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USA - Kansas USA


USA

Kansas - weites Farmland im Sonnenblumen Staat

Der US-Bundesstaat Kansas liegt inmitten der großen Ebenen der Prärie. Als typischer Präriestaat ist Kansas mit riesigen Weizenfeldern und allgegenwärtiger Rinderhaltung bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. Früher zogen die großen Büffelherden Nordamerikas durch diese nahezu unendlichen Weiten.

flagge von kansas

Flagge von Kansas

Der Name des Staates leitet sich ab von Kansa, einem Wort in der Sprache der Sioux-Indianer, was ungefähr für "Südwind-Volk" steht. Der Staatsspruch unterstreicht die Hartnäckigkeit der Bewohner von Kansas und lautet "Ad Astra per Aspera", frei übersetzt aus dem Lateinischen: Durch Anstrengung gelangt man zu den Sternen.

Der Nickname von Kansas ist Sunflower State, also Sonnenblumenstaat. Kansas liegt geografisch ziemlich genau in der Mitte der USA und damit in etwa gleich weit vom Pazifik und vom Atlantik. Das Klima ist entsprechend kontinental geprägt mit heißen Sommer und relativ kalten Wintern. Die Niederschläge sind allerdings relativ niedrig, die Landwirtschaft muss zum Teil künstlich bewässern. Nur der Osten des Bundesstaates hat höhere Niederschläge zu verzeichnen. Im äußersten südlichen und südöstlichen Teil von Kansas ist das Klima bereits etwas subtropisch geprägt. Das Wetter im westlichen Landesteil kann dagegen durch den Chinook-Wind im Winter abgemildert werden.

Durch die flache Landschaft mit wenigen Erhebungen fehlt eine abschirmende Wirkung für Kalt- und Warmluftgebiete. Daher können die Temperaturen und Wetterlagen schnell wechseln und drastische Unterschiede hervortreten. Dies ermöglicht auch das hohe Auftreten von Tornados, die ihre zerstörerische Wirkung im gesamten Tornado Alley zeigen, dem Kansas angehört (nur Oklahoma und Florida haben statistisch mehr Tornados zu verzeichnen).

windmühlen und grasland in kansas

Typische Landschaft mit Windmühlen in den hügeligen Flint Hills

Greensburg (Kiowa County) im Süden von Kansas wurde 2007 Opfer eines Tornados der Stärke F5, dabei wurden 95 % der Häuser des Ortes zerstört.


Viel Natur und wenig Menschen in den Central Plains

Benachbart ist Kansas von Colorado im Westen, Nebraska im Norden, im Osten von Missouri und schließlich im Süden von Oklahoma. Bekannte Flüsse sind der Kansas River, der Arkansas River, der Missouri River, der Smoky Hill River und der Republican River. Der Osten des Bundesstaates ist etwas hügeliger als der flachere Westen, der zu den Central Plains zählt.

Höchster Berg von Kansas ist der passend zum Staatsnamen genannte Mount Sunflower mit immerhin 1.231 m Höhe. Die größten Städte sind Wichita, Overland Park, Kansas City, die Hauptstadt Topeka und Olathe.

Der Staat ist relativ dünn besiedelt. Die meisten Einwohner stammen von Europäern und hier insbesondere von deutschstämmigen Einwanderern ab. Kansas war eines der Zentren der deutschen Einwanderung und bis ins letzte Jahrhundert gab es hier deutsche Zeitung (wie etwa die Kansas Zeitung) und viele deutschsprechende Gemeinden.

Spätestens aber nach dem Ersten Weltkrieg assimilierten sich die Sprecher von deutschen Dialekten wie dem Pennsylvania Dutch zunehmend, so dass sich heute nur noch kleinere religiöse Gruppen wie die Amischen und die Mennoniten in diesem Dialekt unterhalten können. Viele Orte wurden von deutschen Siedlern gegründet und tragen noch heute deutsch anmutende Namen wie etwa Dresden, Hanover, Liebenthal und Humboldt. Seit 2003 nennt sich das Ellis County auch offiziell "German Capital of Kansas" und betont damit die deutsche Kultur und Herkunft vieler seiner Bewohner.

Hier finden das ganze Jahr über Events und Feste statt, wie etwa das Midwest Deutsche Oktoberfest mit Bier und Polkamusik.

Minderheiten im Bundesstaat sind daneben eine steigende Zahl von Hispanics und Afroamerikaner sowie einige Asiaten und indigene Bewohner. Die größten Religionen sind die Katholiken, Methodisten und Baptisten.

Kansas zählt zum Bible Belt der USA, politisch denkt man hier meist konservativ und unterstützt die Republikanische Partei, trotzdem gibt es hier auch vereinzelt demokratisch geprägte Städte und Regionen.

Kansas kam zu weltweiter Aufmerksamkeit, als hier Evolution und Intelligent Design (Schöpfertheorie) in Biologie als gleichberechtigt unterrichtet werden sollten. Wie in anderen Bundesstaaten des Bible Belts gibt es Kräfte, die sich regelmäßig dafür einsetzen den religiösen-christlichen Aspekt stärker im Bildungswesen in die Naturwissenschaften einfließen zu lassen.

Erst 1803 kam Kansas nach dem Louisiana Purchase von den Franzosen an die USA. Kansas war lange Zeit für nur Durchgangsland für die Siedler Richtung Westen und Pazifik. Lange Zeit wurde versucht hier ähnlich wie in Oklahoma verschiedene vertriebene Indianerstämme anzusiedeln, was dazu führte das Europäer lange hier nicht siedeln durften.

1854 wurden Kansas und Nebraska US-Territorien. Ab dann kam ein deutlicher Bevölkerungsanstieg, manche Orte waren wirtschaftlich auch begünstigt in ihrer Funktion als Versorgungsposten nach Westen zogender Siedler. Die Lage in Kansas war allerdings angespannt und bis heute nennt man diese blutige Phase "Bleeding Kansas". Insbesondere in der Sklavenfrage war Kansas umstritten und es kam regelmäßig zu Schießereien und Überfällen auf Siedlungen.

1861 wurde Kansas ein US-Bundesstaat und sprach ein Verbot der Sklaverei aus. Nach dem Bürgerkrieg (1861 - 1865) brachte der weitere Ausbau der Eisenbahnlinie die Entwicklung voran. Wirtschaftlich dominant ist bis heute die Landwirtschaft, Kansas gilt mit seiner immensen Weizenproduktion als Brotkorb der Nation. Daneben wird auch Mais angebaut und als zweitgrößter Rindfleischproduzent der Bundesstaaten ist auch die Rinderhaltung ein wichtiger Wirtschaftszweig. Vor Ort ein saftiges Steak oder einen Hamburger aus der Region zu probieren, ist absolut empfehlenswert.

 

Grasland der Prärie, indianische Geschichte und Westernstädte

Etwas auch für die USA einzigartiges ist Kansas City, dass sie zu einem kleineren Teil in Kansas und zum größten Teil in Missouri befindet. Freunde des Motorsports sollten sich hier den Speedway anschauen, auf dem NASCAR- und Indy-Rennen stattfinden. Sehenswert sind auch der Rosedale Arch, eine Nachbildung des Arc de Triomphe in Paris, sowie der Schlitterbahn Vacation Village (Wasserpark), das Sauer Castel und der Hanover Heights Neighborhood Historic District.

Ein wenig von dem Flair vergangener Westertage kann man noch in Old Town Abilene entdecken. In Abilene findet man auch das Eisenhower Presidential Library and Museum, wo sich alles um den einst hier aufgewachsenen 34. Präsidenten der USA, Dwight Eisenhower dreht.

In der Hauptstadt Topeka sollte man auf jeden Fall das State Capitol besuchen, hier erfährt man einiges zur turbulenten Geschichte des Staates und kann sich anschauliche Bilder hierzu anschauen. Geschichtsfans sollten auch das Kansas Museum of History betreten. Geschichte schrieb auch der Topeka Zoo als er als erster im Land einen Indoor-Regenwald anlegte.

Sehenswert sind auch die Westboro Neighborhood und die Westboro Baptist Church. Flugzeug- und Militärinteressierte sollten dagegen das Combat Air Museum am Regional-Flughafen der Stadt besuchen. Hunderte von Rosen und tausende andere Pflanzen findet man im Reinisch Rose Garden and Doran Rock Garden.

Zwischen Wichita und Topeka befindet sich die Tallgrass Prairie National Preserve in den Flint Hills, wo man noch die typischen Graslandschaften für die Region vorfindet.

Wichita ist die größte Stadt in Kansas. Die Stadt ist benannt nach einem Indianerstamm und passend hierzu findet man hier auch ein Mid-America All-Indian Center, wo man sich ausgiebig der Geschichte der Natives widmet.

Kunstfreunde sollten das Wichita Art Museum mit über 7.000 Werken besuchen. In der Stadt befindet sich auch der größte Flughafen des Staates, der Wichita Mid-Continent Airport. Einen Besuch wert sind auch das Museum of World Treasures, das Old Cowtown Museum, die Botanica, der Sedgwick County Zoo und das Great Plains Transportation Museum. 

Eines der bekanntesten Welt- und Raumfahrtmuseen der Erde ist das Cosmosphere and Space Center in Hutchinson. Hier findet sich die Geschichte des Wettrennens zwischen USA und der Sowjetunion im Bereich Raumfahrt reichlich Platz und man kann sogar bekannte Ausstellungsstücke wie etwa die Landekapsel der Mission Apollo 13 besichtigen.

In der Stadt befindet sich eine weitere erstklassige Sehenswürdigkeit, nämlich das Kansas Underground Salt Museum. Fast 200 m geht es hier in die Tiefe und die Einrichtung ermöglicht einmalige Einblicke zu den Themen Salz und Geologie.

Sehr geschichtsträchtig und interessant für Westernfans ist natürlich auch Dodge City. Hier lebten einst Doc Holliday und Wyatt Earp - nur um zwei bekannte Namen von vielen zu nennen. Bekannte Sehenswürdigkeiten sind das Boot Hill Museum mit Westernshow, das alte Fort Dodge, das Gunfighter´s Wax Museum (mit berühmten Westernhelden aus Wachs) und der Liberty Garden. 

In Lawrence findet man ein schönes und historisches Stadtzentrum und das bekannte Natural History Museum mit dem ausgestellten Pferd Comanche aus der Schlacht am Little Big Horn (1876) zwischen den US-Truppen unter General Custer und den Indianern.

Kansas ist auch bekannt für seine zahlreichen Rodeos, unter anderem das berühmte Flint Hills Rodeo in Strong City.