Erdbeben in Kalifornien

Erdbeben in Kalifornien - wenn die Natur verrückt spielt

Erdbeben 1906 in Kalifornien
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Kalifornien ist sonnenverwöhnt und bietet lange Sandstrände. Auch die Landschaft im Binnenland hat einiges zu bieten. Kalifornien hat mit Los Angeles und San Francisco auch schöne Städte mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Mit allen diesen Voraussetzungen müssten die Einwohner in Kalifornien glücklich und zufrieden sein. Auch Touristen aus aller Welt kommen gerne nach Kalifornien. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen, der Grund genug zur Sorge für die Einwohner ist. Es sind die immer wieder auftretenden Erdbeben in Kalifornien.

Da Kalifornien nicht nur der größte, sondern auch der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA ist, sind viele Menschen von den Erdbeben betroffen. Sie verlieren teilweise ihre Häuser. Inzwischen müssen Architekten und Baufirmen spezielle Vorschriften erfüllen, um die Häuser erdbebensicher zu bauen.

Zerstörtes San Francisco nach Erdbeben
Erdbeben 1906 in Kalifornien

Das bislang schwerste Erdbeben in Kalifornien ereignete sich 1906. Es gibt auch immer wieder kleinere Erdbeben. Ein schweres Erdbeben hat auch im Juni 2020 die Erde erschüttert.

Erdbebengebiet Kalifornien

Immer wieder wird in Kalifornien die Erde erschüttert. Neben den großen Naturkatastrophen, die schwere Verwüstungen anrichten, kommt es auch immer wieder zu kleineren Erdbeben.

Experten gehen davon aus, dass es etwa 10.000 Erdbeben pro Jahr in Kalifornien gibt. Die meisten davon sind jedoch so schwach, dass sie kaum zu spüren sind.

Von Zeit zu Zeit kommt es um die Städte Los Angeles und San Francisco zu größeren Erdbeben. Ein ähnlich schweres Erdbeben wie das von 1906 wird in absehbarer Zeit, um 2038, erwartet.

Ein Grund für die zahlreichen und teilweise schweren Erdbeben in Kalifornien ist die besondere Lage. Durch den Bundesstaat zieht sich die San Andreas Verwerfung, die mehr als 1.300 Kilometer lang ist.

Wie entstehen Erdbeben in Kalifornien?

In Kalifornien befindet sich die San-Andreas-Verwerfung. Dort trifft die Nordamerikanische Kontinentalplatte auf die Pazifische ozeanische Platte. Die beiden Platten bewegen sich aufeinander zu. Das führt zu einer Verschiebung der Erdkruste pro Jahr um etwa 6 Zentimeter.

Die Nordamerikanische Platte verschiebt sich nach Süden und die Pazifische Platte nach Norden. Diese Bewegung vollzieht sich nicht überall gleichmäßig. Während einige Bereiche fast ständig in Bewegung sind, verhaken sich andere Bereiche oder bewegen sich nur ruckartig.

Diese unterschiedlichen Bewegungen in der San-Andreas-Verwerfung führen zu Spannungen. Einige Geologen nehmen an, dass sich die Erde in diesem Bereich seit mindestens 31 Millionen Jahren bewegt. Irgendwann kann die Erdkruste diesen Spannungen nicht mehr standhalten. Es kommt zu einem Erdbeben.

Die Spannungen in der San-Andreas-Verwerfung treten horizontal und vertikal auf. Lösen sich die Spannungen, bebt die Erde. Neben der San-Andreas-Verwerfung gibt es in Kalifornien noch eine Reihe weiterer solcher Gräben, die zwar kürzer, aber nicht weniger gefährlich sind.

Verhaken sich die Platten der Verwerfungen, bewegen sie sich mitunter über Jahrzehnte nicht. Dabei staut sich eine gewaltige Menge kinetischer Energie auf. Diese Energie führt zu Stress im Gestein. Die Folge ist ein Sprödbruch. Während das Gestein zerbricht, wird Energie in Bruchteilen von Sekunden freigesetzt. Die dabei entstehenden Erdbebenwellen haben ein enormes zerstörerisches Potential.

Der betroffene Abschnitt einer Verwerfung kann sich bei einem Erdbeben mehrere Meter weit verschieben.

Schiebt sich eine ozeanische Platte unter eine Kontinentalplatte, wird dieser Vorgang als Subduktion bezeichnet. Im Gebiet der San-Andreas-Verwerfung fehlt diese Subduktion. Daher gibt es in diesem Bereich auch keine Subduktionsvulkane, wie das in verschiedenen Küstengebirgen typisch ist.

Erdbeben können auch durch vulkanische Aktivitäten ausgelöst werden. In Kalifornien gibt es keine vulkanischen Aktivitäten, da es dort keine Subduktionsvulkane gibt. Die Erdbeben in Kalifornien werden durch die Dynamik der Erdplatten ausgelöst.

Warum gibt es so viele Erdbeben in Kalifornien?

Immer wieder wird Kalifornien von Erdbeben erschüttert. Neben Erdbeben mit verheerenden Folgen kommt es häufig zu kleineren Erdbeben, die kaum oder nicht zu spüren sind. Der Grund für dieses hohe Erdbebenpotential ist die San-Andreas-Verwerfung, die sich durch Kalifornien zieht.

Kalifornien ist stark erdbebengefährdet, da die San-Andreas-Verwerfung anders als die meisten anderen Plattengrenzen direkt auf einem Kontinent verläuft.

Die San-Andreas-Verwerfung ist mehr als 1.300 Kilometer lang. Aufgrund ihrer Länge ist das Gebiet von Kalifornien besonders erdbebenaktiv. Auch jede andere Plattengrenze ist durch eine erhöhte Erdbebenaktivität gekennzeichnet.

Eine erhöhte Erdbebenaktivität ist in Kalifornien zu verzeichnen, da es in Kalifornien noch weitere Verwerfungen gibt. Auch wenn sie mit der San-Andreas-Verwerfung nicht zu vergleichen sind, ist das Erdbebenpotential an diesen Verwerfungen hoch.

Die San-Andreas-Verwerfung unterteilt sich in den südlichen, den mittleren und den nördlichen Abschnitt. Der südliche Abschnitt beginnt nahe der mexikanischen Grenze und geht nach Südosten in die Spreizungszone des Golfs von Kalifornien über. Ein Knick nach Nordwesten markiert den mittleren Abschnitt. Der südliche und der mittlere Abschnitt verlaufen nahezu parallel zur Küste.

Anders als der nördliche und der südliche Abschnitt der San-Andreas-Verwerfung hat der mittlere Abschnitt keine Seitenäste. In der Nähe der Gabilan Range beginnt der nördliche Abschnitt, der an seinem oberen Ende einen Knick zur Küste beschreibt.

Der Hayward-Graben in Kalifornien ist deutlich kürzer als die San-Andreas-Verwerfung. Er befindet sich jenseits der Großen Bucht, einige Kilometer östlich von San Francisco. Auch dieses Gebiet ist stark erdbebengefährdet.

Seismologen kennen in Kalifornien ungefähr 300 verschiedene Erdbebengräben. In jedem Jahr lösen sie Vermutungen zufolge etwa 20.000 mehr oder minder starke Erdbeben aus.

Von den Erdbeben in Kalifornien sind zahlreiche Menschen betroffen. Keiner der Bewohner lebt weiter als 16 Kilometer entfernt von einem der Gräben.

Wie Studien belegen, gehen den Erdbeben in Kalifornien häufig Erdbeben in der Cascadia-Subduktionszone voraus. Sie befindet sich im nördlichen Bereich der USA und liegt etwa 1.100 Kilometer vor der Westküste Kanadas und der USA.

Häufig, aber nicht immer kommt es zu Erdbeben im Bereich der San-Andreas-Verwerfung, nachdem ein Erdbeben in der Cascadia-Subduktionszone aufgetreten ist. Die Erdbeben können fast gleichzeitig, aber auch zeitlich versetzt auftreten.

Wie oft gibt es Erdbeben in Kalifornien?

In Kalifornien treten nahezu täglich und sogar mehrmals täglich Erdbeben auf, rechnet man die zahlreichen kleinen Erdbeben mit. Geologen gehen davon aus, dass jährlich 10.000 bis 20.000 Erdbeben auftreten. Viele Erdbeben sind jedoch so schwach, dass sie von Menschen nicht zu spüren sind.

In Kalifornien besteht nahezu täglich ein Risiko für Erdbeben. Wissenschaftler arbeiten daran, die Vorhersagemöglichkeiten für Erdbeben zu verbessern. Um die Bewohner für die Gefahr von Erdbeben fit zu machen, finden in jedem Jahr Katastrophenschutzübungen statt.

Werden im Gebiet von Kalifornien neue Häuser gebaut, müssen sie erdbebensicher sein. Die Architekten müssen besondere Vorschriften beachten. Die älteren Gebäude sind häufig nicht genügend gesichert.

Solche heftigen Erdbeben wie das von 1906 sind jedoch selten. Aufgrund seiner Stärke wird dieses Beben auch The Big One genannt. Experten vermuten, dass größere Erdbeben etwa alle 150 Jahre stattfinden.

Da sich östlich von Los Angeles, im Bereich von Riverside, vor ungefähr 300 Jahren das letzte große Erdbeben ereignet hat, ist das nächste große Erdbeben längst überfällig.

Die schlimmsten Erdbeben in Kalifornien

Kalifornien wurde in seiner Geschichte häufig von schweren Erdbeben heimgesucht. Ein außerordentlich schweres Erdbeben ereignete sich 1906. Es gilt als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA.

Auch in den folgenden Jahren kam es zu schweren Erdbeben. Häufig forderten die Erdbeben Todesopfer. Wann sich ein vergleichbares Erdbeben wie das Big One von 1906 ereignet, ist nur noch eine Frage der Zeit. Auch im Juni 2020 gab es ein schweres Erdbeben.

Das Erdbeben von 1906

Die Nordküste von Kalifornien wurde am 18. April 1906 von einem der schwersten Erdbeben in der Geschichte erschüttert. Das Erdbeben hatte die Stärke 8,4 auf der Richterskala. Ein Erdbeben dieser Stärke wird als sehr groß bezeichnet und tritt ungefähr einmal im Jahr auf. Die Stärke auf der Momenten-Magnituden-Skala wird mit 7,8 angegeben.

Über die Gründe der Naturkatastrophe waren sich die Wissenschaftler zur damaligen Zeit noch nicht klar. Erst im Jahr 1908 wurde die San-Andreas-Verwerfung als Ursache für das Beben genannt.

Naturkatastrophe 1906 in Kalifornien
Naturkatastrophe 1906 in San Francisco, Kalifornien

Vor dem Erdbeben ereignete sich ein Vorbeben. Das Hauptbeben setzte um 05:12 Uhr ein und hatte sein Epizentrum nahe bei San Francisco. Das Erdbeben war von Oregon bis nach Los Angeles und bis ins Landesinnere bei Nevada zu spüren.

Nicht nur der Erdstoß selbst, sondern auch die damit verbundenen Brände richteten schwere Schäden an. Die Brände gerieten außer Kontrolle. Die meisten Gebäude im Bereich des Erdbebens brachen zusammen und verbrannten. Das lag wahrscheinlich an der Bausubstanz und den damals noch unzureichenden Bauvorschriften.

Die Schäden des Bebens und der Brände waren eine traurige Bilanz:

  • mehr als 28.000 zerstörte Gebäude
  • mehr als 225.000 Obdachlose
  • mehr als 3.000 Todesopfer.

Der finanzielle Schaden wurde auf 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Bei der heutigen Kaufkraft macht das ungefähr 11,7 Milliarden Dollar aus.

Da die Gegend um San Francisco heute deutlich dichter besiedelt ist als 1906, könnte ein vergleichbares Erdbeben in der heutigen Zeit über 30.000 Todesopfer fordern.

Das Erdbeben von 1994

Im Januar 1994 ereignete sich in Kalifornien das Northridge-Beben. Auf der Mercalli-Skala erreichte das Beben die Stärke IX, die als verwüstend klassifiziert wird. Es ereignete sich am 17. Januar um 04:30 Uhr Ortszeit.

Das Epizentrum des Bebens lag im Stadtteil Reseda in Los Angeles. Das Erdbeben forderte 57 Todesopfer und mehr als 9.000 Verletzte. Mit einem Sachschaden von ungefähr 20 Milliarden Dollar war das Beben eine der teuersten Naturkatastrophen in den USA.

Dieses schwere Erdbeben ereignete sich nicht auf der San-Andreas-Verwerfung, sondern auf einer sogenannten blinden Überschiebung, die an der Erdoberfläche nicht sichtbar ist. Die Schäden ereigneten sich bis zu einer Entfernung von 125 Kilometern.

Das Northridge-Beben war durch starke Schüttelbewegungen und starke Beschleunigungen des Bodens geprägt. Das führte zu vielen Todesopfern unter den Bewohnern von mehrgeschossigen Gebäuden.

Eine weitere Besonderheit war das sogenannte Talfieber, eine Erkrankung der Atemwege. Die Menschen atmeten in der Luft schwebende Pilzsporen ein. Mit 203 Menschen war die Zahl der Erkrankungsfälle zehnmal höher als bei anderen Erdbeben. An den Folgen der Erkrankung starben drei Menschen.

Erdbeben von 1999

Das Hector-Mine-Erdbeben ereignete sich am 16. Oktober 1999. Auf der Mercalli-Skala wurde die Stärke VII, sehr stark, gemessen. Da sich das Erdbeben in einem abgelegenen Teil der Mojawe-Wüste ereignete, richtete der Erdstoß kaum Schäden an.

Im Jahr 2014 ereigneten sich in Kalifornien gleich mehrere schwere Erdbeben. Das Erdbeben in Napa am 24. August 2014 forderte ein Todesopfer und 200 Verletzte.

Erdbeben von 2019

Das schwerste Erdbeben in Südkalifornien seit 1999 war das Ridgecrest-Erdbeben am 4. und 6. Juli 2019. Das Erdbeben am 4. Juli hatte die Stärke von 6,4 auf der Richter-Skala. Noch stärker war das Beben vom 6. Juli mit 7,1 auf der Richterskala.

Das Epizentrum lag etwa 17 Kilometer nordöstlich der Stadt Ridgecrest. Noch im 250 Kilometer entfernten Los Angeles waren die Erschütterungen spürbar. Bereits nach diesem schweren Beben rechneten Seismologen mit einem deutlich stärkeren Erdbeben entlang der San-Andreas-Verwerfung.

gebrochener Asphalt durch Erdbeben
gebrochener Asphalt durch Erdbeben

Das Erdbeben forderte nur ein Todesopfer und einige Leichtverletzte. Es richtete vor allem materielle Schäden an Gebäuden an. Es gab zahlreiche Vor- und Nachbeben.

Erdbeben im Juni 2020

Im Juni 2020 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala die Gebirgskette Sierra Nevada in Kalifornien. Das Epizentrum befand sich nahe dem Death-Valley-Nationalpark. Da diese Gegend nur dünn besiedelt ist, gab es keine Meldungen über Verletzte.

Das Erdbeben ereignete sich am 24. Juni 2020. Im gesamten Süden von Kalifornien, auch in Bakersfield und Los Angeles, waren die Erschütterungen spürbar. Mehrere leichte Erdbeben der Stärke 4,6 gab es nahe der Stadt Lone Pine.

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