Big Bend Nationalpark

Big Bend Nationalpark: Atemberaubende Canyon-Landschaft im Süden der USA

Big Bend Nationalpark
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Der Big Bend Nationalpark begeistert mit einer atemberaubenden Canyon-Landschaft sowie einer artenreichen Flora und Fauna. Er liegt ganz im Süden der USA, im Bundesstaat Texas, an der Grenze zu Mexiko.

Big Bend, das bedeutet „Große Schleife“ oder „Große Kurve“. Dieser Name bezieht sich auf den Rio Grande, der durch den Park fließt und eine Kurve bildet. Der Fluss fließt teilweise durch schroffe Felsen.

Der Big Bend Nationalpark ist durch vielfältige Landschaftsformationen geprägt. Die Landschaft wird von den Chisos Mountains, ausgedehnten Wäldern und der Chihuahua-Wüste bestimmt.

Das gesamte Jahr über ist der Nationalpark geöffnet. Es gibt mehrere Besucherzentren, in denen die Gäste hilfreiche Informationen erhalten. Der Park bietet vielfältige Möglichkeiten für Aktivitäten.

Steckbrief und Wissenswertes zum Big Bend Nationalpark

Big Bend Nationalpark
Big Bend Nationalpark

Hier sind die wichtigsten Fakten über den Big Bend Nationalpark im Überblick:

  • Lage: US-Bundesstaat Texas, an der Grenze zu Mexiko
  • Größe: 3.237 Quadratkilometer
  • Nächste größere Stadt: El Paso in Texas
  • Gründung: Juni 1944
  • Jährliche Zahl der Besucher: ca. 440.000
  • Beste Reisezeit: November bis April

Der Big Bend Nationalpark gehört eher zu den kleineren Nationalparks. Das Gebiet des heutigen Parks ist ungefähr seit 9.000 Jahren von Menschen besiedelt. Im Park befinden sich viele Zeugnisse aus der Kreidezeit. Wer sich für Fossilien interessiert, ist an der richtigen Adresse.

Der Big Bend Nationalpark verfügt jedoch auch über zahlreiche seltene Tiere. Auch die Fauna ist artenreich. Wanderer können eine abwechslungsreiche, faszinierende Landschaft entdecken. Wer länger bleiben möchte, kann auf einem der Campingplätze übernachten.

Anfahrt zum Big Bend Nationalpark

Der Big Bend Nationalpark ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt erreichbar. Besucher können mit dem Flugzeug anreisen und vom Flughafen aus mit dem Mietwagen fahren. Busverbindungen führen nur bis Austin oder Dallas.

Die Anreise mit dem Auto kann über mehrere Highways erfolgen. Von Dallas aus ist die Anreise über die landschaftlich schöne I-20 in Richtung Südwesten nach Abilene erreichbar. Auf der US 277 Süd geht es dann weiter nach San Angelo, wo die Reise weiter über die US 67 nach Fort Stockton führt. Von Fort Stockton geht es weiter in Richtung Osten. Dort kommt die Ausfahrt US 385 in Richtung des Nationalparks.

Nach etwa 90 Kilometern (55 Meilen) muss der Besucher auf dem Highway 90 West rechts abbiegen, um dann auf die US 385 South zu kommen. Nach etwa 50 Kilometern erscheint das Park-Hauptquartier. Von dort aus sind es noch etwa 63 Kilometer (39 Meilen) bis zum Parkeingang.

Einen Shuttleservice zum Park oder direkt im Parkgebiet gibt es nicht. Wer den Park erkunden möchte, benötigt ein eigenes Fahrzeug.

Öffnungszeiten

Das gesamte Jahr über ist der Big Bend Nationalpark geöffnet. Die Besucherzentren haben ihre eigenen Öffnungszeiten:

  • Panther Junction Besucherzentrum: 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Chisos Basin Besucherzentrum: 08:30 bis 16:00 Uhr
  • Persimmon Gap: 09:00 bis 16:00 Uhr
  • Castolon Besucherzentrum: nur von November bis April geöffnet, von 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Rio Grande Village Besucherzentrum: nur von November bis April geöffnet, von 08:30 bis 16:00 Uhr.

Über Mittag sind die meisten Besucherzentren geschlossen.

Klima und Wetter

Das Wetter im Big Bend Nationalpark wird durch den Pazifik und den Golf von Mexiko beeinflusst. Die Wetterbedingungen können sich deutlich von denen in anderen Teilen der USA unterscheiden.

Die beste Reisezeit ist von November bis April. Die Temperaturen sind dann angenehm und nicht zu warm.

Frühling ist von Februar bis Mai. Mitte Februar kann es am Tage bereits angenehm warm sein, doch sind die Nächte noch kalt. Im März ist es schon wärmer, aber auch regnerisch und windig.

Sommer ist von Mai bis September, doch können das ganze Jahr über sommerliche Bedingungen herrschen. Im Mai und Juni ist es trocken. Der heißeste Monat ist der Juli mit Höchsttemperaturen um 34 Grad Celsius und Tiefstwerten um 20 Grad Celsius. Von Juni bis Oktober kommt es häufig zu heftigen Gewittern, die zu Überflutungen führen können.

Herbst ist von Ende September bis Mitte Dezember. Es kann noch bis in den Oktober hinein tagsüber warm sein, doch die Nächte sind bereits kalt. Im Herbst ist es nicht so windig wie im Frühling.

Von Ende Dezember bis Mitte Februar erstreckt sich der Winter. Zumeist ist der Winter mild und trocken. Auch an Wintertagen können die Bedingungen frühlingshaft sein. Kältester Monat ist der Januar mit Höchstwerten um 16 Grad Celsius und Tiefstwerten um 2 Grad Celsius.

Eintrittspreise

Die Eintrittspreise für den Big Bend Nationalpark liegen bei 30 US-Dollar. Sie gelten für ein privates Auto, Geländewagen oder Wohnmobil und bis zu 15 Insassen. Ein Ticket ist sieben Tage lang gültig.

Einzelpersonen, die den Park zu Fuß oder mit dem Fahrrad besuchen, müssen 15 US-Dollar Eintritt bezahlen. Besucher mit Motorrädern zahlen 25 US-Dollar.

Eine Sparmöglichkeit beim Eintritt bietet der America the Beautiful Annual Pass. Er kostet 80 US-Dollar, ist ein Jahr lang gültig und gilt für ein privates Fahrzeug mit bis zu 4 Erwachsenen. Für Kinder bis zu 16 Jahren ist der Eintritt frei. Der Pass gilt für 2.000 Nationalparks und Erholungsgebiete in den USA.

Lage und Größe

Der Big Bend Nationalpark befindet sich im Süden des US-Bundesstaates Texas, an der Grenze zu Mexiko. Eine natürliche Grenze zwischen den USA und Mexiko bildet der Rio Grande, der auch einen großen Teil der Begrenzung des Nationalparks ausmacht. Er hat eine Größe von 3.237 Quadratkilometern.

Die Hauptstadt von Texas, Austin, ist 760 Kilometer vom Park entfernt. Bis nach Marathon, Presido und Alpine beträgt die Entfernung 112 bis 160 Kilometer. Zwischen den einzelnen Orten sind die Entfernungen oft sehr groß.

Geschichte des Big Bend Nationalparks

Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung des Gebiets des heutigen Nationalparks sind ungefähr 9.000 Jahre alt. Die ersten Spanier gelangten Anfang des 16. Jahrhunderts in das Gebiet. In der Nähe des heutigen Presidio trafen sie auf Indianer, die sie La Junta Indians nannten. Diese Indianer betrieben dort Ackerbau.

Die Indianer und die Spanier hatten kein Interesse an dem Canyon-Gebiet und den Wüsten. Dieses Gebiet war zu dieser Zeit unbewohnt. Die Chisos-Indianer aus Nordmexiko entdeckten einige Jahre nach den Spaniern das Gebiet und nutzten es während der Sommermonate. Nach diesen Indianern ist auch die Chisos-Bergkette benannt, die sich im Parkgebiet befindet.

Immer häufiger wurden die Chisos-Indianer von den spanischen Konquistadoren überfallen. Die Gefangenen wurden nach Zentralmexiko verschleppt und mussten dort als Sklaven in Kupfer- und Silberbergwerken arbeiten.

Die Indianer entwickelten sich zu einer eigenständigen Streitmacht und schafften es bei einer Schlacht 1644, die Spanier aus dem Gebiet zu verdrängen. Die Chisos wurden von den Mescalero-Apachen verdrängt. Bis zum 18. Jahrhundert konnten die Mescalero-Apachen die weißen Eindringlinge abwehren.

Gegen die Comanchen waren die Mescalero-Apachen jedoch machtlos. Angloamerikanische Siedler erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Gebiet des heutigen Nationalparks.

Das Militär konnte die Kriegszüge der Comanchen beenden. Die Mescalero-Apachen unterzeichneten einen Friedensvertrag mit der mexikanischen Regierung. Das Gebiet blieb jedoch weiterhin dünn besiedelt.

Erzlagerstätten wurden um 1900 entdeckt. Daher kamen verstärkt Siedler in das Gebiet. Aufgrund der kontrastreichen Landschaft gab es ab 1930 Bemühungen, das Gebiet zu schützen. Nach dem Erwerb des Landes durch den Staat Texas wurde der Texas Canyons State Park gegründet. Der State Park wurde im Juni 1944 in den Big Bend Nationalpark umbenannt.

Die UNESCO erkannte den Park 1976 als Biosphärenreservat an. Die International Dark Sky Association hat den Park 2012 als Lichtschutzgebiet anerkannt. Die nächtliche Dunkelheit wird als Schutzgut betrachtet.

Die Tatsache, dass der Park ein Lichtschutzgebiet ist, gehört zu den Besonderheiten. In der Nacht muss es richtig dunkel bleiben, damit das ursprüngliche Leben erhalten bleibt und nicht gestört wird.

Wanderungen im Big Bend Nationalpark

Lost Mine Trail
Lost Mine Trail

Im Park gibt es zahlreiche Wanderwege. Informationen über solche Wanderwege erhalten Gäste in den Besucherzentren. Dort gibt es Kartenmaterial. Das Netz an Wanderwegen misst ungefähr 200 Kilometer. Das sind die schönsten Wanderpfade im Park:

  • Lower Burro Mesa Pour-off Trail: Die einfache Strecke beträgt eine halbe Meile, der Höhenunterschied 18 Meter. Der Wanderer läuft durch ein Kiesbachbett zu einem Canyon. Der Trailhead befindet sich an einer Stichstraße.
  • Chimneys Trail: Dieser Wanderpfad hat eine einfache Länge von 2,4 Meilen und einen Höhenunterschied von 122 Metern. Der Trailhead befindet sich am Ross Maxwell Scenic Drive. Der Wanderer gelangt zu den Chimneys, bei denen es sich um eine Gruppe von Felsnadeln handelt. Eine weitere Attraktion ist der Cottonwood Baum bei Red Ass Spring.
  • Santa Elena Canyon Trail: Dieser Wanderweg hat eine einfache Länge von 0,9 Meilen und einen Höhenunterschied von 26 Metern. Er gehört zu den schönsten, aber auch schwierigsten Wanderwegen im Park. Er führt durch eine Canyonlandschaft und über Steinstufen zu einer Aussichtsplattform.

Es gibt noch einige weitere schöne Wanderwege im Big Bend Nationalpark. Über sechs Meilen erstreckt sich der Wanderweg über Chisos Basin und Chisos Mountains. Der höchste Punkt befindet sich auf dem Panther-Pass, der knapp 1.760 Meter hoch ist.

Ein kurzer Naturlehrpfad ist der nur 0,75 Meter lange Río Grande Village Nature Trail.

Wer die Herausforderung sucht, entscheidet sich für den 2,4 Meilen langen Lost Mine Trail, bei dem ein Höhenunterschied von 335 Metern zu bewältigen ist. Der höchste Punkt ist der Lost Mine Overlook mit einer Höhe von 2.085 Metern.

Darf es noch etwas höher sein? Dann ist der 5,3 Meilen lange Wanderweg zum Emory Peak richtig. Der Höhenunterschied beträgt 789 Meter. Der Emory Peak ist der höchste Punkt mit 2.385 Metern.

Weitere Aktivitäten im Big Bend Nationalpark

Wer nicht wandern möchte, kann auch Radtouren im Big Bend Nationalpark unternehmen. Beliebt sind Raftingtouren auf dem Rio Grande. Sie können über Zeiträume von zwei bis zehn Tagen gebucht werden. Diese Touren können mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gewählt werden und führen durch Canyon-Landschaften.

Reittouren werden vom Reitstall Lajitas Stables aus angeboten. Sie sind unterschiedlich lang und nur außerhalb des Parkgebiets möglich.

Top Sehenswürdigkeiten im Big Bend Nationalpark

Big Bend Nationalpark Sonnenuntergang
Big Bend Nationalpark Sonnenuntergang

Der Big Bend Nationalpark verfügt über einige beeindruckende Sehenswürdigkeiten. Dabei handelt es sich um verschiedene Aussichtspunkte, die über die Wanderwege oder mit dem Auto zu erreichen sind.

Vom Chisos Basin Besucherzentrum ist der Window View Trail erreichbar, der vor allem in den Abendstunden reizvoll ist. Er sollte mit dem Auto befahren werden. Von dort aus können Sonnenuntergänge beobachtet werden. Besucher erleben den Übergang von einer trockenen Wüstenlandschaft in eine alpine Bergwelt. Die kurvenreiche Strecke verzeichnet einen Höhenunterschied von 500 Metern.

Vom Rio Grande Village Besucherzentrum führt ein Wanderweg zur Daniel’s Ranch. Diese Ranch ist ein guter Ort für Vogelbeobachtungen. Der Wanderweg bietet schöne Ausblicke zum Gebirgszug Sierra del Carmens. Der Weg führt an der Oase Dugout Wells und an heißen Quellen vorbei.

Der Ross Maxwell Scenic Drive ist ein Wanderweg, der an geologisch interessanten Formationen vorbeiführt und schöne Ausblicke bietet.

Flora und Fauna im Big Bend Nationalpark

Pronghorn Antilope
Pronghorn Antilope

Der Big Bend Nationalpark ist reich an Pflanzen, die abhängig von den jeweiligen Gebieten variieren. In den Wüstenlandschaften gedeihen zahlreiche Kakteenarten. Sie erfreuen im Frühjahr und im Herbst mit einer faszinierenden Blütenpracht. Voraussetzung dafür ist, dass es ausreichend regnet.

Der Peyote-Cactus gehört zu den Besonderheiten. Er produziert ein Halluzinogen, das von den Indianern als bewusstseinserweiterndes Mittel genutzt wurde. Diese Kakteen stehen im Nationalpark unter strengem Naturschutz, da sie fast ausgerottet waren.

Die Sotol-Pflanze wächst in höhergelegenen Wüstenregionen und in niedrigen Berglagen. Sie begeistert mit einem bis zu sechs Meter hohen Blütenstand.

Spanish Dagger ist eine Yucca-Art, die bei Persimmon Gap wächst. Die einzelnen Blütenstände werden bis zu 30 Kilogramm schwer und erfreuen mit cremefarbenen Blüten. Auch verschiedene Agaven wachsen in den Wüstenregionen.

Im niederschlagsreichen Bergland wachsen Wacholder, Schilfrohr, Tamarisken, Pappeln und Gräser.

Die Tierwelt ist durch Pronghorn Antilopen, Dickhornschafe, Maultierhirsche, Halsband-Pekaris, Weißwedelhirsche, Kojoten, Eselhasen und Kaninchen geprägt. Auch das seltene Baumwollschwanzkaninchen, Füchse und Rotluchse sind im Park heimisch. Mit etwas Glück können Besucher auch einen Puma sehen. Auch einige Bären sind noch heimisch.

Wichtige Tiere im Park sind auch die Vögel, zu denen Rennkuckucks, Greifvögel und verschiedene Geier gehören. Es gibt ungefähr 450 Vogelarten.

Der Park verfügt über die artenreichste Fauna in den USA. Neben den zahlreichen Vogelarten gibt es auch

  • 75 Säugetierarten
  • 11 Amphibienarten
  • 40 Fischarten
  • 56 Reptilienarten
  • 3.600 Insektenarten.

Campingplätze und Übernachtungsmöglichkeiten

Wer im Big Bend Nationalpark übernachten möchte, kann vier verschiedene Campingplätze wählen:

  • Chisos Basin
  • Cottonwood
  • Rio Grande Village
  • Rio Grande Village RV

Die Campingplätze bieten insgesamt mehr als 200 Stellplätze. Wer campen möchte, sollte den Platz rechtzeitig reservieren. Die Campingplätze können schnell ausgebucht sein.

Häufige Fragen & Antworten zum Big Bend Nationalpark

Wie ist das Klima im Big Bend Nationalpark?

Das Klima im Big Bend Nationalpark ist mild. Schon in den Wintermonaten können frühlingshafte Temperaturen herrschen. Nur die Nächte sind kalt. Im Sommer kann es ziemlich heiß werden, doch kommt es häufig zu Gewittern, die Abkühlung bringen.

Welche sind die besten Outdoor Aktivitäten im Big Bend Nationalpark?

Zu den besten Outdoor-Aktivitäten neben Wandern gehören River-Rafting-Touren, Touren mit dem Jeep oder Reittouren, die jedoch nur außerhalb des Parkgebiets möglich sind.

Welche sind die besten Sehenswürdigkeiten im Big Bend Nationalpark?

Zu den Top Shenswürdigkeiten gehören Ross Maxwell Scenic Drive, die Oase Dugout Wells, heiße Quellen und der Window View Trail.

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