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USA - Iowa USA


USA

Iowa - Land zwischen zwei Flüssen

Iowa (benannt nach einem Indianerstamm) ist touristisch nicht gerade auf den Hauptrouten der Urlauber platziert. Das macht aber auch den besonderen Reiz des relativ unbekannten "Hawkeye State" aus. Der Spitzname ist eine Würdigung des Indianerhäuptlings "Black Hawk".

flagge von iowa

Flagge von Iowa

Das Staatsmotto von Iowa lautet "Our liberties we prize and our rights we will maintain”, ein ganz klarer Hinweis darauf wie wichtig den Menschen hier Freiheit und politische Rechte sind. Als Staat im Mittleren Westen der USA ist Iowa ungewöhnlich verhältnismäßig liberal.

Die Kräfteverhältnisse zwischen den Demokraten und Republikanern sind heute ausgeglichen und Iowa ist ein so genannter Swing State, wobei sich in den letzten Jahrzehnten meist die Demokraten durchsetzen konnten. Bei den Vorwahlen zur Präsidentenwahl ist Iowa meist früh dran und in gewisser Weise ein von beiden Seiten erhoffter Trendsetter.

amana colonies in iowa

Die von deutschen Einwanderern gegründeten Amana-Kolonien

Insbesondere bei der Einführung von Bürgerrechten war der Farmerstaat erstaunlich fortschrittlich. Das Iowa Supreme Court entschied schon recht früh gegen Sklaverei (1839), Rassentrennung (1868) und Rassendiskriminierung (1873). Frauen durften hier wesentlich früher Jura studieren, als in anderen Bundesstaaten. Und bereits 2009 legalisierte Iowa die Heirat von gleichgeschlechtlichen Paaren, als dritter Staat nach Massachusetts und Connecticut.

Die westliche Grenze von Iowa wird durch den Missouri und den Big Sioux River gebildet. Im Osten trennt dagegen der Mississippi Iowa von den Bundesstaaten Wisconsin und Illinois. Weitere Nachbarstaaten sind Minnesota (Norden), Missouri (Süden) sowie South Dakota und Nebraska im Westen.

Iowa ist damit der einzige der US-Staaten, der durch zwei Flusssysteme sowohl im Osten als auch Westen begrenzt wird. Sanfte Hügellandschaften prägen den Staat, im Südosten wird es flacher. Der höchste Punkt ist der Hawkeye Point mit einer Höhe von 509 m. Einige bekannte Seen sind der Spirit Lake, der West Okoboji Lake und der East Okoboji Lake, die sich alle in der Iowa Great Lakes-Region befinden.

 

Fruchtbares Land in der Kornkammer der USA

Der fruchtbare Lössboden macht Iowa zu einem der ertragreichsten US-Bundesstaaten in der Kornkammer (Corn Belt) der Vereinigten Staaten. Hier wird insbesondere Mais, Sojabohnen, Getreide und Kartoffeln angebaut. Auch die Viehwirtschaft spielt mit Schweinen, Rindern und einer ausgeprägten Milchwirtschaft eine große Rolle.

Neben der starken wirtschaftlichen Dominanz des Agrarsektors im Land der weiten Farmen spielen auch noch andere Zweige eine Rolle, unter anderem Maschinenbau (auch Traktoren und Landmaschinen), Elektronik, Metallindustrie, Chemie und Druckerzeugnisse. Fast 90 % der Fläche dieses Staates dienen in irgendeiner Weise der Landwirtschaft, was die Schwerpunkte verdeutlicht und nicht ohne Grund ist ein zweiter Nickname des Staates auch Corn State.

Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Des Moines im Zentrum des Staates, sowie Cedar Rapids, Davenport, Sioux City, Waterloo und Iowa City. Die meisten Regionen des Staates sind dörflich und kleinstädtisch geprägt. Die Menschen sind gastfreundlich, humorvoll und naturverbunden. Jagen und Fischen sind beliebte Freizeitbeschäftigungen. Die meisten sind europäischer Abstammung (hiervon haben über 40 % deutsche Vorfahren!), daneben gibt es kleinere Gruppen von Hispanics und Afroamerikanern.

Aufgrund der hohen Abstammung aus Deutschland ist der Anteil der Lutheraner bei den Religionen hoch, größer sind nur noch die Anhänger der Katholiken im Staat. Hinzu kommen Methodisten, Baptisten und Presbyterianer.

Des Moines wurde erst 1857 zur Hauptstadt erklärt, vorher hatte Iowa City (hier kann man heute noch das Old Capitol anschauen) diese Funktion. Die ersten Europäer auf dem Gebiet des Staates waren Franzosen, als Teil von Louisiana geriet es 1803 nach dem Louisiana Purchase an die USA. Nachdem immer mehr Siedler aus dem Osten und Süden der USA eintrafen, errichtete der Kongress der USA im Jahre 1838 das Iowa-Territorium, aus dem 1846 der 29. Bundesstaat wurde. 

Klimatisch hat das Gebiet das typische Klima des Mittleren Westens mit feucht-kontinentaler Ausprägung. Die Winter sind kalt und zuweilen schneereich, die Sommer können schwül und recht warm werden. Neben vielen Gewittern sind auch Tornados hier durchaus zahlreich und können Verwüstungen anrichten. Der Staat ist allerdings dünn besiedelt, so dass sich Zerstörungen meist im Gegensatz zu anderen Staaten in Grenzen halten.

 

Amana Colonies, Farmbesichtigungen und Covered Bridges

Die deutschen Ursprünge kann man heute noch gut in den Amana-Kolonien (Amana Colonies) entdecken. Hier mitten in den USA findet man noch so manchen Amerikaner, der noch das Amanadeutsch (ähnlich dem Pennsylvania Dutch) sprechen kann. Die Amana Church Society ist eine Freikirche und die Einwanderer aus Deutschland gründeten hier nahe Iowa City am Fluss sieben autarke Gemeinden. Seit 1965 sind diese im National Historic Landmark der USA geführt.

Anders als wie zum Beispiel die Amish sind die Anhänger dieser Gruppe dem technischen Fortschritt gegenüber aufgeschlossen. Heute ist die Gruppe auch bekannt durch einige technische und landwirtschaftliche Innovationen wie etwa die Amana Orange Tomate. Wie so oft sind die deutschstämmigen auch gute Braumeister, die Millstream Brauerei entstand in diesen Kolonien. Mehr über die Gruppe erfährt man auch im Amana Heritage Museum

Wer mehr über die Geschichte des Staates als Zentrum der Landwirtschaft erfahren will, der sollte sich die Living History Farms in Urbandale anschauen. Hier kann man alte Farmen besichtigen oder einen Blick in moderne landwirtschaftliche Großbetriebe werfen.

In der Hauptstadt Des Moines sollte man sich als Kunstinteressierter das Des Moines Art Center anschauen, kulturell ist außerdem der Temple of Performing Arts, die Des Moines Opera und Symphonie interessant. Im Juli sollte man Jazz in July besuchen.

Das imposante Iowa State Capitol hat im Gegensatz zu den anderen ihrer Art in den Bundesstaten der USA fünf Kuppeln (nur Rhode Island hat dies ebenfalls) und die mittlere Kuppel ist dazu mit Gold überzogen. Mehr über die Geschichte von Iowa und seine Menschen erfährt man im State of Iowa Historical Museum. Einen Besuch sollte man auch im Botanischen Garten und im Blank Park Zoo. Bekannte Museen sind auch das Wallace House Museum, das Police Museum & Historical Society und das Fort Des Moines Museum and Education Center.

Iowa ist auch bekannt für seine romantischen, überdachten Brücken. Die Covered Bridges von der Umgebung von Winterset sind schon etwas Besonderes und werden viele an den Film "Die Brücken am Fluss" mit Meryl Streep und Clint Eastwood erinnern. Das Madison County und der Ort Winterset (hier wurde auch John Wayne geboren und ihm gewidmet ist der Komplex Birthplace of John Wayne) ist außerdem nicht weit weg von Des Moines und so kann man sich die Brücken aus der Nähe anschauen.

Die Iowa Great Lakes-Region ist eine der touristischen Highlights in dem Bundesstaat. Zahlreiche State Parks wie der Elinor Bedell State Park, der Gull Point State Park, der Pikes Point State Park und der Trapper´s Bay State Park schützen die Natur und bieten reichlich Erholungsmöglichkeiten in Kombination mit einer erlebnisreichen Natur.