In welchen beliebten US-Reisezielen ist Pokern erlaubt?

Las Vegas bietet mit seinen weltweit bekannten Shows Unterhaltung der Extraklasse
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Beim Thema Glücksspiel, Poker und den USA bekommen viele Glücksspielfans direkt leuchtende Augen. Was viele Menschen jedoch nicht wissen ist, dass die USA sehr restriktive Regeln um Poker und Co. haben und Glücksspiel allgemein nicht überall gleich gehandhabt wird.

Doch warum finden in den USA dann so viele der berühmten Pokerturniere statt? Das liegt natürlich mit an der amerikanischen Verfassung, die den einzelnen Staaten den Föderalismus zugesteht. Aber wo ist Pokern erlaubt und welche Regelungen gelten? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Las Vegas: Heimat des Glücksspiels
Abbildung 1: Las Vegas gilt vielen als die Heimat des Glücksspiel – dabei ist die Lage in den USA durchaus kniffelig. Bildquelle: @ Mike Boening / Unsplash.com

In diesen Bundesstaaten ist Pokern erlaubt

Für etliche Menschen ist es verwunderlich, wenn jemand behauptet, dass Casinos in den USA nicht legal seien. Schließlich gehört das „Texas Hold’Em“ fest zur amerikanischen Kultur – viele bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Ben Affleck stehen immer wieder damit in Verbindung, und zum klassischen Western-Streifen gehört die Pokerszene im Saloon fest dazu.

Dennoch stimmt diese Aussage, sie lässt nur abweichende Regelungen weg. Denn natürlich ist in Nevada, beziehungsweise in Las Vegas, das Casinospiel und Poker absolut legal. Damit steht Nevada allerdings in einer nur kleinen Gesellschaft. Denn grundsätzlich erlaubt sind Casinos einzig in Nevada, New Jersey, Delaware und Pennsylvania. Woran liegt das?

  • Lizenzen – auch in den USA müssen für Casinos Lizenzen vergeben werden. Diese gelten aber nicht landesweit, sondern nur für den bestimmten Bundesstaat. Einzig die bereits aufgeführten Bundesstaaten besitzen und vergeben Lizenzen für den Betrieb von Casinos.
  • Las Vegas – diese Stadt ist eine Ausnahme. Natürlich erlaubt Nevada das Pokerspiel, doch wurde in Las Vegas schon im Jahr 1931 das Glücksspiel gleich mit der Prostitution legalisiert. Aus diesem Grund konnte sich Las Vegas auch den Glücksspielstatus verschaffen, den es heute innehält.
  • Ausnahmen – neben den bisher genannten Staaten gibt es noch weitere Regionen oder Bundesstaaten, in denen Casinos legal betrieben werden. Oft geschieht dies unter Auflagen und nicht in dem Ausmaß, der von Las Vegas bekannt ist.

Grundsätzlich ist das Glücksspiel in irgendeiner Form in 48 Bundesstaaten erlaubt. Das Glücksspiel darf nun jedoch nicht mit Poker oder Roulette gleichgesetzt werden, denn zu der generellen Erlaubnis zählen auch Lottospiele, Charity-Verlosungen und Pferderennen. Einzig in Utah und in Hawaii ist Glücksspiel vollständig verboten.

Beim Pokern ist es noch komplizierter. Die Erlaubnis liegt bei den örtlichen Behörden und während in Kalifornien beispielsweise Pokern grundsätzlich erlaubt ist, so erlauben nur fünf der im Kreis Los Angelas gelegenen Kreise tatsächlich die Führung von Pokerrooms. In Nevada ist Glücksspiel überall erlaubt – bis auf in Panaca, einer Kleinstadt, die auch den Verkauf von Alkohol verbietet.

Online-Poker ist ebenfalls kniffelig

Wenn bereits für örtliche Casinos äußerst strenge Regeln gelten und kaum Bundesstaaten die Erlaubnis erteilen, lässt das schon ahnen, wie es für den Online-Bereich aussieht. Der Online-Poker ist tatsächlich ein Problem, denn zuerst erhielten wieder nur Nevada, New Jersey, Delaware und Pennsylvania Pokerlizenzen.

Der Rest von Amerika ist sich allerdings ziemlich uneins und Experten sprachen schon 2017 von einem absoluten Chaos. Fakt war damals:

  • Interesse – etliche Staaten hatten Interesse daran, dass sie Online-Poker anbieten könnten. Meist waren das die Staaten, in denen schon virtuelle Zugänge zur Lotterie erlaubt waren.
  • Wire Act – unter diesem Titel trieb damals noch die Obama-Regierung das Glücksspiel voran. Das Problem war, dass mit dem Regierungswechsel auch Personen in den inneren Zirkel kamen, die das Online-Glücksspiel in Grund und Boden stampfen wollten.
  • Mittlerweile – im aktuellen Wahlkampf spricht sich Biden dafür aus, den Wire-Act neu zu interpretieren und das Online-Casino- und Pokerspiel zu liberalisieren.

Generell hat sich in den vergangenen Jahren schon etwas getan. Auch in West Virginia ist Online-Poker erlaubt, wobei die Erlaubnis für Casinospiele, Sportwetten und Online-Poker gilt. Dennoch kann längst nicht von Einigkeit gesprochen werden, zu ungleich sind die einzelnen Länder.

Die meisten international bekannten Pokerturniere finden somit aus gutem Grund in den Bundesstaaten statt, die ohnehin schon liberal gegenüber dem Glücksspiel sind. Und währen der Iron Man auf Hawaii zwar stattfindet, so darf dort nicht auf den Sieger getippt werden.

Pokern in den USA trotzdem sehr beliebt

Mit dem Poker spielen ist es eine Sache für sich: Das Spiel lässt sich ebenso wenig verbieten und verbannen, wie der Alkohol. Auch die Prohibition hat in den USA nicht funktioniert, denn ist die Herstellung und der Verkauf öffentlich verboten, so gibt es ausreichend Keller und Hinterzimmer. Genau das gilt auch für das Pokerspiel, für das schließlich nicht einmal Gerätschaften benötigt werden. Und so verwundert es auch nicht, dass das Pokerspiel in den USA beliebt ist:

  • Rangliste – in der Rangliste der Top-Spieler befinden sich überwiegend Amerikaner. Phil Ivey, Phil Hellmuth, Bryn Kenney und Tom Dwan sind nur einige von ihnen.
  • Stars – auch unter ihnen pokern viele. Pamela Anderson traf einen ihrer Ehemänner eben beim Pokerspiel. Leonardo DiCaprio nutzt gerne private Pokerrunden, um sich zu entspannen. Dasselbe gilt für Tobey Maguire, der gar als Pokerlehrer für DiCaprio gilt. Was für Schauspieler gilt, passt auch zu Sportlern. Michael Phelps tauscht gerne das Wasser gegen den Pokertisch.

Das sind wieder nur einige wenige Beispiele. Dass das Pokerspiel allgemein beliebt ist, kann jeder in Las Vegas gut beobachten. Doch auch die vergebenen Online-Lizenzen werden rege genutzt und das Online-Poker ist so nachgefragt, dass tatsächlich Bundesstaaten auf die Barrikaden gehen und eine echte Liberalisierung des Glücksspielmarkts fordern. Hier zeigt sich wieder, dass generelle Verbote das Interesse und die Nachfrage an einem Spiel nicht zügeln werden. Unbekannt ist, in wie vielen Hinterzimmern und privaten Wohnzimmern regelmäßig gezockt wird. Doch da auch Amerikaner die vielen »anderen« Arten des Pokerspiels kennen und ihnen diese Partyspiele nicht fremd sind, lässt sich vermuten, dass Poker quasi überall daheim ist.

Poker in den USA
Abbildung 2: Pokern erfreut sich in den USA wachsender Beliebtheit. Bildquelle: @ Michal Parzuchowski / Unsplash.com

Fazit – pokern trotz konservativer Haltung

Trotz der teils komplizierten und für den Außenstehenden kaum nachvollziehbaren Gesetzeslage ist das Pokerspiel in den USA beliebt. Absolut offiziell erlaubt ist es dennoch nur in vier Bundesstaaten, mit West Virginia kommt ein fünfter hinzu, der es im Internet erlaubt. Dies bedeutet aber nicht, dass das »illegale« Spiel im eigenen Wohnzimmer oder mit Freunden nicht stattfindet. Das Pokerspiel kennt keine Hürden und besitzt kaum Anforderungen, sodass es natürlich im Privaten häufig gespielt wird.

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