären, wie Sie reich werden. Schließen Sie die Türen. Seien Sie ängstlich, wenn andere gierig sind. Und seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind.

– Warren Buffett

 

Du musst nur sehr wenige Dinge in Deinem Leben richtig machen, solange Du nicht zu viele Dinge falsch machst.

– Warren Buffett

 

Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und wirklich erfolgreichen Menschen ist, dass wirklich erfolgreiche Menschen zu fast allem nein sagen.

– Warren Buffett

 

Solltest Du Dich eines Tages in einem chronisch undichten Boot befinden, dann ist es wahrscheinlich besser, Deine Energie darein zu investieren, in ein anderes Boot umzusteigen, als ständig Lecks zu stopfen.

– Warren Buffett

 

Diversifizieren ist ein Schutz gegen Unwissen. Es macht wenig Sinn für diejenigen, die Bescheid wissen.

– Warren Buffett

 

Es ist nicht notwendig, außergewöhnliche Dinge zu tun, um außergewöhnliche Resultate zu erzielen.

– Warren Buffett

 

Ich bin ein besserer Investor, weil ist ein Geschäftsmann bin und ein besserer Geschäftsmann, weil ich Investor bin.

– Warren Buffett

 

Man braucht 20 Jahre, um sich einen Ruf zu erarbeiten und es braucht nur 5 Minuten, um ihn zu ruinieren. Wenn man das im Kopf behält, geht man einige Dinge anders an.

– Warren Buffett

 

Das Wichtigste für einen Investor ist nicht der Intellekt sondern das Temperament. Dein Temperament sollte so sein, dass Du weder große Freude empfindest, wenn Du mit der Masse läufst, und ebenso wenig, wenn Du gegen den Strom schwimmst.

– Warren Buffett

 

Kurzfristig ist der Markt ein Schönheitswettbewerb, langfristig ist er eine Waage.

– Warren Buffett

 

Ich versuche nicht, zwei Meter hoch zu springen. Ich schaue mich nach Hindernissen um, die 30 Zentimeter hoch sind, und die ich einfach überschreiten kann.

– Warren Buffett

 

Erfolgreiches Investieren benötigt Zeit, Disziplin und Geduld. Unabhängig davon, wie groß Dein Talent oder Deine Anstrengungen sind, einige Dinge brauchen einfach Zeit: Man kann kein Kind in einem Monat bekommen, indem man 9 Frauen schwängert.

– Warren Buffett

 

Ich habe viele Menschen an Alkohol oder Fremdfinanzierung — also Geld, das von anderen für einige Investitionen geliehen wird — zugrunde gehen sehen. Man muss sich in dieser Welt eigentlich kein Geld leihen. Wenn Du smart bist, wirst Du auch eine Menge Geld machen können, ohne Dich zu verschulden.

– Warren Buffett

 

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