Die Schiffe von Christoph Kolumbus

Rekonstruktion der Santa Maria, Possibly by Edward H. Hart [Public domain]
0

Ganz sicher hätte irgendein anderer Seefahrer einige Zeit später Amerika entdeckt, wäre es nicht Christoph Kolumbus gewesen, der eigentlich in Richtung Indien aufbrechen wollte. Dennoch handelt es sich um eine bedeutende Entdeckung. Wo sind nun eigentlich Christoph Kolumbus Schiffe? Mit drei Schiffen brach Christoph Kolumbus mit er Erlaubnis der spanischen Königin auf. Er schrieb ein wichtiges Kapitel Geschichte, doch Christoph Kolumbus Schiffe sind trotz der riesigen Holzkonstruktionen, aus denen sie bestanden, nicht mehr zu finden. Es gibt jedoch Rekonstruktionen der Schiffe, die in verschiedenen Museen ausgestellt sind. Das Flaggschiff, die Santa Maria, war deutlich größer als die beiden anderen Schiffe Pinta und Ninja.

Die Schiffe des Kolumbus

Bildliche Darstellung der Santa Maria
Bildliche Darstellung der Santa Maria

Mit drei Schiffen brach Christoph Kolumbus 1492 mit der Erlaubnis der spanischen Königin auf, um Indien zu entdecken, doch zufällig landete er in Amerika. Das größte der drei Schiffe, die Santa Maria, wurde auf eine Länge von 24 Metern und eine Breite von acht Metern geschätzt.

Die Schiffe mit ihren hohen Masten werden als Karavellen beschrieben, doch Forscher gehen heute davon aus, dass es sich um Karacken handelte. Karacken wurden als Handels- und Kriegsschiffe eingesetzt und tauchten erstmals in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Genua auf. Die Karacken ähnelten den Karavellen, waren aber größer und schwerer.

Wie Christoph Kolumbus Schiffe tatsächlich aussahen und beschaffen waren, weiß niemand. Es gibt lediglich einige Überlieferungen in Form von Abschriften der verloren gegangenen Tagebuchaufzeichnungen, in denen die Schiffe kurz beschrieben wurden. Im Schifffahrtsmuseum von Madrid befindet sich ein Bild, das den wahrscheinlichen Aufbau dieser Schiffe zeigt.

Kolumbus, der vermutlich aus Genua stammte, lieh sich die Schiffe aus. Die Santa Maria war das Flaggschiff der Flotte. Es ist bekannt, dass die Ninja (spanische Bezeichnung für Kind) und die Pinta deutlich kleiner waren. Über die Ninja liegen sonst keine weiteren Angaben oder Aufzeichnungen vor. Die Santa Maria ging verloren. Sie lief auf ein Riff und Teile davon verbaut wurden. Über das weitere Schicksal des Schiffs ist nichts bekannt.

Die Ninja und die Pinta kehrten nach Europa zurück, doch lediglich von der Pinta gibt es einen Nachbau. Er befindet sich in Baiona in Nordwestspanien, wo das Schiff am 1. März 1493 in den Hafen lief. Dort verkündete die Besatzung die Entdeckung der Neuen Welt.

Geschichte

Der Italiener Christoph Kolumbus schlug schon frühzeitig eine seemännische Laufbahn ein. Er unternahm seine ersten Reisen zwischen 1470 und 1480. In Lissabon ließ er sich 1476 nieder. Er entwickelte den Plan, einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. Nachdem die Türken Konstantinopel erobert hatten und es die letzte direkte Landverbindung von Europa nach Asien nicht mehr gab, musst eine neue Lösung gefunden werden. Schon damals war Christoph Kolumbus davon überzeugt, dass die Erde eine Kugel ist. Er studierte Karten und vermutete, dass ein Meer im Westen die Verbindung zwischen Europa und Asien sein musste.

Ein Gesuch von Christoph Kolumbus aus dem Jahr 1484 an den portugiesischen König Johann II. zur Finanzierung der Überquerung des Atlantik wurde abgelehnt. Königin Isabella I. von Kastilien gewährte Kolumbus 1486 eine Audienz und war zunächst damit einverstanden, die Atlantiküberquerung zu finanzieren. Da eine von ihr eingesetzte Kommission dieses Vorhaben ablehnte, genehmigte sie erst 1492 die Entdeckungsfahrt.

Insgesamt reiste Christoph Kolumbus viermal nach Amerika. Zu seiner ersten Reise brach er am 3. August 1492 mit einer Besatzung von ungefähr 90 Mann auf. Kolumbus kommandierte die Santa Maria, das Flaggschiff. Die Reise musste schon nach drei Tagen aufgrund eines Schadens am Mast der Pinta unterbrochen werden. Von den Kanarischen Inseln stachen die drei Schiffe am 6. September wieder in See.

Columbus und seine Mannschaft entdeckten bei der ersten Reise nicht den Kontinent Amerika, sondern die vorgelagerten Inseln am nordöstlichen Rand der Bahamas. Die Santa Maria erlitt am 25. Dezember 1492 Schiffbruch und lief auf eine Sandbank vor Hispaniola. In seinem Logbuch schrieb Christoph Kolumbus, dass er zu der Zeit, als die Santa Maria auf Grund lief, in seiner Kajüte lag und ein Schiffsjunge Wache hatte. Ob der Schiffsjunge, der die Verantwortung hatte, die Brandung nich gehört hatte, darüber wird spekuliert. Befehle wurden jedenfalls ignoriert. Kolumbus ließ den Mast der Santa Maria kappen und die Ladung von Bord holen.

Die Ninja und die Pinta nahmen die Santa Maria sogar unter Beschuss. Da sie versank, war eine Rückkehr ausgeschlossen. Berichte darüber, das Schiff wieder flottzumachen, oder über eine Bestrafung des Schiffsjungen liegen nicht vor. Berichtet wird davon, dass Kolumbus aufgrund des erlittenen Schiffbruchs eine kleine Siedlung mit dem Namen La Navidad baute. Zu dieser Zeit hatte die Pinta den Anschluss verloren. Die Pinta galt als verschollen, doch wird darüber berichtet, dass Kolumbus mit einer kleineren Mannschaft mit der Ninja und der Pinta nach Spanien zurückkehrte und dort als Held gefeiert wurde.

Aufbau

Über den Aufbau der Christoph Kolumbus Schiffe ist kaum etwas bekannt, trotzdem es einige Bilder von diesen Schiffen gibt. Allerdings ist nicht genau belegt, ob die Schiffe tatsächlich so wie auf den Bildern aussahen. Es soll sich um Schiffe mit hohen Masten gehandelt haben. Sicher ist nicht, ob es Karavellen oder Karacken waren. Aufzeichnungen aus dem Logbuch gibt es zwar, doch belegen sie nicht die genauen Maße der Schiffe. Vom Aufbau her könnten die Schiffe Karavellen gewesen sein, doch waren sie von der Besegelung her eher Karacken.

Über die Einordnung der Santa Maria zu den Karavellen oder Karacken streiten sich die Experten. Vermutlich hatte der Großmast der Santa Maria eine Höhe von 26,6 Metern. An diesem Mast befanden sich ein Haupt- und ein zusätzliches Topsegel. Der Fockmast der Santa Maria hatte ein Rahsegel, der Besanmast ein Lateinersiegel. Dazwischen befanden sich noch weitere Segel. Im Logbuch von Christoph Kolumbus wird die Santa Maria als schwerfällig beschrieben. Über den Aufbau der Ninja ist nichts bekannt. Die Pinta soll vermutlich 21 Meter lang und sieben Meter breit gewesen sein. Sie soll drei Masten gehabt haben.

Überreste

Rekonstruktion der Santa Maria, Possibly by Edward H. Hart [Public domain]
Rekonstruktion der Santa Maria, Possibly by Edward H. Hart [Public domain]
Lediglich von der Pinta gibt es in Spanien einen Nachbau. Es ist nur schwer, die Überreste der Christoph Kolumbus Schiffe zu finden, um die Schiffe zu rekonstruieren. Ein Grund dafür sind die ungünstigen Bedingungen in der Karibik. Es gibt dort Schiffsbohrwürmer, eine Muschelart, die als Termiten der Meere gelten und innerhalb eines Jahrzehnts ein Wrack komplett auffressen könnten.

Neben den Schiffsbohrwürmern sind die Tropenstürme und Hurrikans ein Problem. Diese Bedingungen konnten die Schiffswracks in 500 Jahren nicht überstehen. Ein Beweis dafür, dass die Schiffswracks nicht mehr erhalten sein können und dass es schwer ist, irgendwelche Überreste aufzufinden, sind die Tropenstürme, die im Laufe der Zeit die Landschaft stark verändert haben.

Archäologen suchten das Gebiet auch nach Schiffen aus weiteren Flotten von Christoph Kolumbus ab. Auch von diesen Schiffen wurden bislang noch keine Überreste gefunden. Auf dem Meeresgrund befinden sich viele Sedimente, die es nahezu unmöglich machen, die Überreste zu finden. Auf der Suche nach Schiffswracks verwenden die Archäologen ein Seitensichtsonar. Ein Wrack kann nicht gefunden werden, wenn es unter einer mehrere Meter dicken Sedimentschicht begraben ist. Für die Suche nach metallischen Gegenständen unter Wasser wird ein Magnetometer benutzt. Da die Schiffe jedoch vorrangig aus Holz bestanden, besteht keine Aussicht auf Erfolg mit dem Magnetometer. Forscher setzen zwar die Suche nach den Überresten fort, doch ist es nahezu die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Kolumbus-Museen

In Spanien gibt es mehrere Museen, die Einblicke in die Geschichte von Christoph Kolumbus und seine Entdeckung geben. Eines dieser Museen befindet sich in Palmas auf Gran Canaria. Es heißt Kolumbushaus. Ein weiteres Kolumbusmuseum befindet sich in Valladolid. Im Kolumbushaus und im Kolumbusmuseum sind verschiedene Originale aus der Zeit von Christoph Kolumbus ausgestellt. Sie geben Einblicke in die Kultur der damaligen Zeit. Forscher berichten zwar immer wieder darüber, dass sie Wrackteile der Santa Maria gefunden haben. Ob es sich dabei aber um Originale von der Santa Maria handelt, ist nicht bewiesen.

Häufige Fragen und Antworten

Wie viele Schiffe verlor Christoph Kolumbus?

Bei seiner ersten Reise verlor Christoph Kolumbus ein Schiff, die Santa Maria. Die Pinta verlor zwar den Anschluss, doch ging sie nicht verloren. Es gibt sogar eine Nachbildung der Pinta. Wie viele Schiffe bei späteren Reisen verloren gingen, ist nicht bekannt.

Wo ist die Santa Maria gesunken?

Die Santa Maria sank vor den Bahamas, im Bereich der Insel Hispaniola. Auf dieser Insel befinden sich heute die Dominikanische Republik und Haiti.

Unter welcher Flagge fuhr Kolumbus?

Kolumbus fuhr unter der Flagge von Spanien.

Wie war das Leben auf der Santa Maria?

Christoph Kolumbus war der Kapitän der Santa Maria. Über das Leben an Bord wird nicht viel berichtet, doch hieß es, dass es Spannungen gegeben haben musste. Befehle wurden verweigert. Es wird teilweise sogar darüber spekuliert, dass Kolumbus den Befehl gegeben haben soll, auf Grund zu laufen und das Schiff zu versenken. Im Logbuch berichtet Christoph Kolumbus, dass seine Befehle verweigert wurden, als die Santa Maria auf eine Sandbank gelaufen war.

Erhalte Updates direkt auf dein Endgerät, melde dich jetzt an.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.