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USA - Maryland USA


USA

Maryland - Segelgebiete an der Chesapeake Bay

Geografisch ungefähr in der Mitte der Ostküste gelegen hat der Bundesstaat Maryland eine eigenartige Form. Der dicht besiedelte Staat mit dem Ballungsraum Baltimore und einigen Vororten von Washington D.C. bietet einige Gegensätze.

flagge von maryland

Flagge von Maryland

Auf der einen Seiten städtisches Leben, auf der anderen Seite ruhige Appalachendörfer und die tief ins Binnenland einschneidende Chesapeake Bay mit ihren einstmals reichen Austernbänken und hohem Fischbestand, die aber heute leider an Überfischung leiden. So kann man in Maryland ruhige Fischerdörfer entdecken oder durch die hügelige Landschaft wandern oder die hiesigen Metropolen besuchen. Aufgrund seiner Vielfalt nennt man Maryland auch gerne Amerika im Kleinformat.

annapolis in maryland

Annapolis an der Chesapeake Bay bietet reichlich maritimes Flair

Der Hove Crest ist mit 1.024 m der höchste Punkt auf dem Staatsgebiet, dass bei Hancock die schmalste Stelle (gerade einmal 2 km) besitzt. Hier kann man innerhalb weniger Minuten drei Bundesstaaten besuchen: Pennsylvania, Maryland und Virginia. Etwas größer als Belgien ist Maryland einer der kleineren US-Bundesstaaten, sein Motto ist ebenfalls besonders, denn es ist auf Italienisch formuliert: Fatti Maschii parole femine, was in etwa bedeutet, dass "männliche Taten und weibliche Worte" die ideale Kombination ergeben.

Maryland erhielt seinen Namen durch Lord Baltimore, der das Gebiet nach der Königin Henrietta Maria (Ehefrau von König Karl I. von England) benannte. In Maryland entstanden das erste katholische Bistum und die erste katholische Kathedrale der USA, überhaupt war die religiöse Toleranz hier höher als in den anderen Kolonien. Am 28. April 1788 wurde Maryland ein vollständiger US-Bundesstaat. Politisch gilt Maryland eher als Blue State, also als Unterstützer der Demokratischen Partei der USA.

Als die Briten 1814 versuchten Fort McHenry bei Baltimore einzunehmen und am anderen Morgen immer noch die US-Flagge über der Festung wehte, schrieb Francis Scott Key die Nationalhymne der USA. Maryland schaffte die Sklaverei 1864 ab und stand auf den Seiten der Nordstaaten.

 

Maryland, My Maryland

Die Hymne des Staates, Maryland, My Maryland, ist dagegen eher deutschen Herkunft und geht auf das Lied "O Tannenbaum" zurück. Maryland nennt man auch "The Old Line State", was militärischen Ursprungs ist, "Free State" bezieht sich auf die liberale Haltung und "Chesapeake Bay State" auf die geografischen Gegebenheiten. Etwa 60% der Bewohner des Staats sind europäischen Abstammung, der Anteil der Afroamerikaner liegt ungefähr bei einem Drittel. Ansonsten leben hier noch Asiaten und wenige indigene Gruppen. Hispanics machen ungefähr 6% der Bevölkerung aus.

Baltimore ist mit weitem Abstand die größte Stadt in Maryland, neben dieser Metropole gibt es noch andere Städte wie Frederick, Rockville, Gaithersburg, Bowie und Hagerstown sowie die Hauptstadt Annapolis. Wirtschaftlich spielen immer noch der Agrarsektor mit Geflügel- und Rinderzucht, Getreide- und Sojaanbau sowie Milchwirtschaft und die Fischerei eine wichtige Rolle. Daneben kommen moderne Industriezweige wie Bio- und Medizintechnologie, Elektronik und Maschinenbau sowie die chemische Industrie hinzu.

Auch der Tourismus spielt eine gewisse Rolle, insbesondere auch im Naherholungsbereich aus den großen Metropolen wie Washington D.C., Baltimore und Philadelphia. Maryland ist auch ein beliebter Bildungsstandort, die Universitäten wie die University of Maryland, die Johns Hopkins University sowie die Militärakademie der Navy (United States Naval Academy) haben ihren Sitz in Maryland.

Auch die National Security Agency (NSA) hat ihren Sitz der Crypto City im Staatsgebiet von Maryland, nämlich in Fort Meade einige Kilometer nördlich von Washington D.C.


Segelgebiete, einsame Strände und Wildpferde

Strategisch liegt Maryland nicht nur nah an der Hauptstadt der USA, sondern auch im Schnittpunkt zwischen den Nord- und den Südstaaten. Wer sich für den Amerikanischen Bürgerkrieg (Sezessionskrieg) interessiert, kann mehr über die Geschichte dieser Zeit an den Civil War Trails erfahren.

In diesem Zusammenhang ist auch die Schlacht von Antietam zu nennen, die eine der blutigsten im Bürgerkrieg war und an die bis heute das Antietam National Battlefield erinnert. Im nahen Frederick kann man dazu das National Museum of Civil War Medicine besuchen, das älteste Haus der Stadt heißt übrigens Schifferstadt, ein vom deutschen Einwanderer Joseph Brunner um 1750 erbautes Haus, dass heute das Schifferstadt Architectural Museum beinhaltet.

Die Metropole Baltimore bietet reichlich Sehenswürdigkeiten wie etwa das imposante Nationalheiligtum, die Basilika Mariä Himmelfahrt oder das Wohnhaus und Grab von Edgar Allan Poe. Interessant ist auch die von deutschen Lutheranern gegründete Zion Church of the City of Baltimore, wo seit 1755 Gottesdienste in deutscher Sprache abgehalten werden. Kunstinteressierte werden sich in Baltimore wohlfühlen, Besuche im Baltimore Museum of Art, im Walters Art Museum und im Contemporary Museum bieten sich an. 

Wassersportfreunde und Angler werden die Möglichkeiten an der Chesapeake Bay zu schätzen wissen. Diese größte Flussmündung der USA ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und bietet allerlei Zerstreuung in der Natur. Annapolis liegt ebenfalls an dieser Bucht und ist eine florierende Hafenstadt mit zahlreichen kleinen Häfen und Marinas sowie schönen Segelyachten. 

Die Segelsaison ist aufgrund des milden Klimas eigentlich ganzjährig und so ist hier immer etwas zu entdecken. Was viele nicht wissen: neun Monate hatte Annapolis nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg die Funktion der Hauptstadt der USA! 

Sehenswert ist auch die Marineakademie der Vereinigten Staaten, die sich ebenfalls hier befindet, außerdem sollte man sich das Maryland State House anschauen, das einige Jahre älter ist als das von Washington D.C. Wer sich für die Geschichte interessiert, der sollte das Hammond-Harwood-House oder das Banneker-Douglass Museum besuchen. Das U.S. Naval Academy Museum befindet sich in der Preble Hall der Stadt.

Eine sehenswerte Anlage ist auch das Paca House and Garden, ein gepflegtes historisches Anwesen.

Unberührte Strände und interessante Marschzonen findet man auch im Assateague Island National Seashore. Entlang der Wanderwege trifft man auf Wildpferde und andere interessante Tiere. Auch das Blackwater-Naturreservat ist einen Besuch wert.

Während des Spring Breaks, also den ein- bis zweiwöchigen Frühlingsferien an den US-amerikanischen Colleges ist Ocean City ein beliebter Ort geworden. Dann ist es eigentlich schon überlaufen, der Ort lohnt mit seinen Attraktionen und besonders mit dem langen Sandstrand immer einen Besuch.