Wer waren die Gebrüder Wright?

Gebrüder Wright, by Library of Congress [Public domain]
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Wie hätte sich die Luftfahrt entwickelt, wenn es nicht Otto Lilienthal und die Brüder Wright gegeben hätte? Die schon von Kindheit an technisch sehr interessierten Brüder Orville und Wilbur Wright machten schon früheitig einige bedeutenden Erfindungen.

Die Brüder Wright betrieben eine Druckerei und eine Reparaturwerkstatt für Fahrräder. Sie waren von Otto Lilienthal begeistert und starteten eigene Flugexperimente. Sie beobachteten die Vögel in der Luft und entwickelten ihre eigenen Gleitflugzeuge.

Im Laufe der Zeit wurden die Brüder Wright mit ihren Erfindungen erfolgreich. Sie begannen, eigene Flugzeuge zu bauen, und erhielten auch Aufträge von Geschäftsleuten zum Bau von Flugzeugen.

Kindheit

Wilbur Wright war der ältere der Brüder Wright und kam am 16. April 1867 in Melville zur Welt. Sein jüngerer Bruder Orville wurde am 19. August 1871 in Dayton geboren. Der Vater der beiden, Milton Wright, reiste viel und war Bischof der Kirche der Vereinigten Brüder in Christo.

Wilbur war das dritte, Orville das sechste von insgesamt sieben Kindern der Familie Wright. Die Brüder besuchten die Highschool, die sie jedoch beide ohne Abschluss verließen.

Schon frühzeitig interessierten sich die beiden Brüder für Technik und Luftfahrt. Von einer seiner Reisen brachte der Vater den beiden einen Spielzeugflieger mit, von dem sie fasziniert waren. Sie träumten davon, selbst einmal in einem solchen Flyer zu sitzen.

Nachdem dieses Schraubenflieger-Spielzeug zerbrochen war, bauten es die beiden Brüder nach. Sie machten Experimente mit selbst gebauten Drachen und begeisterten sich auch für die Versuche von Benjamin Franklin mit elektrischen Ladungen.

Wilbur galt in seiner Schulzeit als klug, fleißig und kontaktfreudig. Bei einem Eishockeyspiel erlitt er einen Unfall mit Gesichtsverletzungen. Er geriet in Depressionen und schaffte nicht das Abitur. Stattdessen beschäftigte er sich daheim mit Lesen und kümmerte sich um seine Mutter, die an Tuberkulose litt und schließlich daran starb.

Fahrräder und Flugmaschinen

Die Brüder Wright begannen Mitte der 1880er Jahre mit dem Betrieb einer Druckerei, um Lokalzeitungen, Kataloge und Kirchenzeitungen zu drucken. Sie waren auch mit einer selbst gegründeten Zeitung journalistisch tätig. Alle wesentlichen Arbeiten bis zum Vertrieb führten sie selbst aus.

Mangels Kapital mussten die Brüder ihre Pläne für den Aufbau einer Fabrik für Verbrennungsmotoren aufgeben. In Dayton eröffneten die beiden Brüder 1893 eine Fahrrad-Reparaturwerkstatt, aus der sich die Wright Cycling Company entwickelte. Das Fahrradfahren wurde mit den Safety Bikes populärer und einfacher. Dabei handelte es sich um Fahrräder mit zwei gleich großen Reifen.

Fahrradclubs etablierten sich für Männer und Frauen aller Altersgruppen. Auch in Dayton gab es einen Fahrradclub. Von der neuen Technik waren die Brüder begeistert. Eines dieser neuen Fahrräder besaß auch ihre Schwester Katherine, mit der sie zusammen in ihrem Wohnhaus lebten.

Durch eigene Anstrengungen wurden die Brüder zu hervorragenden Mechanikern. Sie waren pünktlich, fleißig und bescheiden. Sie sicherten sich mit der Fahrradwerkstatt ihre materielle Existenz.

Techniken der modernen Fahrräder setzten die Brüder Wright auch beim Bau der eigenen Flugzeuge um. Relevant waren Kettenantrieb, Balance und Leichtbauweise. An einem Fahrrad führten sie aerodynamische Experimente durch. Sie erweiterten ihr Unternehmen 1895 mit selbst entwickelten Fahrrädern. In Einzelfertigung entstanden bis zum Jahr 1900 etwa 300 Fahrräder.

Die beiden Brüder heirateten nie. Mit ihrer Schwester Katherine pflegten sie eine enge Bindung. Sie beschäftigten sich intensiver mit der Theorie des Fliegens. Nachdem der deutsche Flugpionier Otto Lilienthal bei einem Absturz mit seinem selbstgebauten Fluggerät ums Leben kam, starteten die Brüder ihre eigenen Flugversuche.

Die ersten Flugzeug-Konstruktionen

Wright Gleiter, by unknown [Public domain]
Wright Gleiter, by unknown [Public domain]
Der erste Flugapparat, den die Brüder 1899 bauten, war ein Drachen mit Verwindung der Tragflächen. Er war dem Vogelflug nachempfunden.

Mit einem Doppeldecker-Gleitflugzeug erprobten die Brüder 1900 südlich von Kitty Hawk in North Carolina einen unbemannten Gleitflug. Der als Doppeldecker konstruierte Gleiter erwies sich als vorteilhaft für den späteren Motoreinbau.

Ein verbesserter Gleiter flog im Sommer 1901 schon bis zu 100 Meter und erlaubte den bemannten Gleitflug. Ihren dritten Gleiter testeten die Brüder 1902 in einem Windkanal.

Die Brüder absolvierten viele Flüge mit ihrem Gleiter, bis sie schließlich ihr erstes Motorflugzeug entwickelten. Das Flugzeug mit Propeller trug den Namen Wright Flyer und hatte einen Benzinmotor mit einer Leistung von 12 PS.

Orville Wright konnte am 17. Dezember 1903 seinen ersten Flug mit dem Flyer absolvieren. Mit dieser Flugmaschine gelang es ihm, sich 12 Sekunden lang in der Luft zu halten und eine Strecke von 37 Metern zu fliegen.

Im Laufe der Zeit feilten die beiden Brüder an ihrer Technik und entwickelten neue Flugzeuge, die sie auch selbst ausprobierten.

Weiterentwicklung in Dayton

Die Brüder entwickelten in den Jahren 1904 und 1905 neue Flugmaschinen. Sie änderten konstruktive Details und steigerten die Flugleistung. Mit dem Wright Flyer II führten sie 1904 insgesamt 105 Flüge durch.

Für den Start auf einer Kuhweide, die sie als Flugfeld nutzten, verwendeten sie ein Katapult mit einem Fallgewicht von 700 Kilogramm. Der erste Kreisflug gelang im September 1904, als der Apparat wieder am Startplatz landete.

Der Wright Flyer III startete zum ersten Mal im Juni 1905. Die Seitenruder dieses Flugzeugs konnten separat gesteuert werden. Der Apparat konnte im Oktober 1905 erstmals eine halbe Stunde am Stück fliegen und einen Tag später die Flugzeit steigern.

Wirtschaftliche Interessen

Für ihre Flugzeugsteuerung beantragten die Brüder Wright im März 1904 in Frankreich und Deutschland Patentschutz. Die Brüder absolvierten ihre Flüge weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um ihr Interesse am Verkauf der Flugzeuge zu schützen.

Wilbur Wright begab sich 1907 nach Frankreich, um sich über Motorflüge in Europa zu informieren und die Vermarktung der eigenen Maschine vorzubereiten.

Die Brüder hatten schon 1905 erste Kontakte zur US-Army und zur französischen Regierung. Sie berichteten 1906 dem Aero Club of America über ihre Flüge. Sie boten mit ihrem Bericht auch den Kriegsministerien in Russland, Japan, Deutschland und Italien ihren Apparat zum Kauf an.

Vorführungen

Die Brüder schlossen mit der US-Armee und mit Frankreich Verträge für Flugvorführungen, die jedoch an bestimmte Auflagen gebunden waren. Sie mussten einen Passagier befördern und mindestens eine Stunde in der Luft bleiben.

Die Brüder Wright hatten verschiedene Konkurrenten, darunter aus Dänemark und Brasilien, die vor allem in Frankreich und Dänemark Vorführungen absolvierten.

Wilbur Wright führte das Flugzeug Modell A in Frankreich vor. Seinen ersten öffentlichen Motorflug absolvierte er im August 1908. Seine Flugleistungen konnte Wilbur Wright bei seinen Vorführungen kontinuierlich steigern. Er beförderte auch Passagiere und gewann mehrere Preise.

Zur selben Zeit absolvierte auch Orville Wright seine ersten Flugvorführungen und Abnahmeflüge für die US-Armee. Er stürzte jedoch mit einem Passagier ab. Während Orville Wright eine komplizierte Schädelfraktur erlitt, verstarb der Passagier. Wilbur Wright sorgte für Aufsehen mit einer Umrundung der Freiheitsstatue.

Aktivitäten in Deutschland

Anzeige einer Wright Flugmaschine, by unknown author [Public domain]
Anzeige einer Wright Flugmaschine, by unknown author [Public domain]
Die Brüder Wright waren auch in Deutschland aktiv und gründeten 1909 die Flugmaschine Wright GmbH. Die Bedingungen entsprachen dem französischen Vorbild. Die GmbH war eine Tochter der Motorluftschiff-Studiengesellschaft.

Die Brüder Wright mussten sich zu Demonstrationsflügen und zur Ausbildung von Piloten verpflichten. In den folgenden Jahren wurde die Flugmaschine Wright GmbH die erfolgreichste Wright-Flugzeugfabrik.

Bei einem Demonstrationsflug auf dem Tempelhofer Feld in Berlin erzielte Orville Wright mit 172 Metern einen Höhenweltrekord. Einen weiteren Rekord erzielte er mit 275 Metern Höhe auf dem Bornstedter Feld in Potsdam.

Im ersten Geschäftsjahr baute die Flugmaschine Wright GmbH 22 Flugzeuge und bildete in der Flugschule Johannisthal 25 Flugschüler aus. Im Jahr 1914 wurde das Unternehmen insolvent.

Rückkehr zum motorlosen Flug

Orville Wright kehrte im Oktober 1911 auf die Sanddünen der Outer Banks zurück. Er erprobte einen motorlosen Flug bei gleichmäßigem Wind. Dabei nutzte er einen Gleitflugapparat.

Ein Flug mit einer Dauer von neun Minuten und 45 Sekunden gelang ihm am 24. Oktober 1911. Erst zehn Jahre später wurde der Rekord von einem Segelflugzeug auf der Wasserkuppe in Hessen gebrochen.

Lebensabend und Ehrungen

Im Frühjahr 1912 starb Wilbur Wright an Typhus. Bis zu seinem Tod beschäftigte sich Orville weiterhin mit der Luftfahrtforschung. Ihm gelang jedoch keine Erfindung mit weltweiter Anerkennung mehr.

Die Wright-Patente wurden in mehreren Prozessen angefochten. Schon nach wenigen Jahren waren die Wright-Maschinen der technischen Entwicklung von Flugmaschinen nicht mehr gewachsen. Orville Wright starb 1948.

Im Laufe der Zeit erhielten die Brüder Wright zahlreiche Ehrungen:

  • März 1909 Ehrenpromotion der TH München
  • Ehrenmedaillen der Stadt Dayton, des Staates Ohio und der US-Regierung im Juni 1909
  • Ehrenmitglieder des Wiener Flugtechnischen Vereins 1907
  • Ehrenmitglieder des Vereins Deutscher Luftschiffer 1909
  • Wright Brother National Memorial in Kill Devil Hills in North Carolina
  • Gedenkmünzen

Der Wright-Piedmont-Gletscher in der Antarktis ist seit 1960 nach den Brüdern benannt.

Häufige Fragen und Antworten

Wann haben die Brüder Wright das erste Motorflugzeug erfunden?

Das erste Motorflugzeug haben die Brüder Wright 1903 erfunden.

Was haben die Brüder Wright erfunden?

Die Brüder Wright haben Gleitflugzeuge und das weltweit erste Motorflugzeug erfunden.

Wann wurden die Brüder Wright geboren?

Wilbur Wright wurde 1867, Orville Wright 1871 geboren.

Was begeisterte die Brüder Wright von Anfang an?

Schon frühzeitig begeisterten sich die Brüder Wright für Technik. Am meisten waren sie vom Fliegen fasziniert.

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