Labor Day

Labor Day – der Tag der Arbeit in den USA

Labor Day in New York im Jahr 1882, Author not known, but more than 100 years old, Image edited [Public domain]
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Arbeiter in den USA besitzen mit dem Labor Day ihren eigenen Feiertag. Im September wird am ersten Montag des Monats der Tag der Arbeit zu Ehren aller amerikanischen Arbeiter abgehalten. Die Geschichte des Labor Days reicht hierbei bis ins 19. Jahrhundert zurück, sodass er als Symbol für die Veränderung der Arbeitsbedingungen in den gesamten Vereinigten Staaten angesehen werden kann.

Der Ursprung des Labor Days

Der Labor Day in den Vereinigten Staaten von Amerika gilt als landesweiter Feiertag. Seinen Ursprung besitzt er bereits im 19. Jahrhundert. In den zweiten Hälfte der 1800er Jahre wurde er ins Leben gerufen, um die Arbeiter in den Vereinigten Staaten sowie deren Leistungen zu ehren. Besonders wichtig war dieses Handeln, da es sich um eine sehr düstere Phase in der Geschichte der amerikanischen Arbeiter handelte. Gegen Ende des 19. Jahrhundert hatte die industrielle Revolution in den USA ihren Höhepunkt. Der Durchschnittsamerikaner musste als Folge rund zwölf Stunden pro Tag sowie an sieben Tagen in der Woche arbeiten.

Zur Arbeiterschaft gehörten in dieser Zeit nicht nur erwachsene Frauen und Männer. Es lag noch kein Verbot für Kinderarbeit vor, wodurch bereits kleine Kinder zur Arbeit eingesetzt wurden. Kinder ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren mussten hierbei in Mühlen, Minen oder Fabriken arbeiten. Die Kinderarbeit wurde jedoch nicht gerecht belohnt, da die Kinder nur einen Bruchteil des Erwachsenenlohns erhielten.

Zugleich wurden die Arbeitsbedingungen der Arbeiter nicht geregelt. Menschen jeglichen Alters mussten arbeiten gehen, um ihr Leben zu finanzieren. Besonders neue Einwanderer in die Vereinigten Staaten, welche sehr arm waren, wurden ausgebeutet. Sie mussten oft unter extrem unsicheren Arbeitsbedingungen arbeiten. Als Folge waren sie mit unzureichenden Pausen sowie sanitären Einrichtungen und ungenügend Frischluft konfrontiert. Die Arbeitsbedingungen sorgten letztendlich dafür, dass die gesundheitlichen Bedingungen der Arbeiter äußerst gering ausfielen.

Als Folge der Industriellen Revolution verdrängte letztendlich die Fertigungsindustrie immer mehr die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft stellte zu diesem Zeitpunkt die Grundlage der amerikanischen Beschäftigung dar. Bereits zuvor wurden verschiedene Arbeitergewerkschaften gegründet, welche zunehmend präsenter wurden. Die Gewerkschaften setzten sich stark für die Arbeiter in den USA ein. Sie begannen Demonstrationen und Streiks zu organisieren, mit welchen sie gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestierten. Außerdem zwangen die Gewerkschaften die Arbeitgeber, mit ihnen über die vorhandenen Löhne und Arbeitszeiten zu verhandeln.

Die erste „Parade“ des Labor Days

Obwohl die Arbeiter durch die Gewerkschaften eine Verbesserung erfahren sollten, wurden diese nicht sofort und überall in den USA umgesetzt. Schließlich entschieden sich rund 10.000 Arbeiter der bekannten Central Labor Union am 5. September 1882 unbezahlt freizunehmen. Gemeinsam marschierten sie in New York City von der City Hall bis zum bekannten Union Square. Dieser Protestmarsch sollte später als die erste Parade des Labor Days bekannt werden. Die Protestaktion wurde in den gesamten Vereinigten Staaten bejubelt. Letztendlich kam die Idee eines „Arbeiterurlaubs“ auf. Dieser sollte im September am ersten Montag des Monats gefeiert werden. Die Idee setzte sich zugleich in anderen Industriezentren der USA durch.

Labor Day in New York im Jahr 1882
Labor Day in New York im Jahr 1882, Author not known, but more than 100 years old, Image edited [Public domain]
Letztendlich gelang es den Gewerkschaften, den sogenannten Labor Day ins Leben zu rufen, welcher die Arbeiter in den gesamten USA ehren sollte. Bereits 1886 erkannten viele US-Bundesstaaten die neuen Gesetze an, welche den Ehrentag zum offiziellen Feiertag machten. Bis 1894 wurde der Labor Day in 23 US-Bundesstaaten gefeiert. Auf nationaler Ebene wurde der Labor Day mit 28. Juni 1894 zum gesetzlichen Feiertag ernannt. An diesem Tag unterzeichnete Grover Cleveland, der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, ein neues Gesetz, durch welches der Labor Day letztendlich am geplanten Datum gefeiert wurde. Bis heute hält sich dieser ehrenhafte Feiertag.

Traditionen am Labor Day

Der Labor Day bedeutet für die meisten US-Amerikaner sowie Kanadier nicht nur einen freien Tag und ein verlängertes Wochenende. Zugleich markiert er das Ende des Sommers und als Folge das Ende der Reisesaison. Am Wochenende des Labor Days verreisen deshalb viele Personen noch einmal alleine, mit Freunde oder Familie. Dadurch sind viele beliebte Ausflugsziele sowie Stände überfüllt. Wer somit eine USA-Reise plant, sollte sich bewusst sein, dass zahlreiche Orte stark besucht und entweder nur schwer oder gar nicht zugänglich sind.

Vor allem Familien nutzen den Labor Day, um einen letzten Ausflug vor dem Beginn des nächsten Schuljahres zu machen. Da der Feiertag für die Schüler ebenfalls das Ende der Sommerferien markiert, stellt er die letzte Gelegenheit dar, vor Schulbeginn noch eine große Feier abzuhalten.

Gleich wie an anderen Feiertagen finden am Labor Day in einigen Städten wie Gemeinenden eigene Labor Day Paraden statt. Die Paraden ziehen durch die gesamte Stadt, wodurch zahlreiche Bewohner den großen Feiern beiwohnen können. Auch Picknicks, Feuerwerke und Barbecues gehören zu den klassischen Feierlichkeiten am Labor Day. Hierbei besuchen viele Personen Parks und feiern den Feiertag dort. Andere öffentliche Veranstaltungen sind ebenso möglich, wobei diese sich in jeder Stadt unterscheiden.

Der Labor Day ist ergänzend für die American Football Saison wichtig. Um den Feiertag herum beginnt die neue Saison des nationalweit beliebten Sports. Typisch für den Labor Day sind die ersten Saisonspiele vieler Mannschaften, sodass Footballfans entweder live oder per Übertragung den Sportspektakeln beiwohnen können. Hauptsächlich finden hierbei Spiele der NFL und des College-Footballs statt.

Football-Spiele gelten in den gesamten USA als großes Spektakel, welches oft mit der gesamten Familie besucht wird. Vor allem beim Schul- und College-Football kommt es häufig vor, dass die Familien den Feiertag nutzen und ihren Kindern beim Spielen zusehen. Die Beliebtheit des Nationalsports zeigt sich zudem bei der ausgelassenen Stimmung in den Zuschauerrängen. In den Pausen treten ergänzend Cheerleader auf, welche mit ihren Aufenthalten für zusätzliche Unterhaltung sorgen.

Der Unterschied zwischen dem Labor Day und dem May Day

Nahezu zeitgleich mit dem Labor Day wird der sogenannte May Day gefeiert. Beide Feiertage ehren den durchschnittlichen Arbeiter in den USA mitsamt seinen Leistungen. Der May Day wird jedoch in Ländern gefeiert, welche ihre Wirtschaft auf die Industrie aufbauen. Ins Leben gerufen wurde der Gedenktag ebenso in den USA. Im Mai 1886 demonstrierte ein Arbeiter in Chicago am Haymarket Square gegen die schlechten Arbeitsbedingungen. Der Arbeiter musste acht Stunden pro Tag ohne Pause arbeiten und wollte diese Arbeitsbedingungen nicht mehr hinnehmen.

Anders als beim Labor Day verlief die Protestaktion allerdings nicht friedlich. Eine Bombe wurde während des Protests gezündet, welche sieben Polizisten und vier Zivilisten tötete. Der Vorfall gelang in die internationalen Schlagzeilen. Als Folge wurde der Tag als Möglichkeit für Arbeiter bekannt, weltweit Protestaktionen durchzuführen.

In den USA wird der May Day aber nicht wirklich gefeiert. Nach der Haymarket-Affäre trat eine starke Anti-Unionsbewegung auf. Zugleich wurde der May Day über die Jahre hinweg mehr für die linke Seite der Politik bekannt, während der Labor Day von der wachsenden Anzahl an Gemeinden und Staaten anerkannt wurde. Als der Gedanke auftrat, einen nationalen Feiertag für Arbeiter zu kreieren, wollte Präsident Grover Cleveland allerdings nicht das Datum im Mai wählen, da er es mit dem Bombenangriff in Verbindung brachte. Dadurch suchte er als Alternative das Datum im September aus.

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